Die 50-er Jahre sind in Deutschland jene Jahre, in denen das Leben wieder anfängt. Die schwere Nachkriegszeit ist endgültig vorbei und es geht langsam wieder bergauf.
Die positive Entwicklung der deutschen Wirtschaft - man spricht vom Wirtschaftswunder der 50-er Jahre - verändert das Leben der Menschen in Deutschland. Die florierende Wirtschaft verschafft den Bürgern nicht nur wieder eine Zukunftsperspektive, sondern bringt ihnen auch den verlorenen geglaubten Lebensmut zurück.
Wie sich die neue Lebenskraft in der Gesellschaft des ausgehungerten Nachkriegsdeutschland auswirkt, wird im Folgenden dargelegt. Zunächst noch eine kurze Zusammenfassung über den geschichtlichen Hintergrund des Wirtschaftswunders.
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Inhaltsverzeichnis
A) Wirtschaftswunderjahre – Jahre des Wandels
B) Das Wirtschaftswunder der 50-er Jahre
1. Geschichtlicher Hintergrund
2. Die Konsumgesellschaft im Westen – Konsumverhalten in den 50-er Jahren
2.1. Beginn einer „Fresswelle“ nach den jahrelangen Hungerjahren
2.2. Boom der Bekleidungsindustrie
2.3. Anschaffung moderner Möbel und Haushaltsgeräte
2.4. Zunehmende Motorisierung
2.5. Entwicklung des Tourismus
2.6. Sportliche Erfolge
2.7. Das Einkommen in den 50ern
C) Jahre des Neubeginns
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftlichen und ökonomischen Veränderungen in der Bundesrepublik Deutschland während der 1950er Jahre. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das sogenannte „Wirtschaftswunder“ das Konsumverhalten, den Lebensstil und das Alltagsleben der Menschen nachhaltig transformierte und zur Entstehung einer neuen Konsumgesellschaft beitrug.
- Historische Einordnung des wirtschaftlichen Wiederaufbaus ab 1948
- Wandel des Konsumverhaltens (Ernährung, Mode, Wohnkultur)
- Entwicklung von Mobilität und Tourismus als neue Freizeitphänomene
- Gesellschaftliche Bedeutung von Einkommenssteigerungen und Massenkonsum
- Psychologische Aspekte des Lebensgefühls in der Nachkriegszeit
Auszug aus dem Buch
2.3. Anschaffung moderner Möbel und Haushaltsgeräte
Auf moderne Möbel und - Haushaltsgeräte wird in den 50-er Jahren viel Wert gelegt. Man möchte sich seine Wohnung so einrichten, wie es einem modernen Menschen entspricht. Die eigene Wohnung soll demonstrieren, was man sich alles leisten kann. „Damals wie heute wird um die soziale Anerkennung durch die äußere Darstellung des Besitzes und Lebensstandards geworben.“ Die soziale Stellung der Bewohner wird durch die Einrichtung der eigenen vier Wände demonstriert. Das Mobiliar dient nicht nur dem Gebrauch, sondern spiegelt Werte wider, die der Bewohner schätzt und nach Außen darstellen möchte.
„Die Wohnungseinrichtung, [die] erste Anschaffung junger Familien, soll Qualität besitzen, [den] gesellschaftlichen Aufstieg und bürgerliche Normalität demonstrieren“. Die magere Standardeinrichtung der Nachkriegszeit - Schrank, Tisch, Sofa und zwei Sessel - reicht nicht mehr aus. Typisches Mobiliar der 50-er Jahre sind Nierentisch und dünnbeinige Cocktail-Sessel, meist mit längs und quer gestreiften Bezügen, welche dem Raum - laut einer Werbekampagne - „Frische und Lebendigkeit“ geben. Darüber hinaus dürfen Trompetenschirmlampen und Konzerttruhen auf abgeschrägten Beinen in keinem Wohnzimmer fehlen.
Zusammenfassung der Kapitel
A) Wirtschaftswunderjahre – Jahre des Wandels: Einführung in die Situation der 50er Jahre, die durch das Ende der Nachkriegsnot und den Beginn einer neuen wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Aufbruchstimmung geprägt sind.
B) Das Wirtschaftswunder der 50-er Jahre: Analyse der Ursachen für das Wirtschaftswachstum, wie die Währungsreform und die soziale Marktwirtschaft, sowie die Auswirkungen auf die Konsumgewohnheiten der Bevölkerung.
1. Geschichtlicher Hintergrund: Darstellung der wirtschaftspolitischen Meilensteine ab 1948, einschließlich der Währungsreform und der Einführung der sozialen Marktwirtschaft unter Ludwig Erhard.
2. Die Konsumgesellschaft im Westen - Konsumverhalten in den 50-er Jahren: Untersuchung, wie steigender Wohlstand und Einkommen das Konsumverhalten und den Wunsch nach Luxusgütern in der westdeutschen Gesellschaft veränderten.
2.1. Beginn einer „Fresswelle“ nach den Hungerjahren: Beschreibung der Phase unmittelbar nach dem Krieg, in der das Nachholbedürfnis beim Essen zu einer signifikanten Zunahme des Kalorienkonsums und gesundheitlichen Folgen führte.
2.2. Boom der Bekleidungsindustrie: Analyse der veränderten Modebedürfnisse, die durch den Wunsch nach Eleganz, modernen Kunstfasern wie Perlon und dem neuen „Look“ geprägt waren.
2.3. Anschaffung moderner Möbel und Haushaltsgeräte: Darstellung des Stellenwerts von Wohnkultur und technischen Haushaltsgeräten als Statussymbol und Ausdruck bürgerlicher Normalität.
2.4. Zunehmende Motorisierung: Beschreibung der Bedeutung von Motorrädern, Rollern und dem VW Käfer für die individuelle Mobilität und das neue Lebensgefühl der Deutschen.
2.5. Entwicklung des Tourismus: Untersuchung, wie steigende Freizeit und Wohlstand das Reisen vom Luxusgut zum Massenphänomen machten.
2.6. Sportliche Erfolge: Analyse der identitätsstiftenden Funktion sportlicher Leistungen, insbesondere des Fußballweltmeistertitels 1954, für das nationale Selbstbewusstsein.
2.7. Das Einkommen in den 50ern: Einordnung der Einkommensentwicklung der verschiedenen sozialen Schichten und die Feststellung, dass der Wohlstand anfangs ungleich verteilt war.
C) Jahre des Neubeginns: Zusammenfassende Betrachtung der Sehnsucht nach familiärer Geborgenheit, Harmonie und einer heilen Welt als Gegenpol zu den traumatischen Kriegserfahrungen.
Schlüsselwörter
Wirtschaftswunder, Konsumgesellschaft, 50er Jahre, Fresswelle, Bekleidungsindustrie, Wohneinrichtung, Haushaltsgeräte, Motorisierung, Tourismus, Massenkonsum, soziale Marktwirtschaft, Lebensstandard, Wohlstand, Alltagskultur, Bundesrepublik Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die gesellschaftlichen Transformationen in der jungen Bundesrepublik Deutschland während der 1950er Jahre, die maßgeblich durch das Wirtschaftswunder geprägt waren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Auswirkungen des wirtschaftlichen Aufschwungs auf das Konsumverhalten, die Wohnkultur, die Mobilität, den Tourismus sowie das allgemeine Lebensgefühl der Menschen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Entwicklung der westdeutschen Gesellschaft von der Mangelwirtschaft der Nachkriegszeit hin zu einer konsumorientierten Wohlstandsgesellschaft anhand konkreter Lebensbereiche aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit basiert auf einer historischen und kulturwissenschaftlichen Analyse, die durch Literaturquellen und zeitgenössische Berichte gestützt wird.
Was behandelt der Hauptteil?
Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Aspekte des Konsums, von der Ernährung über die Mode und moderne Haushaltsausstattung bis hin zur zunehmenden Motorisierung und Freizeitgestaltung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Wirtschaftswunder, Konsumgesellschaft, Wohlstand, Massenkonsum und Alltagskultur der 1950er Jahre.
Warum war der "VW Käfer" für die Menschen damals so wichtig?
Der VW Käfer entwickelte sich zum zentralen Symbol des Wirtschaftswunders; er ermöglichte der breiten Masse erstmals individuelle Mobilität und war ein greifbares Zeichen für den sozialen Aufstieg.
Welche Rolle spielte der Tourismus in den 50er Jahren?
Der Tourismus entwickelte sich durch die Einführung von bezahltem Urlaub und steigendem Wohlstand vom exklusiven Vergnügen zum Massenphänomen, wobei Italien ein besonders beliebtes Reiseziel darstellte.
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- Katrin Fischer (Author), 2002, Wirtschaftswunderjahre - Konsumgesellschaft im Westen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7994