Die Schrift ist für uns so alltäglich und selbstverständlich, dass ein Leben ohne sie für den modernen Menschen kaum vorstellbar ist. Sie ist die bildhafte Darstellung (Graphem) von Lauten (Phonemen) und begegnet uns in Form von Buchstaben in allen Print- und elektronischen Medien.
Im Verlauf meiner Arbeit beschreibe ich den Ursprung und die Weiterentwicklung der schriftlichen Sprache bis zum heutigen Tag. Vom mündlich überlieferten Märchen bis zur virtuellen Email, von der kunstvoll angefertigten Handschrift zur Massenauflage über Rotationsmaschinen oder digitalen Druck hat sie einen langen Weg durchlaufen.
Der historische Rückblick meiner Arbeit (Kapitel 2) zeigt die beiden großen Richtungen der Schriftkultur, der Orientierung an der Wortbedeutung (Logographie) und der Ausrichtung an den Lauten der Sprache (Phonographie) auf.
Den Mittelpunkt der Arbeit bildet die Erklärung des Einflusses der geschriebenen Sprache auf die Zivilisationen der Welt, der entscheidenden Prägung unserer Gesellschaft durch sie und ihren Nutzen für den Menschen. Daher befasse ich mich in Kapitel 3 zunächst mit den Funktionen, die die Schrift erfüllt und deren Auswirkungen auf die Öffentlichkeit. Kognitionsentlastung (3.2.1), Wissensvermehrung (3.2.2) und ein neues Geschichtsbewußtsein durch historische Recherchemöglichkeiten (3.2.3) finden hierbei besondere Berücksichtigung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Rückblick: Historie
3 Die Schriftkultur und ihre Auswirkungen
3.1 Von der Notwendigkeit der Schrift
3.2 Funktionen der Schrift
3.2.1 Schrift ermöglicht Kognitionsentlastung
3.2.2 Schrift ermöglicht Wissensvermehrung und Externalisierung
3.2.3 Schrift ermöglicht Archivierung und Recherchierbarkeit
3.2.4 Schriftliche Kommunikation
3.3 Funktionen der Schrift verändern das menschliche Zusammenleben
4 Der Buchdruck als Perfektionierung der Schrift
4.1 Reaktionen der Gesellschaft
4.2 Auswirkungen des Buchdrucks auf die Schrift
5 Zeitung- das geschriebene Wort gedruckt und massenweise publiziert
5.1 Anfänge der Presse und Schriftlichkeit
5.2 Zeitung als Zeitzeugnis
6 Zusammenfassung: Die Schrift - ein machtvolles Kommunikationsmittel
7 Ausblick: Symbiose von Schrift und Computerwesen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und den gesellschaftlichen Einfluss der geschriebenen Sprache von ihren Ursprüngen bis zum digitalen Zeitalter. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse, wie die Technologisierung des Wortes durch Schrift, Buchdruck und Presse die kognitiven Fähigkeiten des Menschen erweitert, soziale Strukturen geprägt und die Kommunikation revolutioniert hat.
- Historische Genese von Logographie und Phonographie
- Kognitive und soziale Funktionen der Schriftlichkeit
- Die Revolution der Informationsverbreitung durch den Buchdruck
- Die Rolle der Zeitung als Massenmedium und historisches Zeugnis
- Veränderung des menschlichen Geschichtsbewusstseins durch Archivierung
Auszug aus dem Buch
4.1 Reaktionen der Gesellschaft
Diese Archivierung von Wissensbeständen zeigt, wie sich die Funktion des Buches erweitert hat. Bücher werden nun zu einer autarken Informationsquelle, auf die jeder zugreifen kann. In unseren heutigen Archiven und Bibliotheken kann man sich jede nur erdenkliche Information besorgen und selbstständig aneignen. Hier ist nicht klar, wie und ob der Rezipient das Gelesene versteht. Diesen Punkt kritisierte schon Platon im Phaidros. „Und jedes Wort, das einmal geschrieben ist, treibt sich in der Welt herum, - gleichermaßen bei denen, die es verstehen, wie bei denen, die es in keiner Weise angeht, und es weiß nicht zu wem es sprechen soll und zu wem nicht.“ Ein geschriebenes Wort „spricht“ zu jedem der es lesen und somit seine Bedeutung erfassen kann. Das Wissen, dass hinter dem geschriebenen Wort steht, kann nicht sprechen und sich erklären, sondern wird während des Lesevorgangs aus der Sicht des Autors falsch oder richtig verstanden. In beiden Fällen verfügt der Rezipient jedoch über neue Erkenntnisse.
Die Bibel wurde als erstes Buch gedruckt! Das Volk brauchte nun keine Priester mehr, um die Aussagen Gottes vermittelt zu bekommen. Es konnte Gottes Wort nun selber lesen und die Priesterschaft hatte große Angst ihre Macht zu verlieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Bedeutung der Schrift als alltägliches Medium und stellt den Aufbau der Arbeit dar.
2 Rückblick: Historie: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss über die Entwicklung von Schriftsystemen, von logographischen Anfängen bis zur modernen phonographischen Alphabetschrift.
3 Die Schriftkultur und ihre Auswirkungen: Es wird die technologische Dimension der Schriftlichkeit beleuchtet, insbesondere wie Schrift kognitive Entlastung ermöglicht und das menschliche Zusammenleben strukturiert.
4 Der Buchdruck als Perfektionierung der Schrift: Das Kapitel behandelt die revolutionäre Bedeutung der Erfindung Gutenbergs und deren soziale sowie technische Auswirkungen auf das Schriftbild.
5 Zeitung- das geschriebene Wort gedruckt und massenweise publiziert: Hier wird die Zeitung als ein zentrales Realisierungsmedium der Schrift betrachtet, welches politische Meinungsbildung und Massenkommunikation maßgeblich beeinflusste.
6 Zusammenfassung: Die Schrift - ein machtvolles Kommunikationsmittel: Die Ergebnisse zur Bedeutung der Schrift für die Zivilisation werden synthetisiert und ihre Rolle als Informationsspeicher hervorgehoben.
7 Ausblick: Symbiose von Schrift und Computerwesen: Der letzte Teil reflektiert den Wandel der Schriftkultur durch moderne Computertechnologien und betont die bleibende Relevanz des geschriebenen Wortes.
Schlüsselwörter
Schriftkultur, Literalität, Buchdruck, Phonographie, Logographie, Massenmedien, Zeitung, Kommunikation, Kognitionsentlastung, Externalisierung, Gutenberg, Schriftentwicklung, Zeitzeugnis, Wissensvermehrung, Digitalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der Schrift und deren tiefgreifenden Einfluss auf die menschliche Gesellschaft und die Art und Weise, wie Wissen gespeichert und kommuniziert wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Schriftsysteme, die Funktionen der Literalität, die kulturelle Revolution durch den Buchdruck sowie die Bedeutung der Presse als Massenmedium.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel der Arbeit ist es zu erklären, wie die Einführung und Perfektionierung der Schrift zur technologischen und sozialen Prägung der Welt sowie zur Erweiterung des menschlichen Wissens beigetragen hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse kulturwissenschaftlicher und medientheoretischer Werke, um die historische Entwicklung und die gesellschaftlichen Auswirkungen der Schriftlichkeit zu interpretieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Funktionen der Schrift, den Übergang zur literalen Gesellschaft, die technische Revolution des Buchdrucks und die Entwicklung der Zeitung als Medium der Massenkommunikation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Schriftkultur, Literalität, Buchdruck, Informationsspeicher und gesellschaftlicher Wandel charakterisiert.
Wie verändert die Schrift laut der Autorin das menschliche Geschichtsbewusstsein?
Durch die schriftliche Fixierung von Fakten und Ereignissen wird eine Archivierung möglich, die es Rezipienten erlaubt, sich in vergangene Situationen hineinzuversetzen und eine kritische Distanz zur Gegenwart zu entwickeln.
Welche Rolle spielt die Zeitung laut der Arbeit für die öffentliche Meinung?
Die Zeitung fungiert als subjektives Zeitzeugnis, das tagesaktuelle Ereignisse aus einer spezifischen politischen Ausrichtung kommentiert und so die öffentliche Meinung beeinflussen oder manipulieren kann.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Schrift im Computerzeitalter?
Obwohl sich die Informationsverarbeitung auf digitale Systeme verlagert hat, bleibt die Schrift laut der Autorin unverzichtbar für die Interaktion mit Computern und die Nutzbarmachung von Wissen.
- Quote paper
- Svenja Schäfer (Author), 2003, Das geschriebene Wort in seiner historischen Entwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80416