Hexenverfolgung bei Friedrich Graf Spee von Langenfeld

Wertevorstellung zwischen Massenfanatismus und menschlicher Vernunft


Seminararbeit, 2004

17 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil
1.1 Politisch-sozialer Hintergrund
1.2 Das Leben Graf Spees und sein Theologischer Werdegang
1.3 Erste Kontakte mit der Hexenverfolgung
2 Das Hauptwerk Spees: „Cautio criminalis“
2.1 Gemeinsamkeiten mit Befürwortern der Hexenverfolgung
2.2 Unterschiedliche Ansichten
3 Spees Wertevorstellung anhand seiner weiteren Werke
3.1 „Güldenes Tugendbuch“
3.2 „Trutz Nachtigall“
3.3 Kirchenlieder

Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die Hexenverfolgung im ausgehenden 16. sowie beginnenden 17. Jh. gehört zweifelsfrei zu den dunkelsten Kapiteln der Kirchengeschichte. Vorliegende Seminararbeit beinhaltet das Ziel die kritische Haltung von Friedrich Graf Spee von Langenfeld zu Hexenprozessen aufzuzeigen, sowie einen Bogen zu heutigen ethischen Fragestellungen zu spannen.

In einem ersten Schritt soll kurz die historische Ausgangssituation dargestellt, und das Leben Spees beschrieben werden. Das Hauptaugenmerk der Seminararbeit liegt dann in der Darstellung von Gemeinsamkeiten sowie unterschiedlichen Ansichten bezüglich der Hexenverfolgung, von Graf Spee auf der einen, sowie der breiten Masse der damaligen Bevölkerung auf der anderen Seite, anhand von Spees Hauptwerk Cautio criminalis. Darüber hinaus werden weitere Werke von Spee vorgestellt, die seine Auffassung von Glauben und seinen Bezug zu Gott erkennen lassen.

Im Schlußteil werden die erarbeiteten Aspekte noch einmal kurz zusammengefaßt. Des Weiteren soll ein Vergleich der Schwierigkeit, der damaligen kritischen Haltung Spees, in bezug zu heutigen Problemen erstellt werden.

Hauptteil

1.1) Politisch-sozialer Hintergrund

Durch die einsetzende Neuzeit befand sich Mitteleuropa während des 16. und 17. Jh. in einer Phase des Umbruchs, so daß sich seitens der Bevölkerung eine allgemeine Verunsicherung ergab. Als kirchliches Beispiel ist hier die Reformation, ausgelöst 1417 durch Martin Luther, zu nennen. Die Gegenreformation der Ordensgemeinschaften trug ihr übriges dazu bei. Der Dreißigjährige Krieg von 1618-1648 bedrohte die Existenz vieler Familien; neue Pestausbrüche und Hungersnöte, hervorgerufen durch Naturkatastrophen, forderten Zehntausende Opfer.

Als solches kann man sich leicht vorstellen, daß diese Probleme nicht spannungslos an der Bevölkerung vorübergingen. Häufig entlud sich der Unmut des Volkes an Außenseitern und solchen, die in der Gesellschaft nicht etabliert waren. Dinge, die man sich auf natürliche Weise nicht erklären konnte, wurden auf Personen zurückgeführt, die mit dem Teufel in Verbindung stünden, und so Unheil über die Menschheit brächten.

Damit war der Grundstein für die Hexenverfolgung gelegt, die schubartig Tausende unschuldiger Opfer forderte, die nach willkürlicher Anklage durch Folterung überführt, angeklagt und hingerichtet wurden. Gegen diesen Hexenwahn vorzugehen war nicht leicht, da man sich durch eine kritische Haltung selbst verdächtig machte. Nur so ist es zu erklären daß Zehn-tausende Menschen in Europa der Hexenverfolgung zum Opfer fielen.

1.2) Das Leben Spees und sein Theologischer Werdegang

Friedrich Graf Spee von Langenfeld wurde am 25. Februar 1591 in Kaiserswerth bei Düsseldorf als ältester Sohn von Peter Spee, einem Burgvogt und Amtmann des kurkölnischen, rechtsrheinischen Brückenkopfes Kaiserswerth, und dessen Frau Mechthild Spee, geboren.[1]

1603 begann er seine schulische Ausbildung in Köln. Durch sein ehrenamtliches Engagement in einer Kölner Schülersodalität, in der sich die Mitglieder neben dem Aufführen von Theaterstücken besonders für die Hilfe von Kranken und Armen einsetzten, bekam er zum ersten Mal Kontakt mit Jesuitenpatern, die über ihre Missionsreisen in Ostasien berichteten. Nach der erfolgreich beendeten Schulzeit schrieb sich Spee entgegen der Wünsche seiner Eltern für ein Studium an der philosophischen Fakultät der Universität Köln ein, welches er 1609 mit der Promotion als `Baccalaureus`, abschloß. Mit dem Wunsch, Missionsreisen nach Ostasien durchzuführen, trat Spee am 22. September 1610 in den Jesuitenorden ein.[2]

Als Novize ging er zunächst nach Trier, wo er gemeinsam mit anderen Novizen verschiedene Pfarreien mitbetreute. Durch den Ausbruch der Pest floh Spee nach Fulda und legte dort die ersten Gelübde ab. Anschließend ging er nach Würzburg, um dort ein dreijähriges Weiterstudium zu beginnen, welches er möglicherweise als `Magister Artium` abschloß. Um seinen Wunsch, das Studium der Theologie aufzunehmen, verwirklichen zu können, leistete er im Folgenden ein Praktikum ab und unterrichtete in Speyer, Worms und Trier die Fächer Grammatik, Poetik und Rhetorik. Seine 1617 ausgesprochene Bitte, in die Heidenmission entsandt zu werden, wurde 1618 abgelehnt.[3]

Schließlich konnte Spee 1619 sein drei Jahre andauerndes Studium der Theologie an der Universität Mainz aufnehmen und wurde am 28. März 1622 zum Priester geweiht. In diese, und die darauffolgende Zeit, in der er mehrere seelsorgerische- und Lehrtätigkeiten in Paderborn, Köln und Trier ausübte, fallen einige seiner schriftstellerischen Arbeiten, das Verfassen mehrerer Gedichte und Liedgesänge. Zudem wirkte er als geistlicher Begleiter von Glaubensgemeinschaften sowie als `Missionar` protestantischer Männer.[4]

1628 bekam Spee den Auftrag zur Rekatholisierung der Stadt Peine, was ihm durch seinen harten aber auch sozialen Umgang gelang. Ein Jahr darauf wurde er Opfer eines Attentats und konnte nur knapp gerettet werden.[5]

Sein Weg führte ihn nunmehr in das Hochstift Paderborn im heutigen Westfalen, wo er ein Jahr als Professor für Moraltheologie wirkte. Spees Lehre stieß im Orden auf Ablehnung, so daß er 1631 aus seinen Ämtern entlassen wurde, und als Beichtvater von verurteilten Hexen arbeitete. Ebenfalls in dieses Jahr fällt die Veröffentlichung seiner Cautio Criminalis, einer Kampfschrift gegen die Durchführung der Hexenprozesse. Mit dem Bekanntwerden der Verfasserschaft Spees in kirchlichen Kreisen, wurde ihm nahegelegt die Gemeinschaft zu verlassen, kurze zeit später duldete man jedoch seinen Verbleib.[6]

Nachdem Spee anschließend zwei Jahre als Professor für Moraltheologie in Trier wirkte, wurde ihm 1634 die Professur für Exegese der Heiligen Schrift übertragen, was einer Aufwertung gleichkam, und seine Rehabilitation bedeutete.[7]

In Trier lehrend, kümmerte er sich darüber hinaus um die Pflege pestkranker Soldaten des Dreißigjährigen Krieges. Sein soziales Engagement wurde ihm jedoch bald zum Verhängnis, da er sich selbst mit der tödlichen Krankheit ansteckte.

Friedrich Spee stirbt am 7. August 1635 in Trier. Posthum erscheinen 1649 seine Werke Güldenes Tugendbuch und Trutz Nachtigall.[8]

[...]


[1] Vgl.: Embach, Michael: Spee, Friedrich SJ. In: Bautz, Friedrich Wilhelm (Hg.): Biographisch-bibliographisches Kirchenlexikon. Bd. 14. Herzberg: Verlag Traugott Bautz, 1998; Spalte 1497

[2] Vgl.: Embach: Spee, Friedrich; 1998, Spalte 1497

[3] Vgl.: Embach: Spee, Friedrich; 1998, Spalte 1498-1500

[4] Vgl.: Embach: Spee, Friedrich; 1998, Spalte 1500

[5] Vgl.: Embach: Spee, Friedrich; 1998, Spalte 1501

[6] Vgl.: Embach: Spee, Friedrich; 1998, Spalte 1502

[7] Vgl.: Embach: Spee, Friedrich; 1998, Spalte 1503

[8] Vgl.: Embach: Spee, Friedrich; 1998, Spalte 1503

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Hexenverfolgung bei Friedrich Graf Spee von Langenfeld
Untertitel
Wertevorstellung zwischen Massenfanatismus und menschlicher Vernunft
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
2,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
17
Katalognummer
V80049
ISBN (eBook)
9783638828758
ISBN (Buch)
9783638832700
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hexenverfolgung, Friedrich, Graf, Spee, Langenfeld
Arbeit zitieren
Matthias Schopp (Autor:in), 2004, Hexenverfolgung bei Friedrich Graf Spee von Langenfeld, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80049

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