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Drogen in unserer Gesellschaft - Beschaffungskriminalität

Titre: Drogen in unserer Gesellschaft - Beschaffungskriminalität

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2002 , 24 Pages , Note: 14

Autor:in: Pascal Schulte (Auteur)

Sociologie - Individu, Groupe, Société
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Résumé Extrait Résumé des informations

Bubikopf, Charleston, boxende Frauen und androgyne Männer - die ‚Goldenen Zwanziger′ setzten neue Trends in Sachen Geschlechterrollen. Alte Moral- und Idealvorstellungen wurden über den Haufen geworfen, die Frauenbewegung erlebte ihren vorläufigen Höhepunkt, Homosexualität war vorübergehend Salonfähig. Und doch bereitete diese glamouröse, aber mit all ihrer Toleranz auch sehr orientierungslose Zeit nach Weltkrieg und Wirtschaftskrise den Boden für den aufkommenden Nationalsozialismus und einen Rückfall in alte Wertvorstellungen und Rollenstereotype.
Warum scheiterte diese - aus heutiger Sicht so fortschrittliche Gesellschaft? Existierte diese Bewegung überhaupt in dem Mass, wie wir es uns vorstellen oder war es vielmehr nur eine kleine intellektuelle Oberschicht einer Generation in den Hauptstädten Zentraleuropas, welche unser heutiges Bild der zwanziger Jahre prägt?

Um die Jahrhundertwende herrschte in den Grossstädten Europas eine Aufbruchstimmung. Die Frauenbewegungen erlebten ihre ersten Erfolge, Jugendbewegungen und Nudisten verzeichneten grossen Zulauf. Es sah so aus, als ob die Geschlechterstereotype durchbrochen würden; eine sanftere Männlichkeit und eine freie Frau wurden propagiert.
Der erste Weltkrieg jedoch, ein maskulines Ereignis par excellence, erstickte diesen Trend im Keim. Jetzt wurden wieder Männer gebraucht, die dem klassischen Stereotyp entsprachen: Stark, mutig, hart opferbereit, mit dem Drang, sich einer höheren, überindividuellen Sache in den Dienst zu stellen. Den Frauen ebnete der Krieg zwar - wenigstens vorübergehend - den Weg zu grösser Unabhängigkeit, Männer erlebten die Frauen im Krieg jedoch hauptsächlich in der gewohnt ‚passiven′ Rolle der Krankenschwester und Prostituierten.
Doch der Krieg löschte das Ideal der anderen, sanfteren Männlichkeit nicht ganz aus. Tatsächlich trat während der zwanziger Jahre ein alternatives Ideal der Männlichkeit für einen kurzen Augenblick den ungleichen Kampf gegen die traditionelle Männlichkeit an. Die Sozialisten hatten während des Ersten Weltkriegs versucht, eine friedlichere Form von Maskulinität zu propagieren, die auf Solidarität gründete, aber jene, die aus dem Krieg zurückkehrten, waren doch, so sehr sie das Gemetzel auf den Schlachtfeldern erschüttert haben mochte, der lebende Beweis für die Stärke des normativen Stereotyps.
[...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Einleitung

2. Beschaffungskriminalität als Teilbereich der Drogenkriminalität

2.1 Folgekriminalität

2.2 Differenzierung der Versorgungskriminalität

3. Ursachen der Beschaffungskriminalität

4. verschiedene Typen der Beschaffungskriminalität

4.1 direkte Beschaffungskriminalität

4.2 indirekte Beschaffungskriminalität

5. Probleme der Erkennbarkeit

5.1 Aussagekraft der Polizeilichen Kriminalstatistik

5.2 die „Gießener Studie“

6. wirtschaftlicher Schaden

7. Einfluss von Methadon-Programmen auf die Beschaffungskriminalität

Anhang

Übersicht 1

Übersicht 2

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Phänomen der Beschaffungskriminalität im Kontext des Drogenkonsums, mit dem Ziel, die Hintergründe, Erscheinungsformen und die Problematik der statistischen Erfassung dieser Kriminalitätsform differenziert aufzuzeigen und zu analysieren.

  • Abgrenzung der Beschaffungskriminalität innerhalb der Drogenkriminalität
  • Analyse der Ursachen und verschiedenen Begehungsweisen (direkt vs. indirekt)
  • Kritische Bewertung der polizeilichen Kriminalstatistik und des Dunkelfeldes
  • Ökonomische Auswirkungen und der Einfluss von Substitutionsprogrammen

Auszug aus dem Buch

4.2 indirekte Beschaffungskriminalität

Die Straftaten der mittelbaren Beschaffungskriminalität sind solche zur Erlangung von Geld und auch Sachwerten, um damit schließlich Drogen zu erwerben. Hierbei ist der Abhängige - oftmals getrieben durch Entzugserscheinungen und das starke Verlangen nach dem kick - sehr „kreativ“ und lässt kaum einen Bereich des StGB unberührt: Ladendiebstahl, Wohnungseinbruch, Diebstahl aus PKW, Raub, schwere Gewaltdelikte, Erpressung, Prostitution und andere Straftaten bis hin zu Kapitaldelikten sind hier zu verzeichnen.

Ein Schwerpunkte fällt dabei besonders auf den Ladendiebstahl. Er ist mit 273 Taten pro Person und Jahr das mit Abstand am meisten begangene indirekte Beschaffungsdelikt. Besondere Geschicktheit der Täter ist zwar selten festzustellen. Die Begehungsweisen variieren hier jedoch sehr stark.

In vielen Fällen wird das Diebesgut (sehr häufig z.B. Zigaretten, Alkohol, CDs, Elektrogeräte, Kleidungsstücke, etc.) ganz einfach in die Kleidung oder in Rucksäcke gesteckt, wobei keine besondere Vorsicht auf Erkennbarkeit oder sogar elektronische Sicherungs-Einrichtungen gelegt wird. Beim Verlassen des Geschäftes kann der Täter dann nur hoffen, nicht erwischt zu werden. Dreistigkeit siegt in diesen Fällen; der Täter verlässt den Laden als sei nichts gewesen (manchmal aber auch im Lauftempo), wird in den seltensten Fällen geschnappt und kommt nach kurzer Zeit wieder bzw. geht in ein anderes Geschäft, um dort zu klauen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Der Autor erläutert seine Motivation für die Themenwahl, die auf Erfahrungen in einer therapeutischen Einrichtung basiert, und beschreibt die Schwierigkeiten bei der Erfassung valider Informationen zum Thema.

2. Beschaffungskriminalität als Teilbereich der Drogenkriminalität: Dieses Kapitel differenziert die Drogenkriminalität in verschiedene Unterkategorien und stellt die begriffliche Abgrenzung zwischen Versorgungs- und Beschaffungsdelikten sowie Folgekriminalität grafisch und textlich dar.

3. Ursachen der Beschaffungskriminalität: Hier werden der soziale Abstieg, gesundheitliche Folgen des Konsums sowie der steigende finanzielle Druck durch Toleranzentwicklung und Dosissteigerung als treibende Faktoren beschrieben.

4. verschiedene Typen der Beschaffungskriminalität: Die Unterscheidung zwischen direkter Beschaffung von Substanzen und indirekter Beschaffung von Geldmitteln zur Suchtfinanzierung wird vertieft, wobei das Phänomen der Bestellungskriminalität hervorgehoben wird.

5. Probleme der Erkennbarkeit: Es wird dargelegt, warum die Polizeiliche Kriminalstatistik nur eingeschränkt aussagekräftig ist und welche Bedeutung empirische Studien wie die „Gießener Studie“ für die Aufhellung des Dunkelfeldes haben.

6. wirtschaftlicher Schaden: Dieses Kapitel beleuchtet das Ausmaß des ökonomischen Schadens durch indirekte Beschaffungsdelikte und führt Fallbeispiele an, die den hohen finanziellen Impact für den Einzelhandel verdeutlichen.

7. Einfluss von Methadon-Programmen auf die Beschaffungskriminalität: Die Arbeit diskutiert die Rolle der Substitution als Mittel zur Reduzierung des Suchtdrucks und damit der Kriminalität, thematisiert aber auch kritisch den möglichen Missbrauch dieser Programme.

Schlüsselwörter

Beschaffungskriminalität, Drogenkriminalität, Ladendiebstahl, Sucht, Substitution, Methadon, Dunkelfeld, Kriminalstatistik, Drogenabhängigkeit, Beschaffungsdelikte, Folgekriminalität, Suchtfinanzierung, soziale Verelendung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Definition, den Ursachen, den Erscheinungsformen und den Auswirkungen der Beschaffungskriminalität im Zusammenhang mit Drogenabhängigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Differenzierung von Kriminalitätsformen in der Drogenszene, die Problematik der statistischen Erfassung und die ökonomischen Folgen für betroffene Unternehmen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das oft missverstandene Phänomen der Beschaffungskriminalität durchleuchtbar zu machen und aufzuzeigen, wie sie sich in der Praxis darstellt und welche Lösungsansätze existieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung polizeilicher Statistiken sowie auf Erkenntnissen aus Fachgesprächen und empirischen Studien zur Kriminalität Drogenabhängiger.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Abgrenzung der Deliktsformen, die Ursachenforschung, die Problematik der Dunkelfelder, eine Schadensanalyse sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Methadon-Programmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Beschaffungskriminalität, Suchtfinanzierung, Dunkelfeld, Substitution und Drogenkriminalität.

Welche Rolle spielt die „Gießener Studie“ in der Arbeit?

Die Studie dient als empirisches Fundament, um die Diskrepanz zwischen offiziellen Kriminalitätsstatistiken und dem tatsächlichen, hohen Anteil von Taten durch Drogenabhängige aufzuzeigen.

Wie bewertet der Autor den Einfluss von Methadon-Programmen auf die Kriminalität?

Der Autor sieht in der Substitution eine Möglichkeit zur Minderung des Suchtdrucks, weist aber kritisch auf die Gefahr des Missbrauchs und den daraus resultierenden illegalen Handel mit Substitutionsmitteln hin.

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Résumé des informations

Titre
Drogen in unserer Gesellschaft - Beschaffungskriminalität
Université
University of Applied Sciences for Public Administration of North Rhine-Westphalia; Hagen  (Soziologie)
Note
14
Auteur
Pascal Schulte (Auteur)
Année de publication
2002
Pages
24
N° de catalogue
V8115
ISBN (ebook)
9783638151832
Langue
allemand
mots-clé
Drogen Beschaffungskriminalität
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Pascal Schulte (Auteur), 2002, Drogen in unserer Gesellschaft - Beschaffungskriminalität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8115
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Extrait de  24  pages
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