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Forciert die deutsche Familienpolitik die Reproduktion der traditionellen Geschlechterrollen oder initiiert sie eine realisierte Geschlechtergleichstellung in Familie und Beruf?

Title: Forciert die deutsche Familienpolitik die Reproduktion der traditionellen Geschlechterrollen oder initiiert sie eine realisierte Geschlechtergleichstellung in Familie und Beruf?

Term Paper , 2007 , 43 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Josepha Helmecke (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels sowie im Zuge der Individualisierungs- und Pluralisierungsprozesse familialer Lebensformen in Deutschland erfuhren die deutsche Familien- und Bevölkerungspolitik mit Beginn der 1970er Jahre einen Bedeutungszuwachs. Beide Politikfelder sehen sich gegenwärtig mehr denn je in der Verantwortung bevölkerungspolitisch und sozialpolitisch motiviert zu handeln, um insbesondere auf den Geburtenrückgang, den Prozess der De-Familialisierung, die wachsende Erwerbstätigkeit von Frauen bei geringer Erwerbsbeteiligung von Müttern sowie auf die steigende Lebenserwartung sinnvoll und nützlich Einfluss zu nehmen.
Hierbei ist die Familienpolitik bestrebt, Maßnahmen zu ergreifen, die Einfluss auf den Lebenszusammenhang und die Lebensführung von Familien nehmen oder auf die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation von Familien. Die deutsche familienpolitische Intervention ist dabei ökonomisch geprägt und zielt darauf ab, die wirtschaftliche Lage von Familien mittels monetärer Transfers positiv zu beeinflussen und Anreize zu schaffen, die die Reproduktion der Gesellschaft bzw. die Bildung von Humanvermögen steigern.
Zahlreiche Studien zum generativen Verhalten der deutschen Bevölkerung und zu den Veränderungsdynamiken familialer Lebensformen zeigten bereits, dass die sinkende Geburtenrate und der Trend zur De-Familialisierung auf soziokulturelle und ökonomische Wandlungsprozesse zurückzuführen sind. Gemeint sind beispielsweise der steigende Wunsch von Frauen nach Erwerbstätigkeit und die damit einhergehenden egozentristischen Lebensplanungen hinsichtlich einer beruflichen Flexibilität und Mobilität. Hinzu tritt die finanzielle (Un-) Sicherheit der Gesellschaft angesichts der steigenden Arbeitslosenquote und mangelnder Arbeitsplätze insbesondere bei der Entscheidung für ein Kind bei beiden Geschlechtern.
Vor diesem Hintergrund hat die deutsche Familienpolitik bereits Maßnahmen ergriffen, die das generative Verhalten der Gesellschaft und das familiale Zusammenleben, beeinflussen könnten. Unklar ist bislang jedoch, diese einen positiven Einfluss auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. auf die Geschlechtergleichstellung haben.
Aufgrund dessen soll es Ziel der vorliegenden Arbeit sein, die Frage zu beantworten, ob die deutsche Familienpolitik die Reproduktion der traditionellen Geschlechterrollen reproduziert oder ob sie eine realisierte Geschlechtergleichstellung in Familie und Beruf initiiert?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Veränderungsdynamiken des generativen Verhaltens und der familialen Lebensformen als Basis familienpolitischer Handlungsressourcen

2.1 Veränderungen familialer Lebensformen ab den 1960er Jahren in Ost- und West-Deutschland

2.2 Familienpolitik im Kontext veränderter familialer Lebensformen und Geschlechterrollen

3. Familienpolitische Maßnahmen – Eine Initiative für die realisierte Geschlechtergleichstellung oder eine Reproduktion traditioneller Geschlechterrollen

3.1 Tabellarische Übersicht der familienpolitischen Maßnahmen

3.2 Auswirkungen der familienpolitischen Maßnahmen auf die familialen und geschlechtsspezifischen Veränderungen in der deutschen Gesellschaft

3.2.1 Das Kindergeld

3.2.2 Das Mutterschutzgeld

3.2.3 Das Elterngeld

3.2.4 Die Elternzeit für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

3.2.5 Die Anrechnung der Elternzeit auf die Rentenversicherung

3.2.6 Das Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG)

3.2.7 Der Kinderfreibetrag

3.2.8 Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

3.2.9 Die Absetzung beruflich bedingter Kosten für die Kinderbetreuung

3.2.10 Steuerermäßigungen bei Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen

3.2.11 Das Ehegattensplitting

3.2.12 Das Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG)

3.2.13 Beantwortung der Fragestellung und Schlussbetrachtung

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern die deutsche Familienpolitik durch ihre Maßnahmen entweder die traditionellen Geschlechterrollen reproduziert oder aktiv eine tatsächliche Geschlechtergleichstellung in Familie und Beruf fördert. Dabei wird analysiert, wie sich familienpolitische Instrumente vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und sich wandelnder Lebensentwürfe auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auswirken.

  • Analyse des Wandels familialer Lebensformen in Deutschland seit den 1960er Jahren.
  • Untersuchung familienpolitischer Maßnahmen (wie Elterngeld, Kinderbetreuung, steuerliche Regelungen) hinsichtlich ihrer Anreizstrukturen.
  • Bewertung der Diskrepanz zwischen politischer Zielsetzung und faktischer Auswirkung auf die Geschlechterrollen.
  • Identifikation von familienpolitischen Handlungsressourcen zur Förderung echter Vereinbarkeit.

Auszug aus dem Buch

2.1 Veränderungen familialer Lebensformen ab den 1960er Jahren in Ost- und West-Deutschland

Die strukturellen Veränderungen des familialen Zusammenlebens begannen bereits Ende der 1950er Jahren. In dieser Zeit dominierten in der BRD und in der DDR zwei divergierende familiale Lebensformen.

In der BRD wurde überwiegend das Modell der Hausfrauenehe gelebt, welches mit Beginn der Adenauer-Ära sozialpolitisch sowohl gefordert als auch gefördert wurde. Die traditionelle Form der Familie, in der die Frau zu Hause blieb, um die Haus- und Familienarbeit zu leisten und der Mann einer außerhäuslichen Erwerbsarbeit nachging, um für die finanzielle Absicherung der Familien zu sorgen, galt in der BRD als zu schützende Institution, welche höher bewertet wurde als die Geschlechtergleichstellung und die Erwerbsbeteiligung der Frau. Aufgrund des erwerbszentrierten sozialen Sicherungssystems, war die finanzielle Sicherheit der Frau und ihr Anspruch auf Sozialversicherung, an die Bedingung geknüpft, mit einem erwerbstätigen Mann eine dauerhafte Ehe einzugehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den demographischen Wandel und die steigende Bedeutung der Familienpolitik, um die Forschungsfrage nach der Reproduktion oder Überwindung traditioneller Geschlechterrollen einzuführen.

2. Veränderungsdynamiken des generativen Verhaltens und der familialen Lebensformen als Basis familienpolitischer Handlungsressourcen: Dieses Kapitel analysiert die historische Entwicklung der Familienstrukturen und Erwerbsmodelle in Ost- und Westdeutschland als Grundlage für familienpolitisches Handeln.

3. Familienpolitische Maßnahmen – Eine Initiative für die realisierte Geschlechtergleichstellung oder eine Reproduktion traditioneller Geschlechterrollen: Der Hauptteil bietet einen Überblick aktueller Maßnahmen und bewertet diese kritisch auf ihre Auswirkungen auf die Geschlechterverhältnisse.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Familienpolitik zwar Potentiale für Gleichstellung bietet, aber teilweise noch an traditionellen Rollenmodellen festhält.

5. Literaturverzeichnis: Das Literaturverzeichnis listet alle verwendeten Quellen, Studien und Gesetzestexte auf, die der Analyse zugrunde liegen.

Schlüsselwörter

Familienpolitik, Geschlechterrollen, Geschlechtergleichstellung, Vereinbarkeit, Erwerbsbeteiligung, demographischer Wandel, Hausfrauenehe, Elterngeld, Elternzeit, Kinderbetreuung, Ehegattensplitting, Sozialpolitik, Versorgerehe, Pluralisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob die deutsche Familienpolitik aktiv zur Gleichstellung der Geschlechter beiträgt oder ob sie veraltete Rollenbilder zementiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören der Wandel von Familienmodellen, die Erwerbsbeteiligung von Frauen, Kinderbetreuung und verschiedene finanzielle sowie steuerliche familienpolitische Maßnahmen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Kernfrage ist, ob die Familienpolitik die Reproduktion traditioneller Rollen forciert oder eine realisierte Gleichstellung in Familie und Beruf initiiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse, die soziokulturelle Veränderungen und die Wirkungsweise spezifischer gesetzlicher familienpolitischer Maßnahmen systematisch auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden wesentliche Maßnahmen wie Kindergeld, Elterngeld, Elternzeit und steuerliche Regelungen tabellarisch dargestellt und auf ihre Anreize bezüglich der Geschlechtergleichstellung hin bewertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Familienpolitik, Geschlechterrollen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie der Strukturwandel hin zu einem "Adult Worker Model" sind maßgebliche Begriffe.

Inwiefern beeinflusst das Ehegattensplitting die Geschlechterrollen?

Laut der Arbeit dämpft das Ehegattensplitting bei höheren Einkommen zwar die Steuerbelastung, setzt aber einen finanziellen Anreiz zur Heirat und begünstigt ein Modell, in dem ein Partner weniger erwerbstätig ist, was oft zu Lasten der Frau geht.

Welche Rolle spielt das Lebenspartnerschaftsgesetz für die Argumentation?

Das Lebenspartnerschaftsgesetz wird als wichtiger Schritt in Richtung institutioneller Anpassung gewertet, da es rechtliche Sicherheit für nicht-traditionelle Partnerschaften schafft, auch wenn es die Geschlechterverhältnisse im Erwerbsleben kaum direkt beeinflusst.

Warum wird das Kinderbetreuungssystem als kritisch für die Gleichstellung angesehen?

Da der Mangel an Betreuungsplätzen (insbesondere in den alten Bundesländern) die faktische Erwerbsbeteiligung von Müttern einschränkt und damit eine Doppelbelastung oder die Rückkehr in traditionelle Rollenmuster provoziert.

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Details

Title
Forciert die deutsche Familienpolitik die Reproduktion der traditionellen Geschlechterrollen oder initiiert sie eine realisierte Geschlechtergleichstellung in Familie und Beruf?
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Course
Die Deutschen sterben aus!
Grade
1.3
Author
Josepha Helmecke (Author)
Publication Year
2007
Pages
43
Catalog Number
V80188
ISBN (eBook)
9783638865128
ISBN (Book)
9783638865180
Language
German
Tags
Forciert Familienpolitik Reproduktion Geschlechterrollen Geschlechtergleichstellung Familie Beruf Deutschen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Josepha Helmecke (Author), 2007, Forciert die deutsche Familienpolitik die Reproduktion der traditionellen Geschlechterrollen oder initiiert sie eine realisierte Geschlechtergleichstellung in Familie und Beruf?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80188
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