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Der Einfluss von Wolframs Minnekonzeption auf Frauengestalten im "Parzival"

Title: Der Einfluss von Wolframs Minnekonzeption auf Frauengestalten im "Parzival"

Seminar Paper , 2003 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Markus Koch (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Der „Parzivâl“ des Wolfram von Eschenbach ist nicht allein wegen seines Umfangs und der tiefen kulturellen Verwurzelung des Stoffes bemerkenswert, sondern auch die durchkonstruierte doppelte Struktur der erzählten Vorgänge und die weit verzweigte Genealogie mit über 600 Orts- und Eigennamen erregen bei näherer Lektüre Aufmerksamkeit.
Wolframs Parzivalroman, der sich im Sozialisationsschema des ersten Kursus noch eng am Vorbild Chréstiens orientiert, gewinnt in seinem Verlauf nicht nur an Schärfe, er verleiht auch den Minnethesen des Autors durch den werkimmanenten Universalitätsanspruch weiterreichende Bedeutung. Die Modernität Parzivâls, der zwischen Artus- und Gralsgesellschaft seine eigene Identität sucht und auch findet, ergänzt sich mit der Öffnung der mittelalterlichen Epenwelt für den Orient.

Excerpt


Inhaltliche Gliederung

A. Einführung: Der „Parzival“ als höfischer Epos

B. Einfluss von Wolframs Minnekonzeption auf ausgewählte Frauengestalten (aus der arturisch-höfischen Sphäre) des „Parzival“

I. Frau Jeschûte

Exkurs: minne & ê im historischen Kontext

II. Obîe und Meljanz: Die feindlichen Liebenden

III. Orgeluse: Schöne Hexe oder ideale Minnedame?

IV. „rehte minne ist wâriu triuwe“

C. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Wolframs Minnekonzeption auf ausgewählte Frauengestalten in der arturisch-höfischen Sphäre des Romans „Parzival“. Dabei wird analysiert, wie individuelles Fehlverhalten und ein falsches Verständnis von „minne“ zu Leid führen und inwiefern diese gestörte Ordnung durch „rehte minne“ und Tugend wiederhergestellt wird.

  • Analyse des Minneideals in der Artussphäre des „Parzival“.
  • Untersuchung von Fehlverhalten und deren Konsequenzen am Beispiel der Charaktere Jeschûte, Obîe, Meljanz und Orgeluse.
  • Gegenüberstellung von höfischen Normen und persönlicher menschlicher Unzulänglichkeit.
  • Interpretation des Begriffs der „rehten minne“ als Wiederherstellung der sozialen und moralischen Ordnung.
  • Einordnung der Minnekonzeption in den Kontext der höfischen Epik.

Auszug aus dem Buch

I. Frau Jeschûte

Ein herausragendes Beispiel für die praktizierte Tugend der diemüete sind wohl die Szenen um Frau Jeschûte, dem angetrauten Weib des Herzogs Orilus de Lalander. (129 – 138; 256 – 279; Yea) Kurz nach dem Abschied Parzivâls von seiner Mutter Herzeloyde kommt er auf seiner Reise zum Artushof durch den Wald von Brizljân, wo er in einem Zelt die schöne Herzogin im Schlaf überrascht. Getreu den Regeln, die ihn seine Mutter in Soltâne gelehrt hatte, u.a. die Frauen zu lieben und sich daran zu erfreuen (127, 25ff), gilt sein Interesse zunächst einem Ring an ihrem Finger und einer Brosche, dann, nachdem die Herzogin erwacht ist, erzwingt er sich darüber hinaus noch Kuss und Umarmung von ihr.

Obwohl Parzivâls Verhalten keiner bösartigen Absicht entspringt, sondern vielmehr Ausdruck einer natürlichen Urtümlichkeit auch gegenüber den von Wolfram betonten, stark sinnlichen Reizen der Frau ist, vollzieht er dadurch unbewusst eine Entehrung ihrer weiblichen Würde. Insbesondere die körperliche Annäherung, aber auch der Ring als klassisches Liebespfand sind als Verletzung von Jeschûtes kiusche und triuwe dazu geeignet, die Herzogin in schwere Gewissensnöte zu bringen.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einführung: Der „Parzival“ als höfischer Epos: Die Einleitung verortet das Werk in der Tradition des höfischen Romans und definiert den Fokus auf die Minnekonzeption innerhalb der Artussphäre.

B. Einfluss von Wolframs Minnekonzeption auf ausgewählte Frauengestalten (aus der arturisch-höfischen Sphäre) des „Parzival“: Dieser Hauptteil analysiert exemplarisch anhand verschiedener Figuren, wie Fehlverhalten das soziale Gefüge stört und durch höfische Normen geheilt werden kann.

I. Frau Jeschûte: Die Untersuchung zeigt auf, wie Parzivâls unbedachtes Handeln die Würde Jeschûtes verletzt und welches Leiden aus der daraus resultierenden Eifersucht des Ehegatten entsteht.

Exkurs: minne & ê im historischen Kontext: Dieser Abschnitt beleuchtet das Spannungsfeld zwischen kirchlicher Ehelehre und höfischer Minne-Praxis im Mittelalter.

II. Obîe und Meljanz: Die feindlichen Liebenden: Es wird analysiert, wie Stolz und ein falsches Minneverständnis zwischen den Liebenden einen Konflikt auslösen, der erst durch das Eingreifen Dritter gelöst wird.

III. Orgeluse: Schöne Hexe oder ideale Minnedame?: Das Kapitel beleuchtet den widersprüchlichen Charakter der Orgeluse, deren Verhalten von Rachegedanken geprägt ist, bis sie durch Minnedienst zur Versöhnung findet.

IV. „rehte minne ist wâriu triuwe“: Dieses Kapitel zieht ein Fazit über Wolframs Konzeption der „rehten minne“, die soziale Ordnung und persönliche Tugend miteinander vereint.

C. Ausblick: Der Ausblick ordnet Wolframs Werk literaturgeschichtlich ein und vergleicht den „Parzival“ mit den Vorbildern von Chrestien de Troyes.

Schlüsselwörter

Parzival, Wolfram von Eschenbach, Minne, Minnekonzeption, höfischer Roman, Jeschûte, Orgeluse, Artushof, triuwe, kiusche, diemüete, Minnedienst, Literaturwissenschaft, Mittelalter, ritterliche Tugend.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Konzeption der „minne“ bei Wolfram von Eschenbach und deren Auswirkungen auf das Schicksal und die Wahrnehmung von Frauengestalten in der arturisch-höfischen Sphäre des „Parzival“.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen den ritterlichen Minnedienst, die moralische Integrität der Figuren, die Spannungen zwischen höfischen Idealen und menschlichen Unzulänglichkeiten sowie die Wiederherstellung gestörter Ordnungen durch „rehte minne“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Wolfram von Eschenbach durch die Darstellung der Minnekonzeption sowohl Unterhaltung als auch eine literarische Kritik an gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen übt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär textimmanent arbeitet und Bezüge zu historischen Kontexten sowie zur Forschungsliteratur herstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Fallanalysen zu den Figuren Jeschûte, Obîe, Meljanz und Orgeluse sowie einen Exkurs zur historischen Ehelehre im Vergleich zur literarischen Minne-Praxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Minne, Triuwe, Parzival, Artushof, Höfische Epik und Tugendhaftigkeit.

Wie beeinflusst das Konzept der „diemüete“ die Figur der Jeschûte?

Die „diemüete“ (Demut) ermöglicht es Jeschûte, das unverschuldete Leid, welches durch die Eifersucht ihres Mannes Orilus entsteht, zu ertragen und sich als ideale Minnedame zu erweisen.

Inwiefern unterscheidet sich Orgeluse von anderen Minnedamen im „Parzival“?

Orgeluse stellt durch ihre komplexe, fast boshafte Art eine Abwechslung zu den sonst oft „unselbständigen“ Minnedamen dar, da ihr Verhalten maßgeblich durch den Wunsch nach Rache für den Tod ihres Gatten motiviert ist.

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Details

Title
Der Einfluss von Wolframs Minnekonzeption auf Frauengestalten im "Parzival"
College
University of Regensburg  (Institut für Germanistik)
Course
Proseminar ÄDL "Wolfram von Eschenbachs <Parzival>"
Grade
2,0
Author
Markus Koch (Author)
Publication Year
2003
Pages
14
Catalog Number
V81008
ISBN (eBook)
9783638838771
ISBN (Book)
9783638838528
Language
German
Tags
Einfluss Wolframs Minnekonzeption Frauengestalten Parzival Proseminar Wolfram Eschenbachs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Koch (Author), 2003, Der Einfluss von Wolframs Minnekonzeption auf Frauengestalten im "Parzival", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81008
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