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Illegale Migration und informelle Ökonomie

Ein Vergleich zwischen Deutschland und Italien

Title: Illegale Migration und informelle Ökonomie

Seminar Paper , 2007 , 20 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Sarah Brügger (Author)

Sociology - Miscellaneous
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Illegale Migration ist heute in vielen Ländern unbestreitbar ein wichtiger Bestand der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Das Thema wird öffentlich diskutiert und politisch debattiert. Dabei überwiegt die Sichtweise, die illegale Migration als Bedrohung wahrnimmt. Illegale Migranten, so heisst es, arbeiten schwarz und bedrohen dadurch die einheimischen Arbeitskräfte und sind schädlich für Wirtschaft und Gesellschaft. Die Bundesregierung schreibt beispielsweise in einem Bericht über illegale Beschäftigung, dass „illegale Ausländer, die zu Dumping-Löhnen arbeiten, […] inländische Arbeitnehmer vom Arbeitsmarkt“ verdrängen, und „da in diesen Fällen ausserdem keine Sozialabgaben für die illegal Beschäftigten entrichtet werden, wird gleichzeitig das Sozialversicherungssystem gefährdet“ (2000, zit. in Schönwälder et al. 2004: 8).
Die Frage, welche Rolle Migranten ohne reguläre Aufenthaltserlaubnis in der informellen Ökonomie eines Landes spielen bzw. inwieweit sie durch ihre Anwesenheit den Arbeitsmarkt eines Landes beeinflussen, möchte ich mit dieser Arbeit beantworten. Ich werde dabei die Situation in den Ländern Deutschland und Italien miteinander vergleichen und bedeutende Unterschiede im Umgang mit illegaler Migration und Schwarzarbeit herausarbeiten.
Das erste Kapitel behandelt die Entwicklung und die Struktur der illegalen Migration in Deutschland und in Italien. Im zweiten Kapitel – dem Hauptteil dieser Arbeit – wird es spezifischer um die Rolle der illegalen Migranten auf dem informellen Arbeitsmarkt gehen. Welche Strukturen finden die illegalen Migranten in Deutschland und in Italien auf dem Arbeitsmarkt vor und in welchen Bereichen finden sie eine Beschäftigung? Welche Auswirkung hat ihre Anwesenheit für den deutschen und italienischen Arbeitsmarkt? Abgeschlossen wird die Arbeit mit einem Fazit, das noch einmal die wichtigsten Unterschiede zwischen Deutschland und Italien aufgreift.


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Migration und Illegalität

2.1 Illegale Migration in Deutschland

2.2 Illegale Migration in Italien

3. Illegale Migration und informelle Ökonomie

3.1 Illegale Migration und informelle Ökonomie in Deutschland

3.2 Illegale Migration und informelle Ökonomie in Italien

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Rolle illegaler Migranten innerhalb der informellen Ökonomie in Deutschland und Italien. Das primäre Ziel ist es, die spezifischen Strukturen der illegalen Beschäftigung zu analysieren, den Umgang beider Staaten mit diesem Phänomen zu vergleichen und die Auswirkungen der Anwesenheit illegaler Migranten auf die jeweiligen Arbeitsmärkte kritisch zu hinterfragen.

  • Struktureller Vergleich der illegalen Migration in Deutschland und Italien
  • Die ökonomische Rolle illegaler Migranten im informellen Sektor
  • Der Umgang staatlicher Institutionen mit illegaler Migration
  • Analyse der Auswirkungen auf den regulären Arbeitsmarkt und den strukturellen Wandel

Auszug aus dem Buch

3. Illegale Migration und informelle Ökonomie

Die meisten der illegalen Migranten, die nach Deutschland oder Italien kommen, tun dies aus ökonomischen Gründen. Sie nehmen die Strapazen der Migration auf sich, weil sie wissen, dass sie in diesen Ländern ein höheres Einkommen erzielen würden als in ihren Heimatländern. Auf Grund der fehlenden Papiere sind sie jedoch vom regulären Arbeitsmarkt ausgeschlossen (es sei denn, sie hätten gefälschte Papiere). Sie sind deshalb darauf verwiesen, ihren Lebensunterhalt in der informellen Ökonomie bzw. mit Schwarzarbeit zu verdienen. Dazu zählen Enste und Schneider „Tätigkeiten mit erwerbswirtschaftlicher Wertschöpfung, die wegen der illegalen Ausführung oder wegen der Abgabenhinterziehung zum grossen Teil nicht zum offiziellen Bruttoinlandprodukt hinzugerechnet werden kann“ (2006: 39). Naturgemäss gibt es zum Ausmass und Struktur der informellen Ökonomie in verschiedenen Ländern kaum verlässliche Zahlen. Enste und Schneider nennen zwar mehrere Methoden, die zur Berechnung herangezogen werden können, sagen aber auch, dass „alle Methoden mit Problemen behaftet [sind], die letztlich zu unzuverlässigen und ungenauen Schätzungen führen können“ (2006: 39). Im Folgenden sollte deshalb berücksichtigt werden, dass alle Zahlen nur als Anhaltspunkte zu sehen sind.

Grundsätzlich gibt es zwei Positionen bezüglich Schwarzarbeit. In der öffentlichen Diskussion stehen vor allem Aspekte des Gesetzesbruches sowie der Sozialabgaben- und Steuerhinterziehung im Vordergrund. Es ist diese Perspektive, die in den Medien dominiert, wobei das Phänomen der Schwarzarbeit ausserdem oft auf illegale Ausländerbeschäftigung zugespitzt und verkürzt wird (Cyrus 2001: 211). In der Präsenz von illegalen Migranten, die schwarz arbeiten, wird eine Gefahr für die Arbeitsplätze der Einheimischen und eine nicht akzeptable Belastung des öffentlichen Haushalts gesehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Rahmen der Arbeit, thematisiert die gesellschaftliche Wahrnehmung illegaler Migration und erläutert die methodische Herangehensweise sowie die Zielsetzung des Ländervergleichs.

2. Migration und Illegalität: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Definitionen von Illegalität, analysiert die Ursachen für das Ansteigen illegaler Migrationsbewegungen und stellt die unterschiedlichen nationalen Situationen in Deutschland und Italien gegenüber.

3. Illegale Migration und informelle Ökonomie: Hier liegt der Fokus auf der ökonomischen Integration illegaler Migranten, wobei spezifisch die Branchen, Arbeitsbedingungen und Auswirkungen auf die jeweiligen nationalen Arbeitsmärkte analysiert werden.

4. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zusammen und diskutiert abschließend die Wirksamkeit staatlicher Kontrollmaßnahmen sowie das Potenzial legaler Migrationswege.

Schlüsselwörter

Illegale Migration, informelle Ökonomie, Schwarzarbeit, Deutschland, Italien, Arbeitsmarkt, Arbeitskräfte, Legalisierung, Ausländerbeschäftigung, Schattenwirtschaft, Migrationspolitik, Prekarität, Strukturwandel, soziale Sicherheit, Haushaltshilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Situation illegaler Migranten innerhalb der informellen Ökonomie und vergleicht dabei die Ausgangslagen und staatlichen Reaktionen in Deutschland und Italien.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Definition von illegalem Aufenthalt, die Rolle ethnischer Netzwerke, die Bedeutung der Schattenwirtschaft für die Volkswirtschaft und die Auswirkungen auf heimische Arbeitskräfte.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwiefern illegale Migration als ein symptomatisches Phänomen informeller Wirtschaftsstrukturen fungiert und ob die Anwesenheit von Migranten tatsächlich eine Verdrängung einheimischer Arbeitskräfte darstellt.

Welche methodische Herangehensweise wurde gewählt?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung qualitativer Interviews, beispielsweise mit Mitarbeitern des Jesuiten Flüchtlingsdienstes, um Einblicke in die Lebensrealität illegaler Migranten zu gewinnen.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte liegen im Hauptteil?

Im Hauptteil werden die Sektoren analysiert, in denen illegale Migranten tätig sind (z. B. Baugewerbe, Hausarbeit, Gastronomie), sowie die Auswirkungen von Kontrollmaßnahmen und Legalisierungsversuchen (sanatorie) in Italien und Deutschland.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Untersuchung wird durch Begriffe wie informelle Ökonomie, Schwarzarbeit, Migrationspolitik und Arbeitsmarktexpansion charakterisiert.

Warum spielt die Hausarbeit in Deutschland und Italien eine so große Rolle für die Untersuchung?

Die Hausarbeit dient als zentrales Fallbeispiel, da sie verdeutlicht, wie Migrantinnen dort Beschäftigung finden, wo heimische Arbeitskräfte aufgrund des Versorgungsdefizits nicht zur Verfügung stehen.

Welche Rolle spielt die Legalisierungspolitik im Vergleich der beiden Länder?

Während in Deutschland kaum legale Wege zur Normalisierung des Status bestehen, nutzt Italien regelmäßig Legalisierungswellen, die jedoch laut der Arbeit oft nur vorübergehende Effekte haben und neue Migration anziehen können.

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Details

Title
Illegale Migration und informelle Ökonomie
Subtitle
Ein Vergleich zwischen Deutschland und Italien
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Sozialwissenschaften)
Course
Migration und informelle Ökonomie in Städten
Grade
1.3
Author
Sarah Brügger (Author)
Publication Year
2007
Pages
20
Catalog Number
V80203
ISBN (eBook)
9783638872355
ISBN (Book)
9783638872423
Language
German
Tags
Illegale Migration Städten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Brügger (Author), 2007, Illegale Migration und informelle Ökonomie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80203
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