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Wahrheit und Lüge in Budgetprozessen

Managementkonzepte zur Steuerung von unternehmerischen Entscheidungen

Title: Wahrheit und Lüge in Budgetprozessen

Seminar Paper , 2007 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Thomas Bartels (Author)

Business economics - Controlling
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Kritischer Erfolgsfaktor für Unternehmen in der heutigen Zeit ist es, evolutionär auf Marktveränderungen und neue Kundenbedürfnisse mit Produkt-, Service- und Prozessinnovationen zu reagieren. Dies macht eine dezentrale Unternehmensorganisation in Form von Delegation von Managementverantwortung auf untergeordnete Ebenen unabdingbar. Nur so kann auf volatile Marktveränderungen zeitnah reagiert werden. Statt Hierarchie, Befehl und Gehorsam ist heutzutage eigenverantwortliches Handeln gefragt. Die Dezentralisierung bringt jedoch das Problem der Informationsasymmetrie mit sich.
Das bedeutet, dass die Unternehmensleitung (im Folgenden „Zentrale“ genannt) die Entscheidungsspielräume und das Aktivitätsniveau ihrer Bereichsmanager (im Folgenden nur „Manager“ genannt) nicht beobachten kann. Sie kann lediglich das resultierende Ergebnis aus den Handlungen des Managers beobachten.
Des Weiteren ist in der Realität von Interessenkonflikten zwischen Zentrale und dem Manager auszugehen. Der Wandel vom Verkäufermarkt des Industriezeitalters zum Käufermarkt des Informationszeitalters5 und die globalisierten Kapitalmärkte setzen den Manager von heute mehr und mehr unter Erfolgsdruck. Nicht selten wird die Weiterbeschäftigung des Managers an gewisse Zielgrößen oder an die Einhaltung von Budgets geknüpft.
Ist es da nicht gerade zu verständlich, dass der Manager verleitet werden kann, seine Ermessensspielräume auszunutzen oder gar zu „lügen“, um so seinen Arbeitsplatz oder ein angemessenes Gehalt zu sichern? Festzustellen ist, dass eine hohe Motivation besteht, die Zielwerte zu erreichen, wenn auch nicht auf dem moralisch saubersten Weg.
Die vorliegende Arbeit analysiert diesen Sachverhalt unter agencytheoretischen Gesichtspunkten. Insbesondere soll der Frage nachgegangen werden, was den Manager in Budgetprozessen zum „Lügen“ veranlasst.

Excerpt


Struktur der Arbeit

1. Problemstellung

2. Grundlagen dieser Arbeit

2.1 Einordnung des Basisfalls dieser Arbeit

2.2 Definition und Funktionen von Budgets

3. „Lüge“ in Budgetprozessen

3.1 Ein Anriss der Konsequenzen aus Manipulationen

3.2 Motivationen zur Manipulation

4. Wege zur „Wahrheit“

4.1 Einleitung

4.2 Allgemeine Anforderungen an Anreizsysteme

4.3 Das Weitzman-Schema – Ein Weg zur Wahrheit?

4.3.1 Das Grundmodell

4.3.2 Analyse und Beurteilung

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Manipulation in Budgetprozessen aus agencytheoretischer Sicht, um zu ergründen, warum Bereichsmanager trotz negativer Konsequenzen zu unwahren Berichterstattungen neigen, und evaluiert potenzielle Lösungen durch Anreizsysteme.

  • Agency-Theorie und Informationsasymmetrien
  • Ursachen und Konsequenzen von „Budgetary Slacks“
  • Anforderungen an moderne Anreizsysteme
  • Analyse des Weitzman-Schemas zur Wahrheitsinduzierung

Auszug aus dem Buch

3.1 Ein Anriss der Konsequenzen aus Manipulationen

Wird ein Manager in Abhängigkeit seines Budgets bezahlt, so kann dies durchaus einen Anreiz zum „Lügen“ und Manipulieren bieten. Das „Lügen“ in Budgetprozessen kann jedoch fatale Folgen haben: Es werden Ressourcen angeschafft, deren Erlöse nicht die Kosten decken und so Verluste verursachen. Produktions- und Beschaffungsabteilung stellen sich aufgrund von gemeldeter Absatzerwartung auf zu niedrige Produktionsmengen ein. Stellt sich nun während des Jahres heraus, dass sich durch zahlreiche „budgetary slacks“ der einzelnen Bereiche, die tatsächliche Absatzmenge sich auf mehr als das doppelte des geplanten Budgets beläuft, kann es schnell zu Lieferengpässen kommen.

Möchte das Unternehmen seine Kunden jedoch nicht enttäuschen und ausreichend Produkte liefern, so müssen Beschaffung und Produktion nun unter hohem Zeitdruck für die Nachproduktion des nicht gemeldeten Bedarfs sorgen. Erheblich höhere Kosten sind oft die Folge des zeitlich angespannten Krisenmanagements, da das Abwarten von Preisentwicklungen oder das Ausnutzen von Rabatten durch einmalige Großbestellungen nun nicht mehr möglich ist. Nicht zuletzt torpedieren falsche Angaben den gesamten Planungs- und Koordinationsprozess des Unternehmens. Die im Vorkapitel erläuterten Funktionen der Budgetierung (insb. Koordinations-, Prognose- und Kontrollfunktion) werden ad absurdum geführt.

Fraglich erscheint, warum der Manager trotz all dieser aufgeführten negativen Konsequenzen nicht von unwahrheitsgemäßer Berichterstattung abgehalten wird? Sollte ihn nicht dieses Wissen, wenn schon nicht aus Loyalität zu seinem Arbeitgeber, dann aus seinem ganz eigenen persönlichen Interesse an einem reibungslosen Arbeitsablauf von derartigen auch moralisch verwerflichen Verhalten abhalten?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Einführung in die Thematik der Informationsasymmetrie und die Problematik von Interessenkonflikten zwischen Zentrale und Managern in dezentralen Organisationen.

2. Grundlagen dieser Arbeit: Darstellung des agencytheoretischen Rahmens und Definition zentraler Begriffe wie Budget und der Funktionen von Budgetierungsprozessen.

3. „Lüge“ in Budgetprozessen: Analyse der negativen operativen Auswirkungen von Manipulationen sowie der individuellen Beweggründe der Manager, Anreizsysteme strategisch zu unterwandern.

4. Wege zur „Wahrheit“: Diskussion allgemeiner Kriterien für effektive Anreizsysteme und kritische Prüfung des Weitzman-Schemas hinsichtlich seiner Eignung zur Wahrheitsinduzierung.

5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung, dass die Gestaltung von Anreizsystemen ein hochkomplexes Optimierungsproblem bleibt und ethisches Verhalten über die richtige Anreizsetzung implementierbar ist.

Schlüsselwörter

Agency-Theorie, Budgetierung, Budgetprozess, Informationsasymmetrie, Manager, Anreizsysteme, Manipulation, Wahrheitsinduzierung, Weitzman-Schema, Hidden Information, Hidden Action, Moral Hazard, Budgetary Slack, Gewinnmaximierung, Unternehmenssteuerung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen Zentrale und Bereichsmanagern, in dem Anreize zur Manipulation von Budgetvorgaben entstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Kernpunkte sind die agencytheoretische Fundierung, die Funktionen der Budgetierung, die Analyse von Manipulationsmotiven und die Gestaltung von Anreizstrukturen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Ursachen für wahrheitswidrige Berichterstattung durch Manager zu identifizieren und zu prüfen, wie Anreizsysteme diese in Richtung wahrheitsgemäßer Berichterstattung lenken können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit nutzt die agencytheoretische Analyse, um die Anreizwirkungen auf das Managerverhalten theoretisch herzuleiten und zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Manipulationsproblematik, die Definition allgemeiner Anforderungen an Anreizsysteme und eine spezifische Analyse des Weitzman-Modells.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Begriffe wie Informationsasymmetrie, Agency-Theorie, Budgetary Slack und Anreizkompatibilität stehen im Zentrum der Untersuchung.

Warum ist das Weitzman-Schema allein oft nicht ausreichend?

Da das Weitzman-Schema Interdependenzen zwischen verschiedenen Unternehmensbereichen ignoriert und in einem Umfeld knapper Ressourcen für alle Bereiche nicht gegen strategische Kollusion abgesichert ist.

Was versteht man unter dem in der Arbeit genannten „hidden information“-Problem?

Es bezeichnet den nicht beobachtbaren Informationsstand des Agenten, der es dem Manager ermöglicht, schlechte Ergebnisse gegenüber der Zentrale als externe Umweltzustände zu rechtfertigen.

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Details

Title
Wahrheit und Lüge in Budgetprozessen
Subtitle
Managementkonzepte zur Steuerung von unternehmerischen Entscheidungen
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insb. Controlling)
Course
Controlling Theorie-Seminar
Grade
1,7
Author
Thomas Bartels (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V80868
ISBN (eBook)
9783638879798
ISBN (Book)
9783638881500
Language
German
Tags
Wahrheit Lüge Budgetprozessen Controlling Theorie-Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Bartels (Author), 2007, Wahrheit und Lüge in Budgetprozessen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80868
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