Traditionelle Fremdkapitalfinanzierung


Seminararbeit, 2005

31 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kredite als Form der Fremdkapitalfinanzierung
2.1 Einteilung der Kreditarten
2.2 Kontokorrent-Kredit
2.3 Darlehen
2.4 Avalkredit
2.5 Förderdarlehen

3 Kreditsicherheiten
3.1 Einteilung der Kreditsicherheiten
3.1.1 Akzessorische und abstrakte Sicherheiten
3.1.2 Geborene und gekorene Sicherheiten
3.1.3 Personen- und Sachsicherheiten
3.1.4 Sonstige Einteilungsmöglichkeiten
3.2 Die Bürgschaft
3.3 Das Pfandrecht
3.4 Grundpfandrechte
3.4.1 Die Hypothek
3.4.2 Die Grundschuld
3.5 Die Sicherungsabtretung
3.6 Die Sicherungsübereignung

4 Prüfung der Kreditwürdigkeit und Kreditvergabe
4.1 Allgemeine Prüfungserfordernisse
4.2 Der Rating-Prozess
4.3 Veränderungen der Kreditvergabe vor dem Hintergrund von Basel II

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Abwicklung des Avalkredites

Abbildung 2: Funktion der Kreditsicherheiten

Abbildung 3: Rechtsverhältnisse bei der Bürgschaft

Abbildung 4: Rechtliche Struktur des Pfandrechts

Abbildung 5: Abtretung einer Forderung

1 Einleitung

Traditionell erwirtschaftet in Deutschland der Mittelstand einen großen Anteil am Bruttoinlandsprodukt. Die 3,2 Millionen Unternehmen, die gemäß der EU-Definition ca. 10 bis 250 Beschäftigte haben und bei einer Bilanzsumme von 2 bis 43 Mio. Euro einen Umsatz von 2 bis 50 Mio. Euro im Jahr erwirtschaften, haben oftmals das Problem, dass sie über eine dünne Eigenkapitaldecke verfügen. Aus diesem Grund spielt die Aufnahme von Fremdkapital eine bedeutende Rolle für die Existenz dieser Unternehmen. Die traditionelle Möglichkeit der Fremdkapitalaufnahme besteht in der Aufnahme von Krediten bei Banken und Sparkassen, die für die Zurverfügungstellung in der Regel die Stellung von Kreditsicherheiten verlangen.

Allerdings sind an die Kreditvergabe Bedingungen seitens der Banken geknüpft. Die Kapitaldienstfähigkeit, also die ordnungsgemäße Leistung der Zins- und Tilgungsraten, stellt die oberste Priorität dar. Vor dem Hintergrund der neuen Richtlinien nach Basel II ergeben sich in den Banken neue Methoden der Kreditvergabe, die anhand von Unternehmensbewertungen, den so genannten Ratings, umgesetzt werden.

In der vorliegenden Arbeit gebe ich zunächst einen Überblick über die verschiedenen Formen der Fremdkapitalfinanzierung durch Kreditaufnahme bei Banken. Anschließend folgt eine Auseinandersetzung mit den Kreditsicherheiten, die zur Besicherung der von den Kreditinstituten ausgegebenen Kredite dienen, ehe ich mich abschließend kurz der Vergabe von Krediten an mittelständische Unternehmen vor dem Hintergrund von Basel II widme. Die in der Arbeit getroffenen Angaben aus der Praxis bezüglich Zinssätzen etc. beruhen auf einer nicht repräsentativen Umfrage unter ausgewählten Banken und Sparkassen.

2 Kredite als Form der Fremdkapitalfinanzierung

Die Aufnahme von Fremdkapital durch Bankkredite ist eine Form der Außenfinanzierung. Im Gegensatz zur Beteiligungsfinanzierung haben die Geldgeber in der Regel kein Mitspracherecht in der Geschäftsführung. Die Überlassung des Geldes ist befristet und für die Zurverfügungstellung des Fremdkapitals wird ein fester Zinssatz vereinbart. Beteiligungen am Gewinn und Verlust und Vermögenszuwächsen sind ausgeschlossen. Die Zins- und Tilgungsleistungen sind für die Unternehmen eine feste Liquiditätsbelastung, die in wirtschaftlich schlechten Zeiten den Handlungsspielraum einschränken und unter Umständen zu starken Liquiditätsschwierigkeiten führen können.[1]

2.1 Einteilung der Kreditarten

Eine Einteilung der Kreditarten kann nach unterschiedlichen Gesichtspunkten vorgenommen werden, wobei sich einzelne Punkte überschneiden.[2]

Die geläufigste Unterteilung erfolgt nach der Laufzeit in kurz-, mittel- und langfristige Kredite. Je nach Art der Quelle, die betrachtet wird, kommt es zu unterschiedlichen Angaben. Kurzfristige Kredite werden meist mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr vergeben. In einzelnen Quellen wird die Grenze zwischen kurz- und mittelfristigen Krediten bei drei Monaten angesetzt. Mittelfristige Kredite haben nach den Bilanzierungsregeln des HGB eine Laufzeit zwischen ein und vier Jahren. Die Deutsche Bundesbank betrachtet Laufzeiten zwischen ein und fünf Jahren als mittelfristig. Dementsprechend ergibt sich für langfristige Kredite eine Mindestlaufzeit von mehr als vier Jahren nach dem HGB und mehr als fünf Jahren nach Ansicht der Deutschen Bundesbank. Viele Kredite werden heutzutage kurzfristig ausgegeben, können mitunter durch mehrfache Prolongationen zu mittel- oder langfristigen Krediten werden.

Bezüglich der Verwendungsart unterscheidet man Investitionskredite, die für Investitionen in das Anlagevermögen verwendet werden; Umsatz- oder Betriebsmittelkredite, die der Finanzierung des Umlaufvermögens dienen; private Konsumkredite; und Zwischenkredite, die zur Überbrückung bis zur nächsten Finanzierung dienen.

Weitere Einteilungsmöglichkeiten können die Art der Besicherung (Personen-, Sach- oder Blankokredite), die Art des Kreditgebers (Lieferanten- oder Bankkredit) und die Art der Bereitstellung sein, auf die ich in den folgenden Abschnitten näher eingehe.

2.2 Kontokorrent-Kredit

Der Kontokorrentkredit stellt die typische Fremdkapitalfinanzierung für den laufenden Geschäftsbetrieb eines Unternehmens dar. Dabei wird dem Unternehmen auf dem Geschäftskonto eine Kreditlinie zur Verfügung gestellt, die ohne weitere Absprache jederzeit bis zur vereinbarten Höchstgrenze in Anspruch genommen werden kann. Durch eine zwischenzeitliche Tilgung erlischt der Kontokorrentkredit nicht, er kann revolvierend in Anspruch genommen werden.

Je nach der Verwendung des Kontokorrentkredites können verschiedene Arten unterschieden werden.[3] Der Betriebsmittel- oder Umsatzkredit führt in erster Linie zu mehr Dispositionsfreiheit eines Unternehmers. Er kann zusätzlich zum Kontoguthaben die liquiden Mittel verstärken und somit Einkäufe finanzieren und Lieferskonti ausnutzen. Durch die Erzielung der Umsatzerlöse wird der Kredit zurückgeführt. Eine spezielle Form des Betriebsmittelkredites ist der Saisonkredit, der Unternehmen gewährt wird, die saisonbedingt stark schwankende Erlöse erzielen und dementsprechend während einer Periode einen unterschiedlich hohen Finanzierungsbedarf haben.[4] Zwischenkredite sind Überbrückungskredite, die über einen überschaubaren Zeitrahmen bis zu maximal sechs Monaten Liquiditätsengpässe zwischenfinanzieren sollen. Zumeist wird ein Zwischenkredit bei der Anschaffung größerer Investitionsgüter zur Verfügung gestellt, die durch ein langfristiges Darlehen finanziert werden. Durch die Auszahlung des langfristigen Darlehens wird der Überbrückungskredit getilgt.

Die Kosten für einen Kontokorrentkredit sind vom Unternehmen kalkulierbar, denn die Zinsen, die sich derzeit in einem Bereich von 7 % bis 13 % bewegen, müssen lediglich für die in Anspruch genommene Summe gezahlt werden und nicht für den zur Verfügung gestellten maximalen Betrag. Zusätzlich wird dem Unternehmen für die Kreditbereitstellung bzw. –prolongation eine Einmalprovision i.H.v. meist 1 % berechnet. Darüber hinaus fallen für die Nutzung des Kontokorrentkontos Kontoführungsgebühren sowie Entgelte für Buchungsposten und Kontoauszüge an, die zwar nicht direkt dem Kredit zugerechnet werden können, aber in indirektem Zusammenhang mit diesem stehen.

2.3 Darlehen

Als Darlehen bezeichnet man im Allgemeinen Kredite, die in einem Betrag zur Verfügung gestellt und durch festgelegte Raten oder in einer Summe zurückgezahlt werden. Im Wesentlichen werden drei Arten unterschieden. Das Annuitätendarlehen zeichnet sich durch eine konstante Rate über die gesamte Laufzeit aus. Die anfängliche Rate teilt sich in einen hohen Zins- und einen niedrigen Tilgungsanteil. Mit der schrittweisen Rückführung des Kreditbetrages verringern sich automatisch die zu zahlenden Zinsen. Der eingesparte Betrag wird zur zusätzlichen Tilgung verwendet, so dass sich am Ende der Laufzeit die Rate aus einem niedrigen Zins- und einem hohen Tilgungsanteil zusammensetzt. Im Gegensatz dazu bleibt der Tilgungsanteil beim Tilgungsdarlehen über die gesamte Laufzeit konstant. Durch den verringerten Kreditbetrag vermindern sich die Zahlung der Zinsen und damit auch die Höhe der gesamten Rate. Für ein endfälliges Darlehen werden während der gesamten Laufzeit nur die Zinsen gezahlt. Die Rückzahlung erfolgt am Ende in einer Summe.

Annuitäten- und Tilgungsdarlehen spielen in der heutigen Kreditwirtschaft eine sehr große Rolle und werden etwa in gleichem Maße von den Unternehmen in Anspruch genommen. Rund 50 % aller Unternehmen nutzen mindestens eine dieser beiden Finanzierungsformen. Weit weniger geläufig sind endfällige Darlehen, da diese in den meisten Fällen durch fällige Lebensversicherungen oder Bausparverträge getilgt werden, die nur auf Privatpersonen abgeschlossen werden können. Praxisrelevant ist das bei sehr kleinen Unternehmen, in denen der Geschäftsführer oder Gesellschafter sein Privatvermögen zur Verfügung stellt. Daher liegt der Anteil der Unternehmen, die endfällige Darlehen nutzen, zwischen 5 und 10 %. Neben der Kreditprovision i.H.v. 1 % kommen auf den Kreditnehmer die Zinskosten zu. Zum aktuellen Zeitpunkt liegen sie für Darlehen mit zehnjähriger Laufzeit zwischen 4,5 und 7,5 %.

2.4 Avalkredit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Avalkredit stellt keinen Bankkredit im ursprünglichen Sinn dar, dass dem Kreditnehmer ein Geldbetrag zur Verfügung gestellt wird. Er ist eine Kreditleihe, bei der das Kreditinstitut eine Bürgschaft oder Garantie übernimmt, für Verbindlichkeiten des Kunden einem Dritten gegenüber einzustehen. Abbildung 1 verdeutlicht die Abwicklung des Avalkredites. Detaillierte Ausführungen zum Wesen der Bürgschaft werden in Kapitel 3.2 erläutert.

Abbildung 1: Abwicklung des Avalkredites[5]

[...]


[1] Vgl. Perridon/Steiner (2003), S. 385.

[2] Vgl. ebenda, S. 385.

[3] Vgl. Sauter (1998), S. 304.

[4] Beispiele sind u.a. die Spielwaren- und Feuerwerksindustrie, die ihre Hauptumsätze überwiegend im Weihnachtsgeschäft bzw. zu Silvester erzielen.

[5] Vgl. Grill/Perczynski (2000), S. 386.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Traditionelle Fremdkapitalfinanzierung
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Lehrstuhl für Finanzierung und Banken)
Veranstaltung
Seminar Mittelstandsfinanzierung
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
31
Katalognummer
V81043
ISBN (eBook)
9783638834162
ISBN (Buch)
9783638834261
Dateigröße
484 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Traditionelle, Fremdkapitalfinanzierung, Seminar, Mittelstandsfinanzierung
Arbeit zitieren
Diplom-Kaufmann Maik Schönefeld (Autor), 2005, Traditionelle Fremdkapitalfinanzierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81043

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