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Die Grablege Karls des Großen

Title: Die Grablege Karls des Großen

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 34 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Gergely Kapolnasi (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Am 28. Januar des Jahres 814 starb Kaiser Karl der Große, einer der bedeutendsten Herrscher des Frankenreiches. Er wurde noch am gleichen Tag in der von ihm gestifteten Marienkirche zu Aachen beigesetzt. Doch obwohl sich um die Taten des Frankenherrschers bis heute zahlreiche Geschichten ranken, geriet die genaue Lage seines Grabes bald in Vergessenheit. Bevor Kaiser Otto III. das Grab seines berühmten Vorgängers im Jahre 1000 öffnen ließ, musste er es zunächst mühsam suchen lassen. Nach der Umbettung der Gebeine Karls in den Karlsschrein im Jahre 1215 verlor das ursprüngliche Grab vollends an Bedeutung und verschwand aus dem Bewusstsein der Menschen für Jahrhunderte.
Lange Zeit vermutete man das Grab in der Mitte des Oktogons der Aachener Marienkirche. Im 19. und 20. Jahrhundert schließlich begann man mit der systematischen Suche nach der ursprünglichen Grablege Karls des Großen. Sie gestaltete sich mühsam, denn die schriftlichen Quellen des 9. Jahrhunderts und späterer Zeiten nur wenig aufschlussreich sind und sich in vielen Details widersprechen. Auch die archäologischen Befunde sind nicht eindeutig und lassen vielerlei Spekulationen zu.
Ziel dieser Arbeit ist, die wichtigsten Theorien des späten 19. und des 20. Jahrhunderts über die Lage des Karlsgrabes zusammenzufassen und zu diskutieren. Dabei soll sowohl auf schriftliche Quellen als auch auf archäologische Befunde eingegangen werden, da eine sinnvolle Beschäftigung mit der Frage nur durch eine Kombination dieser beiden Disziplinen möglich ist.
Zunächst soll kurz auf die Frage eingegangen werden, welche Bedeutung Aachen für Karl den Großen zu seinen Lebzeiten hatte. Anschließend werden die gängigsten Theorien über die Lage des Grabes vorgestellt und auf ihre Schlüssigkeit überprüft. Danach folgt die weitere Geschichte des Karlsgrabes bis zur Umbettung der Gebeine des Kaisers im Jahre 1215 durch Friedrich II. in den Karlsschrein, in dem sie bis heute ruhen. In diesem Zusammenhang sollen auch die Graböffnung durch Otto III. im Jahre 1000 und die Heiligsprechung Karls 1165 durch Friedrich I. Barbarossa näher erläutert werden. Ein anschließender kurzer Abriss über den Karlsschrein soll das hier gezeichnete Bild abrunden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Karl der Große und Aachen

2. Tod und Grablege Karls des Großen

2.1. Der Tod Karls des Großen und sein Begräbnis im Spiegel zeitgenössischer Quellen

2.2. Der Sarkophag Karls des Großen

2.2.1. Die Frage nach der Sitzbestattung Karls des Großen

2.2.2. Der Persephonen- / Proserpinasarkophag von Aachen

2.3. Die Lage des ursprünglichen Grabes Karls des Großen in der Aachener Pfalzkirche

2.3.1. Die Theorien über die Lage des Karlsgrabes von 1620 bis heute

2.3.2. Die Schlüssigkeit der Theorien über die Lage des Grabes

3. Die Öffnung des Grabes durch Otto III.

4. Die Öffnung des Grabes durch Friedrich I.

5. Der Karlsschrein

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die wissenschaftlichen Theorien des 19. und 20. Jahrhunderts zur ursprünglichen Grablege Karls des Großen in der Aachener Pfalzkirche kritisch zusammenzufassen und zu diskutieren. Im Zentrum steht dabei die Verknüpfung von archäologischen Befunden mit zeitgenössischen schriftlichen Quellen, um die Plausibilität verschiedener Lokalisierungsansätze für das Grab des Kaisers zu prüfen und in den historischen Kontext der Graböffnungen durch Otto III. und Friedrich I. einzuordnen.

  • Historische Bedeutung Aachens als Kaiserresidenz
  • Kritische Analyse von Quellen zur Bestattungsart (Sitzbestattung vs. Sarkophag)
  • Wissenschaftliche Debatte zur Lokalisierung des Grabes in der Pfalzkirche
  • Hagiographische Interpretation der Graböffnungen durch Otto III. und Friedrich I.
  • Die Funktion des Karlsschreins als Ort der endgültigen Beisetzung

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Die Frage nach der Sitzbestattung Karls des Großen

Trotz der knappen Hinweise zur Bestattung Karls des Großen kann man aus dem Vokabular der Quellen auf eine Beisetzung in einem Erdgrab mit einem Sarkophag schließen. Dennoch berichtet die im 11. Jahrhundert entstandene Chronik des Mönches Ademar von Chabannes (ca. 988-1034), Karl sei auf einem goldenen Thron sitzend beigesetzt worden.

Im Jahr 1000 ließ Kaiser Otto III. (980-1002) das Grab Karls öffnen. Der Bischof von Merseburg Thietmar (975-1018) schildert in seinem Chronicon, Otto III. habe bei der Graböffnung den Körper Karls „in solio regio“ (nach früherer Übersetzung: „auf einem königlichen Thron“) vorgefunden. Die Szene der Öffnung des Grabes beschreibt auch die im 11. Jahrhundert entstandene Chronik von Novalese aus der Sicht des Grafen von Lomello, der an diesem Ereignis teilgenommen haben soll. Statt zu liegen, wie es die Körper der Verstorbenen üblicherweise tun, sitzt Karl in der Schilderung des Grafen auf einem Thron, als ob er noch lebte.

Die Theorie von Karl dem Großen, der auch noch mehr als dreihundert Jahre nach seinem Tod auf einem goldenen Thron saß, hielt sich über Jahrhunderte im Gedächtnis der Menschen. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann man diese Annahme anzuzweifeln. Theodor Lindner entkräftet in seiner 1892 erschienenen Abhandlung über „Die Fabel von der Bestattung Karls des Großen“ die Argumente, die für eine Sitzbestattung Karls sprechen. Er bezweifelt die richtige Übersetzung des Ausdrucks „in solio regio“ bei Thietmar.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Problematik der verschollenen Grabstätte Karls des Großen und definiert das Ziel der Arbeit, die wissenschaftlichen Theorien zur Grablege zu prüfen.

1. Karl der Große und Aachen: Dieses Kapitel erörtert die Bedeutung Aachens als bevorzugte Kaiserresidenz und die Hintergründe der Entscheidung, Karl dort anstatt in St.-Denis beizusetzen.

2. Tod und Grablege Karls des Großen: Das Hauptkapitel analysiert zeitgenössische Quellen, archäologische Befunde zum Sarkophag und die zahlreichen Theorien zur genauen Lage des ursprünglichen Grabes in der Pfalzkirche.

3. Die Öffnung des Grabes durch Otto III.: Es wird untersucht, wie Otto III. im Jahr 1000 das Grab öffnete und welche hagiographischen Aspekte sowie politischen Interessen mit diesem Ereignis verbunden waren.

4. Die Öffnung des Grabes durch Friedrich I.: Dieses Kapitel beschreibt die Heiligsprechung Karls durch Friedrich Barbarossa im Jahr 1165 und die damit einhergehende erneute Öffnung des Grabes sowie die politische Instrumentalisierung.

5. Der Karlsschrein: Der Fokus liegt hier auf der Überführung der Gebeine in den 1215 vollendeten Karlsschrein und der baulichen sowie symbolischen Bedeutung dieses Objekts.

Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Lokalisierung im Bereich des Westbaus archäologisch und quellenkritisch am wahrscheinlichsten erscheint.

Schlüsselwörter

Karl der Große, Aachen, Pfalzkirche, Grabstätte, Sarkophag, Sitzbestattung, Otto III., Friedrich I. Barbarossa, Heiligsprechung, Karlsschrein, Archäologie, Quellenkritik, Westbau, Kanonisation, Mittelalter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Suche nach der ursprünglichen Grablege Karls des Großen in der Aachener Marienkirche und wertet dazu die Theorien namhafter Historiker aus.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen die Bestattungsumstände im Jahr 814, die kunsthistorische Bedeutung des antiken Sarkophags, die kontroversen Lokalisierungsversuche des Grabes sowie die politische und hagiographische Bedeutung der Graböffnungen durch spätere Kaiser.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die gängigen Theorien zur Lage des Grabes auf ihre historische Schlüssigkeit und wissenschaftliche Haltbarkeit zu überprüfen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin kombiniert die Analyse zeitgenössischer schriftlicher Quellen mit dem Abgleich aktueller archäologischer Befunde, um die Glaubwürdigkeit der verschiedenen wissenschaftlichen Thesen zu bewerten.

Was wird im umfangreichen Hauptteil thematisiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Bestattungsberichte, die Prüfung der verschiedenen Lokalisierungstheorien (Oktogon, Chor, Westbau) sowie die Interpretation der Graböffnungen durch Otto III. und Friedrich I.

Welche Schlüsselwörter definieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind das Karlsgrab, der Proserpinasarkophag, die Aachener Pfalzkirche und die historische Rezeption der Heiligsprechung Karls.

Warum wird die Theorie einer Sitzbestattung heute größtenteils abgelehnt?

Die Forschung, angeführt durch Theodor Lindner, konnte zeigen, dass Begriffe wie „solio regio“ in den Quellen nicht wörtlich als Thron, sondern als Behältnis oder Grabstätte zu interpretieren sind und eine Sitzbestattung im Mittelalter zudem unüblich war.

Welche Rolle spielt die Graböffnung durch Otto III. für die Identität des Grabes?

Die Graböffnung durch Otto III. wird als ein Versuch interpretiert, Karl den Großen als Heiligen zu etablieren und damit den Anspruch auf eine von einem Heiligen legitimierte Herrschaft zu unterstreichen.

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Details

Title
Die Grablege Karls des Großen
College
University of Heidelberg  (Historisches Seminar)
Course
Mittelalterliche Krönungsorte und Nekropolen im europäischen Vergleich
Grade
1,0
Author
Gergely Kapolnasi (Author)
Publication Year
2007
Pages
34
Catalog Number
V80771
ISBN (eBook)
9783638883818
ISBN (Book)
9783638884624
Language
German
Tags
Grablege Karls Großen Mittelalterliche Krönungsorte Nekropolen Vergleich Karl der Große Aachen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gergely Kapolnasi (Author), 2007, Die Grablege Karls des Großen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80771
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