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Zentrale Bestandteile einer marxistischen Literaturinterpretation

Title: Zentrale Bestandteile einer marxistischen Literaturinterpretation

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 23 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Stefanie Teusch (Author)

German Studies - Miscellaneous
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Die Literatur ist ein Medium von sozialer Kommunikation. Die Produktion, so wie die Rezeption literarischer Texte sind Bestandteile des gesellschaftlichen Prozesses. So nimmt der Text selbst, als "Zeichenstruktur", immer auf eine soziale Realität Bezug. Die Beschreibung des Zusammenhangs zwischen Literatur und sozialer Welt ist ein Hauptziel der Literatursoziologie. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Lokalisierung des Literaturbetriebs als ein Teilsystem moderner Gesellschaften. Möglichkeiten, aber auch Grenzen, literatursoziologischer Forschung können unter anderem bei der marxistischen Literatur-Interpretation festgestellt werden. Sie ist ein "klassischer Ansatz" einer Analyse des Literaturbetriebs.
Ihre Höhepunkte hatte die marxistische Literatur-Interpretation in den 20er und 60er Jahren. Im Laufe der Zeit verlor sie immer mehr an Bedeutung, und spätestens ab Ende der 70er Jahre spielte sie keine große Rolle mehr.
Parallel zu der marxistischen Interpretation entwickelte sich in Russland der Formalismus. Hierbei galt als "oberstes Gebot", die Literatur streng von der Geschichte zu trennen. Um dieses zu erfüllen, gab es bestimmte Voraussetzungen, welche eingehalten werden mussten. Die Marxisten standen dem Formalismus, so wie seinen Anhängern negativ gegenüber, da sie eine völlig andere Ansicht von dem Zusammenhang oder dem Verhältnis von Literatur und Geschichte hatten: Ihrer Meinung nach war nur die Literatur von Bedeutung, welche teilhatte an der Historik. Es musste eine Widerspiegelung der Geschichte in der Literatur zu erkennen sein. Dieses bedeutete zugleich eine Reflexion oder eine Strategie der ästhetischen Verarbeitung. "Das Sein bestimmt das Bewusstsein." Dieser "Leitsatz" der Marxisten stand dafür, dass sie derzeitigen gesellschaftlichen Verhältnisse in der Literatur aufgenommen und verarbeitet wurden. Die Produktionsbedingungen spiegelten sich also im literarischen Produkt.
Neue Geschichtsschübe, die dann ebenfalls wieder in der Literatur verarbeitet wurden, enthielten immer etwas Rückwirkendes. Temporäre Rückschritte und Widersprüche "bildeten" den Weg nach vorne. Wurde also einmal eine These aufgestellt, welche später widerlegt werden konnte, gab es dadurch eine Antithese. Daraus folgte nach neuen Überlegungen die Synthese und damit ein weiterer "Schritt nach vorne".
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Der Beginn der materialistischen Literaturtheorie

Der Inhalt von schöner Literatur nach Marx und Engels

Der Typus nach Marx und Engels

Die marxistische Ästhetik

Die marxistische Literatur-Interpretation

Die „Basis-Überbau-Thematik“

Die Widerspiegelung

Der Klassenkampf

Marxismus und Formalismus

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die zentralen theoretischen Säulen der marxistischen Literaturinterpretation zu identifizieren und zu erläutern. Dabei wird insbesondere untersucht, wie ökonomische Strukturen das literarische Schaffen beeinflussen und welche Rolle das Prinzip der Widerspiegelung sowie der Klassenkampf innerhalb dieses analytischen Rahmens spielen.

  • Grundlagen der materialistischen Literaturtheorie bei Marx und Engels
  • Die Dialektik von ökonomischer Basis und kulturellem Überbau
  • Methodik der marxistischen Literaturkritik und das Prinzip der Widerspiegelung
  • Kritische Auseinandersetzung zwischen Marxismus und russischem Formalismus
  • Die gesellschaftliche Funktion und der Typus literarischer Gestaltung

Auszug aus dem Buch

Die Widerspiegelung

Der Marxismus sieht in der Literatur eine Funktion des sozialen Lebens. Diese ist in ihrer Entwicklung und in ihrer Existenz der sozialen Notwendigkeit untergeordnet. Die marxistische Methode hält die Literatur für eine „soziale Erscheinung“, und so muss diese den soziologischen Methoden zugeordnet werden.

Andererseits kann man die marxistische Methode auch als historisch-materialistische Methode bezeichnen, weil sie auch die Methode des historischen Materialismus ist. Der Materialismus macht nämlich einen wesentlichen Teil des Marxismus aus, da dieser eine strikte und konsequente materialistische Weltanschauung darstellt.

Gegenüber der Literaturgeschichte vertreten die Marxisten eine materialistische Auffassung von der Literatur. Sie glauben daran, dass die schöne Literatur, welche Gegenstand der Literaturwissenschaft ist, durch das Sein bestimmt wird, genau so, wie jede andere „Erscheinung im Bereich des Bewußtseins“. „Grundlage des dichterischen Werkes ist nicht das subjektive Denken, sondern die objektive Wirklichkeit.“ Die meisten Literaturforscher kennen diese Formel, doch selten sind die daraus resultierenden Richtlinien bekannt, welche für den marxistischen Literaturforscher verbindlich sind.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Umreißt Literatur als Medium sozialer Kommunikation und positioniert die marxistische Interpretation als klassischen Ansatz der Literatursoziologie.

Der Beginn der materialistischen Literaturtheorie: Analysiert die biographischen und bildungstheoretischen Wurzeln von Marx und Engels sowie deren Entwicklung einer dialektisch-materialistischen Literaturauffassung.

Der Inhalt von schöner Literatur nach Marx und Engels: Erläutert die Forderung nach historisch-kritischer Fundierung und sozioökonomischer Wahrheit in literarischen Werken.

Der Typus nach Marx und Engels: Behandelt die Anforderungen an die künstlerische Gestaltung, insbesondere die Bedeutung von Typisierung und Individualisierung.

Die marxistische Ästhetik: Definiert die marxistische Ästhetik als Wissenschaft von der ästhetischen Aneignung der Umwelt und der Überwindung des Idealismus.

Die marxistische Literatur-Interpretation: Fasst zentrale Bestandteile wie Basis-Überbau-Thematik, Widerspiegelung und Klassenkampf zusammen.

Die „Basis-Überbau-Thematik“: Untersucht das dialektische Verhältnis von ökonomischer Basis und kulturellen Institutionen unter Bezugnahme auf Stalin und Althusser.

Die Widerspiegelung: Diskutiert die Literatur als Spiegel der objektiven Wirklichkeit und die methodische Notwendigkeit der Analyse des gesellschaftlichen Seins.

Der Klassenkampf: Erläutert, wie materielle Interessen und die Stellung im Reproduktionsprozess die geistige Produktion in der Klassengesellschaft bestimmen.

Marxismus und Formalismus: Gegenüberstellung der formalistischen Methode, die Literatur von der Geschichte trennt, mit der marxistischen Totalitätsbetrachtung.

Schluss: Reflektiert kritisch über die heutige Anwendbarkeit der klassischen Positionen und betont die notwendige Wechselwirkung von objektiver Gesellschaftlichkeit und subjektiver Schöpfung.

Schlüsselwörter

Marxismus, Friedrich Engels, Karl Marx, Literaturtheorie, Materialismus, Basis-Überbau, Widerspiegelung, Klassenkampf, Literatursoziologie, Ästhetik, Dialektik, Formalismus, Gesellschaftsstruktur, Typisierung, Klassengesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die zentralen theoretischen Bestandteile der marxistischen Literaturinterpretation und beleuchtet, wie Marx und Engels Literatur im Kontext ökonomischer und gesellschaftlicher Bedingungen verstanden haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf dem dialektischen Materialismus, dem Verhältnis von Basis und Überbau, der Funktion der Literatur als Widerspiegelung der Realität sowie der Abgrenzung gegenüber dem Formalismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Grundlagen einer historisch-materialistischen Literaturwissenschaft herauszuarbeiten und die essenziellen Anforderungen zu definieren, die an eine marxistische Analyse eines literarischen Werkes gestellt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche, historisch-materialistische Methode angewandt, die auf der Analyse von Originalschriften der Klassiker und deren Rezeption in der Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung ästhetischer Denkweisen, die Analyse der Basis-Überbau-Problematik, das Konzept der Widerspiegelung im Text und die Auseinandersetzung mit der russischen formalen Schule.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben Marxismus und Literaturkritik vor allem der historische Materialismus, die soziale Widerspiegelung und die Klassenbedingtheit künstlerischer Produktion.

Welche Rolle spielt die „Basis-Überbau-Thematik“ laut dem Dokument?

Sie dient als fundamentales Erklärungsmodell für das Verhältnis zwischen der ökonomischen Gesellschaftsstruktur (Basis) und den daraus resultierenden kulturellen, politischen und juristischen Institutionen (Überbau).

Wie unterscheidet sich die marxistische Literaturinterpretation vom Formalismus?

Während der Formalismus Literatur strikt vom historischen Kontext trennt und sich auf interne Strukturen konzentriert, betrachtet der Marxismus das Werk als untrennbar mit der historischen und sozialen Wirklichkeit verbunden.

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Details

Title
Zentrale Bestandteile einer marxistischen Literaturinterpretation
College
University of Paderborn  (FB Germanistik)
Grade
2,7
Author
Stefanie Teusch (Author)
Publication Year
2002
Pages
23
Catalog Number
V8014
ISBN (eBook)
9783638151030
Language
German
Tags
Zentrale Bestandteile Literaturinterpretation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Teusch (Author), 2002, Zentrale Bestandteile einer marxistischen Literaturinterpretation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8014
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