...Auch wenn also von einigen großen
Pionieren schon früh in diesen Schwellenländern produziert wurde, so macht es die rasante
Globalisierung der letzten Jahre unumgänglich, diese Nationen als Produktionsstandort näher
zu betrachten.
Obwohl mit Sicherheit bereits ein großer Erfahrungsschatz besteht, so bleibt bei jeder
Investition in einem Land auf der Schwelle zwischen Entwicklungsland und Industriestaat ein
gewaltiges Risiko, das sich aus diversen Faktoren zusammensetzt. Deren Summe wird im
Titel dieser Ausarbeitung als ökonomische Unsicherheit bezeichnet. Bei jeglicher Planung
in einem Umfeld, das in vielerlei Hinsicht nicht mit dem einer europäischen Industrienation
zu vergleichen ist, sind dementsprechend auch all diese Faktoren zu analysieren und wenn
irgendwie möglich das Risiko, das aus ihnen entspringt, zu eliminieren oder zumindest zu
minimieren.
Genau diese Problematik wird in dieser Ausarbeitung behandelt. Es wird versucht, einen
Einblick und Überblick zu geben über all die Variablen, die Planung und Investitionen in
einem Schwellenland stark beeinflussen können, aber gleichzeitig nur schwer vorhersagbar
und abschätzbar sind. Dabei geht es nicht um klassische Standortfaktoren wie Infrastruktur,
Energiebereitstellung und Rohstoffbeschaffung. Vielmehr werden Risiken aufgezeigt, die aus
der generellen ökonomischen aber auch kulturellen und soziologischen Situation des Landes
hervorgehen können und oft eng mit der geschichtlichen Entwicklung des Landes verbunden
sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Grundproblematik der Ausarbeitung
1.2 Der Indonesische Markt als Beispielmarkt
1.3 Inhaltliche Gliederung
1.4 Ziele und Grenzen der Ausarbeitung
2. Indonesien, seine Wirtschaft und ihre Entwicklung
2.1 Länderinformationen zu Indonesien
2.2 Geschichte
2.2.1 Frühzeitliche Entwicklung
2.2.2 Die Zeit der Fremdherrschaft und Kolonisation
2.2.3 Das 20. Jahrhundert
2.3 Wirtschaft
3. Risikofaktoren bezüglich einer wirtschaftlichen Aktivität
3.1 Politische Risiken
3.1.1 Generelle politische Entwicklung
3.1.2 die größten politischen Herausforderungen – Rechtssicherheit und Korruption
3.1.3 Aktuelle Rankings zur politischen Situation Indonesiens
3.1.4 Unruhen und Bürgerkrieg
3.2 Wirtschaftliche Risiken
3.2.1 Inflationsrate und Wechselkursrisiko
3.2.2 Geldpolitik
3.2.3 Staatsinterventionen
3.2.4 Reformbedürftiger Investitionsrahmen
3.3 Ethnische und kulturelle Risiken
3.3.1 Chinesen in Indonesien – die Theorie der „middlemen minority“
3.3.2 Aufenthaltsrisiko eines Geschäftstreibenden in Indonesien
3.4 Risiken aus der möglichen Einführung eines islamischen Wirtschaftssystems
3.4.1 Grundlegendes zum Islam
3.4.2 Ausprägungen des Islam in Indonesien
3.4.3 Grundideen der Islamischen Ökonomik
3.4.4 Mögliche Auswirkungen einer Islamischen Ökonomik auf die Wirtschaft
3.4.5 Grundsätzliche Gefahren einer Islamisierung Indonesiens
3.5 Gefahren durch Terrorakte
3.5.1 Islamismus und der Dschihad
3.5.2 Aktuelle Gefahrensituation
4. Theoretische Ansätze zum Umgang mit gängigen Risikofaktoren
4.1 Grundlagen des Risikomanagements
4.1.1 Gefahr und Risiko
4.1.2 Theoretische Ansätze der Risikoanalyse
4.1.3 Risikobewertung
4.2 Methoden der Risikoreduzierung
4.2.1 Risikoprävention
4.2.2 Absicherung über Rückstellungen
4.2.3 Absicherungsgeschäfte (Hedging von Wechselkursrisiken oder Preisschwankungen)
4.2.4 Versicherungsabschluß
4.3 Effektivitätsbewertung der verschiedenen Methoden zur Risikoreduzierung
4.4 Anwendungsgebiete und –grenzen
5. Interviews zum Thema Investitionsrisiken und Unternehmensplanung in Indonesien
5.1 Interview mit dem Wirtschaftsreferenten der deutschen Botschaft in Jakarta, Herrn Jens Brinckmann
5.2 Interview mit dem Leiter der Abteilung Marktforschung und Publikationen der deutsch-indonesischen Industrie- und Handelskammer, Herrn Amin Barliana
5.3 Interview mit dem Eigentümer von Hatten Wines, der größten Weinkellerei Indonesiens, Herrn Ida Bagus Rai Budarsa.
5.4 Interview mit dem Geschäftsführer der FirstAsia Corporate Finance Limited, Herrn David Krett
6. Vergleich von Risikoprävention und -minderung in Theorie und Praxis
6.1 Grundsätzliche Erkenntnisse zur Informationsbereitstellung und -qualität
6.2 Umgang mit potentiellen Geschäftsrisiken in der Praxis
6.2.1 Einordnung politischer Risiken
6.2.2 Einordnung wirtschaftlicher Risiken
6.2.3 Praxisbewertung ethnischer und kultureller Risiken
6.2.4 Einschätzung der Gefahr zunehmender Islamisierung
6.2.5 Terrorgefahr – Umgang und Absicherung in der Praxis
7. Resümee - Die größten geschäftlichen Risiken und Herausforderungen in Schwellenländern
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen ökonomischen, politischen, ethnischen und kulturellen Risikofaktoren, die bei der Unternehmensplanung und Investition in Schwellenländern, exemplifiziert am indonesischen Markt, auftreten. Ziel ist es, unter Überprüfung bestehender theoretischer Ansätze des Risikomanagements realistische Möglichkeiten aufzuzeigen, wie die Effekte dieser Risiken für Investoren minimiert werden können.
- Analyse politischer und wirtschaftlicher Risiken in Indonesien
- Untersuchung ethnischer und kultureller Faktoren sowie deren Einfluss auf das Investitionsklima
- Evaluation von Risiken durch eine mögliche Einführung islamischer Wirtschaftsprinzipien
- Beurteilung der Sicherheitslage im Kontext terroristischer Bedrohungen
- Vergleich theoretischer Risikomanagement-Methoden mit der Investitionspraxis durch Experteninterviews
Auszug aus dem Buch
1.1 Grundproblematik der Ausarbeitung
Das Zeitalter der Globalisierung hat seine ersten Tage schon lange hinter sich gelassen. Schnelle Transportmöglichkeiten zu Land, Wasser und Luft sowie insbesondere die moderne vernetzende Technik des Internet haben in den letzten Jahren Perspektiven einer „Weltwirtschaft“ eröffnet, die exemplarisch für den Begriff der Globalisierung stehen. Informationen werden weltweit in Sekundenbruchteilen bereitgestellt, Videonachrichten in Echtzeit versandt, und Handel über tausende Kilometer hinweg vom eigenen Büro aus betrieben.
Es entstehen unzählige Chancen und Vorteile aus dieser neuen Konstellation, in der unser Heimatplanet Erde mehr und mehr zu einem großen Marktplatz verschmilzt, auf welchem die Bedeutung von tatsächlicher geographischer Distanz stetig abnimmt. Resultierend daraus wächst jedoch auch, ganz gleich in welcher Branche, der Druck durch die „neue Konkurrenz“. Druck, in Qualität und (ganz besonders) im Preis den anderen Anbietern überlegen zu sein und somit den Käufer für das eigene Produkt oder die eigene Dienstleistung zu gewinnen.
In direktem Schluß entsteht aus diesem Preisdruck ein enormer Kostendruck seitens des Herstellers, der sich in der Mehrzahl der Fälle ungedämpft auf die Lohnkosten überträgt. War es in früheren Jahren teils noch möglich, mit Hilfe gezielter Einsparungen die Produktion am alten Standort fortzuführen, so ist heute das Einsparpotential für Standorte in Industrienationen aufgrund der hohen Löhne viel zu gering. Somit wird oft kein anderer Weg gesehen, als die Produktion in eine Zone geringerer Lohnkosten zu verlagern. Hier fällt die Standortwahl sehr häufig auf sogenannte Schwellenländer, die mit einem Mix aus sehr geringen Lohnkosten, einer ausreichenden Infrastruktur sowie einem Grundstock an technischem Know How besonders für die Massenproduktion von Konsumgütern bestens geeignet scheinen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale wirtschaftliche Lage und definiert die Zielsetzung der Arbeit, Investitionsrisiken in Schwellenländern am Beispiel Indonesiens zu analysieren.
2. Indonesien, seine Wirtschaft und ihre Entwicklung: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die Geographie, Geschichte und wirtschaftliche Entwicklung des Inselstaates.
3. Risikofaktoren bezüglich einer wirtschaftlichen Aktivität: Hier werden zentrale Risikogruppen wie politische, wirtschaftliche, kulturelle, religiöse und terroristische Einflüsse detailliert identifiziert und analysiert.
4. Theoretische Ansätze zum Umgang mit gängigen Risikofaktoren: Es werden Methoden des Risikomanagements vorgestellt, darunter Prävention, Rückstellungen, Hedging und Versicherungen, um unternehmerische Risiken zu mindern.
5. Interviews zum Thema Investitionsrisiken und Unternehmensplanung in Indonesien: In Experteninterviews geben Wirtschaftsvertreter Einschätzungen zur Investitionspraxis und zur Wahrnehmung spezifischer Risiken vor Ort.
6. Vergleich von Risikoprävention und -minderung in Theorie und Praxis: Dieser Teil wertet die theoretischen Ansätze anhand der in den Interviews gewonnenen praktischen Erkenntnisse aus.
7. Resümee - Die größten geschäftlichen Risiken und Herausforderungen in Schwellenländern: Abschließend werden die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst und Empfehlungen für den geschäftlichen Umgang mit Risiken in Schwellenländern ausgesprochen.
Schlüsselwörter
Indonesien, Investitionsrisiken, Unternehmensplanung, Globalisierung, Schwellenländer, Risikomanagement, Korruption, Islamische Ökonomik, Rechtssicherheit, Terrorismus, Direktinvestitionen, Markteintritt, Wirtschaftsentwicklung, interkulturelles Management, Standortfaktor.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die verschiedenen geschäftlichen Risiken, denen Unternehmen und Investoren beim Eintritt in den indonesischen Markt begegnen, und erörtert Strategien zu deren Bewältigung.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf politischen Rahmenbedingungen, wirtschaftlichen Instabilitäten, kulturellen und religiösen Besonderheiten sowie der Sicherheitslage durch Terrorismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch die Kombination von theoretischen Risikomanagement-Ansätzen und praktischen Experteninterviews Hilfestellungen für eine erfolgreichere Investitionsplanung in Schwellenländern zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse zu Risikofaktoren und theoretischen Ansätzen sowie auf die Auswertung von Experteninterviews mit in Indonesien tätigen Wirtschaftsvertretern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der spezifischen Risiken in Indonesien sowie eine theoretische Erörterung geeigneter Präventions- und Minderungsstrategien für diese Risiken.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Investitionsrisiken, Schwellenländer, Risikomanagement, Indonesien, Korruption, Rechtssicherheit und Islamische Ökonomik.
Wie bewerten die befragten Experten das Risiko der Korruption?
Die Experten bestätigen Korruption als ein signifikantes Hindernis und Kostenfaktor, betonen jedoch die Notwendigkeit, lokale Gegebenheiten zu akzeptieren und auf verlässliche Partner vor Ort zu setzen.
Welche Rolle spielt die "Islamische Ökonomik" als Risiko für Investoren?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass derzeit keine akute Bedrohung durch ein vollständiges islamisches Wirtschaftssystem besteht, Investoren jedoch die gesetzlichen Entwicklungen in bestimmten Regionen (wie Aceh) beobachten sollten.
- Citar trabajo
- Hilger Jahnes (Autor), 2007, Unternehmensplanung und Investitionsverhalten in ökonomisch unsicherem Umfeld, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/80957