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Subjekt-Prädikat, Funktion und Argument, Sinn und Bedeutung

Ein Vergleich der Urteilslehren von Kant und Frege aus erkenntnistheoretischer Perspektive

Title: Subjekt-Prädikat, Funktion und Argument, Sinn und Bedeutung

Thesis (M.A.) , 2005 , 114 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magister Artium Thomas Sent (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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In Teil I der Untersuchung wird zunächst kurz der skeptische Zweifel David Humes skizziert, der Kant nach seinen eigenen Worten aus seinem dogmatischen Schlummer weckte und ihn zur Ausarbeitung der in der Kritik der reinen Vernunft dargelegten Transzendentalphilosophie veranlasste. Ihr schließt sich eine ausführliche Besprechung der kantischen Urteilslehre mit ihrer Differenzierung zwischen analytischen und synthetischen Urteilen sowie eine Erörterung der in der transzendentalen Ästhetik und transzendentalen Analytik der Kritik der reinen Vernunft entworfenen transzendentalen Verfasstheit des Subjekts an. Auf diesem Wege soll dann ein Bild vom erkennenden Subjekt im Sinne Kants entstehen, in dem u. a. geklärt wird, welche erkenntnistheoretisch relevanten Prozesse und Dispositionen mit dem Urteil bei Kant verknüpft sind und welche Bedeutung hierbei seiner Subjekt-Prädikat-Struktur zukommt.

Nach einer Zusammenfassung der in Teil I gewonnenen Erkenntnisse wird in Teil II zunächst kurz auf die Probleme eingegangen, mit denen sich Frege konfrontiert sieht. Die sich anschließende Erarbeitung der Konzeption des erkennenden Subjekts im Sinne Freges wird eingeleitet durch die Erläuterung der Strukturierung des Urteils in Funktion und Argument. Ihr schließt sich die Erörterung der Lehre von Sinn und Bedeutung sprachlicher Ausdrücke, des ganzen Satzes sowie seiner Teile (Eigenname und Funktionswort) an, die u. a. zu dem erkenntnistheoretisch wichtigen Begriff vom Gedanken führt. Es folgt die Besprechung weiterer relevanter Begriffe wie z. B. das Verhältnis von Begriff und Gegenstand oder die Differenzierung zwischen subjektiven und objektiven Vorstellungen. Den Abschluss von Teil II bildet eine zusammenfassende Darstellung der Stellung des Urteils innerhalb des Erkenntnisprozesses bei Frege sowie der Konsequenzen, die sich aus seiner Strukturierung in Funktion und Argument ergeben.

In Teil III erfolgt dann der abschließende Vergleich der Auffassungen Kants und Freges und es wird ein Fazit gezogen in Hinblick auf die Frage nach der Verträglichkeit bzw. Gegensätzlichkeit der erkenntnistheoretischen Grundpositionen der beiden Philosophen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I) Immanuel Kant

1) Der skeptische Zweifel David Humes

1.1) Die Aufhebung des Zweifels in der kopernikanischen Wende

2) Analytische und synthetische Urteile

2.1) Analytische Urteile

2.2) Synthetische Urteile a posteriori

2.3) Synthetische Urteile a priori ... und die Möglichkeit der Metaphysik

3) Form und Inhalt — zur Struktur des menschlichen Erkenntnisvermögens

3.1) Form und Inhalt der Sinnlichkeit

3.2) Form und Inhalt des Urteils

3.2.1) Der Begriff als Inhalt des Urteils

3.2.2) Der Erfahrungsbegriff

3.2.3) Die Verwendung des Begriffs im Urteil; höherer und niederer Begriff

3.3) Urteil und Begriff, oder die Vorstellung in der Vorstellung — die zwei Seiten einer Medaille?

3.4) Die Form des Urteils — zur Funktion der Einheit unter den Vorstellungen

3.5) Die möglichen Urteilsformen

4) Das konstruktive Denken

5) Zur Darlegung der Objektivität der Kategorien in der transzendentalen Deduktion der reinen Verstandesbegriffe

6) Zusammenfassung der Urteilslehre Kants

II) Gottlob Frege

7) Die Problemlage: Das Logizismusprojekt und die Unvollkommenheit der Sprache

8) Funktion und Argument — zur Neustrukturierung des Urteils

9) Sinn und Bedeutung sprachlicher Ausdrücke

9.1) Sinn und Bedeutung von Eigennamen

9.1.1) Zur Objektivität der Sinnrelation von Eigennamen

9.2) Der Gedanke als Sinn des Satzes

9.2.1) Das dritte Reich: Zur Seinsform der Gedanken

9.3) Sinn und Bedeutung der Funktion

9.3.1) Sinn der Funktion

9.3.2) Bedeutung der Funktion

10) Zum Verhältnis von Gegenstand und Begriff

10.1) Merkmal und Eigenschaft

10.2) Begriffe erster und zweiter Ordnung

10.3) Gegenstand, Begriff und das Reich der Bedeutungen

III) Abschließender Vergleich der Auffassungen von Kant und Frege

IV) Ausblick: Wittgenstein und die Grenzen der Sprache

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht und vergleicht die Urteilslehren von Immanuel Kant und Gottlob Frege aus einer erkenntnistheoretischen Perspektive. Ziel ist es, die unterschiedlichen Modelle der Urteilsstrukturierung (Subjekt-Prädikat bei Kant vs. Funktion-Argument bei Frege) und deren Konsequenzen für die Erkenntnistheorie zu analysieren, um ihre Verträglichkeit oder Gegensätzlichkeit zu prüfen.

  • Erkenntnistheoretische Grundpositionen von Kant und Frege
  • Die kopernikanische Wende bei Kant und deren Bedeutung
  • Das Logizismusprojekt Freges und die Kritik an der natürlichen Sprache
  • Struktur des Urteils: Analyse der Kategorien und logischen Funktionen
  • Vergleich der Begriffe "Sinn", "Bedeutung", "Gegenstand" und "Begriff"

Auszug aus dem Buch

1.1) Die Aufhebung des Zweifels in der kopernikanischen Wende

Die Konsequenzen, die Hume aus seinen Überlegungen zieht, sind deswegen falsch, weil er schon zur Erklärung des Begriffs der notwendigen Verknüpfung von der bis dato üblichen Vorstellung ausgeht, „alle unsere Erkenntniß müsse sich nach den Gegenständen richten.“ Unter dieser Voraussetzung, so Kant, müssen „alle Versuche über sie [die Gegenstände] a priori etwas durch Begriffe auszumachen, wodurch unsere Erkenntniß erweitert würde“ scheitern. Ein Gesetz wie das der Kausalität kann, mit anderen Worten, als eine Bedingung, unter der alle Gegenstände der Erfahrung `immer schon´ stehen, nicht aus der Erfahrung abgeleitet werden. Geht man davon aus, dass sich unsere gesamte Erkenntnis einschließlich der Erkenntnis von Gesetzmäßigkeiten tatsächlich nur aus der Erfahrung ableiten lässt, so ist es nicht möglich, zwingend zu behaupten, dass alle Vorgänge in der Natur immer und notwendig in einem Verhältnis von Ursache und Wirkung stehen. Dass aber eine solche Behauptung eine Erkenntnis a priori ist und als solche nicht von der Erfahrung abgeleitet sein kann, das begründet Kant folgendermaßen:

„Erfahrung giebt niemals ihren Urtheilen wahre oder strenge, sondern nur angenommene und comparative Allgemeinheit (durch Induction), so daß es eigentlich heißen muß: so viel wir bisher wahrgenommen haben, findet sich von dieser oder jener Regel keine Ausnahme. Wird also ein Urtheil in strenger Allgemeinheit gedacht, d. i. so, daß gar keine Ausnahme als möglich verstattet wird, so ist es nicht von der Erfahrung abgeleitet, sondern schlechterdings a priori gültig.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die erkenntnistheoretischen Ansätze von Kant und Frege und deren Bedeutung für die Philosophie.

I) Immanuel Kant: Detaillierte Darstellung der kantischen Erkenntnistheorie, beginnend bei Humes Skeptizismus, über die Analyse synthetischer Urteile a priori bis hin zur transzendentalen Deduktion.

II) Gottlob Frege: Erläuterung von Freges logizistischem Projekt, der Strukturierung des Urteils in Funktion und Argument sowie der Lehre von Sinn und Bedeutung.

III) Abschließender Vergleich der Auffassungen von Kant und Frege: Gegenüberstellung der beiden philosophischen Ansätze, insbesondere in Bezug auf ihre Logikkonzeptionen und das Verständnis von Objektivität.

IV) Ausblick: Wittgenstein und die Grenzen der Sprache: Kurze Skizzierung von Wittgensteins Kritik an den sprachphilosophischen Voraussetzungen von Kant und Frege.

Schlüsselwörter

Immanuel Kant, Gottlob Frege, Urteilslehre, Erkenntnistheorie, synthetische Urteile, a priori, Logizismus, Funktion und Argument, transzendentaler Idealismus, Sinn und Bedeutung, Objektivität, logische Kategorien, Sprachphilosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die erkenntnistheoretischen Modelle von Kant und Frege, insbesondere wie beide Philosophen die Struktur des Urteils und das Verhältnis von Denken und Wirklichkeit bestimmen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Kants Theorie des transzendentalen Idealismus, Freges Logizismus sowie die jeweils zugrunde liegenden Auffassungen von Urteilsstruktur und Bedeutung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob Kants Subjekt-Prädikat-Modell und Freges Funktions-Argument-Modell grundlegend unvereinbar sind oder ob sie in Teilbereichen miteinander korrespondieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative philosophische Analyse, indem sie die primären Schriften beider Denker sowie relevante Kommentarliteratur untersucht und gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche Darlegung von Kants Urteilslehre, eine Analyse von Freges Semantik (Sinn/Bedeutung) und einen abschließenden Vergleich beider Positionen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Urteil, Sinn, Bedeutung, a priori, Kategorien, Funktion, Argument und transzendentale Apperzeption.

Inwiefern unterscheidet sich Freges "Sinn" von Kants Begriffsbildung?

Für Frege ist der Sinn ein objektiver Inhalt, der im "dritten Reich" existiert, während Kant Begriffe als Verstandesleistungen betrachtet, die aus Vorstellungen synthetisiert werden.

Warum spielt die kopernikanische Wende bei Kant eine so zentrale Rolle?

Sie stellt für Kant den notwendigen Perspektivwechsel dar, um die Möglichkeit synthetischer Urteile a priori zu erklären, indem er das erkennende Subjekt als aktiv strukturierend definiert.

Wie bewertet Frege die natürliche Sprache in seinem Logizismusprojekt?

Frege hält die natürliche Sprache für unzulänglich bei der Darstellung komplexer logischer Beziehungen und entwickelt deshalb sein eigenes Notationssystem (die Begriffsschrift).

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Details

Title
Subjekt-Prädikat, Funktion und Argument, Sinn und Bedeutung
Subtitle
Ein Vergleich der Urteilslehren von Kant und Frege aus erkenntnistheoretischer Perspektive
College
University of Duisburg-Essen
Grade
1,0
Author
Magister Artium Thomas Sent (Author)
Publication Year
2005
Pages
114
Catalog Number
V80093
ISBN (eBook)
9783638823333
ISBN (Book)
9783638824910
Language
German
Tags
Subjekt-Prädikat Funktion Argument Sinn Bedeutung Vergleich Urteilslehren Kant Frege Perspektive
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Thomas Sent (Author), 2005, Subjekt-Prädikat, Funktion und Argument, Sinn und Bedeutung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80093
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