In der Hausarbeit zu dem schwierigen Thema voller Gegensätze wie Deutschunterricht mit Migrantenkindern werden die wichtigsten Problempunkte und die didaktischen Ansätze im Deutsch als Zweitsprache erläutert.
Im ersten Kapitel wird die Notwendigkeit von Sprachvermittlung von Deutsch als Zweitsprache betont. Im zweiten Kapitel werden die Ursachen des Scheiterns der Kinder aus den Migrantenfamilien im deutschen Bildungssystem aufgezählt. Danach werden die Sondermaßnahmen für Migrantenkinder erwähnt und die Situation des Unterrichts von Deutsch als Zweitsprache in der Regelklasse präsentiert.
Im dritten Kapitel werden die wichtigsten didaktischen Ansätze des Deutschen als Zweitsprache erörtert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Notwendigkeit einer strukturorientierten Sprachvermittlung von Deutsch als Zweitsprache.
3 Das Scheitern der Kinder aus Migrantenfamilien im deutschen Bildungssystem.
3.1 Sondermaßnahmen für Migrantenkinder
3.2 Deutsch als Zweitsprache in der Regelklasse.
4 Didaktik des Deutschen als Zweitsprache.
4.1 Der kommunikative Ansatz.
4.2 Der interkulturelle Ansatz.
4.3 Das Tandemverfahren.
4.4 Die bilingual-bikulturelle Position.
4.5 Die mehrsprachige Position.
5 Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentralen Herausforderungen und didaktischen Ansätze im Unterricht von Deutsch als Zweitsprache für Migrantenkinder, um Möglichkeiten für eine effektivere pädagogische Gestaltung in der Regelklasse aufzuzeigen.
- Problemanalyse des Scheiterns von Migrantenkindern im deutschen Bildungssystem
- Evaluation aktueller didaktischer Ansätze wie kommunikative und interkulturelle Konzepte
- Untersuchung von Tandemverfahren und bilingual-bikulturellen Bildungsmodellen
- Bedeutung der Lehrerbildung für den Umgang mit sprachlicher Heterogenität
- Diskussion der mehrsprachigen Position im europäischen Kontext
Auszug aus dem Buch
3 Das Scheitern der Kinder aus Migrantenfamilien im deutschen Bildungssystem.
Zwar gibt es nicht wenige Kinder, die im deutschen Bildungssystem Karriere machen und als so genannte Bildungserfolgreiche auch an den Universitäten studieren ( in Hamburg sind es 50% aller „ausländischen“ Studierenden „Bildungsinländer“ und viele weitere Migrantinnen und Migranten mit deutscher Staatsangehörigkeit, die in keiner Statistik erfasst werden). Aber es gibt den größeren Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund, die keine erfolgreiche Bildungslaufbahn nachweisen. Das Besorgniserregende an dieser Situation ist, dass der Anteil dieser Gruppe in den letzten Jahren wieder angestiegen ist, nachdem in den 1980er Jahren die Zahl derjenigen Migrantenkinder, die ohne einen Abschluss die Allgemeinbildenden Schulen wieder verlassen müssten, deutlich zurückgegangen war. (vgl. Neumann in Bratkowski u. Faistauer 2002: 134)
Bevor die Gründe für das Scheitern der Kinder beschrieben werden, werden zuerst die Gruppen ausländischer Kinder präsentiert.
Schrader u.a.(1976) schlagen aus sozialisationstheoretischen Überlegungen eine Unterteilung vor, die sich an den vorherrschenden Sozialisationsinstanzen orientiert: 1. Gruppe: Schulkinder. Damit sind die Kinder gemeint, die erst im Schulalter nach Deutschland kommen. Diese Kinder haben die Werte und Normen ihres Heimatlandes übernommen und identifizieren sich mit ihrem Heimatland. Sie bleiben in Deutschland meistens Ausländer. 2. Gruppe: Vorschulkinder. Darunter werden die Kinder verstanden, die während des Vorschuljahres – also zwischen dem 2. und 6. Lebensjahr – in die Bundesrepublik einreisen. Diese Kinder bringen weder ein abgeschlossenes und stabiles Norm- und Wertsystem der Heimatkultur mit, noch können sie die fremde Kultur verinnerlichen. Diese Kinder bleiben Fremde. 3. Gruppe Kleinstkinder. Hierunter werden solche Kinder verstanden, die entweder hier geboren sind oder im ersten Lebensjahr nach Deutschland gekommen sind. Sie wachsen unter dem Einfluss zweier Kulturen auf. Man spricht hier von mischkultureller Enkulturation(die Übernahme kultureller Normen und gesellschaftlicher Werte). Sie identifizieren sich weitgehend mit deutschen Normen und Werten, dennoch ist die Beeinflussung durch die Eltern und Familie hinsichtlich der Übernahme bestimmter Rituale, gesellschaftlicher Werte und kultureller Normen ihres Abstammungslandes erkennbar.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit erläutert die Problempunkte im Deutschunterricht für Migrantenkinder und stellt die thematische Struktur der folgenden Kapitel vor.
2 Notwendigkeit einer strukturorientierten Sprachvermittlung von Deutsch als Zweitsprache.: Dieses Kapitel betont die Bedeutung differenzierter Sprachkenntnisse für die Integration und kritisiert die unzureichende Unterrichtsqualität in Regelklassen.
3 Das Scheitern der Kinder aus Migrantenfamilien im deutschen Bildungssystem.: Es werden Ursachen für Bildungsbenachteiligung analysiert, verschiedene Gruppen von Migrantenkindern unterschieden und die Rolle von Sondermaßnahmen beleuchtet.
4 Didaktik des Deutschen als Zweitsprache.: Verschiedene didaktische Ansätze wie der kommunikative und interkulturelle Ansatz werden vorgestellt, um den Unterricht effektiver zu gestalten.
5 Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass bisherige Maßnahmen oft unzureichend sind und plädiert für die Notwendigkeit weiterer Reformen im Bildungssystem.
Schlüsselwörter
Deutsch als Zweitsprache, Migrantenkinder, Sprachvermittlung, Bildungsbenachteiligung, Regelklasse, Didaktik, interkultureller Ansatz, kommunikativer Ansatz, Tandemverfahren, Bilingualismus, Schwellentheorie, Mehrsprachigkeit, Integration, Lehrerbildung, Schriftsprachgebrauch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den didaktischen Herausforderungen und der Problematik des Deutschunterrichts für Kinder mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Ursachen des Scheiterns im Bildungssystem, die verschiedenen Ansätze zur Sprachvermittlung und die Frage nach der effektivsten didaktischen Ausrichtung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf Basis wissenschaftlicher Diskurse Anhaltspunkte zu liefern, wie der Deutschunterricht für Migrantenkinder effektiver und integrationsfördernder gestaltet werden kann.
Welche didaktischen Ansätze werden vorgestellt?
Es werden der kommunikative Ansatz, der interkulturelle Ansatz, das Tandemverfahren, die bilingual-bikulturelle Position sowie die mehrsprachige Position ausführlich erörtert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Notwendigkeit systematischer Sprachvermittlung, die strukturellen Gründe für das Scheitern von Schülern in Regelklassen und verschiedene didaktische Konzepte zur Identitätsbildung und Sprachförderung.
Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie "Deutsch als Zweitsprache", "Bilingualismus", "Bildungsbenachteiligung" und "interkulturelle Bildung" geprägt.
Was besagt die "Schwellentheorie" von Jim Cummins?
Die Theorie betont, dass ein erfolgreicher Erwerb der Zweitsprache nur möglich ist, wenn eine solide linguale Grundlage in der Muttersprache in den ersten Schuljahren gelegt wurde.
Was versteht man unter "Integration durch Segregation" im Kontext von Fthenakis?
Dieses Konzept zielt darauf ab, durch eine geschützte Phase muttersprachlicher Förderung und getrennten Unterrichts langfristig eine bessere Integration und Identitätsbildung der Kinder zu ermöglichen.
- Quote paper
- Antonina Bespalova (Author), 2004, Deutschunterricht mit Migrantenkindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80822