Kinder eignen sich die Welt durch erzählen und Erzählungen an. Sie benutzen die Sprache um sich zu orientieren, die Welt zu benennen und zu entdecken. Durch das abendliche Vorlesen, Kassetten hören, Comic lesen oder Bilderbücher betrachten haben Kinder ein breites Spektrum an literarischen Erzählstilen bereits bei Schuleintritt kennen gelernt. Zum Erzählen gehört auch das Zuhören und Nachfragen. Doch viele Kinder und Jugendliche haben Schwierigkeiten diese Komponenten zu bewältigen. Sie müssen erst noch erlernt werden. In den Schulen kommt dabei das mündliche Erzählen oft zu kurz. Der Morgen- oder Wochenkreis bildet meist die einzige Art mündliches Erzählen und aktives Zuhören zu fördern. Eine mangelnde Erzähl- und Zuhörfähigkeit wirkt sich ebenso negativ auf die Lese- und Schreibfähigkeit aus. Das schriftliche Erzählen baut auf dem Mündlichen auf. Wird letzteres nicht genügend gefördert oder gänzlich vernachlässigt, leidet das schriftliche Erzählen gleichsam darunter. Ein mangelndes Leseverständnis bildet sich aus, da das Zuhören eines Lesers eine Schwierigkeit darstellt. Viele Lehrer sind jedoch nicht ausreichend auf den Erwerb der mündlichen und schriftlichen Erzählkompetenz ausgebildet. Eine gezielte Förderung hätte jedoch bedeutende Vorteile. Das aktive Zuhören und kreative Erzählenlernen fördert sowohl die Kreativität, als auch die Kommunikationsfähigkeit; auch soziale Fähigkeiten werden erweitert. Erfahrungen und Weltwissen werden ausgetauscht und kommunikative Fähigkeiten erworben. Die Schule muss hierbei einen großen Teil leisten, denn Erzählen und Zuhören werden nicht ohne fachliche Unterstützung gelernt.
Welchen Beitrag die Literatur in Verbindung mit der fachkompetenten Lehrkraft hierbei geben kann, soll in diesem folgenden Text dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Mündliche und schriftliche Erzählformen
- Die Alltagserzählung
- Die literarische Erzählung
- Das dialogische Erzählen
- Das monologische Erzählen
- Erzählen lernen mit Hilfe der Kinderliteratur
- Die narrative Markierung
- Soziokulturelle Muster
- Erzählen nach Vorlagen
- Erzählen mit Bildergeschichten
- Vor- und Nachteile der Nacherzählung
- Die Buchvorstellung
- Die Fortsetzungsgeschichte
- Konsequenzen für die Lehrperson
- Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieser Text beleuchtet den Beitrag von Kinderliteratur zum Erzählerwerb. Er untersucht, wie die Auseinandersetzung mit verschiedenen literarischen Formen und Erzählstrukturen die mündliche und schriftliche Erzählkompetenz von Kindern fördern kann. Der Fokus liegt dabei auf dem Zusammenhang zwischen alltäglichen und literarischen Erzählformen, sowie auf der Rolle der Lehrkraft bei der Vermittlung und Förderung von Erzählkompetenz.
- Die Bedeutung des Erzählens für die kindliche Entwicklung
- Die verschiedenen Arten von Erzählungen und deren Einfluss auf die Erzählkompetenz
- Die Rolle der Kinderliteratur bei der Entwicklung von Erzählkompetenz
- Die Bedeutung der Lehrkraft bei der Vermittlung von Erzählkompetenz
- Die Folgen mangelnder Erzähl- und Zuhörfähigkeit
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema ein und beschreibt die Wichtigkeit von Erzählungen für die kindliche Entwicklung und die Herausforderungen, denen Kinder und Jugendliche bei der Entwicklung von Erzähl- und Zuhörkompetenz gegenüberstehen. Das Kapitel "Mündliche und schriftliche Erzählformen" definiert verschiedene Arten von Erzählungen, wie die Alltagserzählung und die literarische Erzählung, sowie das dialogische und monologische Erzählen. Diese Unterscheidung dient dazu, die verschiedenen Funktionen und Eigenschaften von Erzählformen zu verdeutlichen. Das Kapitel "Erzählen lernen mit Hilfe der Kinderliteratur" beleuchtet die Möglichkeiten, wie Kinderliteratur den Erzählerwerb von Kindern fördern kann. Der Fokus liegt dabei auf der Rolle der narrativen Markierung, soziokulturellen Mustern und dem Erzählen nach Vorlagen.
Schlüsselwörter
Dieser Text befasst sich mit den Themen Kinderliteratur, Erzählkompetenz, Mündliches und schriftliches Erzählen, dialogische und monologische Erzählformen, narrative Markierung, soziokulturelle Muster, Erzählen nach Vorlagen und die Rolle der Lehrkraft bei der Vermittlung von Erzählkompetenz. Der Text analysiert, wie Kinderliteratur den Erwerb von Erzählkompetenz bei Kindern beeinflussen kann und welche Bedeutung die Lehrkraft in diesem Prozess spielt.
Häufig gestellte Fragen
Wie lernen Kinder das Erzählen?
Kinder eignen sich Erzählkompetenz durch Zuhören, Nachfragen und die Auseinandersetzung mit Medien wie Bilderbüchern, Kassetten und Vorlesen an.
Was ist der Unterschied zwischen dialogischem und monologischem Erzählen?
Dialogisches Erzählen findet im Austausch mit anderen statt, während monologisches Erzählen eine zusammenhängende Schilderung durch eine einzelne Person ist.
Welchen Beitrag leistet Kinderliteratur zum Erzählerwerb?
Sie bietet narrative Markierungen und soziokulturelle Muster, die Kindern helfen, eigene Geschichten zu strukturieren und ihr Weltwissen zu erweitern.
Warum ist die Förderung der mündlichen Erzählkompetenz in der Schule wichtig?
Mündliches Erzählen bildet die Basis für das schriftliche Erzählen sowie für die Lese- und Schreibfähigkeit insgesamt.
Was sind die Folgen mangelnder Zuhörfähigkeit?
Mangelndes Zuhören führt oft zu Problemen beim Leseverständnis und erschwert die Kommunikation sowie die soziale Interaktion.
- Citar trabajo
- Julia Kloiber (Autor), 2005, Der literarische Beitrag zum Erzählerwerb - In Theorie und Praxis, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80291