Gottfried Benn ist sicher ein kontrovers zu diskutierender dichter des 20.
Jahrhunderts. In der hier vorliegenden Arbeit möchte ich mich mit seinem politischen
und literarischen Wirken während der NS-Zeit beschäftigen.
Dazu wird zunächst ein kurzer biographischer Abriss seines Lebens bis 1928, dem
zum Einstieg in das Thema relevanten Jahres, vorangesetzt. In einem anschließenden
Teil werden zunächst die Jahre bis 1933/34, und somit Benns Engagement für den
Nationalsozialismus, beleuchtet, um dann in der Folge seine „aristokratische Form
der Emigration“, sprich seinen Eintritt in die Wehrmacht und seine Verdammung
durch das System bis hin zu seinem Ausschluss aus der Reichsschrifttumskammer zu
illustrieren.
In einem abschließenden Fazit erfolgt der Versuch einer Bewertung der Person Benns
unter zu Hilfenahme seiner eigenen Rechtfertigungen in seiner Autobiographie
„Doppelleben“.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Gottfried Benn – Biographisches
- Das Arrangement mit den Nazis
- Die Verdammung
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit dem politischen und literarischen Wirken Gottfried Benns während der NS-Zeit. Sie beleuchtet seine Biografie bis 1928, seine Verwicklungen mit dem Nationalsozialismus und die daraus resultierende „aristokratische Form der Emigration“ durch seinen Wehrmachteinsatz und die Verdammung durch das System. Die Arbeit analysiert Benns Rechtfertigungen in seiner Autobiografie „Doppelleben“ und versucht, eine Bewertung seiner Person vorzunehmen.
- Gottfried Benns Biographie bis 1928
- Benn's Engagement für den Nationalsozialismus
- Benns "aristokratische Form der Emigration" durch den Wehrmachteinsatz
- Benn's Verdammung durch das NS-System
- Bewertung der Person Benns
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel bietet einen biographischen Abriss von Gottfried Benns Leben bis 1928, dem für die weitere Analyse relevanten Jahr. Es beleuchtet seine Kindheit, seine Studien und seine Zeit als Arzt im Ersten Weltkrieg. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit Benns Engagement für den Nationalsozialismus, wobei seine Aufnahme in den PEN-Club und die Preußische Akademie der Künste als Wendepunkte hervorgehoben werden. Das Kapitel präsentiert auch Benns Essay "Dein Körper gehört dir" und beleuchtet seine politische Haltung. Das dritte Kapitel analysiert Benns „aristokratische Form der Emigration“, die ihn in die Wehrmacht führte und zur Verdammung durch das NS-System führte. Es beschreibt seinen Ausschluss aus der Reichsschrifttumskammer und die Folgen.
Schlüsselwörter
Gottfried Benn, Nationalsozialismus, Literatur und Politik, Biografie, „aristokratische Form der Emigration“, Wehrmacht, Verdammung, Reichsschrifttumskammer, „Doppelleben“, PEN-Club, Preußische Akademie der Künste, Essay „Dein Körper gehört dir“, politische Haltung.
Häufig gestellte Fragen
Wie war Gottfried Benns Verhältnis zum Nationalsozialismus?
Benn engagierte sich zunächst für das NS-Regime, wurde jedoch später selbst vom System verdammt und aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen.
Was bedeutet Benns Begriff der „aristokratischen Form der Emigration“?
Damit meinte Benn seinen Eintritt in die Wehrmacht als Rückzugsort vor der direkten politischen Verfolgung und als Distanzierung vom Regime im Landesinneren.
Warum wurde Benn aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen?
Seine expressionistische Lyrik und seine Person galten den Nationalsozialisten zunehmend als „entartet“ und ideologisch nicht tragbar.
Welche Rolle spielt die Autobiographie „Doppelleben“?
In diesem Werk versucht Benn nach 1945, sein Verhalten während der NS-Zeit zu rechtfertigen und die Spaltung zwischen seinem bürgerlichen Leben und seiner Kunst darzustellen.
Wie wird Benns politisches Wirken heute beurteilt?
Benn bleibt eine kontroverse Figur, deren literarische Bedeutung unbestritten ist, während seine anfängliche NS-Affinität kritisch hinterfragt wird.
- Quote paper
- Tobias Reff (Author), 2007, Gottfried Benn - ein Dichter im Dritten Reich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80138