Das Thema Arbeitslosigkeit ist ein sehr weites Thema und es wurde schon viel darüber geschrieben. Fehlen tut nur die Lösung des Problems „Arbeitslosigkeit“. Manche Menschen behaupten, es sei genug Arbeit für alle da, und die Arbeitslosen würden nur auf Kosten des Staates und der Steuerzahlen ein faules Leben genießen.
Sicher gibt es auch solche Arbeitslose, aber sind wirklich alle Arbeitslose so?
Dies ist die Ausgangsfrage dieser Arbeit. Bei der Literaturrecherche kamen die faulen Arbeitslosen eher selten vor. Viel eher wurde über die Probleme des „arbeitslos seins“ berichtet, zum Beispiel schrieb Stefanie Winter: „Arbeit ist längst nicht mehr das halbe Leben, sondern das Ganze. Und ohne sie ist man nichts.“ Arbeit bedeutet für viele Menschen nicht einfach bloß Geldverdienen um sich die Freizeit angenehm gestalten zu können, sondern Arbeit ist auch soziales Leben. Man hat einen festen Rhythmus, trifft Menschen mit denen man in Kontakt treten kann, usw. Sobald man die Arbeit verliert, verliert auch der Tag seine Struktur und man hängt bis zum gewissen in der Luft.
Die Arbeit beschäftigt sich damit, wie Arbeitslose mit dieser für sie erst einmal neuen Situation umgehen. Außerdem interessierte, in welchen Gruppen die Arbeitslosigkeit am höchsten ist, und so wurde die Arbeitslosigkeit nach Alter und Bildungsabschluss untersucht. Des Weiteren wird auch der Frage nachgegangen, wie hoch die Bereitschaft Arbeitsloser ist, einen neuen Job anzunehmen und welche Bedingungen sich daran knüpfen.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Entwicklung der Arbeitslosigkeit
1. Einleitung
2. Definitionen von Arbeitslosigkeit
2.1 Arbeitslosigkeit nach dem Sozialgesetzbuch
2.2 Erwerbslosigkeit nach der IAO
3. Arbeitslosigkeit in Deutschland
4. Arbeitslosigkeit
4.1 ... nach Alter
4.2 ... nach Bildungsschicht
4.3 Umgang mit der Arbeitslosigkeit
4.4 Bereitschaft für eine neue Arbeitsstelle
4.5 Zusammenfassung
5. Entwicklung der Hypothesen
III Analyse der Daten aus dem sozioökonomischen Panel
1. Einleitung
2. Sozioökonomischer Panal
3. Datenaufbereitung
3.1 Datenmodifikation
3.2 Datenselektion
4. Analyse der Daten
4.1 Alter und Arbeitslosigkeit
4.1.1 Chi-Quadrat-Test
4.1.2 Korrelationsmaße
4.1.3 Neues Beschäftigungsverhältnis
4.1.4 Zusammenfassung
4.2 Bildung und Arbeitslosigkeit
4.2.1 Chi-Quadrat-Test
4.2.2 Korrelationsmaße
4.3 Bemühungen um einen neuen Job
4.3.1 Schwierigkeit bei Stellensuche
4.3.2 Passende Stelle sofort annehmen
4.3.3 Aktive Stellensuche
4.3.4 Erlernter Beruf oder etwas Neues
4.3.5 Wahrscheinlichkeit zur Weiterqualifikation
4.3.6 Zusammenfassung
4.4 Wirtschaftliche Zukunft
4.4.1 Diskriminanzanalyse: Problemstellung
4.4.2 Dummy-Variablen
4.4.3 Analyse
4.4.4 Zusammenfassung
4.5 Zufriedenheit mit der Lebenssituation
4.5.1 OLAP-Würfel
4.5.2 Chi-Quadrat-Test
4.5.3 Korrelation
4.6 Gesellschaftliches Leben
4.6.1 Varianzanalyse: Problemstellung
4.6.2 Analyse
4.6.3 Zusammenfassung
5. Zusammenfassung
IV Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der Arbeitslosigkeit in Deutschland unter Einbeziehung theoretischer Literatur sowie einer empirischen Datenanalyse auf Basis des sozioökonomischen Panels (2003). Das primäre Ziel ist es, Vorurteile gegenüber Arbeitslosen zu hinterfragen und Faktoren zu identifizieren, die das Risiko und den Umgang mit Arbeitslosigkeit beeinflussen.
- Messung und Definition von Arbeitslosigkeit (Sozialgesetzbuch vs. IAO)
- Strukturanalysen der Arbeitslosen nach Alter und Bildungsschicht
- Analyse des persönlichen Umgangs mit Arbeitslosigkeit und der Bereitschaft zur Neuaufnahme einer Beschäftigung
- Zusammenhang zwischen Bildungsabschluss und Arbeitslosenrisiko
- Einfluss der Arbeitslosigkeit auf Lebenszufriedenheit und gesellschaftliche Partizipation
Auszug aus dem Buch
4.3.1 Schwierigkeit bei Stellensuche
Die Frage nach der Schwierigkeit eine passende Stelle zu finden haben 13,8% aller Befragten beantwortet. Von diesen 1547 Personen, die die Frage beantworteten gehörten 12% zu der Gruppe der Arbeitslosen, die nicht unbedingt wieder arbeiten wollen. Wie die Antworten ausfielen, veranschaulicht folgende Graphik:
Knapp 42% der Personen, die nicht an einem neuen Job interessiert sind, geben an, dass es für sie praktisch unmöglich ist, eine neue Stelle zu finden. Bei den „arbeitswilligen“ Befragten macht diese Antwortmöglichkeit nur knapp die Hälfte aus. Betrachtet man die Mittelwerte liegt der der „arbeitswilligen“ Befragten mit 2,03 auch unter dem der „arbeitsunwilligen“ Befragten (2,33).
Alleine die Graphik sagt nichts Genaues über einen möglichen Zusammenhang und dessen Stärke aus. Dafür wurde auch hier Chi-Quadrat berechnet, welches 46,891 beträgt und mit p<0,001 eine sehr hohe Signifikanz aufweist.71 Damit lässt sich ein Zusammenhang vermuten, weshalb die Korrelation für die Ordinalmaße Gamma sowie nach Spearman berechnet wurde. Diese ergeben beide einen negativen Zusammenhang, welcher als leicht bis mittel zu bewerten ist (Gamma = -0,411 und nach Spearman = -0,157).72
Dieses Ergebnis bestätigt die aufgestellte Hypothese für die Variable tp38.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Die Einleitung führt in die Brisanz des Themas Arbeitslosigkeit ein, reflektiert die Ausgangsfrage über die Motivation von Arbeitslosen und beschreibt den Aufbau der Arbeit.
II Entwicklung der Arbeitslosigkeit: Dieser theoretische Teil erläutert Definitionen, die historische Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Deutschland sowie Einflussfaktoren wie Alter und Bildung.
III Analyse der Daten aus dem sozioökonomischen Panel: Im praktischen Teil werden Hypothesen anhand eines Teildatensatzes mittels statistischer Methoden wie Chi-Quadrat-Tests und Diskriminanzanalysen empirisch überprüft.
IV Fazit: Das Fazit vergleicht die theoretischen Erkenntnisse mit den empirischen Analyseergebnissen und diskutiert die gesellschaftlichen Hintergründe des Arbeitsmarktes.
Schlüsselwörter
Arbeitslosigkeit, Sozioökonomisches Panel, Sozialgesetzbuch, Erwerbslosigkeit, Arbeitsmarktanalyse, Bildungsschicht, Berufseinsteiger, Lebenszufriedenheit, Diskriminanzanalyse, Chi-Quadrat-Test, Arbeitsmotivation, gesellschaftliche Partizipation, Varianzanalyse, Arbeitskräftemangel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik der Arbeitslosigkeit in Deutschland und untersucht kritisch das verbreitete Vorurteil, dass Arbeitslose generell unmotiviert seien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert auf Definitionen von Arbeitslosigkeit, strukturelle Merkmale von Arbeitslosen, den Einfluss von Bildung und Alter sowie die psychischen und sozialen Auswirkungen des Beschäftigungsverlusts.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die empirische Überprüfung von sechs Hypothesen, die unter anderem den Zusammenhang zwischen Bildung, Alter, Arbeitswillen und der Lebenszufriedenheit von Arbeitslosen thematisieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin nutzt statistische Verfahren wie Chi-Quadrat-Tests, Korrelationsmaße (Gamma, Spearman), Diskriminanzanalysen und mehrfaktorielle Varianzanalysen basierend auf dem sozioökonomischen Panel.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Literaturrecherche und einen praktischen Teil zur Auswertung der Daten mittels SPSS.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Arbeitslosigkeit, sozioökonomisches Panel, Bildungsschicht, Lebenszufriedenheit und verschiedene statistische Analysemethoden.
Wie unterscheidet sich die Arbeitslosigkeit nach dem Sozialgesetzbuch von der Erwerbslosigkeit nach der IAO?
Das Sozialgesetzbuch arbeitet mit Daten der Bundesagentur für Arbeit basierend auf einer Totalerhebung, während die IAO-Erwerbslosigkeit auf telefonischen Stichproben beruht und international vergleichbar ist.
Welche Rolle spielt die Bildung für das Risiko, arbeitslos zu werden?
Die Analyse bestätigt, dass ein höherer Bildungsabschluss tendenziell vor Arbeitslosigkeit schützt, wobei gering qualifizierte Personen ein signifikant höheres Risiko tragen.
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- Diplom-Sozialwissenschaftlerin Manuela Kulick (Author), 2007, Der Umgang mit der Arbeitslosigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81079