Wirkungsforschung - Die Schweigespirale


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006
18 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Gliederung

Einleitung

1. Ausgangspunkt der Wirkungsforschung
1.1. Definition Wirkung
1.1.1. Der Rezipient
1.1.2. Das Medium
1.2. Wirkungsprozesse

2. Modelle der Wirkungsforschung
2.1. Die Schweigespirale
2.1.1. Sozialpsychologische Erkenntnisse
2.1.2. Kommunikationstheoretische Erkenntnisse
2.1.3. Gesellschaftstheoretische Erkenntnisse
2.1.4. Die Kommunikationsbereitschaft
2.1.5. Die Rolle der Massenmedien
2.1.6. Probleme der Theorie

3. Pluralistische Ignoranz

4. Looking-Glass- Wahrnehmung

5. Third-Person-Effekt

Schlussbemerkung

Literaturhinweise

Einleitung

Welche Wirkung haben Medien auf den Menschen? Sind die Einflüsse direkt nachweisbar oder verstecken sie sich in Verhaltensweisen der Menschen, die mehr oder weniger von verschiedenen Medien beeinflusst sind? Und was ist eigentlich die Wirkung, die eine Aussage haben kann?

In dieser Arbeit wird der Begriff der Wirkung der Medien auf Menschen allgemein geklärt. Es wird dabei auf die Rolle des Rezipienten und des Mediums eingegangen. Das Modell des Stimulus-Response wird widerlegt und lässt Platz, verschiedene Wirkungsprozesse zu erläutern. Mehrere Wirkungstheorien wie die Pluralistische Ignoranz, der Looking-Glass-Effekt und der Third-Person-Effekt werden kurz beschrieben. Die Theorie der Schweigespirale, die davon ausgeht, dass Menschen, die die Minderheitsmeinung vertreten, diese oft verschweigen, um nicht isoliert zu werden, steht im Mittelpunkt der Betrachtungen. Je mehr diese Menschen schweigen, desto mehr scheint die Mehrheitsmeinung wirklich die Meinung der meisten Menschen zu werden. Hier erscheint es sinnvoll, einige andere Theorien einfließen zu lassen, die auf der Theorie der Schweigespirale aufbauen oder sie ergänzen. Es soll eine Verbindung zwischen verschiedenen Ansätzen zur Erklärung von Effekten der Medien auf die Menschen hergestellt werden.

1. Ausgangspunkt der Wirkungsforschung

1.1 Definition Wirkung

Der Ursprung des Wirkungsbegriffes findet sich in den Naturwissenschaften. Es ist das Pendant zum Begriff der Ursache und wird in der Regel mit Veränderung gleichgesetzt. Veränderung bedeutet, dass sich „auf der Einstellungs- und Verhaltensebene Beobachtungen machen lassen, die auf das Vorliegen eines bestimmten Stimulus zurückgeführt werden können.“[1] Im vorliegenden Fall bestehen die Stimuli aus Medienangeboten, deren Wirkungen sich in beobachtbaren und messbaren Reaktionen des Rezipienten feststellen lassen. Die Grundstruktur des Modells Stimulus-Reponse entspricht dieser Beschreibung am ehesten. Hierbei erreichen die von Massenmedien erzeugten Stimuli den Rezipienten unmittelbar.

Das Stimulus-Response-Modell sieht vor, dass eine Wirkung umso stärker ausfällt, je stärker der Stimulus ist.[2]

Maletzke beschreibt die Wirkung der Massenmedien wie folgt: Alle Veränderungen im Verhalten und Erleben, die durch die Zuwendung zu Massenmedien und durch das Aufnehmen von Aussagen der Massenkommunikation bewirkt werden, versteht man unter dem Begriff Wirkungen.[3] Allerdings kann in der Kommunikationswissenschaft nicht von den eigentlichen Bedeutungen der Wörter Wirkung und bewirken ausgegangen werden. Es handelt sich hier keineswegs um einen linearen Kausalprozess, in dem die eine Seite eindeutig von der anderen Seite beeinflusst wird, sondern um eine komplexe Wechselbeziehung zwischen einer großen Zahl beteiligter Faktoren.

Man muss also vor allem danach fragen, wie es zu diesen Wirkungen kommt, um die Wirkung der Massenmedien richtig zu verstehen. Vereinfacht lässt sich dieser Gesamtprozess wie folgt beschreiben: Der Rezipient steht einem Angebot von Medienaussagen in einer bestimmten objektiven und subjektiven Situation gegenüber. Vorraussetzungen und Prädispositionen, die der Rezipient in diese Situation mitbringt, sind grundlegend für das Ergebnis der Konfrontation.[4] Es entwickeln sich daraus bestimmte psychische Prozesse, die sich in der Begegnung mit der Aussage beim Rezipienten abspielen. Im Zusammenhang mit anderen Faktoren, führen diese Prozesse schließlich zu den eigentlichen Wirkungen der Massenmedien. Die vier hier vorgestellten Wirkungsaspekte stehen allerdings keineswegs isoliert und elementenhaft nebeneinander, sondern sie hängen miteinander zusammen und voneinander ab. Denn Massenkommunikation ist gekennzeichnet durch Gegenseitigkeit, Feedback und Interdependenz.

1.1.1 Der Rezipient

Die Situation des Rezipienten ist hierbei unterteilt in eine subjektive und eine objektive Komponente. Die Situation ist subjektiv so, wie er sie erlebt, objektiv, so wie sie wirklich ist. Die subjektive Sicht hängt ganz davon ab, wie der Rezipient das Angebot der Massenmedien, die Medien selbst, die Medienorganisationen und die Kommunikatoren sieht und beurteilt. Aus dieser Situation entscheidet der Rezipient, ob er eine Aussage der Massenkommunikation auf sich einwirken lässt und welche Aussage er aus dem vorhandenen Angebot der Medien auswählt. Ohne die aktive Beteiligung des Rezipienten sind Medienwirkungen nicht vorstellbar.[5] Die objektive Situation hängt weitgehend von den spezifischen Eigenarten des jeweiligen Mediums ab. Ob eine Aussage etwa nur optisch oder nur akustisch oder optisch-akustisch dargestellt wird, ob die Zeit des Aufnehmens vorgeschrieben (Radiosendung) ist oder freigestellt (Zeitung) ist, ob die Wahl des Ortes für den Rezipienten frei oder gebunden ist, ob die Aussage live vermittelt wird oder ob der Rezipient als Glied eines Publikums oder in einer Intimgruppe erlebt.[6]

Weiter lassen sich bei der Untersuchung der Wirkungsvoraussetzung eine große Zahl an Faktoren unterscheiden, die der Rezipient mitbringt. Diese Bedingungen der Wirkung können sowohl in der Person und Persönlichkeit des Rezipienten, als auch in seinen Bedürfnissen und Erwartungen, sowie in seinen Interessen und Lebensgewohnheiten begründet sein. Es lassen sich personale, funktionalpsycholo-gische, objektbezogene und habituelle Prädispositionen unterscheiden.

[...]


[1] Siehe Jäckel, S. 60

[2] Vgl. Fischer Lexikon, S. 297

[3] Vgl. Maletzke, S. 181

[4] Vgl. Maletzke, S. 181

[5] Vgl. Jäckel, S. 79

[6] Vgl. Maletzke, S. 184

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Wirkungsforschung - Die Schweigespirale
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung)
Veranstaltung
Wahrnehmungsphänomene in der Wirkungsforschung
Note
2,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
18
Katalognummer
V80015
ISBN (eBook)
9783638862752
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wirkungsforschung, Schweigespirale, Wahrnehmungsphänomene
Arbeit zitieren
Friederike Wittmaack (Autor), 2006, Wirkungsforschung - Die Schweigespirale, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80015

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