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Peyote und seine rituelle Verwendung in der Native American Church of North America

Title: Peyote und seine rituelle Verwendung in der Native American Church of North America

Seminar Paper , 2003 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Diana Bryg (Author)

Theater Studies, Dance
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„Die psychedelische Selbsterforschung ist das psychologische Äquivalent der Quantenphysik, das subjektive Zusammentreffen zwischen dem Glauben und dem Mysterium, wobei der Glaube herausgefordert wird, bis nichts mehr so ist, wie wir glaubten, daß es sei: wo alte Prämissen zerstört und neue gezeugt werden. Nicht jeder ist daran interessiert, diese Reiche zu erforschen.“

Doch fast überall auf unserer Welt gibt es Naturvölker und Stämme, die seit Jahrtausenden ihrem Glauben in religiösen Riten, Heilzeremonien oder psychedelischen Reisen Ausdruck verleihen. Dabei bedienen sie sich meist psychoaktiven Pflanzen, „[...] die auf spezifische Art und Weise einen bestimmten Teil des Zentralnervensystems beeinflussen.“
Unter den nahezu 500 000 Arten der irdischen Flora, befinden sich etwa 150 Pflanzenarten, die als Rauschmittel verwendet werden. Im vegetationsarmen Afrika wächst Iboga, die Wurzel einer Pflanze der Hundsgiftgewächse. In Asien ist der Hanf als wohl bekanntestes Rauschmittel weit verbreitet und in vielen Variationen (z.B. Haschisch, Marihuana) erhältlich. Einige Stämme im eisigen Sibirien verehren den Fliegenpilz, der wahrscheinlich identisch ist mit Soma, der heiligen altindischen Rauschdroge hinduistischer Götter. In Europa erreichte die Verwendung von Halluzinogenen vor allem im Mittelalter ihre Blütezeit. Bekannt waren unter anderem Nachtschattengewächse wie Tollkirsche, Alraune, Bilsenkraut und Stechapfel.
Vielfalt und Intensität des Gebrauchs psychoaktiver Pflanzen betreffend, stellt Mexiko zweifelsfrei das bedeutendste Land der Erde dar. Dort gibt es psilocybinhaltige Pilzgattungen und „[...] mindestens 24 Arten dieser Pilze finden bis heute im Süden Mexikos Verwendung.“ Und Ololiuqui, die Samen der Trichterwinde, werden zum Herbeiführen von Visionen ebenso gebraucht wie die Meskalbohne.
Die wichtigste heilige Rauschpflanze hier ist jedoch der Peyote-Kaktus. Durch seine stark halluzinogene Wirkung verdient er eine besondere Beachtung und seine rituelle Anwendung gelangte deshalb schon in prähistorischer Zeit zu einem ausgedehnten Kult.
Dieser bewährte sich im alten Aztekenreich Mexikos (ca. 1000 n. Chr. bis 1521) und verbreitete sich ab dem Neunzehnten Jahrhundert über ganz Nordamerika, wo er auch heute noch von über 40 Stämmen praktiziert wird. Als „[...] eine der ersten von den Europäern entdeckten Drogen [...]“ , ist Peyote heute eines der besterforschtesten Halluzinogene überhaupt. ...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wissenswertes über Peyote

2.1 Zur Botanik

2.2 Historischer Überblick

2.3 Inhaltsstoffe und Wirkung

3. Rituelle Verwendung

3.1 Schamanistische Tradition

3.2 Native American Church of North America

3.2.1 Wesen und Werden der NAC

3.2.2 Mondfeuer- und Kreuzfeuer-Ritual

4. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die rituelle Bedeutung des Peyote-Kaktus und dessen historische sowie soziokulturelle Einbettung in die Native American Church of North America. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie die spirituelle Nutzung von Peyote als Sakrament indianischen Stämmen bei der Bewältigung von kulturellem Verlust und Unterdrückung geholfen hat.

  • Botanische und pharmakologische Grundlagen des Peyote-Kaktus
  • Historische Entwicklung des Peyote-Kultes in Nordamerika
  • Die Rolle von Quanah Parker bei der Etablierung der Native American Church
  • Religiöse Praktiken: Das Mondfeuer- und Kreuzfeuer-Ritual
  • Die spirituelle und gesellschaftliche Bedeutung des Peyote-Gebrauchs

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Mondfeuer- und Kreuzfeuer-Ritual

Die Formen der rituellen Verwendung von Peyote innerhalb der Anhängerschaft der N.A.C. gehen auf eine Legende zurück. Mary Crow Dog, Mitglied eines Lakota-Stammes, berichtet: „Nach einer alten Legende waren es eine Großmutter und ihre Enkelin, die den Menschen das Peyote brachten. Die beiden hatten sich verlaufen, irrten tagelang in der Wüste umher und waren nahe dran, vor Durst und Erschöpfung zu sterben. Da hörte das Mädchen eine Stimme sagen: ‚Iß mich!‘. Sie schaute sich um und erblickte diese kleine Pflanze, hob sie auf und aß sie. Und sogleich überkam sie eine Erleuchtung, sie fühlte sich kräftig, verspürte weder Hunger noch Durst und sah deutlich den Weg, der sie aus der Wüste herausführen würde. Auch die Großmutter aß eine dieser seltsamen Pflanzen, fand sich ebenfalls gestärkt und erkannte den Weg nach Hause. Wieder sprach eine der Pflanzen: ‚Nehmt mich mit!‘. Und die beiden Frauen, die sehr alte und die junge, sammelten Peyote in einen Korb, und brachten es ihrem Stamm. Und der Geist des Peyote lehrte die Großmutter, wie man damit betet und die heilige Medizin bei einer Zeremonie benutzt.“

Nachdem die Komanchen unter Quanah Parker Mitte bis Ende des Neunzehnten Jahrhunderts Peyote in Nordamerika einführten, bildeten sich verschiedene Zeremonien des Peyote-Rituals heraus. Während das Mondfeuer-Ritual, welches die Stämme im Süden bis zur Mitte der Vereinigten Staaten zelebrieren, indianischen Traditionen stark verhaftet blieb, kommen im Kreuzfeuer-Ritual, vor allem bei den Sioux im Norden, verstärkt christliche Elemente zum Ausdruck.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die weltweite Bedeutung psychoaktiver Pflanzen in religiösen Kontexten und führt in die Thematik des Peyote-Kultes sowie die Forschungsfrage ein.

2. Wissenswertes über Peyote: Dieses Kapitel behandelt die botanischen Merkmale, die historische Verbreitung sowie die pharmakologische Wirkung der im Peyote enthaltenen Alkaloide.

3. Rituelle Verwendung: Hier wird der Übergang von schamanistischen Traditionen hin zur organisierten Struktur der Native American Church sowie die spezifische Durchführung der Mondfeuer- und Kreuzfeuer-Rituale erläutert.

4. Schlusswort: Das Kapitel reflektiert das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Weltsicht und mystischer Erfahrung und betont die Bedeutung spiritueller Identität für indianische Gemeinschaften.

Schlüsselwörter

Peyote, Lophophora williamsii, Native American Church, Meskalin, Ritual, Schamanismus, Mondfeuer-Ritual, Kreuzfeuer-Ritual, Quanah Parker, Psychedelika, Indianische Kultur, Spiritualität, Wahrnehmung, Religion, Entheogen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der kulturellen, historischen und rituellen Bedeutung des Peyote-Kaktus innerhalb nordamerikanischer Indianerstämme.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Botanik des Kaktus, seiner Wirkungsweise, der Entstehung der Native American Church und dem Vergleich verschiedener ritueller Praktiken.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Peyote-Kult als ein zentrales Element der kulturellen Identitätsstiftung und spirituellen Selbstbehauptung der Indianer in Nordamerika darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die auf Literaturrecherche, ethnographischen Berichten und einer interdisziplinären Betrachtung (Ethnologie, Religionswissenschaft) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird der Weg von den prähistorischen Wurzeln über die Rolle von Quanah Parker bis hin zur heutigen religiösen Praxis in der Native American Church detailliert nachgezeichnet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Peyote, Native American Church, Schamanismus, Meskalin, Ritual, spirituelle Identität und kulturelle Bewahrung.

Warum spielt die Person Quanah Parker eine so wichtige Rolle?

Quanah Parker wird als zentrale Figur beschrieben, die alte indianische Traditionen bewahrte und sie gleichzeitig geschickt mit neuen Strukturen verband, um den Peyote-Kult in den USA zu legitimieren.

Was unterscheidet das Mondfeuer-Ritual vom Kreuzfeuer-Ritual?

Das Mondfeuer-Ritual ist stärker an traditionellen indianischen Wurzeln orientiert, während im Kreuzfeuer-Ritual, besonders bei den Sioux, verstärkt christliche Elemente in die Liturgie integriert wurden.

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Details

Title
Peyote und seine rituelle Verwendung in der Native American Church of North America
College
University of Leipzig  (Institut für Theaterwissenschaft)
Course
Mythos Indianer II
Grade
1,0
Author
Diana Bryg (Author)
Publication Year
2003
Pages
30
Catalog Number
V80103
ISBN (eBook)
9783638863490
ISBN (Book)
9783638863575
Language
German
Tags
Peyote Verwendung Native American Church North America Mythos Indianer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diana Bryg (Author), 2003, Peyote und seine rituelle Verwendung in der Native American Church of North America, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80103
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