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Der Ewige Jude - Versuch einer Ursprungsanalyse eines Mythos

Title: Der Ewige Jude - Versuch einer Ursprungsanalyse eines Mythos

Seminar Paper , 2002 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christoph Effenberger (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit einem weiteren Judenstereotyp - neben dem Mörder Jesu, dem Wucherer, Brunnenvergifter und Ritualmörder - dem "Ewigen Juden". Wohl kaum ein Mythos um das Volk der Israeliten hat auf literarischer Ebene eine derart große und unterschiedliche Interpretation und Rezeption gefunden. Ausgangspunkt bzw. Anstoß für eine riesige Anzahl von schriftstellerischer und dichterischer Bearbeitung des Motivs ist das deutsche Volksbuch "Kurze Beschreibung und Erzählung von einem Juden mit Namen Ahasverus" aus dem Jahre 1602. Betrachtet man nun das Ergebnis der unterschiedlichen Interpretationen des Ahasverus-Mythos, so muss ein breites Spektrum sowohl an antijüdischer, als auch judenfreundlicher bzw. liberaler Tendenzen konstatiert werden. Diese Tatsache ist bezeichnend für die scheinbare Seriosität und Unparteilichkeit des Ur-Textes. Nun kann der Mittelpunkt einer Hausarbeit im Fach Mediävistik nicht die Analyse der literarischen Rezeption sein, vielmehr gestaltet es sich als weitaus interessanter, die Umstände der Entstehung und die Ursprünge des Textes zu untersuchen. Diese Analyse soll die scheinbare Nüchternheit, den scheinbar objektiven Berichtcharakter des Textes durchleuchten.
Die Notwendigkeit einer derartigen Untersuchung ergibt sich aus der Tatsache, dass ein tendenzloser Text für den Entstehungszeitraum der Frühen Neuzeit eher untypisch war und allein deswegen einer weiteren Betrachtung bedarf. Daraus ergeben sich für die nachfolgende Arbeit folgende Prämissen: 1. Kann der Berichtcharakter und die daraus folgende Objektivität und Seriosität bestätigt werden? 2.Welche Angaben lassen sich aus den zu gewinnenden Erkenntnissen, auf die Persönlichkeit bzw. auf die Intention des Autors machen? Grundsatz und Ausgangspunkt für die Klärung der gestellten Aufgaben soll die Analyse der Quellen (benannte und nicht benannte!) des Autors sein. Dabei können aber nur die offensichtlichsten berücksichtigt werden, da sonst der Rahmen dieser Arbeit gesprengt werden würde. Auch deshalb gilt es zu beachten, dass der Anspruch auf Vollständigkeit und somit einer absoluten Wahrheit nicht erhoben wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Die „Kurtze beschreibung und Erzehlung von einem Juden, mit Namen Ahasverus“

2.1 Fakten zum Volksbuch

2.2 Inhalt des Textes

2.3 Bewertung der Quellen des Volksbuches

2.3.1 Quellenangaben des Autors

2.3.1.1 Paulus von Eitzen

2.3.1.2 „Mattheiam 16“

2.3.2 Quellenerkenntnisse der Forschung

2.3.2.1 Der Autor als Kopist

2.3.2.2 Der Name „Ahasverus“

2.3.2.3 Die Anonymität des Autors

3. Zusammenfassung

4. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das deutsche Volksbuch „Kurze Beschreibung und Erzählung von einem Juden mit Namen Ahasverus“ aus dem Jahr 1602, um den Ursprung und die Intention dieses einflussreichen Judenstereotyps zu ergründen. Ziel ist es, den scheinbar objektiven Berichtcharakter des Textes zu durchleuchten und die dahinterstehenden antijüdischen Tendenzen sowie die Identität und Motivation des anonymen Verfassers kritisch zu analysieren.

  • Historische Herkunft und Quellenkritik des Ahasverus-Mythos
  • Analyse der Glaubwürdigkeit und Intention des anonymen Verfassers
  • Untersuchung des antijudaistischen Kontextes in der Frühen Neuzeit
  • Hermeneutische Auswertung der verwendeten biblischen Referenzen
  • Reflexion über die Rolle von Anonymität und literarischer Kopie in der zeitgenössischen Literatur

Auszug aus dem Buch

2.3.1.1 Paulus von Eitzen

Nach den Angaben des Autors fußt die gesamte Ahasver- Erzählung auf den Aussagen des Paulus von Eitzen. Um die Seriosität und Glaubwürdigkeit des Berichts zu steigern, betonte der Verfasser des Volksbuches sehr deutlich die honorige Position seines Kronzeugen, welcher zum Zeitpunkt der Berichtwiedergabe das hohe kirchliche Amt des Bischofs von Schleswig inne hatte.

Die biographischen Angaben über Paulus von Eitzen konnten anhand der Vita des Würdenträgers bestätigt werden und verleihen der Erzählung zunächst einen glaubwürdigen Anschein.

Dieser erste Eindruck wird aber durch erhaltene Schriften des Bischofs in keiner Weise untermauert. In keiner Hinterlassenschaft des angeblichen Zeugen wird eine ähnliche Begebenheit geschildert oder auch nur ansatzweise erwähnt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Darstellung der Problemstellung, der Prämissen sowie der methodischen Herangehensweise an das Judenstereotyp des „Ewigen Juden“.

2. Die „Kurtze beschreibung und Erzehlung von einem Juden, mit Namen Ahasverus“: Detaillierte Untersuchung des Volksbuches, seiner Entstehung, Verbreitung und der darin enthaltenen zentralen Erzählung.

2.1 Fakten zum Volksbuch: Zusammenstellung der historischen Daten über Drucke, Auflagen und die ersten Zuschreibungen der Autorenschaft.

2.2 Inhalt des Textes: Zusammenfassung des narrativen Kerns und des Berichts über die Begegnung des Bischofs Paulus von Eitzen mit Ahasverus.

2.3 Bewertung der Quellen des Volksbuches: Kritische Analyse der vom Verfasser angeführten Gewährsleute und der tatsächlichen Hintergründe der Quellenauswahl.

2.3.1 Quellenangaben des Autors: Untersuchung der explizit genannten Quellen, insbesondere der Aussagen von Paulus von Eitzen und der Bezugnahme auf das Matthäus-Evangelium.

2.3.1.1 Paulus von Eitzen: Überprüfung der Glaubwürdigkeit der Zeugenaussage durch Abgleich mit biographischen Daten und historischen Quellen.

2.3.1.2 „Mattheiam 16“: Hermeneutische Einordnung des zitierten Matthäus-Verses in den zeitgenössischen antijüdischen Diskurs.

2.3.2 Quellenerkenntnisse der Forschung: Analyse von nicht explizit genannten Quellen und Einbeziehung des wissenschaftlichen Forschungsstandes zur literarischen Herkunft des Stoffes.

2.3.2.1 Der Autor als Kopist: Nachweis der literarischen Abhängigkeit von älteren Vorlagen wie der „Chronica Majora“ des Matthew Paris.

2.3.2.2 Der Name „Ahasverus“: Erörterung der Namensherkunft und der spekulativen Versuche, eine Verbindung zum biblischen „Buch Esther“ herzustellen.

2.3.2.3 Die Anonymität des Autors: Untersuchung der Beweggründe für die bewusste Anonymisierung und die Bedeutung späterer Synonyme wie Chrysostomus Dudulaeus Westphalus.

3. Zusammenfassung: Synthese der Analyseergebnisse und abschließende Bewertung der Intention des Verfassers sowie der Subjektivität des Textes.

4. Bibliographie: Auflistung der im Rahmen der Arbeit verwendeten Literatur und Quellen.

Schlüsselwörter

Ahasverus, Ewiger Jude, Antijudaismus, Volksbuch, Paulus von Eitzen, Matthäus-Evangelium, Mythos, Frühe Neuzeit, Judenstereotyp, Quellenkritik, Anonymität, Antisemitismus, Literaturgeschichte, Sage, Chronica Majora

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse eines einflussreichen antijüdischen Volksbuches aus dem Jahr 1602, das die Sage vom „Ewigen Juden“ maßgeblich verbreitete.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die literarische Herkunft des Mythos, die Glaubwürdigkeit der Quellen, die Rolle des Antijudaismus in der Frühen Neuzeit sowie die Intention des anonymen Verfassers.

Welches Ziel verfolgt die Untersuchung?

Ziel ist es, den scheinbar objektiven Berichtcharakter des Werkes durch eine Quellenanalyse zu dekonstruieren und die tatsächliche tendenziöse Absicht des Schreibers offen zu legen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und historische Analyse, die insbesondere quellenkritische Verfahren und hermeneutische Ansätze zur Intentionsfindung einsetzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der benannten Quellen (Bischof Paulus von Eitzen, Matthäus-Evangelium) und der unbenannten, literarischen Vorlagen sowie die Analyse der Namensgebung und der Autoranonymität.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Ahasverus, Antijudaismus, Volksbuch, Quellenkritik, Literarische Rezeption und Historische Hermeneutik.

Warum wurde die Anonymität des Autors als so wichtig erachtet?

Die Anonymität bietet einen Ansatzpunkt für die Analyse der Intention, da sie auf die mögliche Angst des Verfassers vor Repressionen oder auf eine bewusste Strategie zur Verschleierung seiner ideologischen Absichten hinweisen könnte.

Welche Bedeutung hat das Zitat aus dem Matthäus-Evangelium für die These der Arbeit?

Das Zitat dient als Beleg dafür, dass der Autor gezielt biblische Texte aus dem Zusammenhang riss, um die Glaubwürdigkeit seines Werkes zu erhöhen und gleichzeitig eine antijüdische Deutung zu legitimieren.

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Details

Title
Der Ewige Jude - Versuch einer Ursprungsanalyse eines Mythos
College
Dresden Technical University  (Institut für Germanistik)
Course
Seminar III
Grade
1,0
Author
Christoph Effenberger (Author)
Publication Year
2002
Pages
21
Catalog Number
V8079
ISBN (eBook)
9783638151597
ISBN (Book)
9783640263257
Language
German
Tags
Ewige Jude Versuch Ursprungsanalyse Mythos Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Effenberger (Author), 2002, Der Ewige Jude - Versuch einer Ursprungsanalyse eines Mythos, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8079
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