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Hexenverfolgung bei Friedrich Graf Spee von Langenfeld

Wertevorstellung zwischen Massenfanatismus und menschlicher Vernunft

Title: Hexenverfolgung bei Friedrich Graf Spee von Langenfeld

Seminar Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Matthias Schopp (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Die Hexenverfolgung im ausgehenden 16. sowie beginnenden 17. Jh. gehört zweifelsfrei zu den dunkelsten Kapiteln der Kirchengeschichte. Vorliegende Seminararbeit beinhaltet das Ziel die kritische Haltung von Friedrich Graf Spee von Langenfeld zu Hexenprozessen aufzuzeigen, sowie einen Bogen zu heutigen ethischen Fragestellungen zu spannen.
In einem ersten Schritt soll kurz die historische Ausgangssituation dargestellt, und das Leben Spees beschrieben werden. Das Hauptaugenmerk der Seminararbeit liegt dann in der Darstellung von Gemeinsamkeiten sowie unterschiedlichen Ansichten bezüglich der Hexenverfolgung, von Graf Spee auf der einen, sowie der breiten Masse der damaligen Bevölkerung auf der anderen Seite, anhand von Spees Hauptwerk Cautio criminalis. Darüber hinaus werden weitere Werke von Spee vorgestellt, die seine Auffassung von Glauben und seinen Bezug zu Gott erkennen lassen.
Im Schlußteil werden die erarbeiteten Aspekte noch einmal kurz zusammengefaßt. Des Weiteren soll ein Vergleich der Schwierigkeit, der damaligen kritischen Haltung Spees, in bezug zu heutigen Problemen erstellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil

1.1 Politisch-sozialer Hintergrund

1.2 Das Leben Graf Spees und sein Theologischer Werdegang

1.3 Erste Kontakte mit der Hexenverfolgung

2 Das Hauptwerk Spees: „Cautio criminalis“

2.1 Gemeinsamkeiten mit Befürwortern der Hexenverfolgung

2.2 Unterschiedliche Ansichten

3 Spees Wertevorstellung anhand seiner weiteren Werke

3.1 „Güldenes Tugendbuch“

3.2 „Trutz Nachtigall“

3.3 Kirchenlieder

Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kritische Haltung von Friedrich Graf Spee von Langenfeld gegenüber den Hexenprozessen des 17. Jahrhunderts. Dabei wird analysiert, wie er auf Basis seiner theologischen Wertevorstellungen, geprägt durch Vernunft und christliche Nächstenliebe, gegen den Massenfanatismus der damaligen Zeit argumentierte und welche Bezüge sich daraus zu heutigen ethischen Fragestellungen ziehen lassen.

  • Historischer Kontext der Hexenverfolgung in Europa
  • Biografische Prägung von Friedrich Graf Spee von Langenfeld
  • Analyse der "Cautio criminalis" als Kampfschrift gegen Hexenprozesse
  • Untersuchung der Rolle von Vernunft und Glaube in Spees Werken
  • Theologische Grundlagen der Wertevorstellungen Spees
  • Aktualität des Widerstands gegen Unrecht und Fanatismus

Auszug aus dem Buch

2.1) Gemeinsamkeiten mit Befürwortern der Hexenverfolgung

Wer glaubt, Friedrich Spee habe eine radikal ablehnende Haltung gegenüber jeglichem Hexenglauben gehabt, irrt - zunächst. Dafür sprechen die ersten Fragen der Cautio criminalis.

Das Werk beginnt mit der Frage nach der Existenz von Hexen, worauf Spee antwortet: „dann ob mir zwar nicht unbewust / daß etliche / und drunder auch einige Catholische Gelärthe (...) dasselbige in Zweiffel gezogen (...) so halte ich’s gänzlich davor / daß in der Welt wahrhaftig etliche Zauberer und Unholden seyen / und daß dasselbig von niemandem ohne Leichtfertigkeit / und ohne groben Unverstand geleugnet werden könne.“10 Spee glaubt also zweifelsfrei an die Existenz von Hexen, so hat es zunächst den Augenschein. Auch wird die Hexerei von ihm als besonders schweres Verbrechen bezeichnet: „Ein greuliches / abscheuliches und erschröckliches Laster. (...) dann hierbei lauffen die Umstände der allergreulichsten Laster / deß Abfalls von Gott / der Ketzerei / deß Kirchenraubs / der Gotteslästerung (...) bisweilen auch widernatürliche Unzucht mit dem bösen Geist / Haß gegen Gott (...).“11 Man unterschied damals in Verbrechen, zu denen Diebstahl und Mord gezählt wurden, sowie Sonderverbrechen. Letztere zogen eine Schädigung des Gemeinwesens nach sich und bedrohten die Staatssicherheit. Diese unterlagen nicht dem gültigen Prozeßrecht.

Die Frage, ob die Hexerei zu den Sonderverbrechen gehöre, beantwortet Spee aus o.g. Gründen mit einem klaren „Ja“.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung, die kritische Haltung von Spee zur Hexenverfolgung sowie Bezüge zur Ethik darzulegen.

Hauptteil: Historische Einordnung der Hexenverfolgung, biografische Skizze des Lebens von Spee und die Analyse seiner ersten Berührungspunkte mit den Verfolgungen.

2 Das Hauptwerk Spees: „Cautio criminalis“: Untersuchung der Argumentation Spees in seinem Hauptwerk, wobei sowohl Übereinstimmungen als auch fundamentale Differenzen zu den damaligen Befürwortern der Prozesse herausgearbeitet werden.

3 Spees Wertevorstellung anhand seiner weiteren Werke: Analyse der theologischen Fundierung seines Handelns in anderen Werken wie dem „Güldenen Tugendbuch“ und den Kirchenliedern.

Zusammenfassung und Ausblick: Resümee über Spees werteorientiertes Denken und Reflexion über die heutige Bedeutung und Aktualität dieser moralischen Standpunkte.

Schlüsselwörter

Friedrich Graf Spee von Langenfeld, Hexenverfolgung, Cautio criminalis, Kirchengeschichte, Vernunft, Theologie, Glaube, Nächstenliebe, 17. Jahrhundert, Hexenprozesse, moralische Integrität, Jesuitenorden, Moraltheologie, Wertevorstellung, Toleranz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die kritische Haltung von Friedrich Graf Spee von Langenfeld gegenüber der Hexenverfolgung im 17. Jahrhundert und untersucht seine theologischen Wertevorstellungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen der historische Kontext der Hexenprozesse, Spees Hauptschrift „Cautio criminalis“, seine weiteren literarischen Werke und sein Werdegang als Jesuit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Spee durch Vernunft und Glaube eine Gegenposition zum Massenfanatismus bezog und inwieweit diese Werte heute relevant sind.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine kirchengeschichtliche Untersuchung, die auf der Analyse von Primärquellen wie der „Cautio criminalis“ und der Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in den historischen Hintergrund, die Biografie von Spee, die Analyse seines Hauptwerkes sowie die Untersuchung seiner weiteren Werke hinsichtlich seiner Werthaltungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Hexenverfolgung, Vernunft, Friedrich Graf Spee, Cautio criminalis und christliche Nächstenliebe.

Warum war Spee ein so bedeutender Kritiker der Hexenprozesse?

Als Beichtvater von verurteilten Hexen erkannte er die Unrechtmäßigkeit und Brutalität der Prozesse und prangerte diese anonym in seiner „Cautio criminalis“ an.

Wie begründet Spee seine Haltung gegenüber der Hexenverfolgung in der „Cautio criminalis“?

Er argumentiert primär mit der menschlichen Vernunft, die von Gott gegeben wurde, und weist darauf hin, dass Folter zu falschen Geständnissen führt, was der göttlichen Ordnung widerspricht.

Welche Rolle spielen die literarischen Werke von Spee für seine Argumentation?

Werke wie das „Güldene Tugendbuch“ verdeutlichen, dass sein Widerstand gegen die Hexenprozesse aus einer tiefen christlichen Überzeugung und der Liebe Gottes zu den Menschen entspringt.

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Details

Title
Hexenverfolgung bei Friedrich Graf Spee von Langenfeld
Subtitle
Wertevorstellung zwischen Massenfanatismus und menschlicher Vernunft
College
University of Freiburg
Grade
2,3
Author
Matthias Schopp (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V80049
ISBN (eBook)
9783638828758
ISBN (Book)
9783638832700
Language
German
Tags
Hexenverfolgung Friedrich Graf Spee Langenfeld
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Schopp (Author), 2004, Hexenverfolgung bei Friedrich Graf Spee von Langenfeld, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80049
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