Morbus-Parkinson - ein Überblick


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005
19 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Allgemeine Informationen
2.1 Begriff – „Morbus Parkinson“
2.2 Definition
2.3 Häufigkeit

3 Grundlagen
3.1 Anatomisch/ Physiologische Grundlagen und pathologische Veränderungen bei Morbus-Parkinson Patienten
3.2 Ursachen
3.3 Symptome
3.3.1 Frühe unspezifische Symptome
3.3.2 Kardinalsymptome
3.3.3 Begleitsymptome
3.4 Verlauf
3.5 Diagnose

4 Behandlung
4.1 Medikamentöse Therapie
4.2 Neurochirurgische Therapie

5 Schlusswort

6 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

„Involuntary tremulous motion, with lessened muscular power, in parts not in action and even when supported; with a propensity to bend the trunk forward, and to pass from a walking to a running pace; the senses and intellects being uninjured”. (Ludin, Hans Peter, 1995, S. 9)

So definierte im Jahre 1817 der englische Arzt Dr. James Parkinson erstmals das Krankheitsbild der Parkinson Krankheit. In seinem Werk „Essay on the shaking palsy“ beschrieb Parkinson sechs Patienten, die er über einen längeren Zeitraum beobachtet hatte. Diese Originalbeschreibung der Krankheit enthält bereits eine präzise Beschreibung der Symptomatik und des Krankheitsverlaufes. Über viele Details der Krankheit, die heute zumindest teilweise erforscht und nachgewiesen sind, konnte James Parkinson zu seiner Zeit nur Vermutungen anstellen, so z.B. zum Ort der Läsion. Er erkannte aber bereits, dass es sich um eine Schädigung im zentralen Nervensystem handeln muss.

Trotz intensiver Forschungen und großer Fortschritte auf den Gebieten der Neurologie, gibt es auch heute noch viele offene Fragen zum Morbus Parkinson. Nach wie vor kennt man nicht die genaue Ursache der Krankheit.

Heilung oder Vorbeugung sind bis heute nicht möglich, jedoch gibt es ein breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten, um die auftretenden Symptome zu lindern.

Diese Arbeit soll in einem kurzen Überblick die Parkinson Krankheit, orientiert am derzeitigen Stand der Forschungen, vorstellen und über die bestehenden Behandlungsmöglichkeiten und Therapieformen in kompakter und verständlicher Form informieren.

2 Allgemeine Informationen

2.1 Begriff – „Morbus Parkinson“

Benannt ist die Parkinson Krankheit nach dem englischen Arzt Dr. James Parkinson, der im Jahre 1817 die erste umfassende klinische Beschreibung der Erkrankung veröffentlichte. Aufgrund des auffallenden Symptoms der Krankheit dem „Ruhezittern“ bezeichnete Parkinson sie als „Schüttellähmung“. Dieser Begriff wird auch heute teilweise noch verwendet. James Parkinson kann allerdings nicht als Entdecker der Krankheit bezeichnet werden, denn erste Beschreibungen der Beschwerden stammen schon aus der Antike.

Synonyme Begriffe für Morbus Parkinson sind Parkinson Syndrom, Parkinson Krankheit oder der „alte“ Begriff Schüttellähmung. Verwendet man diese Begriffe spricht man in der Regel von der idiopathischen Parkinson Erkrankung, deren Ursache nicht genau definierbar ist. Daneben gibt es die „neurodegenerativen Erkrankungen“ mit ähnlichen Symptomen und die symptomatischen Parkinson Syndrome (z.B. Wilson Krankheit), deren Ursachen bekannt sind. Diese Erkrankungen sollen im Verlauf dieser Arbeit keine weitere Beachtung finden.

2.2 Definition

Parkinson ist eine langsam fortschreitende Erkrankung des Nervensystems. Betroffen sind bestimmte Gebiete des Gehirns, die Basalganglien, die an der Kontrolle der willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen beteiligt sind. Bei dieser neurologischen Erkrankung ist die Übertragung der Informationen von einer Nervenzelle zur nächsten gestört, da der Botenstoff Dopamin, aufgrund der Degeneration von Zellen der Substantia nigra, nicht in ausreichendem Maße produziert wird. Botenstoffe wie z.B. Dopamin, Glutamat oder Acetylcholin werden von einer Zelle ausgeschüttet und docken an die Rezeptoren der Postsynaptischen Membran an. Aufgrund des Dopaminmangels ist das Gleichgewicht zwischen den hemmenden und erregenden Botenstoffen gestört. Damit fehlen die Voraussetzungen für eine gut koordinierte Bewegung und es kommt zu Bewegungsstörungen und den typischen Symptomen der Parkinson Krankheit.

Neben der Parkinson-Krankheit gibt es eine Reihe von Syndromen mit ähnlichem Erscheinungsbild. Alle diese Syndrome sind durch folgende Hauptsymptome gekennzeichnet:

- Akinese (Bewegungsarmut)
- Rigor (Muskelsteife)
- Ruhetremor (Zittern in Ruhe)
- Posturale Instabilität (Haltungs-Instabilität)

2.3 Häufigkeit

Es erkranken etwa zwischen 100 und 200 pro 100.000 Personen an der Parkinson Krankheit. In Deutschland spricht man von 100.000 – maximal 250.000 betroffenen Menschen.

Die Krankheit tritt häufig zwischen dem 55. und 65. Lebensjahr auf. 10 % der Patienten sind bei der Diagnosestellung jünger als 40 Jahre. Das männliche Geschlecht ist minimal häufiger betroffen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Fries, W./ Liebenstund,I., 1998, S. 24

3 Grundlagen

3.1 Anatomisch/ Physiologische Grundlagen und pathologische Veränderungen bei Morbus-Parkinson Patienten

Hauptbahn für die gesamte willkürlich innervierte Muskelaktivität ist der Tractus corticospinalis, der seinen Ursprung in der vorderen Zentralwindung des Stirnlappens des Großhirns hat. Aufgrund der pyramidenförmigen Zellkörper wird der Tractus corticospinalis auch als Pyramidenbahn bezeichnet. „Während die Pyramidenbahn vorwiegend der Übertragung der Befehle für den willkürlichen Muskeleinsatz dient, ist das extrapyramidal-motorische System mit seinen motorischen Kerngebieten (z.B. Basalganglien) und seinen Bahnen für die unbewusste Muskelaktivität zuständig. Es kontrolliert unter anderem Ausmaß und Richtung der willkürlichen Bewegungen“ (Schünke, Michael, 2004, S. 632)

Zum extrapyramidal-motorischen System zählen neben den Kernen im Mittelhirn, den Vestibularkernen, Teilen der Großhirnrinde, dem Kleinhirn auch die ins Rückenmark absteigenden extrapyramidal-motorischen Bahnen und die Basalganglien. Der Begriff der Basalganglien ist nicht eindeutig anatomisch definiert. Heute zählt man das Striatum (besteht aus Nucleus caudatus oder Schwanzkern und dem Putamen), den Pallidum, den Nucleus subthalamicus und die Substantia nigra (schwarze Substanz) zu den basalen Ganglien.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Ludin, H.-P., 1995, S. 13

Der Thalamus, ein wichtiges Kerngebiet des Zwischenhirns, wird nicht zu den Basalganglien gezählt. Neben der bereits angesprochenen Funktion der Basalganglien innerhalb des extrapyramidal-motorischen Systems spielen diese auch beim Erlernen von Gewohnheiten und Handlungsmustern eine große Rolle.

Schäden an diesen Strukturen führen unter anderem zu Störungen des Muskeltonus und zu unwillkürlichen Bewegungsabläufen. Neben der Parkinson-Krankheit sind auch Chorea Huntington und der Morbus Wilson Beispiele für extrapyramidale Bewegungsstörungen.

Die Substantia nigra (bestehend aus Pars compacta und Pars reticula) gehört demnach zu den Basalganglien des Mittelhirns. In der pars compacta wird der Neurotransmitter Dopamin gebildet. „Die Neurone der Substantia pars compacta haben Dopamin als Überträgerstoff und stellen synaptischen Kontakt mit Neuronen im Striatum her. Der Einfluss des Dopamin auf diese Neurone ist hemmend.“ (Fries, W., Liebenstund, I., 1998, s. 18)

Andere wichtige Transmitter bei der Erregungsübertragung sind die erregenden Überträgersubstanzen Acetylcholin und Glutamat. Dopamin kommt gehäuft in den basalen Ganglien des Gehirns vor. 80 % des zerebralen Dopamins sind normalerweise in der pars compacta der Substantia nigra und im Striatum enthalten.

Bei der Parkinson-Krankheit kommt es zu einer Degeneration der Neurone in der pars compacta der Substantia nigra und damit zu einem Mangel am Überträgerstoff Dopamin. Diese Degeneration ist nicht vergleichbar mit dem zunehmenden Untergang dopaminerger Neurone im Alter, denn beim Parkinson-Syndrom kommt es zu dem Verlust nahezu aller dieser Zellen. Die Zerstörung der Zellen in der Substantia nigra schreitet dabei von lateral nach medial fort. Neben den gerade beschriebenen Degenerationen kann es auch zu Veränderungen in anderen Strukturen des Zentralnervensystems kommen (z.B. Locus coeruleus im Hirnstamm, Großhirnrinde und andere).

3.2 Ursachen

Bis zum heutigen Tage ist über die Ursache(n) der meisten Parkinson-Syndrome nur wenig bekannt. Man spricht in diesen Fällen vom idiophatischen Parkinson-Syndrom (Parkinson-Krankheit bzw. Morbus Parkinson).

Hinweise gibt es darauf, dass mehrere zusammenspielende Faktoren das Entstehen der Krankheit auslösen. Nahezu ausgeschlossen werden können Unfälle, traumatische Ereignisse, chirurgische Eingriffe oder Infektionen als Ursachen. Ein ursächlicher Zusammenhang wurde in diesen Fällen bisher nicht nachgewiesen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Morbus-Parkinson - ein Überblick
Hochschule
Universität Rostock  (Institut für Sportwissenschaften)
Veranstaltung
Anatomie/ Physiologie
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
19
Katalognummer
V80862
ISBN (eBook)
9783638873932
ISBN (Buch)
9783656519843
Dateigröße
618 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Morbus-Parkinson, Anatomie/, Physiologie
Arbeit zitieren
Katharina Schwarz (Autor), 2005, Morbus-Parkinson - ein Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80862

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