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Warum erschwert ein starker öffentlicher Sektor sogar bei Unabhängigkeit der Zentralbank das Erreichen niedriger Inflationsraten?

Title: Warum erschwert ein starker öffentlicher Sektor sogar bei Unabhängigkeit der Zentralbank das Erreichen niedriger Inflationsraten?

Essay , 2003 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Martin Weber (Author)

Politics - Methods, Research
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Dass die Inflation unter Kontrolle gehalten werden muss, ist Konsens unter Ökonomen und Politikwissenschaftlern. Wie allerdings die Inflationsrate niedrig gehalten werden kann, darüber gibt es sowohl in der wirtschafts- als auch politikwissenschaftlichen Literatur verschiedene Ansichten. Die bekannteste ist, dass eine unabhängige Zentralbank nach dem Vorbild der Bundesbank oder der Federal Reserve eine niedrige Inflationsrate und somit eine stabile Währung garantieren kann. Andere Forschungsansätze stellen auf den Grad der Koordination von Lohnverhandlungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern ab und führen weitere Variablen wie die sektorale Struktur einer Volkswirtschaft ein.
Ziel dieses Essays ist es, im wesentlichen auf der Grundlage des 4. Kapitels (Monetary Management of the Macroeconomy) des Buches „Macroeconomic Policies of Developed Democracies“ von Franzese, das Zusammenwirken zwischen dem Grad der Unabhängigkeit der Zentralbank (ZBU), dem Grad der Koordination von Tarifverhandlungen und der sektoralen Struktur für das Erreichen niedriger Inflationsraten in einer Volkswirtschaft aufzuzeigen.
Im folgenden werde ich zunächst einige grundlegende Aussagen zur Inflation und ihren makroökonomischen Folgen treffen, um so die Notwendigkeit antiinflationärer Maßnahmen deutlich zu machen (Punkt 2).
In Punkt 3 werde ich dann zuerst den Zusammenhang zwischen Inflationsraten und ZBU betrachten (Punkt 3.1) und danach in Punkt 3.2 den Einfluss des Grades der Koordination von Tarifverhandlungen auf die Inflationsraten darlegen. In Punkt 3.3 schließlich soll der Effekt der sektoralen Struktur in die Betrachtung eingeführt werden.
In Punkt 4 folgt dann die Zusammenfassung der Thesen von Franzese sowie eine kurze Darstellung der empirischen Ergebnisse. Punkt 5 widmet sich schließlich der Beantwortung der Fragestellung und möglichen Aspekten kritischer Betrachtung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Inflation: Definition, Auswirkungen und Handlungsbedarf

3. Unabhängigkeit der Zentralbank, Koordination von Tarifverhandlungen, sektorale Struktur und Inflation

3.1 Niedrige Inflationsraten und Unabhängigkeit der Zentralbank: Das neoklassische Argument

3.2 Tarifverhandlungen und Inflation

3.3 Interaktion von Tarifpartnern und Zentralbanken und die Rolle der sektoralen Struktur

4. Theorie und Empirie

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Das Ziel dieser Arbeit ist es, auf Basis der ökonomischen Theorie von Franzese aufzuzeigen, wie das Zusammenwirken zwischen Zentralbankunabhängigkeit, dem Grad der Koordination bei Tarifverhandlungen und der sektoralen Struktur einer Volkswirtschaft die Inflationsraten beeinflusst, und insbesondere zu klären, warum ein starker öffentlicher Sektor den Inflationsabbau erschweren kann.

  • Wirkungsweise der Unabhängigkeit von Zentralbanken (neoklassischer Ansatz)
  • Einfluss der Koordination von Tarifverhandlungen auf die Lohnzurückhaltung
  • Interaktionseffekte zwischen Tarifpartnern und Geldpolitik
  • Bedeutung der sektoralen Wirtschaftsstruktur für die Wirksamkeit monetärer Drohungen
  • Empirische Evidenz und kritische Würdigung der Ansätze

Auszug aus dem Buch

3.3 Interaktion von Tarifpartnern und Zentralbanken und die Rolle der sektoralen Struktur

Die in Punkt 3.1 angesprochenen Ankündigungen der Bundesbank in Reaktion auf hohe Lohnabschlüsse, die Geldmenge zu reduzieren, zeigen, dass die Träger der Geldpolitik mit den Tarifpartnern interagieren. Es liegt nahe anzunehmen, dass eine solche Wechselwirkung der Akteure strategischer Natur ist, indem die Tarifparteien Ankündigungen dieser Art berücksichtigen.

Kündigt eine unabhängige Notenbank an, dass sie überzogene Tarifabschlüsse nicht durch eine Ausweitung der Geldmenge mittragen wird, signalisiert sie eine „monetäre Drohung“. Die Wirksamkeit einer solchen Drohung hängt von drei Komponenten ab: Zunächst muss die Drohung glaubwürdig sein. Die Unabhängigkeit einer Zentralbank erhöht die Glaubwürdigkeit einer monetären Drohung, da die Notenbank gerade wegen ihrer Unabhängigkeit eine restriktivere Geldpolitik betreiben kann, als eine auf ihre Wiederwahl bedachte Regierung.

Des weiteren ist der Umfang der Drohung entscheidend. Dieser muss so groß sein, dass bei Umsetzung der monetären Drohung die Kosten eines nominalen Lohnzuwachses dessen Vorteile übersteigen. Wenn dies der Fall ist, werden die Gewerkschaften von inflationären Abschlüssen Abstand nehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung benennt die Forschungsfrage zum Zusammenwirken von Zentralbankunabhängigkeit, Tarifkoordination und sektoraler Struktur und skizziert den Aufbau des Essays.

2. Inflation: Definition, Auswirkungen und Handlungsbedarf: Dieses Kapitel erläutert die Ursachen von Inflation sowie ihre negativen Auswirkungen auf die volkswirtschaftliche Effizienz und Beschäftigung.

3. Unabhängigkeit der Zentralbank, Koordination von Tarifverhandlungen, sektorale Struktur und Inflation: Hier werden die theoretischen Grundlagen des neoklassischen Arguments sowie die Rolle von Tarifkoordination und Sektorstruktur detailliert analysiert.

3.1 Niedrige Inflationsraten und Unabhängigkeit der Zentralbank: Das neoklassische Argument: Der Abschnitt begründet, warum eine unabhängige Zentralbank durch höhere Glaubwürdigkeit Inflation ohne reale Kosten senken kann.

3.2 Tarifverhandlungen und Inflation: Dieser Teil beleuchtet, wie koordinierte Tarifverhandlungen durch Lohnzurückhaltung antiinflationär wirken können.

3.3 Interaktion von Tarifpartnern und Zentralbanken und die Rolle der sektoralen Struktur: Es wird analysiert, wie Zentralbanken mittels monetärer Drohungen auf Tarifparteien einwirken und welche Rolle dabei die Wirtschaftsstruktur spielt.

4. Theorie und Empirie: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Überlegungen mit den empirischen Ergebnissen von Franzese für 21 OECD-Staaten.

5. Schlussbemerkungen: Die Arbeit fasst zusammen, dass ein starker öffentlicher Sektor den Inflationsabbau auch bei unabhängiger Zentralbank erschwert, und diskutiert kritische Aspekte.

Schlüsselwörter

Inflation, Zentralbankunabhängigkeit, Geldpolitik, Tarifverhandlungen, Lohnzurückhaltung, Sektorale Struktur, Monetäre Drohung, OECD, Preisniveaustabilität, Makroökonomie, Reallohn, Arbeitslosigkeit, Economic Governance, Lohnabschlüsse, Preisstabilität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Zusammenspiel zwischen einer unabhängigen Zentralbank, der Koordination von Lohnverhandlungen und der Struktur der Wirtschaftssektoren bei der Bekämpfung von Inflation.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen geldpolitische Strategien, die Wirksamkeit von Lohnverhandlungssystemen sowie die unterschiedlichen Reaktionen von privatem und öffentlichem Sektor auf restriktive Geldpolitik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist zu erklären, warum hohe Zentralbankunabhängigkeit allein nicht ausreicht, um niedrige Inflationsraten zu garantieren, wenn andere institutionelle Rahmenbedingungen wie die sektorale Struktur ungünstig sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die theoretische Synthese der Arbeiten von Robert J. Franzese sowie auf die Interpretation empirischer Regressionsanalysen von OECD-Daten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Ansätze zur Inflation, die Rolle der institutionellen Ausgestaltung von Zentralbanken und Tarifverhandlungen sowie die Interaktion zwischen diesen Akteuren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Inflation, Zentralbankunabhängigkeit, monetäre Drohungen, Tarifkoordination und sektorale Wirtschaftsstruktur.

Warum ist ein starker öffentlicher Sektor ein Hindernis für die Inflationsbekämpfung?

Da der öffentliche Sektor weniger anfällig für Beschäftigungsverluste durch restriktive Geldpolitik ist, reagieren Akteure dort seltener mit der notwendigen Lohnzurückhaltung, was die Inflationsbekämpfung erschwert.

Wie beeinflusst der Grad der Tarifkoordination die Wirksamkeit der Zentralbank?

Eine hohe Koordination kann antiinflationär wirken und die Zentralbank entlasten, allerdings nur, wenn der private Sektor dominiert; bei Dominanz des öffentlichen Sektors kann der Effekt verpuffen.

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Details

Title
Warum erschwert ein starker öffentlicher Sektor sogar bei Unabhängigkeit der Zentralbank das Erreichen niedriger Inflationsraten?
College
University of Potsdam  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Course
Institutionelle Schranken von Staatstätigkeit
Grade
1,7
Author
Martin Weber (Author)
Publication Year
2003
Pages
14
Catalog Number
V80227
ISBN (eBook)
9783638873291
ISBN (Book)
9783638873352
Language
German
Tags
Warum Sektor Unabhängigkeit Zentralbank Erreichen Inflationsraten Institutionelle Schranken Staatstätigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Weber (Author), 2003, Warum erschwert ein starker öffentlicher Sektor sogar bei Unabhängigkeit der Zentralbank das Erreichen niedriger Inflationsraten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80227
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