Die Geschichte zeigt, dass sich immer wieder verschiedene Personen, wie etwa Evagrius Ponticus oder Johannes Cassian, mit den menschlichen Lastern auseinandergesetzt haben. Vorliegendes Referat beinhaltet das Ziel, die Sichtweise von Thomas von Aquin bezüglich des Lasters „Überdruss“ darzustellen.
In einem ersten Schritt soll kurz die historische Ausgangssituation dargestellt, sowie das Leben von Thomas beschrieben werden. Das Hauptaugenmerk des Referats liegt dann in der Darstellung von Inhalt und Aufbau des Werks „Summa theologica“, welches Thomas in den letzten Jahren seines Lebens verfasste. Besondere Berücksichtigung findet dabei wie erwähnt das menschlich Laster des Überdrusses, welches Thomas unter anderem nach bestimmten Kriterien auf Zugehörigkeit zu den Sünden oder gar Todsünden prüft.
Im Schlussteil werden die erarbeiteten Aspekte noch einmal kurz zusammengefasst, und die wichtigsten Argumentationen von Thomas hervorgehoben.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Hauptteil
1 Biographische Angaben
2 Historischer Kontext
3 Das Werk summa theologica
3.1 Inhalt und Aufbau
3.1.1 Inhalt
3.1.2 Aufbau
3.2 Der Überdruss
3.2.1 Ist der Überdruss Sünde?
3.2.2 Ist er ein arteigenes Laster?
3.2.3 Ist er eine Todsünde?
3.3.3 Ist er ein Hauptlaster?
Zusammenfassung und Schluss
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die philosophisch-theologische Auseinandersetzung von Thomas von Aquin mit dem Phänomen der „Acedia“ (Überdruss) innerhalb seines Hauptwerks „Summa theologica“. Das primäre Ziel ist es, den Status des Überdrusses als Sünde, arteigenes Laster, Todsünde und Hauptlaster anhand der scholastischen Argumentationsstruktur des Autors zu analysieren und nachvollziehbar darzustellen.
- Biographische Eckdaten zu Thomas von Aquin.
- Einordnung in den historischen Kontext der Scholastik.
- Struktur und methodischer Aufbau der „Summa theologica“.
- Eingehende Analyse des Überdrusses als religiös-ethisches Problem.
- Herleitung der „Töchter“ des Überdrusses nach gregorianischer Tradition.
Auszug aus dem Buch
3.1.2) Aufbau
Die einzelnen Themen der Summa theologica werden von Thomas zunächst durch eine Titelfrage eingeleitet, wobei es sich eher um eine These als um eine wirkliche Frage handelt, da die verschiedenen Artikel jeweils mit „Videtur quod“ bzw. „Videtur quod non“, also mit „Es scheint“ und mit „Es scheint nicht“, beginnen. Im folgenden schließen sich Gegenargumente, die „Objectiones“, an, die die von Thomas aufgestellte These offensichtlich widerlegen; dies geschieht häufig durch mehrere Unterpunkte, die mit „Ad primum, ad secundum…“ aufgeführt werden. Mit „Sed contra“ werden anschließend Argumente vorgetragen, die die anfängliche These stützen. Daraus folgernd gibt Thomas seine eigene Antwort, indem er die Gegenargumente wiederum einzeln aufgreift, und diese widerlegt oder bestätigt, sodass er abschließend seine eigene Schlussfolgerung als Ergebnis darstellt.
Zusammenfassung der Kapitel
Biographische Angaben: Kurzer Abriss über das Leben und die akademische Ausbildung von Thomas von Aquin.
Historischer Kontext: Einordnung von Thomas von Aquin in die Ära der Scholastik und das Spannungsfeld zwischen Glaube und neu entdeckten aristotelischen Schriften.
Das Werk summa theologica: Erläuterung des Umfangs und der inhaltlichen Schwerpunkte der drei Bücher sowie des Supplements der „Summa theologica“.
Inhalt und Aufbau: Darstellung der methodischen Vorgehensweise von Thomas mittels „Objectiones“ und „Sed contra“ zur wissenschaftlichen Wahrheitsfindung.
Der Überdruss: Detaillierte Prüfung der „Acedia“ hinsichtlich ihrer moraltheologischen Einordnung als Sünde, Todsünde und Hauptlaster.
Schlüsselwörter
Thomas von Aquin, Summa theologica, Überdruss, Acedia, Scholastik, Sünde, Todsünde, Hauptlaster, Tugend, Traurigkeit, Aristoteles, Glauben, Wissen, Leidenschaften, Moraltheologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die ethische und theologische Einordnung des Überdrusses (Acedia) durch Thomas von Aquin innerhalb seines Werkes Summa theologica.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Neben biographischen und historischen Hintergründen liegt der Fokus auf der scholastischen Methodik und der detaillierten Definition von Lastern, insbesondere des Überdrusses.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die spezifische Sichtweise von Thomas von Aquin auf die Acedia sowie die Kriterien, nach denen er diese als Sünde oder Todsünde klassifiziert, aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit analysiert Thomas' eigene scholastische Methode der Argumentationsführung mittels „Objectiones“ (Gegenargumente) und „Sed contra“ (Gegenposition), um seine Schlussfolgerungen abzuleiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden Leben, Werk, die methodische Struktur der Summa theologica sowie die systematische Untersuchung der Acedia und ihrer „Töchter“ dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen gehören Acedia, Summa theologica, Todsünde, Scholastik, Überdruss und die Tugendlehre.
Kann Überdruss auch eine lässliche Sünde sein?
Ja, laut Thomas wird Überdruss zur Todsünde, wenn der Vernunftwille einwilligt und der Mensch in diesem Zustand verharrt, statt gegen die Unlust anzukämpfen.
Warum ordnet Thomas den Überdruss den Hauptlastern zu?
Er ordnet ihn den Hauptlastern zu, weil der Überdruss eine Kette von negativen Handlungen und geistigen Fehlhaltungen (die sogenannten „Töchter“ des Lasters) nach sich zieht.
Wie unterscheidet Thomas Überdruss von bloßer Traurigkeit?
Thomas differenziert, dass Überdruss eine spezielle Trauer über das geistige Gut darstellt, die den Menschen vom rechten Handeln abhält, und nicht bloß ein allgemeines Gefühl ist.
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- Matthias Schopp (Author), 2005, Zu: Thomas von Aquin, Summa theologica II.II.35: Der Überdruss, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80073