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Die Rolle der Rhetorik im Rahmen der Artes Liberales

Title: Die Rolle der Rhetorik im Rahmen der Artes Liberales

Seminar Paper , 2005 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Dominic Hand (Author)

Rhetoric / Elocution / Oratory
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Hinter der Aufgabenstellung für diese Arbeit „Die Rolle der Rhetorik im Rahmen der Artes liberales“ verbirgt sich ein sehr weitläufiges, teilweise unerforschtes und schwer greifbares Themengebiet.
Bereits Uta Lindgren, die auch den Artikel über die „Artes liberales“ im Tübinger Rhetoriklexikon verfasste, spricht im Vorwort ihres Buches „Die Artes Liberales in Antike und Mittelalter“ von „[…] Skrupel, die einen im Angesicht eines so gigantischen Themas befallen […]“ können. Doch ebenso wie bei Lindgren, soll auch in dieser Arbeit durch sinnvolle Ein- wie Abgrenzung des Stoffes eine wissenschaftliche Untersuchung möglich gemacht werden, anstatt „[...] ein Klagelied anzustimmen, zumal wenn man ohnehin weder zu dichten noch zu singen vermag.“
So ist in der aktuellen Bildungsdebatte einzugestehen, dass dieses Thema nicht plötzlich aus dem Nichts auftauchte, sondern anscheinend Erkenntnisse in Vergessenheit gerieten, die unserer modernen Gesellschaft aus der Antike hätten vorliegen können. Genau diese Gegebenheit hat das besondere Interesse an dieser Hausarbeit geweckt. Bevor man sich der Aufgabenstellung widmen kann, welche Rolle die Rhetorik im Rahmen der „Artes liberales“ spielt, ist es sinnvoll in Punkt 2 zunächst eine Klärung des Begriffes unter Berücksichtigung des terminologischen wie mythologischen Hintergrundes vorzunehmen. Ist das Wesen dieser geklärt, stellt sich nun die Frage: „Wie viele und welche Fächer umfasste dieser Wissenschaftskanon gewöhnlicherweise und wie wurden diese eingeteilt?“
Hierauf soll Punkt 3 „Die Fächereinteilung der Artes liberales“ eine Antwort geben. Schon zum dortigen Zeitpunkt der Arbeit wird eine Eingrenzung des Stoffgebietes auf die „gewöhnliche“ Darstellung der „Artes liberales“ erfolgen müssen. Denn die vollständige und somit weitläufige Berücksichtigung historischer Entwicklungsaspekte hätte den geforderten Umfang dieser Hausarbeit bei weitem überstiegen.
Im vierten Punkt wird die Frage geklärt werden, welche Rolle die Rhetorik im Rahmen der „Artes liberales“ im lateinischen Mittelalter gespielt hat. In der Schlussbemerkung wird nochmals Stellung bezogen zu der in der Einleitung anklingenden Problematik der aktuellen Bildungspolitik und der Rolle der „Artes liberales“ hierbei

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zur Vorgehensweise in dieser Arbeit

2. Artes liberales – Begriffsklärung

2.1. Die Terminologie

2.2. έγχύχλιος παιδεία (Enkýklios paideía)

2.3. Die Mythologie

3. Die Fächereinteilung der Artes liberales

3.1. Die Entwicklung hin zum klassischen Wissenschaftskanon

3.1.1. Die griechische Antike

3.1.2. Die römische Antike

3.2. Die Fächer des klassischen Wissenschaftskanons

3.3. Die Beziehung der übrigen Fächer zur Rhetorik

4. Die Rolle der Rhetorik im Rahmen des mittelalterlichen Triviums

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Bedeutung und Entwicklung der "Artes liberales" sowie deren Bezug zur Rhetorik, um aufzuzeigen, inwieweit das antike Modell der ganzheitlichen Bildung eine Antwort auf aktuelle bildungspolitische Herausforderungen bieten kann.

  • Historische Herleitung und Begriffsdefinition der "Artes liberales"
  • Entwicklung des klassischen Wissenschaftskanons von der griechischen bis zur römischen Antike
  • Die Rolle und Funktion der Rhetorik innerhalb des mittelalterlichen Triviums
  • Interdependenzen zwischen den "redenden" und "rechnenden" Künsten
  • Kritische Analyse zur aktuellen Bildungssituation und dem Verlust fächerübergreifender Ansätze

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Terminologie

Der lateinische Begriff „Artes liberales“ lässt sich zum erstenmal bei Cicero De inv. I 35 im 1. Jahrhundert v. Chr. als fester Terminus nachweisen: „[…] quos habuerit artium liberalium […].“ Dieser wird heute ins Deutsche mit „freie Künste“ übersetzt. Jedoch ist bei der Übersetzung Vorsicht geboten. So ist der Singular „ars“ entgegen seiner wörtlichen Übersetzung nicht ausschließlich als „Kunst“ zu verstehen, sondern eher als „Technik, Fähigkeit, Sachgebiet“ und vor allem in der Bedeutung von „Wissenschaft“. „Liberales“ wurde zu Anfang des Mittelalters bereits einmal falsch übersetzt, indem man „liberales“ vom lat. Nomen „liber“ = dt. „Buch“ ableitete und somit unter ihr die Bücherwissenschaft verstand.

Die korrekte Übersetzung, wie sie Heute gilt und aus der Antike übernommen wurde, geht vom lat. Adjektiv „liber“ = dt. „frei“ aus. Diese Übersetzung findet ihre Bestätigung in der Tatsache, dass in der Antike darunter „[…] die eines freien Mannes würdigen Künste und Wissenschaften“ verstanden wurden. Diesem Terminus gegenüber standen die sogenannten banausischen oder handwerklichen Fähigkeiten, bezeichnet als „Artes illiberales“, „Artes sordidae“ oder „Artes mechanicae“. Für den zur Vokabel erstarrten Ausdruck „Artes liberales“, finden sich in der Literatur auch häufig die Termini „disciplinae liberales, studia liberales oder litterae liberales“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zur Vorgehensweise in dieser Arbeit: Einführung in die Themenstellung und Erläuterung der methodischen Eingrenzung sowie der Zielsetzung der Hausarbeit.

2. Artes liberales – Begriffsklärung: Terminologische Herleitung und mythologische Einordnung der freien Künste im antiken Kontext.

3. Die Fächereinteilung der Artes liberales: Darstellung der historischen Entwicklung des Wissenschaftskanons und der spezifischen Fächerzusammensetzung von der Antike bis zum klassischen Kanon.

4. Die Rolle der Rhetorik im Rahmen des mittelalterlichen Triviums: Analyse des Verhältnisses der Rhetorik zu den anderen Triviumsdisziplinen und deren Rezeption im christlichen Mittelalter.

5. Schlussbemerkung: Resümee über das Versäumnis der modernen Bildungspolitik hinsichtlich ganzheitlicher, fächerübergreifender Lehrkonzepte.

Schlüsselwörter

Artes liberales, Rhetorik, Trivium, Quadrivium, Enkýklios paideía, Bildungsdebatte, Antike, Mittelalter, Wissenschaftskanon, freie Künste, fächerübergreifende Bildung, lateinisches Mittelalter, Ciceronische Rhetorik, Wissensvermittlung, Bildungsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Rhetorik innerhalb der "Artes liberales" und deren historischer Entwicklung vom antiken griechischen Bildungskanon bis hin zum mittelalterlichen Trivium.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Begriffsdefinition der "Artes liberales", die historische Entwicklung der Fächereinteilung und die enge Verflechtung der Rhetorik mit anderen Disziplinen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, den Ursprung des ganzheitlichen Bildungsgedankens der Antike zu beleuchten und kritisch auf die aktuelle bildungspolitische Lage zu beziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, indem er antike Quellen und deren Rezeption in der Sekundärliteratur aufarbeitet.

Welche Inhalte umfasst der Hauptteil?

Im Hauptteil werden die begriffliche Klärung, die Entwicklung des Wissenschaftskanons und eine detaillierte Analyse der Rhetorik innerhalb des mittelalterlichen Bildungssystems behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Artes liberales, Rhetorik, Trivium, Quadrivium und der fächerübergreifende Bildungsansatz.

Wie unterscheidet sich das Trivium vom Quadrivium laut der Arbeit?

Das Trivium (Grammatik, Rhetorik, Dialektik) bildet die "redenden Künste" und stellt das Fundament der Bildung dar, während das Quadrivium die "rechnenden Künste" (Arithmetik, Geometrie, Astronomie, Musik) umfasst.

Warum wurde die Rolle der Rhetorik im Mittelalter als "wandelbar" bezeichnet?

Die Rhetorik verlor ihre ursprüngliche Bedeutung als Instrument der demokratischen Debatte und wandelte sich in der christlichen Lehre zur Unterstützung der Bibelinterpretation und Literaturtheorie.

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Details

Title
Die Rolle der Rhetorik im Rahmen der Artes Liberales
College
University of Tubingen  (Seminar für Allgemeine Rhetorik)
Course
Rhetorik und Lernen
Grade
1,7
Author
Dominic Hand (Author)
Publication Year
2005
Pages
23
Catalog Number
V80309
ISBN (eBook)
9783638875271
ISBN (Book)
9783640390809
Language
German
Tags
Rolle Rhetorik Rahmen Artes Liberales Rhetorik Lernen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dominic Hand (Author), 2005, Die Rolle der Rhetorik im Rahmen der Artes Liberales, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80309
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