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Der Holocaust in Kinder- und Jugendbüchern

Title: Der Holocaust in Kinder- und Jugendbüchern

Seminar Paper , 1999 , 21 Pages , Grade: gut

Autor:in: Claudia Schneider (Author)

Didactics - History
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Die Judenvernichtung im Dritten Reich ist ein Thema, das nicht in Vergessenheit geraten darf. Nur wer über die Vergangenheit Bescheid weiß, kann aus ihr lernen. Die Menschen müssen wissen, zu was der Mensch fähig sein kann. Und das Ausmaß dieser Fähigkeiten hat uns der millionenfache Mord an den Juden und anderen Minderheiten im Dritten Reich gezeigt. Besonders die Jugend, die Verantwortlichen für morgen, muß darüber aufgeklärt werden.
Diese Hausarbeit untersucht, wie die Kinder- und Jugendliteratur zu dieser Aufklärung beitragen kann und ob die heutigen Bücher dieser Aufgabe gerecht werden.
Zunächst stelle ich kurz die Entwicklung der Kinder- und Jugendliteratur über den Holocaust seit 1945 dar. Danach untersuche ich die Zusammenhänge zwischen jugendlichen Neonazis und der Unwissenheit über die Geschichte der letzten 70 Jahre. Anschließend gehe ich der Frage nach, auf welche Weise die Kinder- und Jugendliteratur zur Aufklärung der Jugendlichen über die Judenvernichtung etwas beitragen kann.
Für die Analysen habe ich aus der Menge der Bücher zum Thema Holocaust zum einen "Das Tagebuch der Anne Frank" gewählt, weil es durch seine Entstehung auf einzigartige Weise die Gefühle des Lesers anspricht. Die anderen drei Bücher sind in den 90er Jahren geschrieben bzw. überarbeitet worden. Jedes der vier Bücher spricht einen anderen Teil der Judenverfolgung an. "Das Tagebuch der Anne Frank" schildert sehr eindringlich, wie sich Juden über zwei Jahre vor den Nationalsozialisten versteckt halten, immer in der Angst vor Entdeckung. In der "Reise im August" steht die Deportation zu den Gaskammern im Vordergrund. Bei "Im Vorhof der Hölle" dagegen wird der "Alltag" in einem Konzentrationslager beschrieben. Das vierte Buch schließlich erzählt auf sachlicher Ebene "Die Geschichte der Juden".
Die "Reise im August" habe ich besonders ausführlich analysiert und dabei vor allem folgende Gesichtspunkte berücksichtigt: Wie gelungen ist die literarische Gestaltung? Wurde die Individualgeschichte der handelnden Figuren mit den Ereignissen im Dritten Reich sinnvoll verknüpft? Wie entwickelt sich die Hauptfigur? Werden die Ursachen der Judenverfolgung angesprochen?
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entwicklung der Kinder- und Jugendliteratur über das Dritte Reich

3. Warum sollten sich gerade Jugendliche mit dem Holocaust beschäftigen?

4. Wie kann die Kinder- und Jugendbuchliteratur über den Holocaust zur Aufklärung der Jugendlichen beitragen?

5. Genaue Analyse von Gudrun Pausewangs „Reise im August“

5.1 Inhalt

5.2 Literarische Gestaltung

5.3 Verknüpfung der Individualgeschichte mit den Ereignissen in Deutschland

5.4 Entwicklung von Alice

5.5 Die Darstellung der Ursachen

5.6 Fazit

6. Kurzanalysen

6.1 Carlo Ross: „Im Vorhof der Hölle“

6.2 Anne Frank: „Das Tagebuch der Anne Frank“

6.3 Robert Hess: „Die Geschichte der Juden“

7. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Kinder- und Jugendliteratur bei der historischen Aufklärung über den Holocaust. Ziel ist es zu analysieren, ob und wie ausgewählte Werke dazu beitragen können, Jugendlichen Wissen über die Judenvernichtung zu vermitteln, Empathie zu fördern und der Unwissenheit sowie rechtsextremen Tendenzen entgegenzuwirken.

  • Historische Entwicklung der Holocaust-Literatur für Jugendliche seit 1945
  • Zusammenhang zwischen Unwissenheit über die Geschichte und Anfälligkeit für rechtsextremes Gedankengut
  • Potenziale literarischer Werke zur Förderung des Geschichtsbewusstseins und moralischer Urteilsbildung
  • Detaillierte Analyse von Gudrun Pausewangs „Reise im August“ als zentrales Fallbeispiel
  • Vergleichende Kurzanalysen weiterer Werke (Carlo Ross, Anne Frank, Robert Hess)

Auszug aus dem Buch

5.4 Die Entwicklung von Alice

Alice ist fast zwölf Jahre alt, und hat bis zu diesem Tag im August nichts von dem Schrecklichen gewußt, das den Juden in Deutschland geschieht. Ihre Eltern und ihre Großeltern haben es die ganzen letzten Jahre geschafft, sie davon fernzuhalten und sie zu beschützen. Doch jetzt ist sie auf dem Weg nach Auschwitz und hat noch nie etwas von Deportation, Konzentrationslager oder den Hass auf Juden gehört. Die Schrecken, die ihr auf der „Reise“ bevorstehen, kann sie noch nicht einmal ahnen. Ihr gesamtes Leben war sie von freundlichen Menschen umgeben, die nichts Böses wollten. Im Waggon wird Alice dann durch die anderen Kinder mit der Wahrheit konfrontiert: „Deine Leute haben dich aber ganz schön ahnungslos gehalten. Haben die dich in einen Rapunzelturm gesteckt?“ (S.83) So erfährt sie im Zug von den Arbeitslagern im Osten, in die auch ihre Eltern gebracht wurden und wo auch sie bald ankommen wird. Erst jetzt versteht Alice, warum sie die letzten Jahre im Keller verbracht hat und nicht hinaus durfte.

Innerhalb eines Tages muß sie erkennen, daß die letzten Jahre ihrer Kindheit auf Lügen aufgebaut waren, Lügen von Menschen, denen sie vertraute. So fragt sie bei der Pogromnacht, ob jemand die Synagogen angezündet habe. Darauf antworten ihre Eltern: „Nein Mäuschen, so etwas Gemeines tut kein Mensch. Es muß ein Blitz gewesen sein.“ „Es kann auch ein Funke vom Bahnhof herübergeweht sein, heute ist es windig.“ (S.100-101) Als Erklärung für den Verkauf der Kaffeegroßhandlung meint ihre Mutter: „Großvater verträgt den Staub in den Lagerräumen nicht mehr.“ (S.101) Beim Umzug in den Keller wird ihr gesagt, daß sie dort wegen der Bomben am sichersten seien. (S.89) Und als ihre Eltern vom Zahnarzt nicht zurückkehren, meinen die Großeltern, daß sie direkt von dort in eine Zahnklinik gefahren seien, wo sie Alice nicht mitnehmen konnten. Die Großeltern verfassen sogar Briefe im Namen von Alices Eltern, in denen sie sich schon auf das Wiedersehen freuen (S.56).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird das Thema der Judenvernichtung als unverzichtbarer Teil der historischen Bildung für Jugendliche eingeführt und die Auswahl der untersuchten Werke begründet.

2. Die Entwicklung der Kinder- und Jugendliteratur über das Dritte Reich: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Wandel der Darstellung des Nationalsozialismus in der Literatur von 1945 bis in die 1990er Jahre nach.

3. Warum sollten sich gerade Jugendliche mit dem Holocaust beschäftigen?: Die Autorin beleuchtet den Zusammenhang zwischen historischer Unwissenheit und der Gefahr, anfällig für rechtsextremistische Gruppen zu werden.

4. Wie kann die Kinder- und Jugendbuchliteratur über den Holocaust zur Aufklärung der Jugendlichen beitragen?: Dieses Kapitel diskutiert das Potenzial von Literatur, Wissenslücken zu schließen und emotionale Identifikationsprozesse zu fördern.

5. Genaue Analyse von Gudrun Pausewangs „Reise im August“: Eine umfassende Untersuchung von Inhalt, Gestaltung und den pädagogischen Aspekten des Romans.

6. Kurzanalysen: Eine kritische Betrachtung der Werke von Carlo Ross, Anne Frank und Robert Hess zur Ergänzung der Hauptanalyse.

7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, in der betont wird, dass Literatur zwar zur Aufklärung beitragen kann, aber kein alleiniges Allheilmittel gegen Rechtsextremismus darstellt.

Schlüsselwörter

Holocaust, Jugendliteratur, Nationalsozialismus, Judenvernichtung, Geschichtsbewusstsein, Aufklärung, Antisemitismus, Identifikation, Rechtsextremismus, Empathie, Gudrun Pausewang, Anne Frank, Vergangenheitsbewältigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung und den Nutzen von Kinder- und Jugendbüchern, die den Holocaust thematisieren, um Jugendliche über die Zeit des Nationalsozialismus aufzuklären.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Neben der literarischen Analyse stehen die historische Entwicklung der betreffenden Jugendliteratur, die Prävention von Rechtsextremismus und die Förderung des moralischen Urteilsvermögens im Fokus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es zu ergründen, ob moderne Jugendliteratur als effektives Medium zur Wissensvermittlung und zur Förderung von Empathie gegenüber den Opfern des Holocausts dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche sowie geschichtsdidaktische Analyse, in der ausgewählte Werke sowohl inhaltlich als auch hinsichtlich ihrer Eignung für jugendliche Leser bewertet werden.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung, eine detaillierte Einzelanalyse von „Reise im August“ sowie ergänzende Kurzanalysen weiterer relevanter Werke.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Holocaust, Geschichtsbewusstsein, Jugendbuchanalyse, Rechtsextremismus-Prävention und pädagogische Aufklärung.

Warum ist die Identifikation mit den Hauptfiguren für die Autorin so wichtig?

Die Autorin argumentiert, dass durch die Identifikation mit den Protagonisten die notwendige Empathie entsteht, die es ermöglicht, die abstrakten historischen Schrecken als menschliches Leid wahrzunehmen.

Welche Rolle spielt das Buch „Die Geschichte der Juden“ von Robert Hess?

Das Werk dient als Beispiel für eine gelungene Sachliteratur, die komplexe Zusammenhänge verständlich aufbereitet und speziell für Jugendliche konzipiert wurde, um ein fundiertes historisches Grundwissen zu vermitteln.

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Details

Title
Der Holocaust in Kinder- und Jugendbüchern
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Germanistik)
Course
Proseminar Geschichtsdidaktik
Grade
gut
Author
Claudia Schneider (Author)
Publication Year
1999
Pages
21
Catalog Number
V8057
ISBN (eBook)
9783638151399
Language
German
Tags
Holocaust Kinder- Jugendbüchern Proseminar Geschichtsdidaktik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Schneider (Author), 1999, Der Holocaust in Kinder- und Jugendbüchern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8057
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