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Die Väter: Narren der Uneinsichtigkeit in Gottfried Kellers "Romeo und Julia auf dem Dorfe"

Title: Die Väter: Narren der Uneinsichtigkeit in Gottfried Kellers "Romeo und Julia auf dem Dorfe"

Seminar Paper , 2005 , 28 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Antonina Kostretska (Author)

Didactics for the subject German - German as a Foreign Language
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Summary Excerpt Details

Der Gegenstand dieser Arbeit ist die Darstellung der Narrheit der Väter in Gottfried Kellers Novelle Romeo und Julia auf dem Dorfe. Die Behandlung des Themas in der vorliegenden Arbeit untergliedert sich in vier Teilbereiche: die Väter als typische Vertreter der Landsleute, die Vorgeschichte des Streites, die Väter als Narren der Uneinsichtigkeit und der Untergang der beiden Familien. In Verbindung damit sollen zugleich folgende Fragen beantwortet werden: Warum sind die Väter die typischen Vertreter ihres Landes? Warum werden sie zu Narren? Welchen Einfluss haben die beiden Streitenden auf das Schicksal ihrer Familien? Sind die Väter schuldig für den Tod ihrer Kinder?
Zunächst werden die gesellschaftliche Situation in der Schweiz des 19. Jahrhunderts und die Mentalität ihrer Bürger im Zusammenhang mit der Novellensammlung Die Leute von Seldwyla und der Entstehung der Novelle Romeo und Julia auf dem Dorfe beleuchtet. Dann soll der Begriff Typus erklärt werden. Danach versucht die Verfasserin, die oben dargestellten Fragen zu beantworten. Die Antworten werden im Zusammenhang mit biblischen und mythologischen Motiven betrachtet. Die darauf folgende Geschehensanalyse umfasst den Handlungszusammenhang, die Gestaltungen der beiden Bauern, die Darstellung des Marti-Manz-und Väter-Kinder-Konfliktes in der Novelle. Zum Schluss sollen die Thesen der Novelle zusammengefasst werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Gesellschaftliche Situation

1.2 Novellensammlung Die Leute von Seldwyla

1.3. Entstehung und Titel der Novelle Romeo und Julia auf dem Dorfe

2. Väter als typische Vertreter der Dorfbewohner

2.1. Darstellung der Väter

2.2. Handlungsweise der Väter

2.3. Sprachliche Ausdruckweise den Dörfler

2.4. Gesellschaftliche Position der beiden Bauern

3. Vorgeschichte des Streites

3.1. Verwilderter Acker

3.2. Betrug an den schwarzen Geiger

3.3. Versteigerung des Ackers

4. Die Väter: Narren der Uneinsichtigkeit

4.1. Ursache und Anfang der Streitgeschichte

4.2. Eskalation des Streites

4.3. Habgier und Beschränktheit der Vätern

4.4. Beziehung der Seldwyler zu den Streitenden

4.5. Benehmen der beiden Gegner

5. Untergang der beiden Familien

5.1. Einfluss der Vätern auf das Schicksal ihrer Familien

5.2. Zerbrechen der Kinder an der Schuld der Väter

6. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Darstellung der Väter, Manz und Marti, in Gottfried Kellers Novelle „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ und analysiert, inwiefern ihre Uneinsichtigkeit und Gier als treibende Kräfte hinter dem Untergang ihrer Familien stehen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die moralische Schuld der Väter sowie ihre Rolle als typische Repräsentanten einer von ökonomischem Egoismus geprägten Gesellschaft des 19. Jahrhunderts.

  • Analyse der Väter als gesellschaftliche Typen im poetischen Realismus
  • Die Rolle von Symbolik und biblischen Motiven in der Erzählstruktur
  • Sozioökonomische Faktoren des Streits und der sozialen Desintegration
  • Die psychologische Belastung und der Untergang der Kinder

Auszug aus dem Buch

2.1. Darstellung der Väter

Keller zeigt in der Novelle Romeo und Julia auf dem Dorfe keine Individuen, nur Typen. Die zwei Bauern (Manz und Marti) sind gleich in ihrer Gesinnung. Sie sind austauschbar, also die typischen Vertreter ihrer Landleute bis auf ihre Mützen. Manz und Marti sind (wie alle im Dorf) kleinkariert und unehrlich. „Die meisten Menschen sind fähig oder bereit, ein in den Lüften umgehendes Unrecht zu verüben, wenn sie mit der Nase darauf stoßen; sowie es aber von einem anderen begangen ist, sind sie übrigen froh, dass sie es doch nicht gewesen sind, dass die Versuchung nicht sie betroffen hat, und sie machen nun den Auserwählten zu dem Schlechtigkeitsmesser ihrer Eigenschaften und behandeln ihn mit zarter Scheu als einen Ableiter des Übels, der von den Göttern gezeichnet ist, während ihnen zugleich noch der Mund wässert nach den Vorteilen, die er dabei genossen.“ (S. 12)

Solche Handlungsweise und die Mentalität sind typisch für dieses Niveau. „Die Gedanken der sonst so wohlweisen Männer waren nun so kurz geschnitten wie Häcksel; der beschränkteste Rechtsinn von der Welt erfüllte jeden von ihnen, indem keiner begreifen konnte noch wollte, wie der andere so offenbar unrechtmäßig und willkürlich den fraglichen unbedeutenden Ackerzipfel an sich reißen könne.“ (S. 15) Die Leute sind immer auf der Hut und misstrauisch. Das bestätigt ihr Verhalten zur den Landsbeamten. Die Bauern charakterisieren den Beamten sehr negativ und vertrauen ihnen nicht: sie (Beamter) „[…] möchten indessen gar zu gern etwas zu naschen bekommen durch den Pachtzins, was sie freilich mit der Verkaufssumme auch tun könnten; allein wir würden uns hüten, dieselbe zu hoch hineinzutreiben, und wir wüsten dann doch, was wir hätten und wem das Land gehört!“ (S. 6)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung der Arbeit ein und erläutert die thematische Untergliederung in die Darstellung der Väter, die Vorgeschichte des Streites und den finalen Familienuntergang.

2. Väter als typische Vertreter der Dorfbewohner: Das Kapitel charakterisiert Manz und Marti als austauschbare Typen des kleinbürgerlichen Realismus, deren Handeln von Egoismus und einer oberflächlichen Moral geprägt ist.

3. Vorgeschichte des Streites: Hier wird der verwilderte Acker als symbolischer Ankerpunkt der Handlung analysiert, dessen Ersteigerung durch den Betrug am „schwarzen Geiger“ eingeleitet wurde.

4. Die Väter: Narren der Uneinsichtigkeit: Dieses Kapitel vertieft den Streitverlauf und zeigt auf, wie Habgier und eine fehlende Einsichtsfähigkeit die Bauern in eine soziale Isolation und den Ruin führen.

5. Untergang der beiden Familien: Der Fokus liegt hier auf dem zerstörerischen Einfluss der väterlichen Schuld auf das Schicksal der Ehefrauen und vor allem auf den Zerfall der Kinder.

6. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass der tragische Ausgang eine direkte Konsequenz der unreflektierten Handlungsweise der Väter darstellt.

Schlüsselwörter

Gottfried Keller, Romeo und Julia auf dem Dorfe, Poetischer Realismus, Seldwyla, Väterfiguren, Soziale Desintegration, Habgier, Schuld und Sühne, Typologie, Literaturanalyse, Gesellschaftskritik, Familiendrama, Allegorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Semesterarbeit?

Die Arbeit analysiert Gottfried Kellers Novelle „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ mit einem spezifischen Fokus auf die Väterfiguren Manz und Marti als Repräsentanten eines gesellschaftlichen Niedergangs.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die sozioökonomischen Bedingungen des 19. Jahrhunderts, das Thema der menschlichen Narrheit durch Uneinsichtigkeit sowie die symbolische Bedeutung des Rechtsstreits um den verwilderten Acker.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, den kausalen Zusammenhang zwischen dem unmoralischen Verhalten der Väter und der daraus resultierenden Katastrophe für die nächste Generation aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext unter Berücksichtigung literaturgeschichtlicher Kontexte sowie biblischer und symbolischer Motive interpretiert.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die Charakterisierung der Väter als Typen, die detaillierte Vorgeschichte des Landstreits, die Analyse der Eskalation durch Gier und schließlich den tragischen Untergang der Familien.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie „soziale Desintegration“, „poetischer Realismus“, „gesellschaftliche Typologie“ und „tragische Ehregefühltragödie“ aus.

Wie unterscheidet sich Kellers Darstellung von der Shakespeares?

Während bei Shakespeare die Feindschaft durch die Liebe überwunden wird, fungiert die familiäre Feindschaft bei Keller als erdrückende soziale Last, die eine tragische Lösung unumgänglich macht.

Warum werden die Väter im Text als „Narren“ bezeichnet?

Sie werden als Narren charakterisiert, da ihre Gier und ihre kleinkarierte Sichtweise sie blind für die Realität und die moralische Zerstörung ihrer Existenz machen, was sie letztlich zum Spottobjekt der Dorfgemeinschaft werden lässt.

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Details

Title
Die Väter: Narren der Uneinsichtigkeit in Gottfried Kellers "Romeo und Julia auf dem Dorfe"
College
University of Heidelberg  (Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie)
Course
Proseminar: Novellen des poetischen Realismus
Grade
1,5
Author
Antonina Kostretska (Author)
Publication Year
2005
Pages
28
Catalog Number
V80953
ISBN (eBook)
9783638886918
ISBN (Book)
9783638937863
Language
German
Tags
Väter Narren Uneinsichtigkeit Gottfried Kellers Romeo Julia Dorfe Proseminar Novellen Realismus Thema Romeo und Julia auf dem Dorfe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Antonina Kostretska (Author), 2005, Die Väter: Narren der Uneinsichtigkeit in Gottfried Kellers "Romeo und Julia auf dem Dorfe", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80953
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