Methodik und Didaktik sind zentrale Schlüsselbegriffe, sowohl in der Erwachsenenbildung als auch in der Schulpädagogik. Obwohl dies so ist, sind die beiden Begriffe häufig ungenau definiert und für den Betrachter auf den ersten Blick unscharf geblieben. Es bot sich also an, diese Thematik in dem Seminar „Ausgewählte Themen der Erwachsenenbildung“ genauer zu beleuchten, um so einige Aspekte der Methodik und Didaktik in der Erwachsenenbildung vorzustellen und zu diskutieren. Da sich Methodik und Didaktik in der Praxis nicht voneinander trennen lassen, habe ich mich entschlossen zunächst die Methodik anzusprechen, um anschließend deutlich intensiver die Didaktik zu behandeln. Dies soll nun im Verlauf dieser schriftlichen Ausarbeitung in gleicher Art und Weise geschehen. Neben den verschiedenen Auffassungen von Didaktik werden einige unterschiedliche Modelle der Didaktik vorgestellt, um im weiteren Verlauf die Bedeutung der didaktischen Theorien für die Erwachsenenbildung zu analysieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Methodik
3 Didaktik
3.1 Perspektiven der Didaktik
3.2 Modelle der Didaktik
4 Didaktische Theorien
4.1 Bildungstheoretische Didaktik
4.2 Curriculumstheoretische Didaktik
4.3 Identitätstheoretische Didaktik
4.4 Animationsdidaktik
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentralen Begriffe Methodik und Didaktik im Kontext der Erwachsenenbildung. Ziel ist es, die häufig unscharfen Definitionen zu klären, die wechselseitige Abhängigkeit beider Bereiche aufzuzeigen und verschiedene didaktische Modelle sowie Theorien vorzustellen, um deren Bedeutung für die moderne Bildungspraxis zu analysieren.
- Grundlagen der Methodik in der Erwachsenenbildung
- Perspektiven und Modelle der Didaktik
- Analyse bildungstheoretischer und curriculumstheoretischer Ansätze
- Identitätstheoretische Didaktik als Reflexionsinstrument
- Grundzüge der Animationsdidaktik und selbstorganisiertes Lernen
Auszug aus dem Buch
3.1 Perspektiven der Didaktik
Siebert stellt in seinem Buch „Didaktisches Handeln in der Erwachsenenbildung“ eine Reihe von Perspektiven dar, welche die Didaktik aus konstruktivistischer Sicht betrachten. Seiner Auffassung nach bestätigt der Konstruktivismus die Subjektorientierung der Bildungsarbeit. Eine pauschale Belehrung des Lernenden ist unmöglich. Jeder erwachsene Mensch hat seinen eigenen Willen und bewertet aufgrund seiner individuellen Vorerfahrung Unterrichtsinhalte auf seine eigene Art und Weise. Was für dein einen Lehrgangsteilnehmer absolut plausibel erscheint, kann bei einem anderen Lehrgangsteilnehmer auf völlige Ablehnung stoßen.
Das „Lernen ist ein selbstreferenzieller, rückbezüglicher Prozess: Erfahrung baut auf früheren Erfahrungen auf, Wissen entsteht aus vorhandenem Wissen“, Lernen im Erwachsenenalter erfolgt auf freiwilliger Basis. Niemand kann den Lehrgangteilnehmer zwingen bestimmte Lerninhalte zu verinnerlichen. Gelernt wird, was sinnvoll erscheint. Als Unnütz befundenes Wissen wird nicht gespeichert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die begriffliche Unschärfe von Methodik und Didaktik ein und skizziert das Ziel der Arbeit, diese Konzepte innerhalb der Erwachsenenbildung zu beleuchten.
2 Methodik: Dieses Kapitel definiert die Methodik als Theorie aller Methoden und erläutert deren Funktion zur Zielerreichung sowie die historische Trendwende hin zur aktiven Mitarbeit der Lernenden.
3 Didaktik: Hier wird Didaktik als Wissenschaft des Lehrens beschrieben und die enge Verknüpfung mit der Methodik betont, wobei der Fokus auf den theoretischen Begriffsbestimmungen liegt.
3.1 Perspektiven der Didaktik: Dieser Abschnitt betrachtet Didaktik aus konstruktivistischer Sicht und betont die Subjektorientierung sowie die Freiwilligkeit des Lernens im Erwachsenenalter.
3.2 Modelle der Didaktik: Dieses Kapitel stellt drei grundlegende Modelle vor: das bildungstheoretische, das lerntheoretische und das informationstheoretische Modell.
4 Didaktische Theorien: Hier werden vier spezifische didaktische Strömungen vorgestellt, die für die Erwachsenenbildung von besonderer Relevanz sind.
4.1 Bildungstheoretische Didaktik: Dieses Kapitel erläutert die von Klafki geprägte Theorie, bei der Bildung als zentrales Gut für die Allgemeinheit im Fokus steht.
4.2 Curriculumstheoretische Didaktik: Dieser Abschnitt thematisiert den demokratisierenden Anspruch einer grundlegenden Lehrplanreform nach Robinsohn und deren historische Bedeutung.
4.3 Identitätstheoretische Didaktik: Hier wird der Fokus auf Identitätsvergewisserung und reflexives Lernen als Mittel zur Persönlichkeitsentwicklung gelegt.
4.4 Animationsdidaktik: Dieses Kapitel beschreibt die aus der Freizeitpädagogik stammende Didaktik, die optimale Bedingungen für selbstorganisierte Lernprozesse schaffen will.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Ermöglichungsdidaktik die traditionelle Belehrungsdidaktik ablöst und die Rolle des Lehrers als Animator betont.
Schlüsselwörter
Erwachsenenbildung, Methodik, Didaktik, Bildungstheoretische Didaktik, Konstruktivismus, Lernprozess, Unterrichtsmodelle, Curriculumstheorie, Identitätslernen, Animationsdidaktik, Ermöglichungsdidaktik, Selbstorganisiertes Lernen, Subjektorientierung, Didaktische Theorien, Lehrerrolle.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die konzeptionelle Unterscheidung und die praktische Anwendung von Methodik und Didaktik innerhalb der Erwachsenenbildung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition didaktischer Modelle, der Analyse konstruktivistischer Perspektiven und der Vorstellung verschiedener didaktischer Theorien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Klärung der Begriffe sowie die Analyse, wie sich didaktisches Handeln durch neue Ansätze wie die Ermöglichungsdidaktik gewandelt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich didaktischer Konzepte basiert.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodischen Grundlagen, die konstruktivistischen Perspektiven der Didaktik sowie die detaillierte Vorstellung spezifischer Theorien wie der Animationsdidaktik.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zentrale Begriffe sind Erwachsenenbildung, Methodik, Didaktik, Konstruktivismus, Ermöglichungsdidaktik und selbstorganisiertes Lernen.
Wie unterscheidet sich die "Belehrungsdidaktik" von der "Ermöglichungsdidaktik"?
Während die Belehrungsdidaktik primär auf die Wissensweitergabe durch den Lehrer fokussiert, stellt die Ermöglichungsdidaktik den Lernenden in den Mittelpunkt und fördert dessen selbstständige Wissenserschließung.
Welche Rolle spielt der Konstruktivismus in dieser Arbeit?
Der Konstruktivismus dient als theoretischer Rahmen, um die Subjektorientierung und die individuelle Vorerfahrung der Lernenden als Basis für jeden Bildungsprozess zu begründen.
Warum wird die Animationsdidaktik thematisiert?
Sie wird behandelt, weil sie im Rahmen der Erwachsenenbildung als Ansatz dient, optimale Lernumgebungen für selbstorganisierte Lernprozesse zu gestalten.
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- cand.paed Florian Hering (Author), 2007, Didaktisches Handeln in der Erwachsenenbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80555