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Ist die Sprache der adäquate Ausdruck aller Realitäten - Metaphern als Konzepte unserer Sprache

Title: Ist die Sprache der adäquate Ausdruck aller Realitäten - Metaphern als Konzepte unserer Sprache

Seminar Paper , 2005 , 18 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Sonja Lawin (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Die Sprachphilosophie beschäftigt sich mit dem Untersuchen und Auffinden von Thesen zu Ursprung, Wesen und Funktion der Sprache. Im Sinne dieser Aufgaben wende ich mich in meiner Hausarbeit dem Phänomen der Metapher zu. Als Primärtexte habe ich einerseits das Werk „Leben in Metaphern“ von Johnson und Lakoff gewählt, andererseits von Friedrich Nietzsche den Text „Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn“. Beide Texte formulieren grundsätzlich die Theorie, dass Metaphern nicht nur als ornamentale und rhetorische Figuren genutzt werden, sondern im Denken und Handeln des Menschen eine konzeptuelle Rolle einnehmen. Ich habe beide Theorien analysiert und miteinander hinsichtlich der Kriterien Subjektivität, Objektivität und Perspektivismus verglichen. Das Ziel meiner Untersuchung war darzustellen, inwieweit sich beide Theorien gleichen und Unterschiede herauszuarbeiten.
Nach der allgemeinen Definition des Begriffes der Metapher und ihrer geschichtlichen Einbettung werden im Kapitel 2.2 verschiedene Typologisierungsmodelle beschrieben, um darzustellen, wie vielfältig, mittels unterschiedlicher Kriterien, die Metapher eingeordnet werden kann. Die Theorie der konzeptionellen Metapher wird im Kapitel 3 auf ihre Haltbarkeit geprüft. Das geschieht unter Berücksichtigung der Metaphern-Typen bei Lakoff und Johnson. Weiterführend wird geklärt, wie Lakoff und Johnson sich die Grundlagen der menschlichen Konzeption vorstellen. Im Kapitel 3.3 analysiere ich den Wahrheitsbegriff, welcher der Theorie „Leben in Metaphern“ zugrunde liegt.
Im Kapitel 4 wird die Anthropomorphismus-Theorie von Nietzsche vorgestellt und als konsequentere Einordnung der Metapher in den menschlichen Sprachgebrauch interpretiert. Ziel der Arbeit ist es zu zeigen, dass Lakoff und Johnson, so sie ihre Theorie konsequenter fortführten, mit der nietzscheanischen Anthropomorphismus-Theorie übereinstimmten und ihr Konzept eines „Mythos der Erfahrung“ (Leben in Metaphern S. 263) nichts anderes meint, als die Perspektivismus-Theorie bei Friedrich Nietzsche.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen und Typologien der Metapher

2.1 Definitionen des Begriffs der Metapher

2.2 Typologien der Metapher

3. Die Theorie der konzeptuellen Metapher

3.1 Metaphorische Konzepte

3.1.1 Orientierungsmetaphern

3.1.2 Ontologische Metaphern

3.1.3 Strukturmetaphern

3.1.4 Unkonventionelle Metaphern

3.2 Die Grundlagen unseres Konzeptsystems

3.3 Wahrheitsbegriff bei Lakoff und Johnson

4. Nietzsches Sprachkritik als Theorie der „Metapher“

4.1 Nietzsches Idee des Anthropomorphismus

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Metapher im Kontext der Sprachphilosophie, wobei der Fokus auf einem Vergleich zwischen der Theorie der konzeptuellen Metapher von Lakoff und Johnson sowie der sprachkritischen Perspektive von Friedrich Nietzsche liegt. Es wird analysiert, inwiefern beide Ansätze Metaphern als grundlegende Strukturierungen unseres Denkens und Handelns betrachten und wie sich dies auf den jeweiligen Wahrheitsbegriff auswirkt.

  • Phänomenologie der Metapher als kognitives Konzept
  • Vergleich zwischen moderner Kognitionslinguistik und Nietzsches Sprachkritik
  • Die Rolle von Metaphern bei der Konstitution von Wirklichkeit
  • Analyse der Anthropomorphismus-Theorie
  • Subjektivität, Objektivität und Perspektivismus im Sprachgebrauch

Auszug aus dem Buch

3.1 Metaphorische Konzepte

Dass bestimmte Prinzipien unbewusst unserem Handeln zugrunde liegen, verdeutlichen Lakoff und Johnson am Beispiel des Argumentierens. Mit der Metapher „Argumentieren ist Krieg“ (Lakoff/Johnson 2003, S. 12) wird erklärt, dass diese Metapher, wenn sie konzeptuell verwendet wird, den tatsächlichen Vorgang des Argumentierens beeinflusst. Dass die Metapher „Argumentieren ist Krieg“ ein Konzept ist, lässt sich an Hand benutzter Ausdrücke bei einer Diskussion aufzeigen. So sind z.B. eine Position angreifen, unhaltbar, Strategie und gewinnen deutlich aus dem Kriegsvokabular entlehnt. Der Gebrauch dieser Begriffe zeigt, dass es sich bei diesem Konzept um einen Kampf handelt. Gleichzeitig wird jedoch auch klar, dass das gemeinsame Suchen nach Lösungen, das Zusammenfinden beim Argumentieren mit diesem Konzept völlig außer Acht gelassen wird und somit die Handlung auf eine Ausführung fokussiert wird.

Drei Arten metaphorischer Konzepte werden unterschieden. Die erste Gruppe metaphorischer Konzepte bilden Metaphern der Orientierung, in denen ein räumliches für ein nicht räumliches Konzept eintritt. Die zweite Gruppe machen ontologische Metaphern aus, in denen ontologische Konzepte wie Behälter oder Substanzen auf etwas projiziert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung und Einführung in die Primärtexte von Lakoff/Johnson und Nietzsche sowie das Ziel des theoretischen Vergleichs.

2. Definitionen und Typologien der Metapher: Historische Herleitung des Metaphernbegriffs sowie Klassifizierung unterschiedlicher Typen nach sprachwissenschaftlichen Kriterien.

3. Die Theorie der konzeptuellen Metapher: Untersuchung der kognitiven Theorie von Lakoff und Johnson, die Metaphern als Grundlage des menschlichen Denkens und Handelns begreift.

4. Nietzsches Sprachkritik als Theorie der „Metapher“: Darstellung von Nietzsches Perspektivismus und seiner Auffassung von Sprache als ein „bewegliches Heer von Metaphern“.

5. Schluss: Synthese der Ergebnisse, die beide Ansätze als adäquate Versuche zur Erfassung des menschlichen Wahrheitsbegriffs identifiziert.

Schlüsselwörter

Sprachphilosophie, Metapher, Konzeptuelle Metapher, Lakoff und Johnson, Friedrich Nietzsche, Anthropomorphismus, Kognitive Linguistik, Perspektivismus, Sprachkritik, Wissenskonstitution, Metaphorik, Wahrheit, Wahrnehmung, Denken, Handeln.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die philosophische Untersuchung der Metapher und ihre Bedeutung für die Sprache, das Denken und das menschliche Verständnis von Realität.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Theorie der konzeptuellen Metapher, Nietzsches sprachkritische Auffassung vom Anthropomorphismus und der Zusammenhang zwischen Sprache und Wirklichkeitskonstruktion.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist ein Vergleich zwischen Lakoff und Johnsons kognitiver Metapherntheorie und Nietzsches Perspektivismus, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrer Auffassung von Wahrheit und Sprache herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine analytische Vergleichsstudie von Primärtexten, die eine hermeneutische Herangehensweise an die theoretischen Konzepte wählt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Metapherntypologien, die detaillierte Analyse der konzeptuellen Metapherntheorie und die Untersuchung der nietzscheanischen Sprachkritik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören insbesondere Sprachphilosophie, Metapher, Kognition, Anthropomorphismus und Perspektivismus.

Wie unterscheidet sich Nietzsches Metaphernverständnis von dem bei Lakoff und Johnson?

Während Lakoff und Johnson Metaphern als strukturierende Konzepte des täglichen Handelns in einem kognitiven Sinne deuten, sieht Nietzsche alles Sprechen fundamental als metaphorisch an, da der Mensch aufgrund der Arbitrarität der Sprache keinen direkten Zugang zur „Wahrheit“ der Dinge hat.

Was bedeutet der Begriff „Mythos der Erfahrung“ in dieser Arbeit?

Er beschreibt die Synthese zwischen der Vorstellungskraft des Subjektivismus und der Vernunft des Objektivismus, bei der menschliches Verstehen als kontinuierlicher Aushandlungsprozess mit der Umwelt definiert wird.

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Details

Title
Ist die Sprache der adäquate Ausdruck aller Realitäten - Metaphern als Konzepte unserer Sprache
College
Humboldt-University of Berlin  (Philosophische Fakultät)
Course
Sprachphilosophie
Grade
1.0
Author
Sonja Lawin (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V80622
ISBN (eBook)
9783638878913
ISBN (Book)
9783638881470
Language
German
Tags
Sprache Ausdruck Realitäten Metaphern Konzepte Sprache Sprachphilosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sonja Lawin (Author), 2005, Ist die Sprache der adäquate Ausdruck aller Realitäten - Metaphern als Konzepte unserer Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80622
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