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McTaggarts Beweis der Irrealität der Zeit - ein Versuch seiner Widerlegung

Title: McTaggarts Beweis der Irrealität der Zeit - ein Versuch seiner Widerlegung

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Gunther Dahm (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Summary Excerpt Details

McTaggarts Auseinandersetzung mit der Zeitproblematik gehört zu den Versuchen, die Irrealität der Zeit dadurch zu erweisen, dass die Begriffe, die wir uns von der Zeit bilden, als widersprüchlich herausgestellt werden. Widersprüche in unserem Zeitbegriff sollen belegen, dass es nicht möglich ist, Zeit, wie sie gewöhnlich vorgestellt wird, als eine Struktur der Realität aufzufassen. Die vorliegende Arbeit hat das (recht „unmoderne“) Anliegen, die Möglichkeit einer dynamischen Zeit gegen McTaggart zu verteidigen. Es soll gezeigt werden, dass McTaggarts Irrealitätsbeweis darauf beruht, unseren Zeitbegriff auf unnatürliche Weise zu sezieren: in die so genannte A- und die B-Reihe. Dies führt zu Problemen, die unser herkömmliches Verständnis der Zeit in Frage stellen sollen. Diese Probleme können vermieden werden, wenn das Konzept einer "sukzessiven Gegenwärtigkeit" eingeführt wird. Mit ihm lässt sich zeigen, dass McTaggarts Irrealitätsbeweis als missglückte Analyse der Zeit gewertet werden muss. Er sagt nichts darüber aus, ob eine dynamische Zeit real sein kann.

Die Argumentation McTaggarts eröffnet zwei Wege, die Möglichkeit der Realität der Zeit gegen ihn zu verteidigen. Zum einen könnte es sein, dass bereits die so genannte B-Reihe losgelöst von der A-Reihe als Zeitstruktur gelten kann. Der zweite Weg bestünde darin, die Widersprüchlichkeit der A-Reihe zu entkräften und damit – selbst im Falle einer Abhängigkeit der B- von der A-Reihe – den Beweis der Irrealität der Zeit aus ihrem Begriff zu widerlegen. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich in dieser Reihenfolge mit der Problematik: Zunächst erfolgt eine Auseinandersetzung mit der von McTaggart eingeführten B-Reihe. Danach folgt eine Zwischenbetrachtung zur Frage, ob jenseits einer statischen B-Reihe eine dynamische Zeit ohne A-Bestimmungen denkbar ist. Es schließt sich eine Auseinandersetzung mit der Behauptung, die A-Reihe sei in sich widersprüchlich, an. Und schließlich wird untersucht, ob A- und B-Reihe lediglich zwei verschiedene Perspektiven auf die eine Zeit eröffnen und somit ein und dasselbe Phänomen reflektieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. McTaggarts Beweis der Irrealität der Zeit aus ihrem Begriff

2. Kann eine statische (B-)Reihe als Zeitstruktur gelten?

3. Zwischenbetrachtung: eine dynamische Zeit ohne vollständige A-Reihe

4. Zur vermeintlichen Widersprüchlichkeit der A-Reihe

5. Der Versuch einer Synthese: A- und B-Reihe als lediglich zwei verschiedene Sichtweisen der einen Zeit

6. Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Verteidigung der Möglichkeit einer dynamischen Zeit gegenüber dem Irrealitätsbeweis von McTaggart. Die Arbeit untersucht kritisch, ob McTaggarts Zerlegung der Zeit in eine A-Reihe und eine B-Reihe sowie seine darauf basierende Argumentation zur Irrealität der Zeit stichhaltig ist, oder ob sie auf einer unzulässigen Sezierung unseres Zeitverständnisses beruht.

  • Kritische Analyse von McTaggarts Beweis zur Irrealität der Zeit
  • Untersuchung des Zeitcharakters der statischen B-Reihe
  • Diskussion von dynamischen Zeitmodellen wie dem Präsentismus
  • Widerlegung der behaupteten Widersprüchlichkeit der A-Reihe
  • Synthese von A- und B-Reihe als komplementäre Sichtweisen auf die Zeit

Auszug aus dem Buch

1. McTaggarts Beweis der Irrealität der Zeit aus ihrem Begriff

McTaggarts Auseinandersetzung mit der Zeitproblematik gehört zu den Versuchen, die Irrealität der Zeit dadurch zu erweisen, dass die Begriffe, die wir uns von der Zeit bilden, als widersprüchlich herausgestellt werden. Diese Widersprüche in unserem Zeitbegriff sollen belegen, dass es gar nicht möglich ist, Zeit als eine Struktur der Realität aufzufassen (vgl. Bieri 1972: 11, 19ff.). Die vorliegende Arbeit hat das – ziemlich „unmoderne“ – Anliegen, die Möglichkeit einer dynamischen Zeit gegen McTaggart zu verteidigen. McTaggart glaubt, verschiedene Probleme aufzudecken, die mit unserem herkömmlichen Verständnis der Zeit verbunden seien, sodass die Zeit, so wie wir sie gewöhnlich denken, nur irreal sein kann. In dieser Arbeit soll gezeigt werden, dass McTaggarts Irrealitätsbeweis darauf beruht, unseren Zeitbegriff in unnatürlicher Weise zu sezieren. Seine Zerlegung der Zeit in eine A- und eine B-Reihe, insbesondere aber McTaggarts Auffassung ihrer entgegengesetzten Eigenschaften geben unser Verständnis von der Zeit nicht adäquat wieder. Die spezifische Art der McTaggartschen Konzeptualisierung „unserer“ Zeit ist falsch und sagt deshalb nichts darüber aus, ob eine dynamische Zeit real sein kann.

Vorab soll in aller Kürze auf die grobe Struktur von McTaggarts (1993: 67ff.) Beweis eingegangen werden. Mit McTaggart wird heute in einer gewissen Selbstverständlichkeit die Ansicht vertreten, dass die Zeit bzw. Ereignisse in der Zeit jeweils eine A-Reihe als auch eine B-Reihe bilden. Damit wird auf zwei Aspekte der einen Zeit verwiesen: einmal können Positionen in der Zeit nach der so genannten B-Reihe, d.h. nach einer Unterscheidung von früher und später (und zugleich) geordnet werden. Zusätzlich sind dieselben Positionen dadurch unterscheidbar, dass sie entweder vergangen, gegenwärtig oder zukünftig sind und damit eine weitere Reihe, die so genannte A-Reihe, bilden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. McTaggarts Beweis der Irrealität der Zeit aus ihrem Begriff: Einführung in McTaggarts Argumentation gegen die Realität der Zeit und Darstellung des zentralen Anliegens der Arbeit, diese Auffassung zu widerlegen.

2. Kann eine statische (B-)Reihe als Zeitstruktur gelten?: Untersuchung der Frage, ob eine rein auf der B-Reihe basierende Zeitstruktur ohne A-Bestimmungen Veränderung abbilden kann.

3. Zwischenbetrachtung: eine dynamische Zeit ohne vollständige A-Reihe: Diskussion alternativer dynamischer Modelle wie dem Präsentismus zur Rettung einer dynamischen Zeit ohne vollständige A-Bestimmungen.

4. Zur vermeintlichen Widersprüchlichkeit der A-Reihe: Überprüfung und Widerlegung von McTaggarts Behauptung, die A-Reihe sei in sich widersprüchlich.

5. Der Versuch einer Synthese: A- und B-Reihe als lediglich zwei verschiedene Sichtweisen der einen Zeit: Darstellung der Auffassung, dass A- und B-Reihe lediglich zwei Perspektiven auf dasselbe Phänomen der einen Zeit sind.

6. Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse: Abschlussbetrachtung der erarbeiteten Positionen und Fazit zur Widerlegung von McTaggarts Irrealitätsbeweis.

Schlüsselwörter

McTaggart, Irrealität der Zeit, A-Reihe, B-Reihe, Zeitstruktur, Veränderung, statische Zeit, dynamische Zeit, sukzessive Gegenwärtigkeit, absolutes Werden, Präsentismus, C-Reihe, Zeitproblematik, Zeitphilosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit setzt sich kritisch mit McTaggarts berühmtem Beweis der Irrealität der Zeit auseinander und versucht, die Möglichkeit einer dynamischen Zeit gegen dessen Argumentation zu verteidigen.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Analyse der A-Reihe und B-Reihe, das Verständnis von Zeitlichkeit und Veränderung sowie die philosophische Auseinandersetzung mit der Ontologie der Zeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist der Nachweis, dass McTaggarts Beweis auf einer künstlichen und fehlerhaften Zerlegung unseres Zeitbegriffs beruht und somit nicht gegen die Realität einer dynamischen Zeit spricht.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Analyse, die auf einer intensiven Auseinandersetzung mit der Fachliteratur zu McTaggart und anderen Zeit-Theoretikern sowie einer logisch-analytischen Prüfung der Argumente basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfung der statischen B-Reihe, eine Zwischenbetrachtung zu Modellen ohne A-Bestimmungen, die Widerlegung der Widersprüchlichkeit der A-Reihe und den Entwurf einer Synthese beider Zeitreihen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind McTaggart, A-Reihe, B-Reihe, Zeitstruktur, Veränderung, statische Zeit, dynamische Zeit und sukzessive Gegenwärtigkeit.

Was unterscheidet die hier vertretene Position von der "B-Theorie"?

Im Gegensatz zu vielen B-Theoretikern, die eine statische B-Welt annehmen, argumentiert der Verfasser für eine dynamische Interpretation der Zeit, die zwingend auf der sukzessiven Gegenwärtigkeit im absoluten Werden basiert.

Wie widerlegt der Autor McTaggarts Behauptung zur Widersprüchlichkeit der A-Reihe?

Der Autor zeigt auf, dass McTaggart einem Irrtum erliegt, indem er A-Bestimmungen zeitlos prädiziert, anstatt sie als zeitabhängige, nacheinander auftretende Eigenschaften zu begreifen.

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Details

Title
McTaggarts Beweis der Irrealität der Zeit - ein Versuch seiner Widerlegung
College
Dresden Technical University  (Institut für Philosophie)
Course
Philosophie der Zeit
Grade
1,0
Author
Gunther Dahm (Author)
Publication Year
2007
Pages
28
Catalog Number
V80452
ISBN (eBook)
9783638871228
ISBN (Book)
9783638871303
Language
German
Tags
McTaggarts Beweis Irrealität Zeit Versuch Widerlegung Philosophie Zeit McTaggart Zeitphilosophie A-Reihe B-Reihe C-Reihe A-Series
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gunther Dahm (Author), 2007, McTaggarts Beweis der Irrealität der Zeit - ein Versuch seiner Widerlegung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80452
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