Diese Hausarbeit ist in zwei Teile gegliedert:
Der erste Teil enthält einen kurzen Gesamtüberblick über die Stationen im Leben des Jonathan Swift und befasst sich später detaillierter mit Swifts Lebensweg, seinem Lebenswandel, seinem Charakter und seinem gesamten Leben in bezug auf sein Meisterwerk und eines der berühmtesten Werke der Weltliteratur: "Gullivers Reisen".
In dem zweiten Teil der Arbeit befasse ich mich mit dem Substanzverlust, welchen "Gullivers Reisen" bei der Umformung zum Jugendbuch erleiden musste. In einem undurchschaubaren Prozess wurden das Original und die Überarbeitungen immer wieder gekürzt, überarbeitet, nacherzählt, allgemein verändert. Anhand einiger beispielhafter Textpassagen werden Probleme aufgezeigt, welche sich den Übersetzern und Bearbeitern bei der Verfassung eines Jugendbuchs nach Jonathan Swifts "Gullivers Reisen" stellen und auf welche verschiedenen Arten sie diese Probleme lösen oder damit umgehen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Teil 1: „Wichtige Stationen im Leben von Jonathan Swift“
Teil 2: „ ‚Gullivers Reisen‘ : Vom literarischen Meisterwerk zum Jugendbuch“
Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Leben und den Charakter von Jonathan Swift und analysiert, wie sein literarisches Meisterwerk „Gullivers Reisen“ im Zuge der Umformung zum Jugendbuch substanzielle inhaltliche Verluste erlitt. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Bearbeitungen den ursprünglichen satirischen Gehalt des Werkes durch Kürzungen und inhaltliche Neutralisierungen entfremden.
- Biografische Stationen und Persönlichkeitsstruktur von Jonathan Swift
- Die Entstehungsgeschichte und satirische Dimension von „Gullivers Reisen“
- Analyse der Bearbeitungsmechanismen bei Jugendbuchfassungen
- Kritische Reflexion über den Substanzverlust und die Zensur moralischer Inhalte
- Gulliver als Identifikationsobjekt im Kontrast zur ursprünglichen Intention
Auszug aus dem Buch
Die treffendste Definition, welche für „Gullivers Reisen“ wohl je gefunden wurde, ist die von Walter Scott: „Gullivers Reisen“ ist ein „allegorischer Roman“, denn in keinem Werk scheint die Allegorie so ziel- und treffsicher angewandt, um eine Satire zu verfassen. Wer dieses Werk ganz und gar auskosten möchte, der muss stetig nach den realen Bezügen der Symbole suchen, durch die sich der moralische Inhalt erst zeigt.
Es ist somit selbstverständlich, dass die boshafte, gereizte und politische Allegorie nichts für Kinder ist. Ein Kind kann die Gegenüberstellung des Phantastischen und des Historischen nicht nachvollziehen und verstehen, da es außerhalb der Geschichte lebt und die Zwistigkeiten der vergangenen Jahrhunderte nicht kennt. Es fällt sein Urteil auf der Basis einer unmittelbaren und instinktiven Sympathie.
Swifts Werk ist auf Erwachsene zugeschnitten und sollte auch kein Erfolg bei den jungen Lesern werden. Doch genau das wurde es: Gulliver war der Liebling der Kinder. Eine gewichtige Begründung, die gegen diesen Erfolg spricht und „Gullivers Reisen“ aus der Kinderliteratur ausschließt, ist, dass es kein glückliches Ende gibt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit wird in zwei Hauptteile gegliedert, wobei zunächst die Biografie Swifts beleuchtet und anschließend die Problematik der Jugendbuchbearbeitungen von „Gullivers Reisen“ analysiert wird.
Teil 1: „Wichtige Stationen im Leben von Jonathan Swift“: Dieser Abschnitt bietet einen chronologischen Überblick über Swifts Lebensweg, seine charakterliche Entwicklung und den Einfluss seiner Erfahrungen auf sein literarisches Schaffen.
Teil 2: „ ‚Gullivers Reisen‘ : Vom literarischen Meisterwerk zum Jugendbuch“: Hier wird der Substanzverlust untersucht, den das Werk bei der Umformung für ein jüngeres Publikum erleidet, insbesondere durch die Kürzung von Satire und philosophischen Aspekten.
Schluss: Die Autorin reflektiert die Erkenntnisse über die Parallelen zwischen Swifts Leben und seinem Werk sowie die kritische Haltung gegenüber stark veränderten Jugendbuchausgaben.
Schlüsselwörter
Jonathan Swift, Gullivers Reisen, Jugendliteratur, Satire, Allegorie, Substanzverlust, Bearbeitung, Zensur, Literaturgeschichte, Lemuel Gulliver, Biografie, Aufklärung, Moral, Ideologie, Reiseroman.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen Jonathan Swifts Biografie und seinem Meisterwerk „Gullivers Reisen“ sowie die spezifischen Probleme bei dessen Adaption als Jugendbuch.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Lebensgeschichte Swifts, die satirische Intention seines Werkes und die methodische Kritik an der literarischen Anpassung von Klassikern für Kinder.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch Kürzungen und inhaltliche Eingriffe in „Gullivers Reisen“ die ursprüngliche kritische Substanz verloren geht und das Werk in eine entfremdete Form gepresst wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert eine biografische Analyse mit einer literaturwissenschaftlichen Betrachtung der Adaptionsgeschichte sowie den Vergleich verschiedener Textpassagen aus dem Original und diversen Jugendbuchausgaben.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Biografie Swifts und eine Untersuchung, wie Jugendbuchbearbeiter satirische oder "anstößige" Passagen neutralisieren, um das Werk kindgerechter zu gestalten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Satire, Substanzverlust, Literaturadaption, Biografie und die gesellschaftskritische Dimension von Swifts Werk charakterisiert.
Warum ist die Wahl von „Gullivers Reisen“ als Jugendbuch laut der Autorin problematisch?
Die Autorin argumentiert, dass das Buch als düstere Satire angelegt ist, die bei Kindern als "Reiseabenteuer" missverstanden wird, während die wesentlichen moralischen und philosophischen Aussagen durch die Bearbeitungen systematisch entfernt werden.
Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit in Bezug auf die Jugendbuchfassungen?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass man Jugendbuchfassungen von Weltliteratur skeptisch gegenüberstehen sollte, da diese oft weniger als 10-30% des Originaltextes enthalten und die intendierte kritische Auseinandersetzung des Autors unterdrücken.
- Quote paper
- Stefanie Teusch (Author), 2000, Wichtige Stationen im Leben von Jonathan Swift und Gullivers Reisen: Vom literarischen Meisterwerk zum Jugendbuch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8011