Es gibt nur eine allgemein gültige Aussage für alle Projekte: Sie verlaufen nie so wie geplant! Deshalb ist es während der Durchführung eines Projekts besonders wichtig, Abweichungen und ihre Ursachen rechtzeitig zu identifizieren und zu analysieren, um ihnen wirkungsvoll entgegenwirken zu können. Planabweichungen besitzen jedoch nicht nur negative Aspekte, oft sind sie auch Auslöser für wertvolle Lernprozesse!
Das Wort „Controlling“ riecht zwar nach Kontrolle, Projektcontrolling geht aber weit über die formale Kontrolle hinaus. Es ist ein kontinuierlicher Prozess, der das Projekt während seiner gesamten Laufzeit begleitet, steuert und überwacht sowie Korrekturmaßnahmen aus Analysen ableitet. Auch bei einem Projektabbruch oder einer Projektbeschleunigung zeichnet das Projektcontrolling mitverantwortlich.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen des Projektcontrolling
3. Ziele und Aufgaben des Projektcontrollings
4. Konzepte, Methoden und Instrumente des Projektcontrolling
5. Projektaufbau- und Projektablauforganisation - Überblick
5.1 Projektdefinition
5.2 Projektkonzeptionierung
5.2.1 Projektaufbauorganisation
5.2.2 Zielplanung
5.2.3 Phasen- bzw. Vorgehensmodell
5.2.4 Vorstudie
5.3 Projektplanung
5.3.1 Projektstrukturplanung
5.3.2 Projektablauf- und Projektressourcenplanung
5.3.3 Kostenplanung
5.3 Projektinformationswesen
5.4 Projektkontrolle und -steuerung
6. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und die zentralen Aufgaben des Projektcontrollings als Instrument zur Sicherung des Projekterfolgs. Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine systematische Planung, Steuerung und Kontrolle Abweichungen im Projektverlauf identifiziert und korrigiert werden können, um die Transparenz und Effizienz in Projekten zu gewährleisten.
- Grundlagen und Definitionen des Projektcontrollings
- Aufbau- und Projektablauforganisation
- Methoden der Projektplanung (Struktur-, Ablauf- und Kostenplanung)
- Einsatz von Projektkennzahlen und Steuerungsinstrumenten
- Informationswesen als Grundlage für Projektentscheidungen
Auszug aus dem Buch
5.3.1 Projektstrukturplanung
Durch die Strukturierung werden Projekte transparent, überschaubar, planbar und steuerbar. Neben der Zieldefinition stellt der Projektstrukturplan das wichtigste Basisdokument des Projektes dar und ist somit mit entsprechendem Arbeitsaufwand verbunden.
Er wird bei mittelgroßen Forschungs- und Entwicklungsprojekten mit ungefähr 0,1% bis 0,7% der Projektkosten veranschlagt. Projektstrukturierung und Projektstrukturpläne können mit den Strukturierungen aus der Produktionswirtschaft wie z.B. Stücklisten, Materialeingangsmatrizen verglichen werden. (Platz, J. (1989), S. 3)
In einem ersten Schritt geht es darum, einen möglichst umfassenden Überblick über das Projekt zu bekommen und mögliche Teilprojekte zu identifizieren. Daran anschließend erfolgt dann die Zergliederung. Die Elemente der untersten Gliederungsebene folgen einer genauen Definierung und heißen Arbeitspakete. „Ein Arbeitspaket ist dabei nach DIN-Norm 69901 als Teil des Projektes definiert, das im Projektstrukturplan nicht weiter aufgegliedert ist und auf einer beliebigen Gliederungsebene liegen kann.“ (Diethelm, G. (200), S.225)
Die eigentliche Aufgabe des Projektcontrolling ist nicht die vollständige Projektstrukturplanung selbst durchzuführen, sondern die entstehenden Teilprojekte und Arbeitspakete bezüglich der Zusammensetzung und Vollständigkeit (z.B. hinsichtlich Terminen, Schnittstellen) übergreifend zu koordinieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert, dass Projekte aufgrund ihrer Einmaligkeit selten planmäßig verlaufen und Projektcontrolling als kontinuierlicher Prozess zur Identifikation und Korrektur von Abweichungen fungiert.
2. Grundlagen des Projektcontrolling: Das Kapitel definiert den Projektbegriff nach DIN-Normen und ordnet Projektcontrolling als unterstützendes Teilsystem des Projektmanagements ein, das maßgeblich zum Projekterfolg beiträgt.
3. Ziele und Aufgaben des Projektcontrollings: Hier werden die effiziente Unterstützung der Projektsteuerung, der Aufbau von Informationssystemen sowie die Koordination von Regulierungsmaßnahmen als Kernaufgaben hervorgehoben.
4. Konzepte, Methoden und Instrumente des Projektcontrolling: Dieser Abschnitt beschreibt die notwendige Kommunikations-, Dokumentations- und Planungsbasis und führt einen Ordnungsrahmen für projektkritische Kennzahlen ein.
5. Projektaufbau- und Projektablauforganisation - Überblick: Das umfangreiche Hauptkapitel detailliert die Phasen von der Projektdefinition über die Konzeptionierung und Planung bis hin zur operativen Kontrolle und Steuerung.
6. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Projektcontrolling durch Transparenz und methodische Unterstützung essenziell ist und seine Bedeutung mit der Projektgröße zunimmt.
Schlüsselwörter
Projektcontrolling, Projektmanagement, Projektablauforganisation, Projektstrukturplan, Kostenplanung, Terminplanung, Arbeitspaket, Projektsteuerung, Kennzahlensystem, Meilensteine, Abweichungsanalyse, Projektvorstudie, Projektressourcenplanung, Projektinformationswesen, Unternehmensorganisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Ausarbeitung befasst sich mit der Rolle des Projektcontrollings bei der Planung, Steuerung und Überwachung von Projekten, um den Projekterfolg trotz der inhärenten Risiken und Unsicherheiten abzusichern.
Welche Themenfelder sind zentral?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Projekten, die Strukturierung von Projektabläufen, die Etablierung von Kosten- und Terminplänen sowie die Nutzung von Kennzahlensystemen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Aufgaben des Controllings als Unterstützung des Projektmanagements aufzuzeigen, um durch Transparenz Abweichungen frühzeitig zu erkennen und steuernd einzugreifen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die einschlägige Normen wie DIN 69900/69901 sowie Fachliteratur zur Projektplanung und -steuerung zusammenführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Konzeptionierung, die Projektstrukturplanung, die Ablauf- und Ressourcenplanung sowie die Instrumente zur Projektkontrolle und das Berichtswesen.
Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?
Wesentliche Begriffe sind Projektcontrolling, Projektstrukturplan, Kostenplanung, Abweichungsanalyse und Steuerung.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Vor-, Mitlaufender und Nachkalkulation so wichtig?
Diese Unterscheidung ist notwendig, da jede Kalkulationsart unterschiedliche Phasen abdeckt: die Vorkalkulation dient der Planung, die mitlaufende der aktuellen Steuerung und die Nachkalkulation der Analyse und dem Aufbau zukünftiger Erfahrungsdaten.
Welche Rolle spielt die Projektstrukturplanung für das Controlling?
Sie bildet die Basis für alle weiteren Planungsaspekte, indem sie Transparenz schafft und die Grundlage für die Einteilung in Arbeitspakete liefert, die für die Koordination und Steuerung essenziell sind.
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- Hartwin Maas (Author), 2003, Projektcontrolling. Grundlagen, Ablauf, Aufgaben und Ziele im Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80919