Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Communications - Print Media, Press

"Ein zu vernachlässigendes Gremium.“- Das Verhältnis von BILD-Zeitung und Deutscher Presserat

Title: "Ein zu vernachlässigendes Gremium.“- Das Verhältnis von BILD-Zeitung und Deutscher Presserat

Seminar Paper , 2006 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Ina Fuchshuber (Author)

Communications - Print Media, Press
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Seit Jahren schwelt ein Konflikt zwischen der größten deutschen Zeitung, der BILD-Zeitung, und dem einzigen autorisierten Selbstkontrollorgan der deutschen Presse, dem Presserat. So brachte es der FAZ.net Autor Stefan Niggemeier im Januar 2006 auf den Punkt.
Im Zusammenhang mit der Miles & More-Affäre im Jahr 2002 ging der Chefredakteur der BILD, Kai Diekmann, sogar soweit, die „Sinnhaftigkeit dieser Institution“ in Frage zu stellen und bezeichnete den Presserat sarkastisch als „Gralshüter der sauberen Recherche“.
Die BILD-Zeitung ist das Presseobjekt, das von dem Organ der Freiwilligen Selbstkontrolle mit Abstand am öftesten gerügt wurde und wird: So wurde im Jahr 2003 die BILD-Zeitung zum Abdruck von 5 öffentlichen Rügen verpflichtet – von insgesamt 20 ausgesprochenen Rügen des Presserats in diesem Jahr.
Die wichtigsten Stationen dieses Konflikts mit seinen Anfängen in der ersten Phase der (Beschwerde-)Arbeit des Presserats bis heute soll in dieser Arbeit dargestellt werden. Dazu muss auch ein Blick auf das Selbstverständnis der beiden Konfliktparteien geworfen werden.
Gleichzeitig soll versucht werden aufzuzeigen, warum dieser Konflikt schon seit Jahrzehnten schwelt und im Fazit, wie eine Änderung der Verhältnisse herbeigeführt werden könnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Konflikt

2. Meinungsführer und Organ der Freiwilligen Selbstkontrolle

2.1 Selbstverständnis des Presserats

2.2 Selbstverständnis der BILD-Zeitung

3. Konfliktpotential

3.2 Die Wallraff-Affäre

3.3 BILD und der Presserat heute

3.3.1 Die bildblog.de Affäre

3.3.2 Außenansicht des Presserats

4. Zukunftsaussichten – Reformen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das historisch belastete und spannungsgeladene Verhältnis zwischen der BILD-Zeitung als auflagenstärkstem deutschen Printmedium und dem Deutschen Presserat als Organ der freiwilligen Selbstkontrolle. Ziel ist es, die Gründe für die jahrzehntelangen Auseinandersetzungen zu analysieren, die Effektivität des Presserats im Umgang mit systematischer Boulevard-Berichterstattung kritisch zu hinterfragen und Möglichkeiten für eine effektivere Regulierung aufzuzeigen.

  • Historische Konfliktlinien zwischen BILD-Zeitung und Presserat
  • Selbstverständnis und Rollenkonflikte beider Akteure
  • Fallanalysen: Die Wallraff-Affäre und die bildblog.de-Problematik
  • Grenzen und Herausforderungen der freiwilligen Selbstkontrolle
  • Reformbedarf und Zukunftsperspektiven für den Presserat

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Wallraff-Affäre

Als eine weitere Belastungsprobe, die schließlich mit der Grund zur Auflösung des Presserats werden sollte, stellte sich die Affäre um Günter Wallraff knapp zehn Jahre später heraus: Der Journalist hatte sich unter dem Namen „Hans Esser“ für einige Monate in die BILD Redaktion in Hannover eingeschlichen, um die journalistischen Methoden der Boulevardzeitung aufzudecken. In seinem Buch „Der Aufmacher. Der Mann, der bei BILD Hans Esser war“, das 1977 veröffentlicht wurde, beschreibt er die überdurchschnittlich häufigen Verstöße der BILD-Zeitung gegen den Pressekodex als systematisch und nicht auf einzelne journalistische Fehlleistungen zurückzuführen.41 Günter Wallraff bezeichnet die Recherchemethoden als „unverantwortlich“42 und zeigt Verfälschungen, Verzerrungen von Tatsachen und politische Manipulationen der Boulevardzeitung auf.

Zunächst alarmierten diese Enthüllungen den Deutschen Presserat nicht. Zum einen, weil dieser zu jener Zeit gerade mit der Schleyer-Affäre beschäftigt war, zum anderen, da sich das Organ nicht mit einem Fall befassen muss, wenn er nicht durch eine Beschwerde an ihn herangetragen wird.43

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Konflikt: Das Kapitel führt in die langjährige Spannungsbeziehung zwischen der BILD-Zeitung und dem Deutschen Presserat ein, illustriert durch prominente Fälle wie die Miles & More-Affäre.

2. Meinungsführer und Organ der Freiwilligen Selbstkontrolle: Hier wird das jeweilige Selbstverständnis beleuchtet: Während der Presserat sich als moralische Instanz und Hüter der Berufsethik sieht, definiert sich die BILD-Zeitung primär über ihre Reichweite und Marktmacht.

3. Konfliktpotential: Das Kapitel analysiert drei zentrale Phasen des Konflikts, beginnend bei der Rolle der BILD-Zeitung zur Zeit der APO bis hin zu aktuellen Herausforderungen durch Online-Kritiker.

4. Zukunftsaussichten – Reformen: Das Fazit diskutiert die Kritik an der mangelnden Transparenz und abschreckenden Wirkung des Presserats und formuliert Ansätze für notwendige strukturelle Reformen.

Schlüsselwörter

BILD-Zeitung, Deutscher Presserat, Presseethik, Freiwillige Selbstkontrolle, Pressekodex, Wallraff-Affäre, bildblog.de, Boulevardmedien, Journalismus, Medienregulierung, Pressefreiheit, Beschwerdeverfahren, Axel Springer Verlag, Medienkritik, Publizistische Grundsätze.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das komplexe und konfliktgeladene Verhältnis zwischen der BILD-Zeitung und dem Deutschen Presserat als Kontrollinstanz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind journalistische Ethik, die Durchsetzung publizistischer Standards, die Grenzen der Selbstregulierung und die Auswirkungen massenmedialer Marktmacht auf den Presserat.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, warum es seit Jahrzehnten zu Konflikten kommt und ob der Presserat in der Lage ist, die Arbeitsweisen der BILD-Zeitung wirksam zu regulieren oder zu korrigieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine historische und fallbasierte Analyse, wobei sie auf Primärquellen wie Jahrbücher des Presserats, publizistische Grundsätze und Sekundärliteratur zu den besprochenen Affären zurückgreift.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit dem unterschiedlichen Selbstverständnis der Akteure, der Wallraff-Affäre der 1970er Jahre sowie der aktuellen Auseinandersetzung mit dem bildblog.de.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind BILD-Zeitung, Presserat, Pressekodex, Selbstkontrolle, Medienethik und systematische Verstöße.

Welche Rolle spielte die Wallraff-Affäre für den Presserat?

Die Affäre stellte eine massive Belastungsprobe dar, da der Presserat durch die systematischen Enthüllungen von Günter Wallraff gezwungen war, seine eigene Unbefangenheit und seine bisherige Strategie der Konfliktvermeidung zu rechtfertigen.

Wie bewertet die Arbeit die Wirksamkeit der Rügen?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Rügen oft nur geringe Konsequenzen für die BILD-Zeitung haben, da der Presserat seine Urteile lediglich als unverbindliche Meinungsäußerungen betrachtet und so seine eigene Autorität schwächt.

Excerpt out of 21 pages  - scroll top

Details

Title
"Ein zu vernachlässigendes Gremium.“- Das Verhältnis von BILD-Zeitung und Deutscher Presserat
College
LMU Munich  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Course
Seminar Medienlehre
Grade
1,7
Author
Ina Fuchshuber (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V80259
ISBN (eBook)
9783638878678
ISBN (Book)
9783638878715
Language
German
Tags
Gremium Verhältnis BILD-Zeitung Presserat Medienlehre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ina Fuchshuber (Author), 2006, "Ein zu vernachlässigendes Gremium.“- Das Verhältnis von BILD-Zeitung und Deutscher Presserat, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80259
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint