Mi rund 106 Millionen Einwohnern ist Mexiko das größte hispanophone Land der Welt. Spanisch ist allerdings nicht gleich Spanisch. Das mexikanische Spanisch weist einige Besonderheiten auf, die es sowohl vom Kastilischen als auch vom Spanisch der übrigen lateinamerikanischen Länder abgrenzen. Laut einigen Sprachforschern sind die Unterschiede des Mexikanischen zum Rest der Hispania so deutlich, dass sie sogar von Laien erkannt werden können.
In dieser Arbeit wird versucht genau diese speziellen Charakteristika des mexikanischen Spanischs herauszuarbeiten. Zunächst werden die geschichtlichen und sprachlichen Einflüsse, die durch die Kolonialzeit und die indianischen Ureinwohner vorhanden sind, erläutert und anschließend die Besonderheiten in Phonetik, Morphosyntax und Lexik erklärt. Anschließend sollen am Beispiel von Amores Perros - Was ist Liebe?, einem mexikanischen Film aus dem Jahr 2000, die vorher herausgearbeiteten Charakteristika aufgezeigt und verdeutlicht werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Sprachgeschichte und sprachliche Einflüsse
2. Phonetik
2.1 Vokalismus
2.2 Konsonantismus
2.2.1 Seseo
2.2.2 Yeísmo
2.2.3 weitere konsonantische Besonderheiten
3. Morphosyntax
3.1 Voseo - Tuteo
3.2 Loísmo
3.3 Temporastrukturen
4. Lexik
5. Amores Perros - Was ist Liebe?
5.1 Inhalt
5.2 Sprache in Amores Perros - Was ist Liebe?
5.2.1 Sprache allgemein
5.2.2 Charakteristika des mexikanischen Spanisch
Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen linguistischen Charakteristika des mexikanischen Spanisch und analysiert diese anhand des mexikanischen Spielfilms "Amores Perros" (2000), um die theoretischen sprachwissenschaftlichen Erkenntnisse in einem praktischen Kontext zu veranschaulichen.
- Historische und kulturelle Entwicklung des mexikanischen Spanisch
- Phonetische Besonderheiten wie Vokalismus und Konsonantismus
- Morphosyntaktische Merkmale und lexikalische Eigenheiten
- Analyse des Sprachgebrauchs im Film "Amores Perros"
- Vergleich zwischen theoretischen Sprachmodellen und tatsächlichem Filmgebrauch
Auszug aus dem Buch
2.1 Vokalismus
Als auffälligste Merkmale der mexikanischen Phonetik gelten der Ausfall unbetonter und der teilweise Ausfall haupttoniger Vokale. Ausfall und Schwächung der Vokale treten fast ausschließlich im zentralen Hochland zwischen /s/ und den stimmlosen Verschlusslauten /p/, /t/ und /k/ bzw. vor Auslaut /s/ auf. Hier sagt man beispielsweise tods für todos oder cóm° stá für cómo está. In häufig gebrauchten Wörtern fallen häufig sogar Diphthonge weg; so wird zum Beispiel pues zu ps. Für Außenstehende sind diese Phänomene extrem auffällig und erwecken durch die entstehende Anhäufung von Konsonanten, die der spanischen Phonemabfolge gänzlich fremd ist (creo que sí → croksi), oft den Eindruck einer hastenden Redeweise.
Zusätzlich weist das mexikanische Spanisch Veränderungen am Vokalismus auf, die auch im Rest der Hispania vorkommen. Beispielsweise entsprechen Vokale am Wortanfang manchmal alten spanischen Formen: escuro statt oscuro oder fallen aus satzphonetischen Gründen komplett aus: ahístá für ahí está. Des Weiteren werden unbetonte Vokale häufig verändert, wie zum Beispiel in señor oder quiero, die in Mexiko als siñor bzw. queru realisiert werden. Auch bei Vokalgruppen, also Diphthongen und Hiaten, treten Veränderungen auf. So werden Diphthonge oft reduziert: umentar statt aumentar oder konsonantisiert: jabla statt jaula und Hiaten durch Akzentverlagerung oder Vokalschließung zu Diphthongen vermindert: leímos wird zu leimos.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Umreißt die geographischen und historischen Rahmenbedingungen Mexikos und führt in das Forschungsinteresse der Arbeit ein.
1. Sprachgeschichte und sprachliche Einflüsse: Erläutert den Einfluss der Kolonialzeit und indigener Sprachen auf die Entwicklung des modernen mexikanischen Spanisch.
2. Phonetik: Beschreibt die lautlichen Besonderheiten wie Vokalschwächungen, Seseo und Yeísmo im mexikanischen Spanisch.
3. Morphosyntax: Behandelt grammatikalische Eigenheiten in der Anrede, bei Pronomen und in der Verwendung von Tempora.
4. Lexik: Untersucht den Wortschatz, einschließlich Archaismen, Neologismen, Entlehnungen und spezifischer Eigenentwicklungen.
5. Amores Perros - Was ist Liebe?: Analysiert den praktischen Sprachgebrauch im Film und vergleicht diesen mit den theoretischen Sprachcharakteristika.
Schluss: Reflektiert die Ergebnisse der Analyse und die Schwierigkeiten bei der Erfassung lokaler Sprachvariationen durch nicht-muttersprachliche Sprecher.
Schlüsselwörter
Mexikanisches Spanisch, Phonetik, Morphosyntax, Lexik, Amores Perros, Vokalismus, Konsonantismus, Seseo, Yeísmo, Sprachgeschichte, Kolonialzeit, Indiosprachen, Sprachanalyse, Dialektologie, Sprachvariante.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den linguistischen Besonderheiten des mexikanischen Spanisch im Vergleich zum Standardspanischen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Phonetik, Morphosyntax und dem spezifischen Wortschatz (Lexik) Mexikos.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die theoretischen Sprachmerkmale an konkreten Beispielen aus dem Film "Amores Perros" zu identifizieren und zu belegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine linguistische deskriptive Analyse angewandt, die durch die Auswertung von Fachliteratur und eine empirische Filmanalyse gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Sprachgeschichte, der phonetischen, morphosyntaktischen und lexikalischen Besonderheiten sowie deren Anwendung auf Filmdialoge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind mexikanisches Spanisch, Phonetik, Sprachwandel, Lexik und Filmanalyse.
Warum gestaltete sich die Analyse des Films als schwierig?
Da keine kastilischen Untertitel verfügbar waren, mussten alle Sprachmerkmale rein auditiv herausgehört werden, was eine hohe Sprachkompetenz voraussetzt.
Welche Rolle spielt die soziale Schicht im Film für die Sprachanalyse?
Die Sprache im Film variiert stark zwischen den Episoden und Charakteren, was die Identifikation spezifisch mexikanischer Merkmale beeinflusst, da manche Formen eher in bestimmten sozialen Schichten vorkommen.
- Citar trabajo
- Elisabeth Adam (Autor), 2006, Spanisch in Mexiko - Mit besonderer Betrachtung des mexikanischen Spanisch im Film "Amores Perros - Was ist Liebe?", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80745