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Die Lichtmetaphysik in der Göttlichen Komödie von Dante

Title: Die Lichtmetaphysik in der Göttlichen Komödie von Dante

Seminar Paper , 2007 , 24 Pages , Grade: 2

Autor:in: MA Anniken Johansen (Author)

Theology - Comparative Religion Studies
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Summary Excerpt Details

Dante Alighieris (1265-1321) epische Dichtung “Die Göttliche Komödie”(La Divina Commedia) ist nicht sonderlich komisch. Die Bezeichnung Commedia ist gerechtfertigt, weil das Werk traurig beginnt und gut endet. Es beschreibt den Weg vom Elend zur Seligkeit und ist im niederen Stil der Volkssprache gehalten, aber Dante hat es nielmals als ”göttlich” bezeichnet. Der Titel ”Divina” ist Boccacio zu verdanken; diesen Zusatz bekam der Buchtitel erst 1555. Das Thema dieses Weltgedichtes ist der Mensch – Dante schildert seine eigene Wanderung durch das Jenseits, eine allegorische Pilgerreise durch die drei Reiche: Hölle, Fegefeuer und Paradies wo die Liebe die metaphysische Bewegung ist. Im Verlauf der Vorstellung flechtet Dante zentrale Aspekte des Denkens und der Mentalität seiner Zeit ein.
Eine starke Auslegungstradition versteht das Werk als Ausdruck eines mystischen Einweihungsprozesses, das heisst, als symbolische Beschreibung von verschiedenen Bewusstseinzuständen, von der ”Verirrung im Wald” oder in der Sinneswelt, durch Reinigung und Erleuchtung bis zur Vereinigung mit dem Absoluten. In jedem Fall war Dante von der Mittelaltermystik beeinflusst, worin dies ein zentrales Thema war. Besonders in den letzen Liedern, in den Beschreibungen von der Begegnung des Wanderers mit Gott, greift Dante zentrale Motive der Mystik auf. Hier wird die Lichtmethapher besonders auffallend. Die Komödie steht ganz klar in einer Tradition der Lichtmetaphysik, wie sie von der griechischen Philosophie, über den Neuplatonismus und Dionysios Areopagita, durch die ganze Mystik des Mittelalters führt, um dann im Platonismus der Renaissance weiterzugehen. Um eine sinnvolle Auslegung der Komödie zu geben, ist es deshalb notwendig, auf die Philosophie und Theologie der Antike und des Mittelalters einzugehen. Diese Arbeit soll sich dementsprechend darauf beschränken, kurz die wichtigsten gedanklichen Voraussetzungen für Dantes Verwendung der Lichtmetaphorik anzuschauen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Göttliche Komödie

2.1 Eine kurze Einführung

2.2 Der Aufbau der jenseitigen Welt: Die Architektonik der drei großen Jenseitsreiche – mit besonderem Gewicht auf Paradiso

2.3 Aufbau des 28.Gesanges

2.4 Die Vision der Engelhierarchien und zentrale metaphysische Elemente für die Lichtmetapher im 28. Gesang des Paradiso.

3. Die Komödie zwischen griechischer Kosmologie und christlichem Glauben. Einflüsse für die Lichtmetaphysik

3.1 Einflüsse von Platons Timaios.

3.2 Beziehung zum Neuplatonismus:

3.2.1 Die neuplatonische Lichtmetaphysik

3.2.2 Dionysios Areopagita

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die philosophischen und religiösen Hintergründe der Lichtmetaphysik in Dante Alighieris "Göttlicher Komödie", insbesondere im 28. Gesang des Paradiso. Ziel ist es, den Einfluss antiker und mittelalterlicher kosmologischer Strömungen – namentlich Platons Timaios, des Neuplatonismus und der Lehren des Dionysios Areopagita – auf Dantes Darstellung der Engelhierarchien und das Weltbild des Paradieses aufzuzeigen.

  • Die philosophische Tradition der Lichtmetaphysik vom Neuplatonismus bis zur christlichen Mystik.
  • Dantes Verständnis des Paradieses als spiritueller Erkenntnisprozess.
  • Die mathematische und hierarchische Ordnung des ptolemäischen Weltbildes bei Dante.
  • Die Synthese von christlicher Theologie und antiker Kosmologie in der Engelslehre.

Auszug aus dem Buch

2.4 Die Vision der Engelhierarchien und zentrale metaphysische Elemente für die Lichtmetapher im 28. Gesang des Paradiso.

Die Vision der Engelhierarchien im 28. Gesang des Paradiso gehört zu den eindrucksvollsten Erlebnissen auf der Jenseitswanderung Dantes. Der Eintritt in den Kristallhimmel bringt gegenüber der Vielgestaltigkeit der Planetensphären und des Fixsternhimmels jetzt etwas völlig Neues: als äusserste Sphäre und Grenze der Körperwelt bietet er schon keine Unterscheidungsmöglichkeit mehr für die Einzeldinge im Raum. Er selbst ist reiner, körperloser Raum. Als solcher stellt er die kosmische Grenzsituation dar zwischen dem körpererfüllten Raum der planetarisch äußersten Sphäre und an der Grenze der Körperwelt bietet er schon keine Unterscheidungsmöglichkeit zwischen den Sphären und dem Überräumlichen. In diesem Raum sieht Dante plötzlich Gott als einen blendend weißen Punkt von unerträglich hellem Glanz. Darauf sieht er neun flammende Kreise, die um diesen Punkt herum schweben – nämlich die Engel, die nach der sich aus dem grösseren oder geringeren Abstand vom Punkt ergebenden Rangordnung platziert sind.

Hermann Gmelin schreibt, dass eine Darstellung Gottes durch einen ungeheuer stark leuchtenden Punkt eine der genialen dichterischen Synthesen der Danteschen Lichtmetaphysik ist, und schlägt vor dass die um Gott kreisenden Himmelskräfte vielleicht aus plotinischen Vorstellungen von dem Kreisen des Universums um die göttliche Mitte zu erklären sind. Das Motiv der Kreisbewegung der schauenden Engelwesen ist auch bei Dionysios Areopagita zu finden und die ganze mystische Tradition ist erfüllt von ihm. Die Anordnung der Engel im Bezug auf den Punkt bestimmt in Dantes Gesang die Geschwindigkeit, mit der sie sich um ihr Zentrum bewegen. Der äusserste der Himmel, der von den Seraphimen geleitet wird, ist derjenige, der am weitesten von der Welt entfernt ist und damit am nächsten bei Gott liegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Lichtmetaphysik in Dantes Werk ein und erläutert die Bedeutung der mystischen Einweihung sowie den Einfluss antiker und mittelalterlicher Philosophie auf das Weltbild der Komödie.

2. Die Göttliche Komödie: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Inhalt der Komödie, den Aufbau der jenseitigen Reiche und die architektonische sowie spirituelle Bedeutung der Paradies-Vision.

3. Die Komödie zwischen griechischer Kosmologie und christlichem Glauben. Einflüsse für die Lichtmetaphysik: Hier werden die philosophischen Grundlagen, insbesondere der platonische Timaios und der Neuplatonismus, sowie die Rolle des Dionysios Areopagita als Vermittler dieser Traditionen analysiert.

4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, wie Dantes Paradiso in der Tradition der Stufenlehre steht und wie der Aufstieg des Menschen durch Reinigung und Erleuchtung zum Licht Gottes erfolgt.

Schlüsselwörter

Lichtmetaphysik, Dante Alighieri, Göttliche Komödie, Paradiso, Engelhierarchien, Neuplatonismus, Dionysios Areopagita, Timaios, Mystik, Kosmologie, Emanationslehre, Lichtsymbolik, Erkenntnisprozess, Mittelalter, Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die philosophischen und theologischen Ursprünge der Lichtmetaphysik, die Dante Alighieri verwendet, um das Paradies in seiner "Göttlichen Komödie" zu beschreiben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die antike Kosmologie (Platon), die neuplatonische Emanationslehre, die mittelalterliche Mystik des Dionysios Areopagita und die symbolische Darstellung der Engelhierarchien im 28. Gesang des Paradiso.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Dante philosophische Strömungen seiner Zeit in seine Dichtung integriert hat, um das Paradies als einen spirituellen Erkenntnisweg darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine geisteswissenschaftliche Analyse, die philosophische und theologische Quellen des Mittelalters und der Antike heranzieht, um die dichterische Umsetzung bei Dante zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Aufbau der jenseitigen Welt bei Dante, die Einflüsse von Platons Timaios auf das Verständnis von Schöpfung und Ordnung sowie die Rolle des Neuplatonismus und Dionysios Areopagitas bei der Formung der Lichttheorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird besonders durch Begriffe wie Lichtmetaphysik, Engelhierarchien, Neuplatonismus und die mystische Reise zur Gottheit geprägt.

Warum spielt die Zahl Neun bei den Engelhierarchien eine Rolle?

Dante folgt in der Beschreibung der neun Engelhierarchien den Einteilungen des Dionysios Areopagita, die auf einem hierarchischen Stufenmodell basieren und die göttliche Ordnung widerspiegeln.

Wie verhält sich Dantes Weltbild zur ptolemäischen Astronomie?

Dante nutzt das ptolemäische geozentrische Modell als Gerüst für seine kosmologische Ordnung, reichert dieses jedoch mit christlicher Theologie und metaphysischen Lichtgestalten an, wobei er die physischen Gesetze in eine geistige Symbolik überführt.

Welche Rolle spielt die "Lichtmetapher" für den Pilger Dante?

Das Licht fungiert als Bild Gottes und als Wegweiser auf dem Aufstieg des Menschen zur Erlösung; je höher Dante aufsteigt, desto intensiver und unbeschreiblicher wird das Licht, das die Vereinigung mit dem Absoluten symbolisiert.

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Details

Title
Die Lichtmetaphysik in der Göttlichen Komödie von Dante
College
LMU Munich
Course
Interfakultäres Blockseminar 2007
Grade
2
Author
MA Anniken Johansen (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V81180
ISBN (eBook)
9783638835626
ISBN (Book)
9783638835701
Language
German
Tags
Lichtmetaphysik Göttlichen Komödie Dante Interfakultäres Blockseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
MA Anniken Johansen (Author), 2007, Die Lichtmetaphysik in der Göttlichen Komödie von Dante, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81180
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