Diese Arbeit wurde im Rahmen einer aus sechs Studierenden bestehenden Untersuchungsgruppe der JOHANN WOLFGANG GOETHE-UNIVERSITÄT in Frankfurt/Main durchgeführt.
Die Versuchspersonen rekrutierten sich jeweils aus Haupt-, Real- und Gymnasialschülern der 5. und der 8. Jahrgangsstufe, wobei das Design des Fragebogens immer identisch war. Im vorliegenden Teil wurden zwei Realschulklassen der 5. Jahrgangsstufe untersucht.
Inhaltsverzeichnis
I. Vorbemerkung
II. Forschungsstand
III. Hypothese
IV. Methode
1 Stichprobe
2 Durchführung und Rahmenbedingungen
3 Variablen
V. Auswertung
V. Resultat
VI. Diskussion
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Leistungszielorientierung von Schülern und ihrer individuell empfundenen Prüfungsangst. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob eine ausgeprägte Orientierung an Leistungskriterien mit einem höheren Maß an Angst vor Prüfungssituationen und Misserfolgserlebnissen einhergeht.
- Unterscheidung zwischen Lern- und Leistungszielorientierung
- Messung der Leistungszielorientierung mittels Fragebogen-Items
- Analyse der Prüfungsangst bei Schülern der 5. Jahrgangsstufe
- Statistische Überprüfung des Zusammenhangs mittels Korrelationsanalyse
- Vergleich der Prüfungsangst durch Gruppenbildung (Median-Split)
Auszug aus dem Buch
VI. Diskussion
In der Untersuchung konnte die Vorhersage bestätigt werden, dass hoch leistungszielorientierte Schüler eine höhere Prüfungsangst haben, als niedrig leistungszielorientierte Schüler. Allerdings sind verschiedene Schlussfolgerungen denkbar: Naheliegend wäre die Annahme, dass eine höhere Leistungszielorientierung zu einer höheren Prüfungsangst führt. Das primäres Interesse der hoch leistungszielorientierten Schüler ist es, in Prüfungen besonders gut abzuschneiden und über dem Durchschnitt zu liegen. Da aber jede schulische Prüfungssituation auch immer die Gefahr einer Misserfolgsrückmeldung in Form schlechter Noten in sich birgt, werden diese Situation von den hoch leistungszielorientierten Schülern als besonders bedrohlich empfunden, woraus wiederum eine höhere Prüfungsangst resultiert. Die höhere Prüfungsangst könnte aber genauso gut zu einer höheren Leistungszielorientierung führen. Dies wäre folgendermaßen vorstellbar: Für Schüler mit hoher Prüfungsangst könnte nur noch die eigentliche Prüfungssituation im Mittelpunkt stehen, die er so gut es geht meistern und hinter sich bringen möchte. Es geht für den Schüler nicht mehr darum, etwas für sich zu lernen, sondern allein um die Bewältigung der, von ihm als höchst bedrohlich empfundenen, Prüfungssituation. Schließlich wäre auch eine Konstellation vorstellbar, in der sich das Maß der Leistungszielorientierung und Prüfungsangst gegenseitig aufschaukeln und somit wechselseitig beeinflussen. Auch Drittvariablen wie das Geschlecht, bestimmte Erwartungshaltungen und Vorerfahrungen oder die Persönlichkeit des Lehrers könnten eine nicht unwesentliche Rolle spielen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Vorbemerkung: Einführung in den institutionellen Rahmen der Studie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität und Beschreibung der untersuchten Zielgruppe.
II. Forschungsstand: Erläuterung der theoretischen Differenzierung zwischen Lern- und Leistungszielorientierung nach Dweck als Basis der Untersuchung.
III. Hypothese: Aufstellung der Arbeitshypothese sowie der zugehörigen Nullhypothese bezüglich des Zusammenhangs von Leistungszielorientierung und Prüfungsangst.
IV. Methode: Detaillierte Darstellung des studiendesigns, der Stichprobenauswahl sowie der Operationalisierung der verwendeten Variablen.
V. Auswertung: Statistische Analyse der Fragebogendaten durch Korrelationsberechnungen und Gruppenvergleiche mittels Median-Split.
V. Resultat: Bestätigung der Hypothese und Zurückweisung der Nullhypothese auf Basis der empirischen Daten.
VI. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse und kritische Reflexion möglicher Ursache-Wirkungs-Beziehungen sowie zukünftiger Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Leistungszielorientierung, Lernzielorientierung, Prüfungsangst, Schüler, Fragebogenstudie, Motivation, Misserfolgsrückmeldung, Korrelation, Median-Split, Pädagogische Psychologie, Leistungsmotivation, Noten, Prüfungssituation, Varianzanalyse, Schulische Leistung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der Ausprägung der Leistungszielorientierung bei Realschülern und dem Ausmaß ihrer Prüfungsangst.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen Motivationspsychologie, Lernziele, die Angst vor Misserfolg in schulischen Prüfungssituationen und die statistische Auswertung korrelativer Zusammenhänge.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu belegen, dass Schüler, die stark leistungszielorientiert agieren, ein höheres Maß an Prüfungsangst aufweisen als ihre Mitschüler.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative „Papier und Bleistift“-Fragebogenstudie mit 50 Schülern durchgeführt, gefolgt von statistischen Analysen wie Korrelationen und Varianzanalysen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die methodische Vorgehensweise, die detaillierte Auswertung der erhobenen Daten mittels Tabellen und Abbildungen sowie die anschließende Diskussion.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Studie?
Wichtige Begriffe sind Leistungszielorientierung, Prüfungsangst, Dweck'sche Motivationstheorie, Korrelation und statistische Signifikanz.
Wie wurde die Prüfungsangst operationalisiert?
Die Prüfungsangst wurde durch einen zweiten Teil des Fragebogens erfasst, der 15 sechsstufige Items enthielt, bei denen höhere Werte eine stärkere Ängstlichkeit indizieren.
Welches Ergebnis lieferte die Varianzanalyse?
Die Analyse ergab eine hoch signifikante Effektstärke, bei der rund 59,1 % der Varianz der Prüfungsangst durch die Leistungszielorientierung erklärt werden können.
- Quote paper
- Sven Köhler (Author), 2006, Leistungszielorientierung und Prüfungsangst bei Realschulklassen der 5. Jahrgangsstufe - Eine Fragebogenstudie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80670