Die Arbeit beschäftigt sich mit der so genannten „Cuban Rum Controversy“, dem Streit um die Rechte am Markennamen Havana Club. Dieser Fall berührt diverse Komplexe des internationalen und des amerikanischen Markenrechts.
Schwerpunkt ist jedoch vorliegend die Untersuchung der Entscheidung des WTO-Streitschlichtungspanels und der vom Appelate Body am 02.01.2002 festgestellten Ergebnisse. Das Panel wurde von der Europäischen Union auf Initiative Frankreichs einberufen, um die Rechte des französischen Unternehmens Pernod Ricard zu sichern. Antragsgegner waren die Vereinigten Staaten, die 1998 den Sec.211 Omnibus Appropriations Act erlassen hatten, um die Handelsinteressen von Bacardi & Co. Ltd. und Bacardi-Martini gegen Pernod Ricard zu sichern.
Zunächst werden der Konflikt und seine Ursprünge dargestellt, hierbei wird primär auf die Fakten Bezug genommen, wie sie vom Southern District Court of New York in den Havana Club Fällen I bis IV festgestellt wurden und wie sie auch von der WTO den Streitschlichtungsverhandlungen zu Grunde gelegt wurden. Im Anschluss wird die Entscheidung des Appellate Body der WTO anhand der maßgeblichen Normen des TRIPS-Abkommen betrachtet und bewertet.
Gliederung
A. Einleitung
B. Konfliktgeschichte
I. Entwicklungen und Ausgangslage des Konfliktes (bis 1996/97)
II. Havana Club Urteile vor dem SDNY (1996-1999)
1. HCH, HCI ./. Bacardi I
2. HCH, HCI ./. Bacardi II
3. HCH, HCI ./. Bacardi III
4. HCH, HCI ./. Bacardi IV
III. Section 211 Omnibus Appropriations Act of 1998
1. Entstehungsgeschichte
2. Regelungsgehalt
a) Sec. 211 (a) (1) OAA
b) Sec. 211 (a) (2) OAA
c) Sec. 211 (b) OAA
IV. Entwicklung des Konfliktes nach dem Erlass des Sec. 211 OAA
C. Appellate Body Report (WT/DS176/AB/R, 02.01.2002)
I. Art. 6 quinquies PVÜ
II. Art. 15 I TRIPS
III. Art. 16 TRIPS
IV. Art. 42 TRIPS
V. Art. 3 I TRIPS, Art. 2 (1) PVÜ
VI. Art. 4 TRIPS
VII. Handelsnamen
D. Bindungswirkung
E. Stellungnahme und Kritik
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den „Cuban Rum Controversy“-Streitfall unter besonderer Berücksichtigung der WTO-Entscheidung zum „Section 211 Omnibus Appropriations Act of 1998“. Ziel ist die Analyse der juristischen Auseinandersetzung zwischen den USA und der Europäischen Union sowie die Bewertung der Konsequenzen für das internationale Markenrecht.
- Rechtliche Analyse des „Cuban Rum Controversy“-Konflikts.
- Untersuchung des US-Gesetzes „Section 211 Omnibus Appropriations Act“.
- Evaluierung der WTO-Appellate-Body-Entscheidung von 2002.
- Diskussion der WTO-Prinzipien Inländerbehandlung und Meistbegünstigung im Markenrecht.
- Kritische Würdigung der Durchsetzbarkeit von WTO-Entscheidungen bei nationalen Alleingängen.
Auszug aus dem Buch
A. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der so genannten „Cuban Rum Controversy“, dem Streit um die Rechte am Markennamen Havana Club. Dieser Fall berührt diverse Komplexe des internationalen und des amerikanischen Markenrechts.
Schwerpunkt meiner Arbeit ist jedoch vorliegend die Untersuchung der Entscheidung des WTO-Streitschlichtungspanels und der vom Appelate Body am 02.01.2002 festgestellten Ergebnisse. Das Panel wurde von der Europäischen Union auf Initiative Frankreichs einberufen, um die Rechte des französischen Unternehmens Pernod Ricard zu sichern. Antragsgegner waren die Vereinigten Staaten, die 1998 den Sec.211 Omnibus Appropriations Act erlassen hatten, um die Handelsinteressen von Bacardi & Co. Ltd. und Bacardi-Martini gegen Pernod Ricard zu sichern. Meine Arbeit gliedert sich in zwei Schwerpunkte.
Zunächst werde ich mich mit der Darstellung des Konfliktes und seiner Ursprünge beschäftigen. Hierbei werde ich mich primär auf die Fakten beziehen wie sie vom Southern District Court of New York in den Havana Club Fällen I bis IV festgestellt wurden und wie sie auch von der WTO den Streitschlichtungsverhandlungen zu Grunde lagen. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass nach Darstellung von Bacardi, wie auch von Pernod Ricard und von Havana Club International einige dieser mutmaßlichen Fakten falsch berücksichtigt wurden.
Auf diesbezügliche Vorwürfe von Seiten der Opponenten werde ich nur marginal eingehen, da sie für die WTO Entscheidung und die Bewertung dieser Entscheidung nicht maßgeblich waren/sind. Im Anschluss werde ich die Entscheidung des Appellate Body der WTO anhand der maßgeblichen Normen des TRIPS-Abkommen betrachten und dazu abschließend Stellung beziehen.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Einführung in den „Havana Club“-Konflikt sowie Darlegung der Forschungsziele und der methodischen Vorgehensweise.
B. Konfliktgeschichte: Detaillierte Schilderung der historischen Entwicklung von der Enteignung in Kuba bis zu den vier Gerichtsverfahren vor dem US District Court.
C. Appellate Body Report (WT/DS176/AB/R, 02.01.2002): Zentrale juristische Prüfung der WTO-Entscheidung hinsichtlich der Vereinbarkeit des US-Gesetzes mit den Artikeln des TRIPS-Abkommens und der PVÜ.
D. Bindungswirkung: Analyse der praktischen Wirksamkeit von WTO-Urteilen und dem Umgang der USA mit der Entscheidung.
E. Stellungnahme und Kritik: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit der WTO und Vorschläge zur Modifikation des Streitbeilegungsverfahrens.
Schlüsselwörter
Havana Club, WTO, TRIPS, Markenrecht, Section 211 OAA, Pernod Ricard, Bacardi, Inländerbehandlung, Meistbegünstigung, Streitbeilegung, geistiges Eigentum, Appellat Body, Enteignung, PVÜ, Handelsnamen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Handelsstreit zwischen der EU und den USA um den Markennamen „Havana Club“ vor dem Hintergrund internationaler WTO-Regelungen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen das US-amerikanische Markenrecht, das „Kuba-Embargo“, die Vereinbarkeit nationaler Gesetze (Sec. 211 OAA) mit internationalen Verträgen sowie die WTO-Streitschlichtung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die juristische Untersuchung der WTO-Entscheidung von 2002 und deren Auswirkungen auf das internationale System geistiger Eigentumsrechte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine rechtswissenschaftliche Analyse von Gerichtsurteilen (SDNY) sowie eine abstrakte Normenkontrolle der WTO-Entscheidung im Kontext des TRIPS-Abkommens.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Konfliktgeschichte, der US-Gerichtsurteile und die detaillierte Prüfung der WTO-Appellate-Body-Findings.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Havana Club, WTO, TRIPS, Markenrecht, Inländerbehandlung und Meistbegünstigung.
Wie bewertet der Autor die Rolle des „Sec. 211 Omnibus Appropriations Act“?
Der Autor sieht darin ein politisches Konstrukt, um im Rahmen der „Kuba-Politik“ amerikanischen Unternehmen Vorteile zu verschaffen, was zu Konflikten mit WTO-Regeln führt.
Warum ist die Bindungswirkung der WTO-Entscheidung laut Autor problematisch?
Die USA zeigen sich resistent gegenüber den WTO-Empfehlungen, was das Defizit der WTO in der verbindlichen Durchsetzung ihrer Urteile gegenüber mächtigen Nationalstaaten verdeutlicht.
Welche konkreten Schlussfolgerungen zieht der Autor zur Streitbeilegung?
Es wird eine Modifikation des Verfahrens gefordert, die einen Mittelweg zwischen drakonischen Sanktionen und einer wirkungslosen, laxen Handhabung finden muss.
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- Christoph Barth (Author), 2005, Rechtsfragen der Welthandelsorganisation - Die "Cuban Rum Controversy", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80373