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Das Ruhrgebiet – Die Situation der Industriearbeiter zu Beginn des 20. Jahrhunderts und während des Strukturwandels

Titel: Das Ruhrgebiet – Die Situation der Industriearbeiter zu Beginn des 20. Jahrhunderts und während des Strukturwandels

Vordiplomarbeit , 2007 , 41 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Tobias Meints (Autor:in)

Soziologie - Soziales System und Sozialstruktur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ruhrgebiet ist wohl die bekannteste Region im ganzen Bundesgebiet. Jeder Deutsche asso-ziiert mit diesem Ballungsraum etwas anderes. Viele denken an die Industrielandschaft, die heute größtenteils nur noch musealen Charakter besitzt. Andere denken an Fußballvereine, an Traditionsclubs wie Borussia Dortmund, Schalke 04 oder Rot-Weiß-Essen. Wieder andere den-ken an die Ruhrgebietsstädte selbst, die zu Dienstleistungszentren geworden sind und fast jeden Konsumwunsch erfüllen können.

Welche Vorstellungen man auch vertritt, das Ruhrgebiet ist eine Region, die in den letzten 200 Jahren einem massiven Wandel unterworfen war. In ein paar Dekaden wurde aus einem ländlich geprägten Landstrich die Industrieregion Europas. Der Aufstieg des „Deutschen Reiches“ sowie der Bundesrepublik wären ohne das Ruhrgebiet und seine enorme ökonomische Leistungsfähig-keit kaum möglich gewesen.

Wer hätte Anfang des 19. Jahrhunderts gedacht, als die Region des heutigen Ruhrgebiets noch von der Landwirtschaft dominiert wurde, dass 200 Jahre später fast fünf Millionen Menschen diese Gegend bewohnen würden. Mehr als 1,1 Millionen Menschen leben heute alleine in den beiden Städten Essen und Dortmund, den Hellwegstädten, die um 1800 gerade einmal 2000 Einwohner vorweisen konnten.
Der rasante Wandel von einem agrarischen in eine industriellen Raum in nur zwei Generationen ist bemerkenswert und mit einer Revolution vergleichbar.
Ähnlich schnell wie die Innovationen der Zeit wandelte sich das Bild der Landschaft und der Bevölkerung. Hellwegdörfer wandelten sich in wenigen Jahrzehnten zu blühenden Industriestädten mit mehreren zehntausend Einwohnern. Nicht zuletzt brachte die Industrialisierung ei-nen neuen gesellschaftlichen Typus hervor: Den Industriearbeiter, der den Arbeitszwängen einer Fabrik oder eines Bergwerkes unterworfen war.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Einleitung

2. Räumliche Strukturen und Geschichte des Ruhrgebiets

2.1 Räumliche Strukturen

2.2 Geschichte des Ruhrgebietes

2.2.1. 1792-1813 Französische Herrschaft – Protoindustrielle Phase

2.2.2. 1815-1848 Vormärz – Frühindustrielle Phase

2.2.3. 1849-1871 Industrialisierung

2.2.4. 1871-1890 Reichsgründung – Aufschwung und Krisen

2.2.5. 1891-1914 Regentschaft Wilhelms II.

3. Die Entstehung des Ruhrvolkes

3.1 Nah- und Binnenmigration

3.2 Arbeiterwerbung und Zuwanderung aus den Ostprovinzen

3.3 Integration

4. Situation der Arbeiter

4.1 1815-1860 Frühindustrielle Phase

4.1.1 Anstellung und Arbeitszeit

4.1.2 Entlohnung und Versorgung

4.1.3 Lebensstandard

4.2 1960-1914 Industrielle bzw. Hochindustrielle Phase

4.2.1 Anstellung und Arbeitszeit

4.2.2 Bergarbeiterstreiks im Revier

4.2.3 Entlohnung und Versorgung

4.1.3 Lebensstandard

5. Strukturwandel im 20. Jahrhundert

5.1. Die Kohlekrise

5.2. Die Stahlkrise

5.3 Zusammenfassung

6. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Ruhrgebiets vom Beginn der industriellen Revolution bis zum Strukturwandel in den 1950er Jahren, mit einem besonderen Fokus auf die Arbeits- und Lebensbedingungen der Industriearbeiter in der Montanindustrie.

  • Historische Genese der Industrieregion Ruhrgebiet
  • Die Entstehung und Integration des "Ruhrvolkes"
  • Soziale Verhältnisse und Arbeitsbedingungen im Industriezeitalter
  • Die Auswirkungen der Kohle- und Stahlkrise im 20. Jahrhundert

Auszug aus dem Buch

2.2.1. 1792-1813 Französische Herrschaft – Protoindustrielle Phase

"Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Zwiespalt brauchte ich unter ihnen nicht zu säen. Ich brauchte nur meine Netze auszuspannen, dann liefen sie wie ein scheues Wild hinein. Untereinander haben sie sich gewürgt, und sie meinten, damit ihre Pflicht zu tun. Törichter ist kein anderes Volk auf der Erde. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgten sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde." (Napoleon I., 1802)

Die „Französische Revolution“ von 1789 prägte nicht nur Frankreich sondern ganz Europa nachhaltig. Die Kriege Napoleon Bonapartes, hatten die „Grand Nation“ am Anfang des 19. Jahrhunderts zum mächtigsten Staat in Europa werden lassen.

Die alten absolutistischen Systeme von Preußen und Österreich hatten den motivierten Soldaten Frankreich nichts entgegen zu setzen. Napoleon strukturierte auf diese Weise das alte Europa grundsätzlich neu.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Einleitende Betrachtung der Bedeutung des Ruhrgebiets als ehemals industrielle Kernregion Europas und das Aufkommen des neuen sozialen Typs des Industriearbeiters.

1. Einleitung: Zielsetzung der Arbeit, die Entwicklung der Arbeits- und Lebensbedingungen im Ruhrgebiet exemplarisch anhand der Montanindustrie aufzuzeigen.

2. Räumliche Strukturen und Geschichte des Ruhrgebiets: Geografische Einordnung und historischer Überblick von der französischen Herrschaft bis zur Regentschaft Wilhelms II.

3. Die Entstehung des Ruhrvolkes: Untersuchung der Migrationsbewegungen aus den angrenzenden Regionen und den preußischen Ostprovinzen sowie die Schwierigkeiten bei der Integration.

4. Situation der Arbeiter: Analyse der Arbeitsbedingungen, Entlohnung und Lebensstandards während der frühindustriellen und der hochindustriellen Phase.

5. Strukturwandel im 20. Jahrhundert: Untersuchung der wirtschaftlichen Krisen in der Kohle- und Stahlindustrie und der damit einhergehenden sozialen Folgen.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Entwicklung des Ruhrgebiets und der Verbesserung der sozialen Lage der Arbeiter durch gesellschaftliche und politische Reformen.

Schlüsselwörter

Ruhrgebiet, Industrielle Revolution, Montanindustrie, Industriearbeiter, Strukturwandel, Kohlekrise, Stahlkrise, Migration, Ruhrvolk, Sozialgeschichte, Frühindustrialisierung, Preußen, Sozialgesetzgebung, Arbeitsbedingungen, Gewerkschaften

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung des Ruhrgebiets als industrielle Kernregion und die damit verbundenen sozialen Auswirkungen auf die Arbeiterschaft über einen Zeitraum von etwa 200 Jahren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themen umfassen die Geschichte der Region, die Zuwanderungsgeschichte des sogenannten Ruhrvolkes, die sozialen Verhältnisse der Arbeiterschicht sowie den wirtschaftlichen Strukturwandel im 20. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Wandel der Arbeits- und Lebensbedingungen der Beschäftigten in der Montanindustrie von der frühen Industrialisierung bis zum Rückgang der Industrie nach 1950 nachvollziehbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär genutzt?

Es handelt sich um eine historische und sozialwissenschaftliche Literaturanalyse, die auf verschiedenen Quellen zur Sozialgeschichte und Wirtschaftsgeschichte des Ruhrgebiets basiert.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Entstehung des Ruhrvolkes durch Migration sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der Lebens- und Arbeitssituation in der frühindustriellen und der hochindustriellen Phase.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Kernbegriffe sind Ruhrgebiet, Industriearbeiter, Montanindustrie, Strukturwandel, Migration und das historische Umfeld des 19. und 20. Jahrhunderts.

Warum war die Integration der polnischen Arbeiter im Ruhrgebiet problematisch?

Die Integration wurde durch Sprachbarrieren, die Isolation in Werkskolonien sowie staatliche Maßnahmen zur Eindeutschung erschwert, was die polnische Minderheit jedoch auch dazu brachte, eigene Vereine zur Selbsthilfe zu gründen.

Welche Rolle spielte das "Direktionsprinzip" für Bergarbeiter?

Das Direktionsprinzip bedeutete eine staatlich kontrollierte, strikte Arbeits- und Lohnregelung, die zwar eine gewisse soziale Absicherung durch Knappschaften bot, aber gleichzeitig eine starke Unterwerfung der Arbeiter unter die Industriebetriebe forcierte.

Was löste den Strukturwandel des Ruhrgebiets im 20. Jahrhundert aus?

Auslöser waren insbesondere die Kohlekrise der 1950er Jahre durch den steigenden Ölverbrauch und die spätere Stahlkrise, die durch internationale Konkurrenz und den Wandel zu neuen Baustoffen verschärft wurde.

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Details

Titel
Das Ruhrgebiet – Die Situation der Industriearbeiter zu Beginn des 20. Jahrhunderts und während des Strukturwandels
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
2,0
Autor
Tobias Meints (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
41
Katalognummer
V81126
ISBN (eBook)
9783638000277
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ruhrgebiet Situation Industriearbeiter Beginn Jahrhunderts Strukturwandels
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Meints (Autor:in), 2007, Das Ruhrgebiet – Die Situation der Industriearbeiter zu Beginn des 20. Jahrhunderts und während des Strukturwandels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81126
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Leseprobe aus  41  Seiten
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