Das Brustkrebsrisiko für Frauen wird medienwirksam immer wieder mit einer Mutation in den Chromosomen 13 und 17 für etwa 5 % der Fälle in Verbindung gebracht. Diese Veränderung kann molekulargenetisch bestimmt werden. Als Therapiemöglichkeit wird Betroffenen die operative Entfernung beider gesunder Brüste empfohlen. Dies ist nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft nicht (mehr) zu rechtfertigen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Der Unterschied zwischen Mutation und Genregulation
Die Chromosomentheorie der Vererbung
Was ist ein Gen ?
Was ist Genregulation ?
Brustkrebs – eine Erbkrankheit ?
Die bio-psycho-soziale oder psychosomatische Sicht dieser Erkrankung
Neurobiologische Grundlagen
Das psychogene Risikoprofil von Brustkrebskranken
Zusammenfassung - eine vorbeugende operative Brustentfernung gesunder Frauen mit nachgewiesener BRCA Mutation (sog. klares Testergebnis ) ist nicht ausreichend zu begründen !
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die einseitig biomedizinische Sichtweise auf Brustkrebs und genetische Tests kritisch zu hinterfragen und den Stellenwert psychosomatischer Faktoren sowie die Bedeutung der Genregulation in den Mittelpunkt der Betrachtung zu rücken.
- Kritik an der rein genetischen Betrachtungsweise von Brustkrebsrisiken.
- Erläuterung der biologischen Prozesse der Genregulation gegenüber der Mutation.
- Bedeutung von Umwelteinflüssen und frühkindlicher Bindungserfahrung.
- Psychosomatische Zusammenhänge bei der Entstehung von Krebserkrankungen.
- Kritische Bewertung präventiver operativer Eingriffe wie der Mastektomie.
Auszug aus dem Buch
Der Unterschied zwischen Mutation und Genregulation
Etwa seit 1986 kam die Hypothese auf, Brustkrebs können bei einem (kleinen) Teil der Patientinnen erblich sein. Ein „molekulares Mammogramm“ schien d e r Fortschritt zu sein (Batt, 1994, pg. 169). Ich denke, man muss heute Leserinnen und verängstigten Frauen auch sagen, was ist ein Gen und wie funktioniert es, wenn man von einer möglichen erblichen Bedingtheit der Brustkrebserkrankung spricht.
Für die Ausprägung der genetischen Information ist einmal der Text der DNS-Sequenz verantwortlich. Eine Änderung dieses Textes nennen wir Mutation. Viel wichtiger aber ist das Zusammenspiel der Gene mit der Umwelt des Zytoplasmas der Zelle, das selbst umweltabhängig ist (Klima, Nahrung, Psyche z.B., vgl. Bahnsen 2006, pg. 34-35). Gene unterliegen einem ständigen Wechsel zwischen einem aktiven und inaktivem Zustand. Sie werden an- und abgeschaltet. Diese Abläufe heißen GENREGULATION. Das Wissen darüber wird in der Diskussion über die genetische Entstehung von Krankheiten bzw. das Aufrechterhalten von Gesundheit meist völlig ausgeblendet.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Der Autor hinterfragt die gängigen Statistiken zum Brustkrebsrisiko und warnt vor einer manipulativ hohen Angstvermittlung.
Der Unterschied zwischen Mutation und Genregulation: Es wird erklärt, dass Gene nicht nur durch DNS-Sequenzänderungen (Mutationen), sondern primär durch Umwelteinflüsse auf das Zytoplasma reguliert werden.
Die Chromosomentheorie der Vererbung: Darstellung der historischen Grundlagen der Genetik, von Mendel bis hin zur modernen Erkenntnis der aktiven Gensteuerung.
Was ist ein Gen ?: Definition des Gens als funktionelle Einheit und Abgrenzung zu Begriffen wie Cistron oder Exon im Kontext der Molekularbiologie.
Was ist Genregulation ?: Erläuterung der Mechanismen, durch die Zellen Signale aus der Umwelt in aktive oder inaktive Zustände ihrer Gene übersetzen.
Brustkrebs – eine Erbkrankheit ?: Diskussion der BRCA-Gene und Argumentation, dass die genetische Disposition allein für das Auftreten der Krankheit meist nicht ausreicht.
Die bio-psycho-soziale oder psychosomatische Sicht dieser Erkrankung: Darstellung, wie zwischenmenschliche Beziehungen und psychosomatische Belastungen den genetischen Apparat beeinflussen können.
Neurobiologische Grundlagen: Erklärung der Verbindung zwischen dem limbischen System, Stresshormonen und der Genregulation.
Das psychogene Risikoprofil von Brustkrebskranken: Analyse der Zusammenhänge zwischen frühkindlichen Verlusterlebnissen, Depressionen und der Entstehung von Krebserkrankungen.
Zusammenfassung - eine vorbeugende operative Brustentfernung gesunder Frauen mit nachgewiesener BRCA Mutation (sog. klares Testergebnis ) ist nicht ausreichend zu begründen !: Der Autor fordert eine ganzheitliche Betrachtung und kritisiert die vorschnelle Empfehlung operativer Mastektomien.
Schlüsselwörter
Brustkrebs, Genregulation, Mutation, BRCA-Gen, Psychosomatik, Genetik, Umwelteinflüsse, Zytoplasma, Stresshormone, frühkindliche Bindung, Resilienz, Prävention, Tumorsuppressorgene, Molekularbiologie, Gesundheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es geht um eine kritische Auseinandersetzung mit der gängigen Praxis, bei Brustkrebsrisiko primär auf genetische Faktoren zu schauen, und um die Bedeutung der psychosomatischen Einflüsse auf die Genregulation.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Genetik vs. Genregulation, die Rolle von Umwelteinflüssen und frühkindlicher Bindung sowie die psychosomatischen Aspekte chronischer Erkrankungen wie Brustkrebs.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Fokus von einer rein biomedizinischen „Gen-Fixierung“ auf eine bio-psycho-soziale Betrachtungsweise zu verschieben, um Betroffene besser zu schützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Analyse aktueller genetischer und psychosomatischer Forschungsergebnisse sowie auf klinische Erfahrungen aus der psychotherapeutischen Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erläutert den Unterschied zwischen Mutation und Genregulation, die Bedeutung des Zytoplasmas als Steuerzentrale und das psychogene Risikoprofil bei Brustkrebspatientinnen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Brustkrebs, Genregulation, psychosomatische Einflüsse, BRCA-Gene und Stressreaktionen sind die zentralen Begriffe.
Warum hält der Autor den Gentest bei Brustkrebs für kritisch?
Der Autor argumentiert, dass eine genetische Disposition allein das Krankheitsgeschehen kaum erklärt und eine operative Entfernung gesunder Organe ohne psychosomatische Gesamtschau ethisch nicht zu rechtfertigen ist.
Welche Bedeutung haben frühkindliche Erfahrungen für die Genaktivität?
Frühkindliche Bindungserfahrungen prägen die Entwicklung von Nervenzellnetzwerken und beeinflussen über Stresshormone maßgeblich, welche Gene in welchen Situationen an- oder abgeschaltet werden.
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- Prof. Dr. med. Hans Ernst Walter Wilhelm Sachs (Author), 2007, Brustkrebsrisiko und Gentest - Flop oder Fortschritt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80696