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Alasdair MacIntyre: Der Verlust der Tugend - Die Tugenden, die Einheit des menschlichen Lebens und der Begriff von Tradition

Title: Alasdair MacIntyre: Der Verlust der Tugend - Die Tugenden, die Einheit des menschlichen Lebens und der Begriff von Tradition

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 15 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Nina Reißler (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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lasdair MacIntyre ist einer der innovativsten und zugleich populärsten Philosophen der Gegenwart. Im Zentrum seiner zeitkritischen Moralphilosophie steht die Frage, wie wir heute leben sollen. In seinem ebenso brillanten wie Aufsehen erregenden Hauptwerk Verlust der Tugend« (1981) deutet er die Aporien gegenwärtiger Diskussionen über Moral als Ausdruck einer katastrophalen Krise. Die Unfähigkeit unserer Zeit, zentrale moralische Fragen (wie Abtreibung oder Krieg) im Konsens zu lösen, führt er auf das Scheitern der Aufklärung zurück und entwirft – anknüpfend an die Antike – die Perspektive einer neuen, in lokale Gemeinschaften eingelassenen Tugendethik.

In der vorliegenden Arbeit wird das 15. Kapitel „Die Tugenden, die Einheit des menschlichen Lebens und der Begriff von Tradition“ aus Alasdair MacIntyres Text "Der Verlust der Tugend" behandelt. MacIntyre versucht darin zu zeigen, dass die moderne Gesellschaft nicht in der Lage ist, moralische Urteile zu fällen. In Kapitel 15 will er klären, inwiefern das menschliche Leben als eine narrative Einheit zu verstehen ist. Dabei spielt der Begriff der Tradition eine große Rolle, denn nach MacIntyre ist Tradition eine Orientierungshilfe für das tugendhafte Leben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Selbst als Einheit einer Erzählung

2.1 Untersuchung des menschlichen Handelns

2.2 Philosophische Hindernisse der Moderne: analytische Tendenz

2.3 Philosophische Hindernisse der Moderne: Soziologische, existentialistische Tendenz

3 Der Begriff des narrativen Selbst

4 Die Tugenden in Beziehung zum guten Leben

5 Der Begriff der Tradition

6 Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem 15. Kapitel aus Alasdair MacIntyres Werk „Der Verlust der Tugend“ auseinander. Ziel ist es, MacIntyres Argumentation zu rekonstruieren, wonach menschliches Leben als narrative Einheit verstanden werden muss, die untrennbar mit dem Begriff der Tradition und dem Streben nach dem Guten verbunden ist.

  • Die narrative Struktur des menschlichen Selbst
  • Kritik an der modernen, atomistischen Sichtweise menschlichen Handelns
  • Die zentrale Rolle von Traditionen als Orientierungshilfe für das tugendhafte Leben
  • Das Konzept des menschlichen Lebens als Suche nach dem Guten
  • Die Wechselbeziehung zwischen Identität, Verantwortung und moralischen Urteilen

Auszug aus dem Buch

Untersuchung des menschlichen Handelns

Durch das folgende Beispiel will MacIntyre belegen, dass es allein durch die Betrachtung bzw. durch die Beschreibung eines bestimmten Segments des Verhaltens nicht möglich ist, die eigentliche oder primäre Intention des Handelnden zu bestimmen: Gegeben sei die Situation, dass ein Mann den Garten umgräbt. Zum Einen könnte seine Intention hierbei sein, den Garten vor Wintereinbruch in Ordnung zu bringen, nebenbei verschafft er sich damit Bewegung und tut seiner Frau einen Gefallen; zum Anderen wäre es möglich, dass es die primäre Intention des Handelnden ist, seiner Frau einen Gefallen zu tun, in dem die anderen Intentionen eingeschlossen sind.

Je nach der zugrunde liegenden Intention sind die Handlungen in einem bestimmten sozialen Rahmen eingebettet, der die Handlung in einen narrativen Kontext setzt. MacIntyre versteht unter dem Begriff des Rahmens eine soziale Umgebung, eine Institution oder auch „Praxis“. Dieser Rahmen setzt das individuelle menschliche Verhalten in kausalen und zeitlichen Bezug und bildet somit den Kontext, vergleichbar mit einer Geschichte, in dem die Episode des Handelns angesiedelt wird.

Die Bestimmung der primären Intention erfolgt durch die Überprüfung der Überzeugungen, d.h., welche Überzeugung ausschlaggebend für die Durchführung der Handlung ist. Anders ausgedrückt muss jede mögliche Antwort überprüft werden; beispielsweise ob der Mann immer noch den Garten umgraben würde, wenn er glauben würde, dass die Arbeit zwar gesunde Bewegung verschaffe, aber seiner Frau nicht mehr gefiele.

Um Verhalten adäquat charakterisieren zu können, ist es also nach MacIntyre notwendig, die eigentliche Intention des Handelnden zu bestimmen, indem man überprüft, in welchem Verhältnis die kurzfristigen zu den langfristigen Intentionen stehen. Die Intention steht wiederum in Beziehung zu dem sozialen Rahmen, der die Intention, sowohl für den Handelnden selbst, als auch für andere verständlich macht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das 15. Kapitel von MacIntyres „Der Verlust der Tugend“ ein und umreißt die zentrale Fragestellung zur narrativen Einheit des menschlichen Lebens.

2 Das Selbst als Einheit einer Erzählung: Dieses Kapitel erläutert die narrative Natur menschlichen Handelns und kritisiert moderne Ansätze, die menschliches Leben in isolierte Handlungen zerlegen.

2.1 Untersuchung des menschlichen Handelns: Hier wird dargelegt, dass Handlungen nur im Kontext langfristiger Intentionen und sozialer Rahmen vollständig verstanden werden können.

2.2 Philosophische Hindernisse der Moderne: analytische Tendenz: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit der atomistischen Sichtweise der analytischen Philosophie auseinander, die menschliches Handeln als bloße Abfolge betrachtet.

2.3 Philosophische Hindernisse der Moderne: Soziologische, existentialistische Tendenz: Hier wird der Existentialismus, insbesondere Sartres Position, diskutiert und MacIntyres Gegenargumentation zur narrativen Struktur des Lebens gegenübergestellt.

3 Der Begriff des narrativen Selbst: Das Kapitel definiert die persönliche Identität als das narrative Selbst, welches aus strenger Identität und psychologischer Kontinuität besteht.

4 Die Tugenden in Beziehung zum guten Leben: Hier wird das menschliche Leben als narrative Suche nach dem Guten beschrieben, bei der Tugenden als notwendige Hilfsmittel dienen.

5 Der Begriff der Tradition: Dieses Kapitel verdeutlicht, dass die Identität eines Menschen stets in eine Tradition eingebettet ist und der Zerfall von Traditionen zum Verlust der Tugenden führt.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Kernaussage zusammen, dass moralisches Handeln untrennbar mit dem Verständnis der eigenen, historisch gewachsenen Geschichte verknüpft ist.

Schlüsselwörter

Alasdair MacIntyre, narrative Einheit, Tugendethik, Tradition, menschliches Handeln, moralisches Urteil, Telos, narrative Identität, Praxis, soziale Einbettung, moralische Entwicklung, existenzielle Verantwortung, gutes Leben, Autorschaft, analytische Philosophie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert MacIntyres philosophische Untersuchung des menschlichen Handelns und die These, dass ein sinnerfülltes Leben nur als narrative Einheit innerhalb einer Tradition verstanden werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die narrative Struktur des Selbst, die Bedeutung sozialer Rahmenbedingungen für Handlungsintentionen und die fundamentale Rolle von Traditionen für die Ausübung von Tugenden.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht MacIntyres Frage, inwiefern das menschliche Leben als eine narrative Einheit begriffen werden kann und welche Rolle die Tradition als Orientierungshilfe für das tugendhafte Leben spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der philosophischen Textanalyse und Interpretation, um MacIntyres Argumentationsgang aus seinem Werk „Der Verlust der Tugend“ systematisch nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Kritik an modernen philosophischen Strömungen, der Definition des narrativen Selbst sowie der Verbindung zwischen Tugend, Tradition und dem Streben nach dem guten Leben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind die narrative Identität, das Telos, die soziale Praxis und das Konzept der Tradition als notwendiger Kontext für moralisches Handeln.

Wie unterscheidet sich MacIntyres Sicht auf das Selbst vom modernen Individualismus?

Während der moderne Individualismus das Selbst als losgelöst von seinem sozialen und historischen Kontext betrachtet, sieht MacIntyre das Selbst als zwingend in eine Tradition und eine Lebensgeschichte eingebettet.

Warum ist laut MacIntyre die „Suche nach dem Guten“ von Bedeutung?

Die Suche ist konstitutiv für das menschliche Leben; dabei dienen Tugenden dazu, Hindernisse auf dem Weg zum Ziel zu überwinden und gleichzeitig das eigene Wesen sowie das Wesen des Guten besser zu erkennen.

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Details

Title
Alasdair MacIntyre: Der Verlust der Tugend - Die Tugenden, die Einheit des menschlichen Lebens und der Begriff von Tradition
College
University of Mannheim  (Philosophische Fakultät)
Course
Alasdair MacIntyre: Der Verlust der Tugend
Grade
2,3
Author
Nina Reißler (Author)
Publication Year
2007
Pages
15
Catalog Number
V80673
ISBN (eBook)
9783638879385
ISBN (Book)
9783640803798
Language
German
Tags
Alasdair MacIntyre Verlust Tugend Tugenden Einheit Lebens Begriff Tradition Alasdair MacIntyre Verlust Tugend
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nina Reißler (Author), 2007, Alasdair MacIntyre: Der Verlust der Tugend - Die Tugenden, die Einheit des menschlichen Lebens und der Begriff von Tradition, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80673
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