„Die Ausstellung Edvard Munch 1912 in Deutschland ist vom 24.11.2002 bis 16.02.2003 in der Kunsthalle Bielefeld zu sehen.
Vor 90 Jahren feierte die Kunstszene den Maler Edvard Munch (1863-1944) als den bedeutendsten lebenden Künstler neben Picasso und als den Wegbereiter für die Moderne. Ausgelöst wurde der Jubel durch die Kölner Sonderbund Ausstellung. Welche Bilder damals zu sehen waren, zeigt heute die Kunsthalle Bielefeld.
Der endgültige künstlerische Durchbruch gelang Munch 1912 mit der Sonderbund-Ausstellung in Köln. Danach wurde er in ganz Deutschland bekannt.
Ursprünglich Platz für rund 25 Gemälde. Es wurden dann doch 32 ausgestellt, die einen umfassenden Überblick über Munchs bisheriges Werk gaben.
Im Ehrensaal der Sonderbund-Ausstellung hatte Munch eine persönlich inszenierte Ausstellung von 32 Werken präsentiert. Auch wenn es nicht möglich war, alle Exemplare, die es damals in Köln zu bestaunen gab, heran zu holen, bemüht sich die Kunsthalle Bielefeld, die Schau von einst zu rekonstruieren. Ein Kurzfilm zum Leben und Schaffen des Künstlers ist für den Besucher eine willkommene Einführung in das Thema. Großformatige Schwarz-Weiß-Fotokopien lassen erahnen, wie und wo die Bilder vor gut 90 Jahren hingen.“
Inhaltsverzeichnis
1. Die Ausstellungsanzeige
2. Köln des 19. Jahrhundert und seine Museen
3. Der Sonderbund
4. Die Sonderbund-Internationale Kunst-Ausstellung Cöln 1912. In der Ausstellungshalle der Stadt Cöln am Aachener Tor (25. Mai – 30 September 1912. 9-7 Uhr.)
5. Gemäldeauswahl
6. Die Gemälderanordnung
7. Gemälde
7.1. Die erste Wand: Thowald Stang, Jappe Nilsson, Kristen Sandberg, Daniel Jacobson, Christian Girlöff, Olga und Rosa, Amor und Psyche, Wald I und Wald II, Im Walde (Holzfällen) und Winter an der Küste.
7.2. Die zweite Wand
7.3. Die dritte Wand: Badende Männer, Arbeiter im Schnee, Doppelporträt, Kinder Esche, Kinder im Wald, Tannenwald, Tauwetter, Eifersucht, Das kranke Kind, Sommerlandschaft, Vier Mädchen auf der Brücke.
7.4. Die vierte Wand: Melancholie (Jappe), Inger am Strand, Herrenporträt (Felix Auerbach), Adam und Eva, Madonna.
8. Die Kritik
9. Das Schlusswort
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Sonderbund-Ausstellung in Köln 1912 für den künstlerischen Durchbruch von Edvard Munch in Deutschland. Dabei wird analysiert, wie Munch seine Werke persönlich kuratierte, um eine umfassende Retrospektive seines Schaffens zu inszenieren und sich als Vorreiter des Expressionismus zu positionieren.
- Historischer Kontext der Sonderbund-Bewegung und der Ausstellungslandschaft in Köln
- Analyse der kuratorischen Inszenierung und Hängung durch Munch im Ehrensaal
- Untersuchung der ausgewählten Gemälde und deren inhaltliche sowie stilistische Einordnung
- Rezeption der Ausstellung in der zeitgenössischen Kritik
Auszug aus dem Buch
Die erste Wand: Thowald Stang, Jappe Nilsson, Kristen Sandberg, Daniel Jacobson, Christian Girlöff, Olga und Rosa, Amor und Psyche, Wald I und Wald II, Im Walde (Holzfällen) und Winter an der Küste.
Für Munch nahmen Porträts eine bedeutende Rolle ein: Bildnisse seiner Familie, Freunde und Bekannten (darunter viele Künstler).
„Wie realer ist bei all seiner Veranlagung, die Symbolik der Dinge zu sehen, sieht man an seinen Porträts. Sie sind mit rein sachlicher Psychologie gemalt, der Charakter ist in seinem potenziertesten Ausdruck gegeben. Besonders das Porträt des Herrn Stang und das des Schriftstellers Nilsson fallen darin auf. Das Porträt des Herrn S. streift zu sehr das Karikaturenhafte (besonders auch durch den Schwung des Rockzipfels, der hinten noch mal herauskommt).“
26/547, Porträt des Herrn Stang (Porträt: Thorwald Stang), 1909. Öl auf Leinwand. 202 x 96,5 cm. Signiert und datiert oben rechts: E. Munch 1909
29/550, Porträt des Schriftstellers Jappe Nilsson (Porträt: Jappe Nilsson), 1909. Öl auf Leinwand. 193 x 94,5 cm. Signiert unten links: E Munch
Von den zwischen 1900 und 1909 entstandenen großen männlichen Ganzfigurenporträts trennte Munch sich schwer oder gar nicht: „Ein paar Freunde muss ich schon an der Wand hängen haben.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Ausstellungsanzeige: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der Sonderbund-Ausstellung 1912 für Munchs Durchbruch in Deutschland und beschreibt die Bemühungen der Kunsthalle Bielefeld, diese Schau zu rekonstruieren.
2. Köln des 19. Jahrhundert und seine Museen: Hier wird der historische Kontext der Kölner Museumslandschaft dargelegt, die sich bereits früh für zeitgenössische Kunst öffnete.
3. Der Sonderbund: Das Kapitel beschreibt die Gründung und Ziele des Sonderbundes als Organisation, die internationale Gegenwartskunst im Rheinland etablieren wollte.
4. Die Sonderbund-Internationale Kunst-Ausstellung Cöln 1912. In der Ausstellungshalle der Stadt Cöln am Aachener Tor (25. Mai – 30 September 1912. 9-7 Uhr.): Es wird die Planung, Organisation und die kulturpolitische Bedeutung der Ausstellung sowie die gezielte Einladung Munchs beleuchtet.
5. Gemäldeauswahl: Dieser Abschnitt listet die 32 von Munch ausgewählten Werke auf und analysiert seine bewusste Entscheidung für eine retrospektive Zusammenstellung.
6. Die Gemälderanordnung: Hier wird die spezifische Hängung und räumliche Gestaltung durch Munch im Ehrensaal der Ausstellung beschrieben.
7. Gemälde: Dieses Kapitel widmet sich der detaillierten Analyse der ausgestellten Werke, gegliedert nach den vier Wänden der Präsentation.
8. Die Kritik: Das Kapitel reflektiert das zeitgenössische Echo auf die Ausstellung und Munchs Werk, welches von Anerkennung bis hin zu Ablehnung reichte.
9. Das Schlusswort: Die abschließenden Bemerkungen fassen Munchs künstlerische Ziele und seinen Einfluss auf die junge Expressionisten-Generation zusammen.
Schlüsselwörter
Edvard Munch, Sonderbund-Ausstellung, Köln 1912, Expressionismus, Kunstgeschichte, Retrospektive, Porträtmalerei, Lebensfries, Moderne, Kunstkritik, Ausstellungsgestaltung, Symbolik, Menschliche Psychologie, Frühe Moderne, Avantgarde
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die historische Bedeutung der Kölner Sonderbund-Ausstellung von 1912 für den künstlerischen Durchbruch von Edvard Munch in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Ausstellungsgeschichte des Sonderbundes, der kuratorischen Praxis Munchs, der Analyse ausgewählter Gemälde sowie der zeitgenössischen Rezeption seiner Kunst.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Munch durch die gezielte Auswahl und Inszenierung seiner Werke im Ehrensaal der Ausstellung sein Image als Wegbereiter der Moderne und des Expressionismus festigte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer kunsthistorischen Analyse von Primärquellen, wie dem Katalog der Sonderbund-Ausstellung, Briefwechseln des Künstlers sowie zeitgenössischen Presseberichten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Kontextualisierung der Ausstellung, eine detaillierte Auflistung und Analyse der 32 präsentierten Werke sowie eine Dokumentation ihrer räumlichen Anordnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Edvard Munch, Sonderbund-Ausstellung, Expressionismus, Porträtmalerei und Kunstkritik.
Warum verzichtete Munch in Köln auf bekannte Todesthemen?
Es wird vermutet, dass Munch für diese Präsentation eine bewusste Entscheidung traf, um sich eher als „Menschendarsteller“ und Vorläufer einer neuen, expressiven Malerei zu positionieren, anstatt die Klischees der Angst- und Todesthematik zu bedienen.
Wie arbeitete Munch laut Berichten seiner Zeitgenossen?
Zeitgenossen wie Linde beschrieben, dass Munch Eindrücke lange in sich aufnahm, um sie dann mit „elementarer Kraft“ und Schnelligkeit auf die Leinwand zu bringen.
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- Antonina Kostretska (Autor), 2005, Munch 1912 im Sonderbund Cöln, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80893