In der vorgelegten Hausarbeit wird der Frage nachgegangen, wie der Symbolismus als literarische Strömung am Anfang des 20. Jahrhunderts in der Zeit der literarischen Modeme im lyrischen Werk von Rainer Maria Rilke vertreten ist.
Zudem wird ein neuer Ansatz für die Erforschung der Sprachmagie bei Rilke entwickelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Literarische Moderne
2.1. Die wichtigsten Stilrichtungen um die Jahrhundertwende
3. Symbolismus
3.1. Dinggedichte
4. „Der Schwan“
5. „Blaue Hortensie“
6. Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das lyrische Werk von Rainer Maria Rilke, insbesondere aus dessen mittlerer Schaffensperiode, im Kontext des Symbolismus. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern Rilke als Symbolist interpretiert werden kann, wobei eine methodische Abgrenzung zu anderen literarischen Strömungen der literarischen Moderne erfolgt und die spezifische Sprachgestaltung seiner "Dinggedichte" analysiert wird.
- Einordnung der literarischen Moderne und des Symbolismus
- Analyse des "Dinggedichts" als zentrale Ausdrucksform Rilkes
- Strukturelle und phonetische Untersuchung der Gedichte "Der Schwan" und "Blaue Hortensie"
- Abgrenzung Rilkes zu Naturalismus, Impressionismus und Jugendstil
- Untersuchung der "Sprachmagie" und der Rilke'schen Dichtungstheorie
Auszug aus dem Buch
3.1. Dinggedichte
In den Dinggedichten werden die wahrgenommenen Dinge zum ästhetischen Gegenstand. Als solche treten Lebewesen, Tiere, Pflanzen, (Kunst)Gegenstände auf. Sie werden distanziert und objektiviert erfasst, isoliert und konturiert beschrieben und so zum zeitlos gültigen Ding und zum Maßstab künstlerischen Schaffens. Es wird explizit auf ein Lyrisches Ich verzichtet, und so sind subjektive Bekenntnisse, Gefühlsausdrücke und persönliche Elemente des Autors ausgeschlossen. Die Dichtung ist sachlich, eine präzise Objektivität charakterisiert den poetischen Ausdruck. Genauigkeit in der Beschreibung der Einzelheiten der Dinge ist ein wichtiges Merkmal.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Fragestellung ein, wie Rilkes Werk in den Symbolismus einzuordnen ist und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die Auswahl der analysierten Gedichte.
2. Literarische Moderne: Es wird ein Überblick über die literarische Epoche um 1900 gegeben, die durch eine Vielzahl von Strömungen und ein "Nebeneinander" verschiedener Tendenzen gekennzeichnet ist.
2.1. Die wichtigsten Stilrichtungen um die Jahrhundertwende: Hier erfolgt eine Charakterisierung der prägenden Strömungen wie Naturalismus, Expressionismus, Impressionismus, Jugendstil und Décadence, um das theoretische Fundament für die weitere Untersuchung zu bilden.
3. Symbolismus: Dieses Kapitel definiert den Symbolismus als eine Strömung, die sich vom Naturalismus distanziert und sich durch die "Poésie pure" sowie die Abkehr von der bloßen Abbildung der Realität auszeichnet.
3.1. Dinggedichte: Hier wird der für Rilke zentrale Begriff des "Dinggedichts" analysiert, wobei die Objektivierung und der Verzicht auf das subjektive lyrische Ich im Vordergrund stehen.
4. „Der Schwan“: Eine detaillierte Analyse dieses Gedichts wird vorgenommen, wobei sowohl die formale Struktur als auch die symbolische Bedeutung von Leben und Tod untersucht werden.
5. „Blaue Hortensie“: Diese Analyse befasst sich mit der Farbsymbolik und der "Existenzkürze" in diesem spezifischen Gedicht, eingebettet in Rilkes Technik der präzisen Dingbeschreibung.
6. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse der Untersuchung werden zusammengefasst, wobei Rilkes mittlere Schaffensperiode als Höhepunkt des Dinggedichts und seine Zugehörigkeit zum Symbolismus bestätigt werden.
Schlüsselwörter
Rainer Maria Rilke, Symbolismus, Dinggedicht, Literarische Moderne, Neue Gedichte, Sprachmagie, Lyrik, Sprachmusikalität, Der Schwan, Blaue Hortensie, Ästhetizismus, Dingbegriff, Sonett, Objektivität, Versschmied
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht, inwiefern das lyrische Werk Rainer Maria Rilkes der literarischen Strömung des Symbolismus zuzuordnen ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die literarische Moderne, den Symbolismus als Gegenbewegung zum Naturalismus sowie die spezifische Kunstform des Dinggedichts.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Rilke als Symbolisten zu interpretieren und ihn gleichzeitig von anderen literarischen Strömungen der Zeit abzugrenzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturtheoretische und literaturgeschichtliche Analyse durchgeführt, ergänzt durch formale Werkanalysen und eine phonetische Untersuchung der Sprachmusikalität.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretischen Grundlagen des Symbolismus sowie auf die tiefgehende Analyse der Gedichte "Der Schwan" und "Blaue Hortensie".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Symbolismus, Dinggedicht, Rilke, Sprachmagie, Objektivität und moderne Lyrik.
Wie unterscheidet sich Rilkes Dinggedicht von impressionistischer Lyrik?
Während der Impressionismus auf subjektive, flüchtige Stimmungseindrücke setzt, zeichnet sich Rilkes Dinggedicht durch eine distanzierte, objektive und präzise Darstellung der Gegenstände aus.
Welche Rolle spielt die "Sprachmagie" bei Rilke?
Die Sprachmagie dient als Mittel zur Suggestion, bei der die Musikalität und der klangliche Aspekt der Worte über die bloße inhaltliche Beschreibung treten.
Was bedeutet der Begriff "Entdinglichung" im Kontext der Arbeit?
Entdinglichung meint bei Rilke das Verfahren, reale Gegenstände von ihren Alltagsbezügen zu trennen und sie durch poetische Transformation in rein ästhetische "Kunstdinge" zu verwandeln.
- Arbeit zitieren
- Radmila Kirilova Freund (Autor:in), 2003, Rilke und der Symbolismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80181