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Herz, Sport und Gesundheit

Das Sportherz als funktionelles und strukturelles Phänomen bei Leistungssportlern

Title: Herz, Sport und Gesundheit

Seminar Paper , 2007 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Johannes Wiesner (Author)

Sport - Sport Medicine, Therapy, Nutrition
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[...]

Der finnische Kliniker Henschen beschrieb 1899 im Zuge einer sportmedizinischen Studie mit Skilangläufern erstmals die physiologische Hypertrophie des Herzmuskels als "heart of the athlete" (Sportherz). Er konnte bei Athleten mit hohen Ausdauerbelastungen generell größere Herzen feststellen, sogar interdisziplinäre Unterschiede erkennen. 95km-Läufern attestierte Henschen ein größeres Herz als ihren "Kurzstreckenkollegen". Er befand dieses kardiologische Phänomen physiologisch und funktionell effizient da es sich perfekt an die Belastungsintensitäten und -Umfänge adaptierte. "..., Henschen introduced the now generally understood distinction between the functionally efficient large heart of successful endurende athletes, as against the pathologically enlarged heart of patients with cardiac myopathy in whom it is indicative of severe progressive disease." (Jokl & Jokl in Schulte 1991, 5) Nach der erfolgreichen Einführung der Röntgentechnologie, konnten die teilnehmenden Athleten der Olympischen Spiele 1928 in Amsterdam durch eine umfassend stattfindende röntgenologische Bildgebung untersucht werden. Die Resultate verifizierten Henschens Ergebnisse.
Auf die genaue Arbeitsweise, Funktionalität und Anpassungsreaktionen des Sportherzens und auf die Gefahren eines unphysiologisch hypertrophierten Herzens wird in den Punkten 3 und 4 dieser Arbeit ausführlicher eingegangen werden. Vorher jedoch sollen die grundlegenden Prozesse und Parameter der Herzarbeit im nächsten Kapitel im Mittelpunkt stehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Funktionelle Grundlagen der Herzarbeit in Ruhe und unter Belastung

2.1 Grundlegende Parameter der Herzarbeit

2.2 Die Auswirkungen körperlicher Belastung auf die Herzfunktion

3 Funktionelle Trainingsadaptionen des Herz-Kreislaufsystems und dimensionales Remodeling des Herzens: Das Sportherz

3.1 Funktionelle Trainingsveränderungen des Herz-Kreislaufsystems

3.2 Dimensionale Trainingsanpassungen des Herzens

4 Herzhypertrophie: physiologisch oder pathologisch?

5 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht das Phänomen des sogenannten Sportherzens bei Leistungssportlern unter Berücksichtigung funktioneller und struktureller Anpassungsprozesse. Das primäre Ziel ist es, den wissenschaftlichen Diskurs um die physiologische Herzhypertrophie nachzuzeichnen, die Abgrenzung zu pathologischen Veränderungen zu klären und die Auswirkungen verschiedener Belastungsformen auf das menschliche Herz-Kreislauf-System zu analysieren.

  • Historische Entwicklung der sportkardiologischen Forschung
  • Physiologische Grundlagen der Herzarbeit bei Ruhe und Belastung
  • Funktionelle und dimensionale Trainingsadaptionen (Sportherz)
  • Differenzialdiagnostik zwischen physiologischer Hypertrophie und Kardiomyopathien
  • Einfluss unterschiedlicher Sportarten auf die Herzmorphologie

Auszug aus dem Buch

3.2 Dimensionale Trainingsanpassungen des Herzens

Wird sportliches Hochleistungstraining (speziell Ausdauertraining) über einen längeren Zeitraum hinweg durchgeführt, kommt es neben funktionellen Veränderungen auch zu dimensionalen Trainingsanpassungen. Diese Betreffen sämtliche Komponenten des HKS: das Gefäßsystem, die Blutmenge und das Herz. Besonders bei letzterem lassen sich Trainingseffekte besonders effektiv nachweisen. Die Sportherzbildung wird nicht durch eine Zunahme (Hyperplasie), sondern durch eine Verdickung der Myokardfasern (Hypertrophie) erreicht . (Rost & Brusis in Unverdorben et al. 1995, 181)

In Bezugnahme auf die Einleitung soll an dieser Stelle erneut darauf hingewiesen werden, dass das Thema Herzhypertrophie im letzten Jahrhundert kontrovers diskutiert wurde. Inwiefern dimensionale Adaptionen physiologisch sinnvoll sind und keine potentiellen Vorboten für kardiologische Erkrankungen darstellen, war lange Zeit ungeklärt. Da auch krankhafte Überlastungen des Herzens (wie z.B. durch Hypertonie, Herzklappeninsuffizienz, Myokarditis) zu einer Hypertrophie führen, wurde in das Phänomen des "Athlete's Heart" oftmals eine gesundheitliche Gefahr für den Athleten hineininterpretiert. Eine Sportherzbildung als Folge dauerhaft gesetzter Trainingsreize ist jedoch „... ebenso wenig krankhaft, wie etwa die Muskelhypertrophie des Bizeps beim Gewichtheber.“ (Appell et al. in Rost 2002, 417)

Eine aktuelle Definition des Sportherzens bringt es heute auf folgenden Punkt: „Athlete’s heart is generally regarded as a benign increase in cardiac mass, with specific circulatory and morphological alterations, that represents a physiological adaptation to systematic training.” (Maron & Pelliccia in Circulation. 2006, 1633)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die sportkardiologische Forschung und zeigt den Wandel der wissenschaftlichen Bewertung des Trainings auf die Herzgesundheit auf.

2 Funktionelle Grundlagen der Herzarbeit in Ruhe und unter Belastung: Hier werden die physiologischen Grundmechanismen der Herzfunktion erläutert und die kardiovaskulären Reaktionen auf verschiedene Belastungsarten beschrieben.

3 Funktionelle Trainingsadaptionen des Herz-Kreislaufsystems und dimensionales Remodeling des Herzens: Das Sportherz: Das Kapitel behandelt die mittel- und langfristigen funktionellen sowie morphologischen Anpassungen des Herzens als Reaktion auf regelmäßiges sportliches Training.

4 Herzhypertrophie: physiologisch oder pathologisch?: Dieser Abschnitt widmet sich der essenziellen diagnostischen Abgrenzung zwischen einer trainingsbedingten, gesunden Sportherzhypertrophie und pathologischen Krankheitsbildern wie Kardiomyopathien.

5 Resümee: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der sportkardiologischen Erkenntnisse und betont die Bedeutung der Differenzialdiagnostik für die Gesundheit von (Ex-)Athleten.

Schlüsselwörter

Sportherz, Herzhypertrophie, Leistungsphysiologie, Kardiologie, Ausdauertraining, Herz-Kreislauf-System, Sportmedizin, Dilatation, Myokard, Differenzialdiagnostik, Belastung, Echokardiographie, Herzminutenvolumen, Kardiomyopathie, Anpassungsprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen sportlicher Belastung auf das menschliche Herz, insbesondere der Entwicklung des Sportherzens als physiologische Anpassungsreaktion auf regelmäßiges Training.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die funktionellen und strukturellen Anpassungen des Herzens, die historische Entwicklung der Sportkardiologie sowie die medizinische Differenzierung zwischen gesundem Sportherz und pathologischer Herzveränderung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, ein fundiertes Verständnis für die physiologische Hypertrophie zu schaffen und die diagnostischen Herausforderungen bei der Abgrenzung zu krankhaften Herzerkrankungen darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und Auswertung sportmedizinischer Studien, einschließlich echokardiographischer Untersuchungen und sportkardiologischer Erkenntnisse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die physiologischen Parameter der Herzarbeit, die trainingsbedingten Veränderungen des Herz-Kreislauf-Systems und die Problematik der Diagnose von Kardiomyopathien im Leistungssport.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sportherz, Herzhypertrophie, Leistungsphysiologie, Ausdauertraining und Differenzialdiagnostik.

Warum ist die Unterscheidung zwischen physiologischer und pathologischer Hypertrophie so schwierig?

Da sowohl physiologische Anpassungen bei Athleten als auch erste Stadien von Herzerkrankungen in der Echokardiographie oft ähnliche morphologische Merkmale aufweisen, ist eine exakte Differenzierung eine anspruchsvolle kardiologische Aufgabe.

Wie wirkt sich die Beendigung des Leistungssports auf das Sportherz aus?

Das Sportherz bildet sich nach Beendigung intensiver Trainingsreize in der Regel problemlos zurück, ähnlich wie Skelettmuskulatur bei Inaktivität, ohne dass dies laut aktuellem Wissensstand ein erhöhtes Gesundheitsrisiko darstellt.

Welche Rolle spielen verschiedene Sportarten bei der Herzform?

Sportarten mit einer Kombination aus dynamisch-isotonischen und statisch-isometrischen Belastungsformen führen häufig zu einem harmonischen Herzwachstum, während rein ausdauerbetonte oder rein kraftbetonte Sportarten unterschiedliche Schwerpunkte bei Wanddicke und Kammervolumen setzen.

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Details

Title
Herz, Sport und Gesundheit
Subtitle
Das Sportherz als funktionelles und strukturelles Phänomen bei Leistungssportlern
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald
Course
Sport & Gesundheit
Grade
1,0
Author
Johannes Wiesner (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V80562
ISBN (eBook)
9783638876308
ISBN (Book)
9783640870110
Language
German
Tags
Herz Sport Gesundheit Sport Gesundheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Wiesner (Author), 2007, Herz, Sport und Gesundheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80562
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