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Selektionsmotive für traurige Filme und Analyse der spezifischen Rezeptionsmodalitäten

Eine qualitative Untersuchung zum Sad Film Paradoxon im Rahmen der Unterhaltungsrezeption

Title: Selektionsmotive für traurige Filme und Analyse der spezifischen Rezeptionsmodalitäten

Diploma Thesis , 2007 , 277 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Alexandra Ruchlak (Author)

Psychology - Media Psychology
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Summary Excerpt Details

Film- und FernsehzuschauerInnen erleben bei der Rezeption von Filmen mit traurigen und tragischen Inhalten intensive Gefühle, die normalerweise als unangenehm beurteilt werden, wie Trauer, Verzweiflung, Angst oder Hoffnungslosigkeit. Der kommerzielle Erfolg der ‚Tearjerker’ (amerikanischer Begriff für ‚Schnulzen’) oder Dramen und Tragödien in Fernsehen und Kino zeigt, dass die Rezipienten diese Art des Mediums als Entertainment wahrnehmen und folglich Filme, die traurige Gefühle auslösen, gezielt aufzusuchen scheinen. Dieses „Paradoxon“ wird seit Anfang der 90er Jahre versucht in Studien im Rahmen medienpsychologischer Forschung zu ergründen und als Sad Film Paradoxon bezeichnet. Inwieweit Rezipienten ihr subjektives Erleben während der Rezeption beschreiben und wie sie sich selbst die Frage nach den Gratifikationen beantworten, die sie aus diesem Medienangebot erhalten bzw. warum sie gezielt nach diesem Medium greifen (Empathie, Identifikation mit den Charakteren, Selbsterfahrung, Lernen etc.), ist auf diesem qualitativen Weg bisher noch nicht untersucht worden.

Diese Arbeit soll deshalb einen explorativen Beitrag leisten und widmet sich mithilfe einer qualitativen Einzelfallstudie unter anderen der Frage, warum sich Personen mit dieser Art von Filmen mit traurigen Inhalten „entertainen“. Zum anderen geht es aber auch um die Frage, wie die Rezipienten diese Art des Mediums wahrnehmen und welchen Nutzen sie aus der Rezeptionssituation ziehen. Von zentraler Bedeutung ist hierbei das persönliche Erleben bzgl. der Selektion und Rezeption trauriger Filme. Des weiteren sollen sich dadurch zusätzlich auch Hinweise ergeben, was der Einzelne überhaupt unter einem „traurigen“ Film versteht. Da hier davon ausgegangen wird, das Themen wie Tod / Sterben, bzw. Krankheit zentrale Elemente trauriger Filme darstellen, wird ebenso der Umgang mit diesen spezifischen Themen eruiert.
Für die Motivation, traurige Filme zu schauen konnten insgesamt 33 Motive auf drei Rezeptions-Ebenen - auf einer sozialen, einer kognitiven und einer emotionalen - identifiziert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG ...................................................................................................................... 5

1 THEORETISCHER BEZUGSRAHMEN ...................................................................... 9

1.1 Theorien zur Mediennutzung und Unterhaltungsrezeption ......................................... 9

1.1.1 Der aktive Mediennutzer ..................................................................................... 10

1.1.1.1 Der Uses-and-Gratifications-Ansatz ........................................................... 10

1.1.1.2 Kritik und Erweiterungen ............................................................................ 10

1.1.2 Der Unterhaltungsbegriff innerhalb der Rezeptionsforschung ........................... 13

1.2 Das integrative Konstrukt der Rezeptionsmodalitäten .............................................. 15

1.3 Erklärungsansätze und Befunde zum Sad Film Paradoxon ....................................... 20

1.3.1 Das Genre ‚Sad Film’ ......................................................................................... 20

1.3.2 Differentielle Medienwirkung und Rezipientenmerkmale ................................. 23

1.3.2.1 Gender .......................................................................................................... 23

1.3.2.2 Persönlichkeitseigenschaften ....................................................................... 26

1.3.2.3 Alexithymia und Filmpräferenz .................................................................... 28

1.3.3 Erklärungsansätze in Bezug auf affektive und kognitive Aktivität .................... 29

1.3.3.1 Identifikation ................................................................................................ 29

1.3.3.2 Empathie ...................................................................................................... 32

1.3.3.3 Stellenwert der Protagonisten ...................................................................... 33

1.3.3.4 Stimmungsregulation ................................................................................... 34

1.3.3.5 Evolutionspsychologische Perspektive ........................................................ 37

1.3.3.6 Kognitive Kontrollprozesse medieninduzierter Emotionen ......................... 38

1.3.3.7 Prozesse des sozialen Vergleichs ................................................................. 39

1.3.3.8 Einstellungen zum Mitgefühl ........................................................................ 41

1.3.3.9 Meta-Emotionen ........................................................................................... 43

1.3.3.10 Perspektive des ‚Terror Managements’ ..................................................... 44

1.3.4 Zusammenfassung: Der Stand zum Sad Film Paradoxon ................................... 46

2 METHODE ...................................................................................................................... 50

2.1 Fragestellung und Begründung für die Wahl einer qualitativen Untersuchungsmethodik .................................................................................................. 50

2.2 Die besonderen Merkmale qualitativer Forschung .................................................... 53

2.2.1 Prinzipien und Regeln im Rahmen qualititativer Untersuchungen ..................... 53

2.2.2 Gütekriterien innerhalb qualitativer Forschung .................................................. 54

2.2.3 Qualitative Datenerhebung mit halb-strukturiertem Leitfaden ........................... 56

2.3 Ablauf der Untersuchung ........................................................................................... 57

2.3.1 Begründung für die Art des Untersuchungsablaufes .......................................... 57

2.3.2 Stichprobe ........................................................................................................... 58

2.3.3 Untersuchungsfilm .............................................................................................. 59

2.4 Datenauswertung im Rahmen qualitativer Forschung ............................................... 60

2.4.1 Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring ............................................................ 60

2.4.2 Vorgehen bei der Datenauswertung .................................................................... 62

2.4.3 Explikation des Kategoriensystems .................................................................... 62

2.5 Zusammenfassung: Methode ........................................................................................ 82

3 ERGEBNISSE ................................................................................................................. 83

3.1 Begründung für die Art der Ergebnisdarstellung ....................................................... 83

3.2 Einzelfallbeschreibungen ........................................................................................... 84

3.3 Darstellung der ausgewerteten Daten ...................................................................... 126

3.4 Motivklassen und geschlechtsspezifische Unterschiede .......................................... 138

4 DISKUSSION ................................................................................................................ 140

4.1 Modalitäten: Entertainment durch traurige Filme? .................................................. 140

4.2 Motive: Gratifikationen durch traurige Filme? ........................................................ 145

4.3 Fazit .......................................................................................................................... 151

4.3.1 Resumée ............................................................................................................ 151

4.3.2 Grenzen der Arbeit und Ausblick ..................................................................... 153

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht das „Sad Film Paradoxon“, also das Phänomen, warum Menschen freiwillig Filme mit traurigen Inhalten rezipieren, obwohl diese Emotionen auslösen, die normalerweise als negativ empfunden werden. Ziel ist es, durch eine explorative qualitative Untersuchung von zwölf Einzelinterviews die individuellen Motive und Gratifikationen sowie die Rezeptionsmodalitäten zu identifizieren, die zur Auswahl und zum Konsum tragischer Filminhalte führen.

  • Erforschung der Selektionsmotive für traurige Filme.
  • Analyse spezifischer Rezeptionsmodalitäten bei der Betrachtung trauriger Filme.
  • Untersuchung potenzieller geschlechtsspezifischer Unterschiede im Rezeptionsverhalten.
  • Analyse der Rolle von Persönlichkeitsvariablen als Einflussfaktoren auf das Selektionsverhalten.
  • Erforschung des Umgangs mit existentiellen Themen wie Tod und Krankheit in filmischen Narrativen.

Auszug aus dem Buch

Erklärungsansätze und Befunde zum Sad Film Paradoxon

Im Rahmen der Selektion und Rezeption von Unterhaltung wird zumeist davon ausgegangen, dass diese aus hedonistischen Gründen motiviert ist. Somit ist ein Phänomen, das innerhalb der Rezeptionsforschung besonders verwundert, jenes, dass Menschen es als reizvoll bzw. unterhaltend und positiv bewerten, Medienangebote zu wählen und zu rezipieren wie z. B. Filme aus dem Genre Drama oder auch Informationssendungen mit tragischem Inhalt. Im Sinne des Nutzen- und Belohnungsansatzes – wie weiter oben erläutert – suchen einige Rezipienten dieses Genre also gezielt auf und versprechen sich davon entsprechende Gratifikationen, die nicht so nahe auf der Hand zu liegen scheinen.

Eine weitere Unsicherheit ergibt sich aus dem Begriff des Genres Drama per se. Der wissenschaftliche Terminus ‚Sad Film Paradoxon’ wurde in den 90er Jahren durch Arbeiten von Mary Beth Oliver hervorgerufen, die mit „sad films“ – traurigen Filmen – von Spielfilmen ausging, die im anglo-amerikanischen Sprachraum als „Tearjerker“ bezeichnet werden und einem separaten Genre, dem des ‚Liebesfilms’ zugeordnet werden können. Im Rahmen ihrer Untersuchung zum Paradoxon im Jahre 1993 ließ Oliver innerhalb einer Voruntersuchung eine amerikanische Schulklasse befragen bzw. auflisten, welche Filme bei ihnen traurige Gefühle auslösen. Dabei wurde sowohl auf eine Differenzierung von weiblichen und männlichen Vorstellungen zu diesem Genre verzichtet, als auch in eine Unterscheidung von Filmen, die mit einem guten versus einem tragischen Ausgang enden. Demnach beziehen sich die bisherigen Arbeiten zum Sad Film Paradoxon auf ‚Tearjerker’ mit relativ unspezifischer Thematik und der Vermutung, dass es sich dabei zumeist um „Herzschmerz“-Themen im Rahmen von Liebesgeschichten handelt.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Thema des „Sad Film Paradoxons“ ein, beleuchtet die Faszination für traurige Inhalte und formuliert die explorative Zielsetzung der Diplomarbeit.

1 THEORETISCHER BEZUGSRAHMEN: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über medienpsychologische Theorien zur Unterhaltungsrezeption, definiert Rezeptionsmodalitäten und diskutiert existierende Erklärungsansätze für das Sad Film Paradoxon.

2 METHODE: Das methodische Vorgehen wird erläutert, welches auf einer qualitativen Einzelfallstudie mit zwölf halb-strukturierten Interviews basiert.

3 ERGEBNISSE: Hier werden die Ergebnisse der qualitativen Einzelfallanalysen zusammengefasst und hinsichtlich der identifizierten Motive und Modalitäten dargestellt.

4 DISKUSSION: Die Diskussion reflektiert die Ergebnisse im Kontext existierender Theorien und beleuchtet die Grenzen der vorliegenden explorativen Diplomarbeit sowie Möglichkeiten für zukünftige Forschungsansätze.

Schlüsselwörter

Sad Film Paradoxon, Rezeptionsforschung, Unterhaltungsrezeption, Medienpsychologie, Qualitative Inhaltsanalyse, Filmrezeption, Motivforschung, Gratifikationen, Emotionsregulation, Identifikation, Empathie, Traurige Filme, Narrativer Film, Mediennutzung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das sogenannte „Sad Film Paradoxon“ – die Tatsache, dass Menschen sich freiwillig Unterhaltungsmedien wie Dramen oder Tragödien aussetzen, obwohl diese Gefühle wie Trauer oder Verzweiflung auslösen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die Medienpsychologie, insbesondere die Unterhaltungsrezeption, sowie die Analyse individueller Rezeptionsmodalitäten und Motive beim Konsum trauriger Filme.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist es, explorativ zu ergründen, warum Rezipienten gezielt traurige Filme wählen und welchen persönlichen Nutzen (Gratifikationen) sie aus diesen medialen Erlebnissen ziehen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin wählt eine qualitative Vorgehensweise. Sie führt insgesamt zwölf Einzelinterviews durch und wertet diese mit der Methode der „qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring“ aus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Bezugsrahmen, die detaillierte Beschreibung der gewählten qualitativen Methode, die Darstellung der empirischen Ergebnisse aus den Interviews sowie deren Diskussion.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie „Sad Film Paradoxon“, „Rezeptionsmodalitäten“, „Empathie“, „Stimmungsregulation“ und „Mediennutzung“ beschreiben.

Wie wurde der Untersuchungsfilm für die Interviews ausgewählt?

Der Untersuchungsfilm „Mein Leben ohne mich“ wurde aufgrund seines tragischen Inhalts, des Schwerpunkts auf Themen wie Krankheit und Tod sowie des offenen Endes gewählt, um tiefergehende Rezeptionsmuster zu provozieren.

Welche Rolle spielt die Geschlechteridentität bei der Rezeption trauriger Filme?

Die Autorin untersucht, ob sich Unterschiede zwischen Frauen und Männern in der Selektion und dem Erleben trauriger Filme zeigen, und prüft, inwiefern dies mit sozialen Erwartungen und individuellen Motiven korreliert.

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Details

Title
Selektionsmotive für traurige Filme und Analyse der spezifischen Rezeptionsmodalitäten
Subtitle
Eine qualitative Untersuchung zum Sad Film Paradoxon im Rahmen der Unterhaltungsrezeption
College
University of Cologne  (Psychologisches Institut der Universität zu Köln)
Course
Arbeits-Organisations-Kommunikation-und Medienpsychologie
Grade
1,3
Author
Alexandra Ruchlak (Author)
Publication Year
2007
Pages
277
Catalog Number
V80387
ISBN (eBook)
9783638830072
ISBN (Book)
9783638832779
Language
German
Tags
Selektionsmotive Filme Analyse Rezeptionsmodalitäten Arbeits-Organisations-Kommunikation-und Medienpsychologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexandra Ruchlak (Author), 2007, Selektionsmotive für traurige Filme und Analyse der spezifischen Rezeptionsmodalitäten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80387
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