Private Equity (PE) stellt für junge Unternehmen und Existenzgründer eine bedeutende Rolle dar. Als Ersatz für Bankkredite ist das zur Verfügung gestellte Eigenkapital in der Finanzierung nicht mehr wegzudenken. Aber auch Investoren haben in den letzten Jahren den Private Equity-Markt entdeckt. Erfolgsgeschichten der Vergangenheit wie z.B. Microsoft, Hewlett-Packard oder Google haben aufgrund von guten Geschäftsentwicklungen erstaunliche Renditen geliefert und Anleger aufmerksam werden lassen. Auf der anderen Seite gab es natürlich auch negative Beispiele. Vergleichbare Projekte sind gescheitert, in deren Folge das eingesetzte Kapital verloren ging. Daher sollen in dieser Arbeit verschiedene Investitionsmöglichkeiten in Private Equity vorgestellt und dabei Chancen und Risiken des Private Equity-Marktes erläutert werden.
In der vorliegenden Arbeit wird zunächst ein Überblick über die allgemeinen Charakteristika von Private Equity-Investitionen gegeben. Besonders die Investitionsdauer, die Illiquidität sowie historische Renditen des Private Equity-Marktes stehen bei dieser Betrachtung im Mittelpunkt. Anschließend werden die Investitionsmöglichkeiten in Private Equity vorgestellt. Dabei erfolgt eine Unterscheidung in Direktinvestitionen in Form von Business Angels und den dazugehörigen Business Angels Netzwerken, sowie indirekten Investitionen in Form von Private Equity-Fonds, Private Equity-Zertifikaten und einer Private Equity-Wandelanleihe.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Allgemeine Charakteristika von Private Equity-Investitionen
2.1 Begriffserläuterung Private Equity
2.2 Merkmale des Private Equity-Marktes
2.3 Historische Daten des Private Equity Marktes
3 Direktinvestition in Private Equity
3.1 Business Angels
3.2 Business Angels Netzwerke
3.3 Das Business Angels Netzwerk Sachsen-Anhalt
4 Indirekte Investition in Private Equity
4.1 Private Equity Fonds
4.2 Private Equity Zertifikate
4.3 Wandelanleihe der Princess Private Equity Holding Ltd.
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Investitionsmöglichkeiten im Bereich Private Equity, um interessierten Anlegern einen Überblick über die Chancen und Risiken dieses Marktes zu geben. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Abgrenzung zwischen direkten Beteiligungsformen wie Business Angels und indirekten Anlagevehikeln wie Fonds, Zertifikaten und Wandelanleihen.
- Grundlegende Charakteristika und Illiquidität von Private Equity
- Die Rolle und Arbeitsweise von Business Angels und Netzwerken
- Indirekte Investitionsstrategien durch Private Equity-Fonds
- Einsatz und Funktionsweise von börsennotierten Private Equity-Zertifikaten
- Analyse der Wandelanleihe als Instrument für Privatanleger
Auszug aus dem Buch
3.1 Business Angels
Bei einer direkten Investition in PE stellen Privatpersonen jungen und teilweise noch in Gründung befindlichen Unternehmen (im Folgenden: Gründer) Startkapital zur Verfügung, ohne dass andere Institutionen wie Venture Capital- oder Fondsgesellschaften dazwischengeschaltet sind. Da die Investoren den Start als Unternehmen zumeist erst möglich machen, werden sie allgemein als Business Angels (BA) bezeichnet.
Peter Jungen, ein ehemaliger Vorsitzender des Business Angels Netzwerkes Deutschland (BAND) e.V. und selbst als BA aktiv, hat im Jahr 2000 das Idealbild eines BA wie folgt beschrieben: „Die Starthelfer sollten einen unternehmerischen Hintergrund haben, dadurch vermögend geworden sein sowie mit reicher Management und Führungserfahrung ausgestattet und mental wie finanziell bereit und in der Lage sein, sich mit 100.000 bis 500.000 Mark eigenen Mitteln in einem jungen Unternehmen zu engagieren. Dies sollten sie außerdem in der hoch riskanten Frühphase der jungen Firma tun, für drei bis sechs Jahre und zwar alleine oder gemeinsam mit Gleichgesinnten.“
BA unterscheiden sich in verschiedene Kategorien. Die Realisation einer sehr guten Rendite ist das Hauptziel eines Finance-Angels. Managementerfahrung kann miteingebracht werden, spielt aber eine untergeordnete Rolle. Ein Consulting-Angel stellt sich mit seiner Erfahrung und dem erworbenen Know-How als Berater zur Verfügung. Er führt keine Finanzierungsmittel zu, sondern erhält im Gegenzug eine Beteiligung am Eigenkapital des Unternehmens. Im Gegensatz zu den ersten beiden Formen greift der Working-Angel aktiv in das Geschäft ein. Über seinen Arbeitseinsatz möchte er das Unternehmen zum Erfolg führen, an dem er durch eine Beteiligung partizipieren möchte. Viele BA verfolgen die „Zwei-Flügel-Strategie“, die eine Mischung aus den vorgestellten BA-Kategorien darstellt. Ein Flügel steht für die finanzielle Investition, mit der es in der Regel überhaupt erst möglich, das Unternehmen aufzubauen. Der andere Flügel steht für das Einbringen von Kompetenz, Erfahrung und geschäftlichen Beziehungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Private Equity als alternative Finanzierungsform für junge Unternehmen ein und skizziert das Ziel der Arbeit, verschiedene Anlagemöglichkeiten kritisch zu beleuchten.
2 Allgemeine Charakteristika von Private Equity-Investitionen: Dieses Kapitel erläutert die Besonderheiten wie Illiquidität, lange Investitionsdauer und die historische Renditeentwicklung, um das Risikoprofil dieser Anlageklasse zu definieren.
3 Direktinvestition in Private Equity: Hier wird der Fokus auf die direkte Rolle von Business Angels sowie deren Netzwerke gelegt, wobei der Auswahlprozess von Gründern und das spezifische Beispiel des Netzwerks Sachsen-Anhalt detailliert betrachtet werden.
4 Indirekte Investition in Private Equity: Das Kapitel widmet sich den Optionen für Privatanleger, indirekt über Fonds, börsennotierte Zertifikate oder Wandelanleihen am Private Equity Markt zu partizipieren.
5 Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Relevanz des Diversifikationseffekts von Private Equity zusammen und betont die Notwendigkeit einer individuellen Rendite-Risiko-Analyse vor einer Investitionsentscheidung.
Schlüsselwörter
Private Equity, Venture Capital, Business Angels, Investition, Rendite, Diversifikation, Private Equity Fonds, Listed Private Equity, Zertifikate, Wandelanleihe, Eigenkapital, Risikomanagement, Unternehmertum, Finanzinnovationen, Kapitalbeteiligung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit behandelt die verschiedenen Möglichkeiten für Investoren, ihr Kapital in den Private Equity-Markt zu investieren, und grenzt dabei Direktinvestitionen von indirekten Anlageinstrumenten ab.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Charakteristika des Private Equity-Marktes, die Rolle von Business Angels, die Struktur von Beteiligungsfonds sowie die Funktionsweise moderner Finanzinstrumente wie Zertifikate und Wandelanleihen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, interessierten Anlegern eine fundierte Übersicht über Chancen und Risiken bei Private Equity-Investitionen zu geben und den Zugang zu diesem Markt für Privatpersonen verständlich aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Auswertung historischer Daten und Marktinformationen, um die Performance verschiedener Anlagevarianten vergleichend darzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Kategorien von Business Angels, den Prozess der Auswahl von Gründern durch Netzwerke, sowie den Aufbau und die Renditeerwartungen von PE-Fonds und börsennotierten Zertifikaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind Private Equity, Venture Capital, Business Angels, Rendite, Diversifikation und indirekte Beteiligungsformen wie Fonds und Zertifikate.
Was unterscheidet Business Angels von sogenannten "Business Devils"?
Im Gegensatz zu Business Angels bringen "Business Devils" kein Know-how ein, sind wenig transparent bezüglich ihres Hintergrunds, streben sehr hohe Anteile an und haben einen zu kurzen Investitionshorizont.
Welche Vorteile bietet die "Zwei-Flügel-Strategie" bei Business Angels?
Diese Strategie kombiniert die Bereitstellung von notwendigem Startkapital für den Unternehmensaufbau mit dem gezielten Einbringen von Managementkompetenz, Erfahrung und geschäftlichen Netzwerken.
Warum wird für das Business Angels Netzwerk Sachsen-Anhalt ein Vorteil durch die Angliederung an die Investitionsbank betont?
Der Hauptvorteil besteht in der Finanzierung durch öffentliche Förderprogramme, wodurch für die Gründer und die Business Angels bei der Vermittlung keine Kosten anfallen.
- Quote paper
- Diplom-Kaufmann Maik Schönefeld (Author), 2006, Private Equity, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81044