Traumnovelle / Eyes wide shut - ein Vergleich


Referat (Ausarbeitung), 2004

9 Seiten, Note: 1,8


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Struktureller und inhaltlicher Vergleich von Novelle und Film
2.1 Die Struktur der „Traumnovelle“
2.2 Die Struktur des Films „Eyes wide shut“
2.3 Die Figur Victor Ziegler

3. Schlussbemerkung

4. Literatur

1. Einleitung

„Was denken Sie, wer diese Menschen waren? Das sind doch keine Durchschnittsbürger gewesen. Angenommen ich würde Ihnen die Namen sagen – ich werde sie Ihnen nicht sagen -, aber wenn ich es täte, dann könnten Sie nicht mehr ruhig schlafen.“ 1

In Stanley Kubricks Verfilmung von Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“ wurden diese Worte der Figur Victor Ziegler in den Mund gelegt. Während in der „Traumnovelle“ die Person Ziegler oder eine ähnliche Figur nicht auftaucht, beantwortet sie in der ‚Billardzimmer – Szene’ am Ende des Films „Eyes wide shut“ viele Fragen, die sowohl Bill Harford als auch der Zuschauer, im Hinblick auf die Orgie der Geheimgesellschaft hat.

Diese Arbeit soll sich mit folgenden Fragen beschäftigen:

Gibt es noch weitere Unterschiede zwischen der literarischen Vorlage und der Verfilmung? Wozu braucht der Film die erklärende Funktion Victor Zieglers?

2. Struktureller und inhaltlicher Vergleich von Novelle und Film

Zuerst soll an dieser Stelle die Struktur von Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“ kurz erläutert werden und im Anschluss daran die Struktur von Stanley Kubricks Film „Eyes wide shut“. Nach diesem strukturellen Vergleich, wird auf den Inhalt und mögliche Unterschiede von Novelle und Film eingegangen. Als letzter Punkt soll schließlich die Figur Victor Ziegler etwas näher betrachtet werden.

2.1 Die Struktur der „Traumnovelle“

Allgemein lässt sich die Gattung der Novelle definieren als eine kürzere oder mittellange Erzählung in Prosa geschrieben, die auf einem zentralen Konflikt beruht, welcher in einem bestimmten, zentralen Symbol zum Ausdruck kommen kann. Sie hat keine Nebenhandlungen und nur wenige Hauptfiguren. Die Handlung konzentriert sich auf ein plötzliches, krisenhaftes Ereignis, welches den Lebensweg des Protagonisten entscheidend beeinflusst. Die Struktur der Novelle gleicht der des Dramas. 2

Diese Kriterien der literarischen Gattung Novelle lassen sich in Arthur Schnitzlers 1926 veröffentlichter „Traumnovelle“ wiederfinden, welche sich um das Ehepaar Albertine und Fridolin und ihre wirklichen und geträumten Abenteuer dreht.

Die „Traumnovelle“ lässt sich in insgesamt fünf Abschnitte strukturieren:

An erster Stelle in der Exposition, kommt es zur Entdeckung der geheimen Sehnsüchte von Fridolin und Albertine.

Verwicklungen bestimmen den zweiten Teil. Fridolin wird zum todkranken Hofrat gerufen, dessen bereits verlobte Tochter Marianne gesteht ihm ihre Liebe; bei einem nächtlichen Spaziergang wird Fridolin von Studenten beschimpft und schließlich sucht er die Prostituierte Mizzi auf. In einem Nachtcafe begegnet er dem Pianisten Nachtigall, der ihm von einer geheimen Gesellschaft erzählt, woraufhin sich Fridolin bei einem Kostümverleiher und dessen liebestoller Tochter ein Kostüm leiht, unerlaubterweise an der Geheimgesellschaft teilnimmt, am Ende erkannt und durch eine maskierte Unbekannte gerettet wird.

Die Krise, das heißt Fridolins Rückkehr nach Hause und Albertines Traum, macht den dritten Abschnitt der „Traumnovelle“ aus.

Nachforschungen zu den nächtlichen Ereignissen stellt Fridolin im vierten Teil der Novelle an, er sucht nach Nachtigall; gibt sein Kostüm zurück; sucht

nach dem Haus, in dem die Geheimgesellschaft stattgefunden hat; erhält die Warnung, nicht weiter zu forschen; besucht das Fräulein Marianne; will Mizzi besuchen, welche jedoch abwesend ist; erhält im Nachtcafe die Nachricht vom Tod der Baronin D.; sucht im Hotel nach ihr, im Krankenhaus und steht endlich in der Totenkammer einer Leiche gegenüber.

Der fünfte und letzte Abschnitt ist recht kurz. Es kommt am Ende schließlich zur Entdeckung der Maske durch Albertine, woraufhin Fridolin seine nächtlichen Abenteuer beichtet und die beiden erlöst werden.

[...]


1 Schnitzler, A.: Traumnovelle / Kubrick, S. / Raphael, F.: Eyes wide shut. 2. Auflage; Fischer Taschenbuch Verlag GmbH, Frankfurt a. M., 1999, S. 178.

2 Ricklefs, U.(Hrsg.): Fischer Lexikon Literatur N – Z. Fischer Taschenbuch Verlag GmbH, Frankfurt a. M., 1996.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Traumnovelle / Eyes wide shut - ein Vergleich
Hochschule
Universität Bielefeld  (Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Literaturverfilmungen
Note
1,8
Autor
Jahr
2004
Seiten
9
Katalognummer
V80154
ISBN (eBook)
9783638868921
Dateigröße
362 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Traumnovelle, Eyes, Vergleich, Literaturverfilmungen
Arbeit zitieren
Undine Seela (Autor), 2004, Traumnovelle / Eyes wide shut - ein Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80154

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