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Psychoanalytische und lerntheoretische Erklärung der Angstentstehung

Title: Psychoanalytische und lerntheoretische Erklärung der Angstentstehung

Presentation (Handout) , 2002 , 21 Pages , Grade: gut

Autor:in: Kristin Retzlaff (Author)

Sport - Sport Psychology
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Summary Excerpt Details

- Gefühle oder Emotionen sind miteinander eng verknüpfte innerorganismische Vorgänge; sie treten auf, wenn Veränderungen in der Mensch-Umwelt-Beziehung widergespiegelt werden

- es sind also Erlebnisse, die positiv und angenehm (z. B. Freude, Lust) oder negativ und unangenehm (z. B. Angst, Traurigkeit) sein können

- von früher Kindheit an bis ins hohe Alter erlebt jeder Mensch vielfältige Ängste – Angst, etwas Wichtiges zu verpassen, treibt uns voran, Angst vor möglichen Gefahren hält uns zurück

- unsere Aufgabe ist es nun, genauer zu erkennen, welche Rolle die Angst im menschlichen Leben spielt, wie sie zustande kommt und sich weiterentwickelt

- dann erst können wir lernen, Ängste schöpferisch zu verarbeiten und zu meistern

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung Angst

2 Psychoanalyse – Grundannahmen

2.1 Triebe

2.2 1. Topisches Modell

2.3 2. Topisches Modell

2.4 Zusammenspiel zwischen den Modellen

2.5 Angstentstehung nach Freud

2.6 Abwehrmechanismen des ICHs

3 Lerntheorien - Grundannahmen

3.1 Klassisches Konditionieren

3.2 Instrumentelles/Operantes Konditionieren

3.3 2-Phasen-Theorie nach MOWRER

3.4 Beispiele

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung und Verarbeitung von Angst aus der Perspektive der Psychoanalyse sowie der Lerntheorien, um deren Bedeutung und Wirkungsweise im Kontext des Schulsports zu verstehen.

  • Grundlagen der psychoanalytischen Trieb- und Instanzentheorie nach Freud
  • Mechanismen der Angstentstehung und psychische Abwehrmechanismen
  • Lerntheoretische Erklärungsansätze wie klassische und operante Konditionierung
  • Die 2-Phasen-Theorie nach Mowrer zur Entstehung von Vermeidungsverhalten
  • Praktische Anwendungsbeispiele für angstauslösende Situationen im Sportunterricht

Auszug aus dem Buch

2. Topisches Modell (Instanzenmodell)

Freud unterscheidet in diesem Persönlichkeitsmodell drei Instanzen, durch die er die Erlebens- und Verhaltensweisen eines Individuums erklärt: das ES – das ICH – das ÜBER-ICH.

Sie repräsentieren verschiedene Teilaspekte der Persönlichkeit und stehen miteinander in enger Wechselbeziehung. Die Dynamik und Gesamtheit der Beziehungen zwischen den drei Instanzen macht nach Freud die Persönlichkeit des Menschen aus.

Das ES ist die elementarste Schicht; sie ist ab dem 1. Lebenstag vorhanden und beinhaltet alle Triebe, Wünsche und Bedürfnisse eines Individuums. Im ES gelten keine Gesetze des logischen Denkens. Die Impulse drängen rücksichtslos nach außen und wollen befriedigt werden, egal ob dieses Ziel realisierbar oder moralisch annehmbar ist. Das ES arbeitet nach dem Lustprinzip, also sofortige und totale Triebbefriedigung ohne Rücksicht auf Verluste zu erreichen sowie Schmerz und Unbehagen zu vermeiden.

Das ICH ist die Instanz des bewussten Lebens, die die bewusste Auseinandersetzung mit der Realität leistet. Die Aufgabe des ICH besteht darin, die Wünsche des ES zum Ausdruck zu bringen und im Einklang mit der Realität zu befriedigen. Es vermittelt sozusagen zwischen den Wünschen des ES und den Anforderungen der Außenwelt. Das ICH arbeitet nach dem Realitätsprinzip – die Triebbefriedigung wird bis zu einem günstigen Zeitpunkt aufgeschoben, an dem ein Maximum an Vergnügen mit den geringst möglichen negativen Konsequenzen oder Schmerzen verknüpft ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung Angst: Führt in die Bedeutung von Gefühlen als innerorganismische Vorgänge ein und thematisiert die Rolle der Angst im menschlichen Leben.

2 Psychoanalyse – Grundannahmen: Erläutert die psychoanalytische Methode und die Bedeutung von Triebe sowie Freud's topische Modelle zur Erklärung der Persönlichkeit.

2.1 Triebe: Beschreibt die Triebstruktur des Menschen, insbesondere den Lebens- und Todestrieb als Quelle menschlicher Motivation.

2.2 1. Topisches Modell: Differenziert die menschliche Psyche in die Ebenen des Bewussten, Vorbewussten und Unbewussten.

2.3 2. Topisches Modell: Stellt das Instanzenmodell aus ES, ICH und ÜBER-ICH vor und deren Funktion im Kontext des Lust- und Realitätsprinzips.

2.4 Zusammenspiel zwischen den Modellen: Analysiert die Dynamik der Persönlichkeit durch das Wechselspiel der drei Instanzen und die Notwendigkeit von Verdrängung.

2.5 Angstentstehung nach Freud: Definiert Angst als ICH-Zustand und unterscheidet zwischen Realangst, neurotischer Angst und moralischer Angst.

2.6 Abwehrmechanismen des ICHs: Listet Strategien auf, mit denen das ICH angstauslösende Triebimpulse abwehrt, etwa durch Projektion oder Verschiebung.

3 Lerntheorien - Grundannahmen: Definiert Lernen als dauerhafte Verhaltensänderung durch Erfahrung und Übung und führt in konditionierungstheoretische Ansätze ein.

3.1 Klassisches Konditionieren: Erklärt den Prozess der Reizkopplung, bei dem ein neutraler Reiz durch Kopplung mit einem unbedingten Reiz eine Angstreaktion auslösen kann.

3.2 Instrumentelles/Operantes Konditionieren: Beschreibt, wie Verhalten durch Konsequenzen (Verstärker) erlernt und gesteuert wird.

3.3 2-Phasen-Theorie nach MOWRER: Verbindet klassische Konditionierung mit operanter Vermeidung zur Erklärung der Aufrechterhaltung von Angstverhalten.

3.4 Beispiele: Veranschaulicht die theoretischen Konzepte anhand konkreter Reiz-Reaktions-Schemata aus dem Sport und Alltag.

Schlüsselwörter

Angst, Psychoanalyse, Freud, ES, ICH, ÜBER-ICH, Verdrängung, Abwehrmechanismen, Lerntheorien, Klassisches Konditionieren, Operantes Konditionieren, Mowrer, Vermeidungsverhalten, Sportunterricht, Reiz-Reaktions-Schema

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine theoretische Auseinandersetzung mit der Entstehung von Angst, betrachtet aus den zwei klassischen psychologischen Sichtweisen: der Psychoanalyse nach Freud und den Lerntheorien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die menschliche Triebstruktur, die Instanzen der Persönlichkeit, die verschiedenen Formen der Angst sowie Lernprozesse, die zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Angst im Kontext sportlicher Aktivitäten beitragen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Entstehung von Angst durch psychoanalytische und lerntheoretische Modelle zu erklären, um daraus Verständnis für den Umgang mit Ängsten, insbesondere im Schulsport, zu gewinnen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Basis psychologischer Fachliteratur (z. B. Freud, Asendorpf, Zimbardo, Hobmair) und grundlegender psychologischer Modelle strukturiert wurde.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die psychoanalytischen Grundlagen (Modelle, Triebe, Abwehrmechanismen) und die lerntheoretischen Grundlagen (Konditionierung, 2-Phasen-Theorie), ergänzt um praktische Fallbeispiele.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Angst, Psychoanalyse, Instanzenmodell, Konditionierung, Verstärkung und Vermeidungsverhalten charakterisieren.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Realangst, neurotischer Angst und moralischer Angst eine Rolle?

Die Unterscheidung hilft zu verstehen, ob die Angst durch eine reale Bedrohung von außen, durch unkontrollierbare innere Triebimpulse oder durch das eigene Gewissen (das ÜBER-ICH) entsteht, was unterschiedliche Interventionsmöglichkeiten erfordert.

Wie kann das Modell von Mowrer im Sportunterricht genutzt werden?

Das Modell erklärt, warum Schüler Sportübungen meiden: Durch eine einmalige negative Erfahrung (klassische Konditionierung) entsteht Angst, die durch Vermeidung der Übung kurzfristig reduziert wird (operante Verstärkung). Die Löschung erfolgt, indem das Risiko durch Hilfestellungen minimiert und die aversive Erwartung abgebaut wird.

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Details

Title
Psychoanalytische und lerntheoretische Erklärung der Angstentstehung
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Fakultät für Sportwissenschaft)
Course
Angst im Schulsport
Grade
gut
Author
Kristin Retzlaff (Author)
Publication Year
2002
Pages
21
Catalog Number
V8025
ISBN (eBook)
9783638151122
ISBN (Book)
9783640401796
Language
German
Tags
Psychoanalyse Angst Angstentstehung Lerntheorie Sportpsychologie Schulsport
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kristin Retzlaff (Author), 2002, Psychoanalytische und lerntheoretische Erklärung der Angstentstehung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8025
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