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Geschichte des Tristanstoffs von den Anfängen bis zum späteren Mittelalter unter besonderer Berücksichtigung des deutschen Sprachraums

Title: Geschichte des Tristanstoffs von den Anfängen bis zum späteren Mittelalter unter besonderer Berücksichtigung des deutschen Sprachraums

Examination Thesis , 2005 , 205 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christoph Baldes (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Mit den Namen von Tristan und Isolde verbindet man in erster Linie die Geschichte von der Allgewalt der Liebe in ihrer „Absolutheit und Totalität“. Diese Charakterisierung ist in ihrer Einfachheit richtig, da hier ohne Frage der Hauptaspekt der Tristansage benannt wird. Der Komplexität des Stoffs genügt sie jedoch nicht, denn der Stoff bietet über die Liebesthematik hinaus eine Vielzahl von Facetten, die im Laufe der Entwicklung in Abhängigkeit des sozialen, kulturellen und theologischen Denkens der jeweiligen Zeit eine unterschiedlich starke Ausprägung erfahren und zum Teil sogar unterschiedlich interpretiert werden. Und obwohl den meisten Bearbeitern der Versuch gemeinsam sein dürfte, die Geschichte in „gewohnte Bahnen und Denkformen“ zu lenken, erfährt der Stoff doch die unterschiedlichsten Ausprägungen, so dass er im Laufe seiner Entwicklung sowohl unter den Bearbeitern als auch unter den Rezipienten für „heillose Verwirrung“ gesorgt hat. Diese Arbeit beleuchtet die Entwicklungen und Veränderungen des Stoffs, die mit den verschiedenen Bearbeitungen der Sage einhergehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Hinführung zum Thema

1.2 Zeitliche und räumliche Abgrenzungen

1.3 Vorgehensweise und Schwerpunktsetzung

2. Der erste Tristanroman und seine Ursprünge

2.1 Der keltische ‚Urtristan’

2.1.1 Die historischen Grundlagen des Stoffs

2.1.2 Die Struktur der ersten Tristandichtung

2.1.3 Der ‚Tochmarc Emire’ als mögliche Quelle des Stoffs

2.1.4 Die Sage von Dhiarmuda und Ghráinne als weitere mögliche Quelle des Stoffs

2.1.5 Weitere mögliche Grundlagen der ersten Tristandichtung

2.1.6 Die zeitliche Einordnung des keltischen ‚Urtristan’

2.2 Das ‚Älteste Epos’

2.2.1 Die wesentlichen Neuerungen des ‚Ältesten Epos’

2.2.2 Das Leben der Liebenden

2.2.3 Das Ende des ‚Ältesten Epos’

2.2.4 Zum Stil des ‚Ältesten Epos’

2.2.5 Der Entstehungskontext des ‚Ältesten Epos’

2.3 Die ‚Estoire’

2.3.1 Die Einbettung des Tristanstoffs in einen biographischen Rahmen

2.3.2 Veränderungen im ursprünglichen Handlungsgerüst

2.3.3 Die „Fortsetzung“: König Artus und Isolde Weißhand

2.3.4 Zur Veränderung der Konzeption des Stoffs

2.3.5 Die Frage nach der Verfasserschaft

2.3.6 Entstehungsumfeld und Wirkung der ‚Estoire’

2.4 Alternative Entstehungstheorien I: Orientalischer Ursprung

2.4.1 Wîs und Râmîn

2.4.2 Verbindungen zwischen Orient und Okzident

2.4.3 Wertung der orientalischen Ursprungstheorie

2.5 Alternative Entstehungstheorien II: Germanischer Ursprung

2.5.1 Parallelen zwischen der germanischen Sagenwelt und dem Tristanstoff

2.5.2 Wertung der germanischen Ursprungstheorie

3. Die deutschen Tristanbearbeitungen

3.1 Eilhart von Oberg

3.1.1 Überlegungen zur Datierung

3.1.2 Der Dichter und sein Auftraggeber

3.1.3 Die Entstehung zweier Überlieferungstraditionen

3.1.4 Die literarhistorische Einordnung des ‚Tristrant’ – inhaltliche Aspekte

3.1.5 Die literarhistorische Einordnung des ‚Tristrant’ – formale Aspekte

3.1.6 Abschließende Zusammenfassung und Wertung von Eilharts Werk

3.2 Gottfried von Straßburg

3.2.1 Der Entstehungskontext des ‚Tristan’

3.2.2 Hypothesen über Gottfrieds Quellen

3.2.3 Strukturelle Veränderungen des Stoffs

2.3.4 Gottfrieds Präsentation des Stoffs

3.2.5 Deutungsansätze zu Gottfrieds Werk

3.3 Die Fortsetzer Gottfrieds

3.3.1 Ulrich von Türheim

3.3.2 Heinrich von Freiberg

3.4 Weitere deutschsprachige Bearbeitungen

3.4.1 ‚Tristan als Mönch’

3.4.2 Das ‚Niederdeutsche Tristanfragment’

3.4.3 Die Prosaromane

4. Zusammenfassung

5. Literaturverzeichnis

5.1 Textausgaben

5.1.1 Tristanbearbeitungen

5.1.2 Sonstige Textausgaben

5.2 Forschungsliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die stoffgeschichtliche Entwicklung der Tristansage von ihren keltischen Ursprüngen bis hin zu den deutschsprachigen Bearbeitungen des Mittelalters. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse inhaltlicher und formaler Veränderungen sowie der Einbettung des Stoffs in literarische und kulturelle Kontexte, um die Transformationen von der ursprünglichen Sagenform zu den höfischen Romanen und späteren Prosaerzählungen nachzuvollziehen.

  • Entwicklung und Rekonstruktion des keltischen ‚Urtristan’
  • Vergleich konkurrierender Entstehungstheorien (keltisch, orientalisch, germanisch)
  • Strukturelle Transformationen durch das ‚Älteste Epos’ und die ‚Estoire’
  • Analyse der zentralen deutschen Bearbeitungen (Eilhart von Oberg, Gottfried von Straßburg)
  • Untersuchung der Rezeptionsgeschichte und der Fortsetzungen (Ulrich von Türheim, Heinrich von Freiberg)

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Die historischen Grundlagen des Stoffs

Immerhin herrscht Einigkeit darüber, dass – wenn schon nicht die Sage an sich – zumindest die Ursprünge der einzelnen Stoffelemente im inselkeltischen Bereich zu suchen sind. Grund hierfür sind vor allem die Orts- und Personennamen. So ist etwa König Marke als historische Gestalt des 6. Jahrhunderts belegt. Hinweise befinden sich in der 884 von dem Mönch Wrmonoc verfassten Bearbeitung der ‚Vita S. Pauli Aureliani’, die die Taten eines regis Marci […] quem alio nomine Quonomorium schildert. Er wird dabei als Herrscher eines Reiches bezeichnet, in dem vier Sprachen gesprochen werden. Nimmt man für diese vier Sprachen das Kornische, das Kymrische, das Kumbrische und das Bretonische an, so lässt dies auf Kornwall als Herrschaftsgebiet schließen, was dem Sitz von Markes Hof im Tristanroman entsprechen würde.

Auch der Name des eigentlichen Protagonisten weist auf eine keltische Herkunft des Stoffs. So besitzt der Name eine piktische Wurzel, nämlich Drust. Der Name tritt im Keltischen in verschiedenen Varianten auf und ist in diesen auch in den verschiedensten Chroniken belegt: So ist etwa im ‚Buch von Deir’ der erste Abt des gleichnamigen Klosters mit dem Namen Drostán belegt, im ‚Chronicon Scottorum’ findet sich das Todesdatum eines Drust mac Erb, der um 445 gestorben sein soll, und in derselben Chronik entdeckt man auch den Hinweis auf den Tode Drosts mac Domhnail im Jahr 674. Weitere Belege des Namens liefern die ‚Annalen von Tigernach’: Sie berichten von der Vertreibung des Piktenkönigs Druist im Jahr 726 sowie vom Tode eines Drust 729 in der Schlacht gegen Oengus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Gegenstands, Herleitung der Forschungsfrage und Erläuterung des methodischen Vorgehens bei der stoffgeschichtlichen Untersuchung der Tristansage.

2. Der erste Tristanroman und seine Ursprünge: Darstellung des Modells von Friedrich Ranke zur Entwicklung der Sage in drei Stufen sowie Diskussion alternativer Entstehungstheorien.

3. Die deutschen Tristanbearbeitungen: Analyse der wichtigsten deutschsprachigen Umsetzungen, angefangen bei Eilhart von Oberg bis hin zu Gottfried von Straßburg und deren Fortsetzern.

4. Zusammenfassung: Reflexion über die Ergebnisse der Untersuchung sowie ein Ausblick auf die Grenzen und Möglichkeiten der stoffgeschichtlichen Forschung.

5. Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten Textausgaben und wissenschaftlichen Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Tristansage, Tristanstoff, Stoffgeschichte, Eilhart von Oberg, Gottfried von Straßburg, keltischer Ursprung, Ältestes Epos, Estoire, höfischer Roman, Adaptation, Minnekonzeption, mittelalterliche Literatur, Überlieferungstradition, Literaturwissenschaft, Motivforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und der stoffgeschichtlichen Herkunft der Tristansage, von ihren vermuteten keltischen Anfängen bis zur Ausgestaltung in der deutschsprachigen Literatur des Mittelalters.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rekonstruktion der Ursprungsfassungen der Sage, die Analyse der Minnekonzeption in verschiedenen Epochen sowie die formale und inhaltliche Differenzierung der Bearbeitungen durch verschiedene Dichter.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Entwicklungslinien des Tristanstoffs aufzuzeigen, die Strukturwandlungen zwischen den unterschiedlichen Fassungen zu analysieren und die Bedeutung der einzelnen Bearbeiter für die Stoffpräsentation zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende literaturhistorische und stoffgeschichtliche Methode angewandt, die auf der Analyse von Textquellen, der Auswertung der Forschungsliteratur und der Untersuchung struktureller sowie motivischer Veränderungen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die hypothetischen Ursprungsphasen (keltisch, orientalisch, germanisch) erörtert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der deutschen Tristanbearbeitungen, wobei Eilhart von Oberg und Gottfried von Straßburg im Mittelpunkt stehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Tristansage, Stoffgeschichte, Eilhart von Oberg, Gottfried von Straßburg, Adaptation, Minnekonzeption und Überlieferungstradition.

Warum spielt das Modell von Friedrich Ranke eine so wichtige Rolle?

Das Modell von Ranke ist in der Tristanforschung heute weitgehend anerkannt; es dient als strukturelles Grundgerüst, um die Entwicklung der Sage von der keltischen Urform über das ‚Älteste Epos’ bis zur ‚Estoire’ zu erklären.

Welche Bedeutung kommt der Unterscheidung zwischen 'adaptation commune' und 'adaptation courtoise' zu?

Diese Unterscheidung ist entscheidend, um die verschiedenen Interpretationsweisen und literarischen Ziele der Tristan-Bearbeiter zu verstehen – von der stärker abenteuerorientierten, unhöfischen Tradition bis hin zur höfischen, reflektierten Dichtung.

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Details

Title
Geschichte des Tristanstoffs von den Anfängen bis zum späteren Mittelalter unter besonderer Berücksichtigung des deutschen Sprachraums
College
University of Trier  (Landesprüfungsamt Rheinland-Pfalz)
Grade
1,3
Author
Christoph Baldes (Author)
Publication Year
2005
Pages
205
Catalog Number
V80788
ISBN (eBook)
9783638833868
ISBN (Book)
9783638833912
Language
German
Tags
Geschichte Tristanstoffs Anfängen Mittelalter Berücksichtigung Sprachraums
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Baldes (Author), 2005, Geschichte des Tristanstoffs von den Anfängen bis zum späteren Mittelalter unter besonderer Berücksichtigung des deutschen Sprachraums, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80788
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