Traditionell erwirtschaftet in Deutschland der Mittelstand einen großen Anteil am Bruttoinlandsprodukt. Die 3,2 Millionen Unternehmen, die gemäß der EU-Definition ca. 10 bis 250 Beschäftigte haben und bei einer Bilanzsumme von 2 bis 43 Mio. Euro einen Umsatz von 2 bis 50 Mio. Euro im Jahr erwirtschaften, haben oftmals das Problem, dass sie über eine dünne Eigenkapitaldecke verfügen. Aus diesem Grund spielt die Aufnahme von Fremdkapital eine bedeutende Rolle für die Existenz dieser Unternehmen. Die traditionelle Möglichkeit der Fremdkapitalaufnahme besteht in der Aufnahme von Krediten bei Banken und Sparkassen, die für die Zurverfügungstellung in der Regel die Stellung von Kreditsicherheiten verlangen.
Allerdings sind an die Kreditvergabe Bedingungen seitens der Banken geknüpft. Die Kapitaldienstfähigkeit, also die ordnungsgemäße Leistung der Zins- und Tilgungsraten, stellt die oberste Priorität dar. Vor dem Hintergrund der neuen Richtlinien nach Basel II ergeben sich in den Banken neue Methoden der Kreditvergabe, die anhand von Unternehmensbewertungen, den so genannten Ratings, umgesetzt werden.
In der vorliegenden Arbeit gebe ich zunächst einen Überblick über die verschiedenen Formen der Fremdkapitalfinanzierung durch Kreditaufnahme bei Banken. Anschließend folgt eine Auseinandersetzung mit den Kreditsicherheiten, die zur Besicherung der von den Kreditinstituten ausgegebenen Kredite dienen, ehe ich mich abschließend kurz der Vergabe von Krediten an mittelständische Unternehmen vor dem Hintergrund von Basel II widme. Die in der Arbeit getroffenen Angaben aus der Praxis bezüglich Zinssätzen etc. beruhen auf einer nicht repräsentativen Umfrage unter ausgewählten Banken und Sparkassen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Kredite als Form der Fremdkapitalfinanzierung
2.1 Einteilung der Kreditarten
2.2 Kontokorrent-Kredit
2.3 Darlehen
2.4 Avalkredit
2.5 Förderdarlehen
3 Kreditsicherheiten
3.1 Einteilung der Kreditsicherheiten
3.1.1 Akzessorische und abstrakte Sicherheiten
3.1.2 Geborene und gekorene Sicherheiten
3.1.3 Personen- und Sachsicherheiten
3.1.4 Sonstige Einteilungsmöglichkeiten
3.2 Die Bürgschaft
3.3 Das Pfandrecht
3.4 Grundpfandrechte
3.4.1 Die Hypothek
3.4.2 Die Grundschuld
3.5 Die Sicherungsabtretung
3.6 Die Sicherungsübereignung
4 Prüfung der Kreditwürdigkeit und Kreditvergabe
4.1 Allgemeine Prüfungserfordernisse
4.2 Der Rating-Prozess
4.3 Veränderungen der Kreditvergabe vor dem Hintergrund von Basel II
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die traditionelle Fremdkapitalfinanzierung mittelständischer Unternehmen durch Bankkredite. Ziel ist es, einen Überblick über Kreditarten und Sicherungsinstrumente zu geben sowie die Auswirkungen veränderter Kreditvergabeprozesse durch Basel II zu untersuchen.
- Formen der Fremdkapitalfinanzierung (Kontokorrent, Darlehen, Aval, Förderdarlehen)
- Systematik und Bedeutung von Kreditsicherheiten
- Methoden der Kreditwürdigkeitsprüfung und Rating-Prozesse
- Auswirkungen von Basel II auf die Kreditvergabe
- Rolle des Mittelstands als Wirtschaftsfaktor
Auszug aus dem Buch
3.3 Das Pfandrecht
„Das Pfandrecht ist ein dingliches, gegen jedermann wirkendes Recht an fremden beweglichen Sachen oder Rechten zur Sicherung einer Forderung, das den Gläubiger berechtigt, sich daraus zu befriedigen.“15 Das Pfandrecht ist in den §§ 1204ff BGB gesetzlich geregelt und eine streng akzessorische Sicherheit, die dem Wert der Forderung inklusive Zinsen entspricht. Der Kreditnehmer und der Kreditgeber einigen sich zunächst über die Verpfändung einer Sache oder eines Rechtes. Zwingend erforderlich für die Entstehung des Pfandrechtes ist die Übergabe an den Sicherungsnehmer (§ 1205 BGB), der dadurch unmittelbaren Besitz erlangt und zur sorgsamen Verwahrung des Pfandgegenstandes verpflichtet ist (§ 1215 BGB). Ist der Kreditgeber bereits im unmittelbaren Besitz, genügt die Einigung über die Pfandbestellung. Der Kreditnehmer bleibt der Eigentümer, übt aber lediglich einen mittelbaren Besitz aus. Abbildung 4 verdeutlicht die rechtliche Struktur des Pfandrechts.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Mittelstands für die deutsche Wirtschaft und thematisiert dessen Finanzierungsproblematik sowie die wachsende Relevanz von Ratings durch Basel II.
2 Kredite als Form der Fremdkapitalfinanzierung: Dieses Kapitel gibt einen systematischen Überblick über verschiedene kurz-, mittel- und langfristige Kreditarten, inklusive Kontokorrentkrediten, Darlehen, Avalkrediten und Förderdarlehen.
3 Kreditsicherheiten: Hier werden verschiedene Sicherungsinstrumente, wie Bürgschaften, Pfandrechte, Grundpfandrechte, Sicherungsabtretungen und Sicherungsübereignungen, detailliert erläutert und klassifiziert.
4 Prüfung der Kreditwürdigkeit und Kreditvergabe: Das Kapitel beschreibt die Anforderungen an die Kreditfähigkeit, den strukturierten Rating-Prozess und die spezifischen Auswirkungen der Basel II-Richtlinien auf die Kreditvergabe.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die traditionelle Bankfinanzierung trotz notwendiger Anpassungen durch Basel II auch zukünftig eine zentrale Rolle für die mittelständische Unternehmensfinanzierung einnehmen wird.
Schlüsselwörter
Mittelstandsfinanzierung, Fremdkapitalfinanzierung, Bankkredit, Kreditsicherheiten, Bürgschaft, Pfandrecht, Sicherungsabtretung, Sicherungsübereignung, Kreditwürdigkeitsprüfung, Rating, Basel II, Eigenkapitalunterlegung, Kontokorrentkredit, Darlehen, Kapitaldienstfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die traditionelle Fremdkapitalfinanzierung von mittelständischen Unternehmen durch Banken und die damit verbundenen Anforderungen an Kreditsicherheiten und Bonitätsprüfung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen Kreditarten, Kreditsicherheiten (Personen- und Sachsicherheiten), das Rating-Verfahren und die Auswirkungen der Basel II-Regulierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine fundierte Übersicht über Finanzierungsmöglichkeiten und deren Besicherung sowie die Einordnung der veränderten Kreditvergabepraxis im Zuge von Basel II.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie praxisnahe Erläuterungen, basierend auf einer nicht repräsentativen Umfrage unter Banken und Sparkassen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung gängiger Kreditformen, eine tiefgehende Analyse der Kreditsicherheiten und eine Erörterung der modernen Kreditwürdigkeitsprüfung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Mittelstandsfinanzierung, Kreditsicherheiten, Rating-Prozess, Basel II, Kontokorrentkredit und Darlehen.
Warum spielt die Grundschuld in der Bankpraxis eine größere Rolle als die Hypothek?
Da die Hypothek akzessorisch an eine bestimmte Forderung gebunden ist, verliert sie mit deren Tilgung an Wert. Die Grundschuld ist hingegen abstrakt und kann somit flexibel als Rahmensicherheit für wechselnde Kreditengagements genutzt werden.
Welche Vorteile bietet der Avalkredit für den Kreditnehmer?
Der Avalkredit schont die liquiden Mittel, da kein Geldbetrag ausgezahlt wird, und stärkt das Vertrauen gegenüber Lieferanten durch die Bürgschaftsübernahme der Bank, bei vergleichsweise geringen Kosten.
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- Diplom-Kaufmann Maik Schönefeld (Author), 2005, Traditionelle Fremdkapitalfinanzierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81043