Das Leben des Buddha


Hausarbeit, 2007
22 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Die Geburt Buddhas – Legenden und historische Fakten
2.1 Legenden und Mythen aus dem Pali-Kanon
2.2 Die historischen Fakten.

3 Kindheit und Jugend Buddhas
3.1 Das Umfeld und Leben im Palast
3.2 Erkennen des Leides - „Die Vier Ausfahrten“

4 Buddhas erste Wege zur Erkenntnis
4.1 Buddha als Wandermönch
4.2 Erkenntnisse über Askese.

5 Die Erleuchtung und ihre Lehre
5.1 Am Baum der Erkenntnis
5.2 Lehr- und Wanderjahre
5.3 Die letzten Jahre – Eingang ins Nirwana

6 Zusammenfassung
6.1 Die wichtigsten Aufenthaltsorte Buddhas
6.2 Schlussbemerkungen

Literatur

1 Einleitung

Der Buddha ist eine der bedeutendsten Figuren der Religionsgeschichte überhaupt. Er ist der Gründer des Buddhismus und somit Milliarden von Menschen auf der Erde bekannt. Wie sah sein Leben aus und wo hat er gelebt? Wie kam es zur Formulierung seiner Lehre? Diese Fragen zu beantworten hat sich die vorliegende Arbeit zum Gegenstand gemacht. Der Versuch, die wesentlichen Fakten und die gängigsten Überlieferungen zu betrachten, soll einen Überblick des aktuellen Wissensstandes vom Leben des Buddha Gotama[1] verschaffen. Dabei werden die wichtigsten Überlieferungen und Quellen herangezogen.

Es ist zunächst nötig zu erfahren, was genau das Wort „Buddha“ bedeutet. Man wird nicht als Buddha geboren, sondern ist zunächst „Bodhisattva“. Damit wird ein kommender Buddha beschrieben, es ist oft vom Begriff „Erleuchtungswesen“ die Rede, welches „[...] aufgrund der Antriebskraft des anfänglichen mitleidensvollen Entschlusses, allen Lebewesen zu helfen, sich von dem Wirrwarr des Leidens zu befreien“ auf der Welt bleibt.[2]

2 Die Geburt Buddhas – Legenden und historische Fakten

Die Geburt Buddhas historisch genau nachzuzeichnen ist eine schwierige Aufgabe, zumal der Forschung nur wenige und unzureichende historische Aufzeichnungen vorliegen. Deshalb beruft sich die Wissenschaft vorzugsweise auf gefundene Schriften des Pali-Kanon, eine auf Sri Lanka verwendete Sprache, oder denen des Sanskrit. Da uns die Quellen des Pali heute vollständig vorliegen, vor allem in tibetischer und chinesischer Übersetzung, bilden sie den Schwerpunkt der Buddha-Forschung.[3]

In den beiden folgenden Kapiteln rekonstruieren wir zunächst die Geburt Buddhas aus Sicht der Mulasarvastivadin-Schule, einer tibetisch-chinesischen Version der Buddha Geschichte. Die Arbeiten an den Pali-Quellen, vor allem der hier verwendeten Übersetzung der „Ur-Sarvastivadin“, von E. Waldschmidt stellen eine weit verbreitete Standardübersetzung dar.[4] Diese sind die Grundlage für die folgenden Darstellungen der Geburt Buddhas.

2.1 Legenden und Mythen aus dem Pali-Kanon

Um die Legenden der Geburt Buddhas verstehen zu können, muss einer der Grundgedanken des buddhistischen Glaubens, der Geburtenzyklus von Mensch und Welt, in Betracht gezogen werden. Somit unterliegt auch die Welt einem immer wiederkehrenden Schema und entsteht deshalb nach einer bestimmten Zeit neu. Buddhisten stellen sich unsere Welt in drei Hauptteile gegliedert vor, wobei in der oberen Welt Götter leben, die Mittelschicht die eigentliche Erde darstellt und die Unterwelt von Dämonen bewohnt wird. Alle Teile sind noch in weitere Schichten aufgeteilt, um jeweils den Grad der Vollkommenheit oder der Strafe für die Taten im vorherigen Leben zu differenzieren. Dies ist sehr stark dem Glauben des Hinduismus entnommen. Auch als Gott unterliegt man dem Geburtenzyklus und kann nach Auskostung des himmlischen Lebens in jede Schicht, besser: Kaste, wiedergeboren werden. Der Legende nach befand sich der Bodhisattva („unser“ Buddha) im hohen Tushita-Himmelreich, welches er als Fürst der dort anwesenden Götter und anderen Bodhisattvas bewohnte. Als nun der Bodhisattva gerade das Leben im Tushita-Himmel genoss, erinnerten zahlreiche Götter in Gesängen den im vorigen Leben als edlen Prinzen Geborenen daran, sein Versprechen einzulösen. Die Menschen von den Leiden zu erlösen und sie zu lehren, wie man den unendlichen Kreislauf des Wiederkehrens aufheben kann, war seine Aufgabe. Um dieses Versprechen einzulösen, muss sich der Bodhisattva zu einer bestimmten Zeit auf die Erde begeben.[5]

Dazu: am Anfang eines Weltenzyklus bevölkern Götter die Erde, wobei sie sich bald durch Habsucht auf der gerade erst verfestigten Welt in zwei Geschlechter aufteilen. Das Ende einer Welt ist durch kurzes Leben und die Verwüstung der Erde gekennzeichnet. Ein Buddha taucht immer dann auf der Erde auf, wenn die Menschen am Anfang des Verfalls stehen, von Gewalt und Begierde getrieben sind. Diese Tradition wird auch vom Hinduismus gelehrt.[6]

Der Bodhisattva sucht sich nun eine für ihn geeignete Kaste und Geschlecht, in welche er zum letzten Mal ins Dasein tritt, aus. Vierundsechzig hervorragende Eigenschaften muss der Bodhisattva und zweiunddreißig seine Mutter besitzen, gibt er den anderen Bodhisattvas und Göttern, die darauf ein passendes Geschlecht für ihn auswählen, zu verstehen. Die Wahl fällt schließlich auf das Geschlecht der Sakyas, das von reiner Geburt und großer Tugend ist. Des Königs Suddhodanas Gattin Maya weist alle zweiunddreißig Eigenschaften auf und ist somit für die Empfängnis des kommenden Erleuchteten bereit. Für den nächsten Zyklus der Welt wählt der Bodhisattva seinen Nachfolger mit Namen „Maitreya“ aus.[7] Weiterhin wird dem Bodhisattva geraten, nach den brahmanischen Sprüchen und Lehren des Veda den zukünftigen Erleuchteten in Form eines wunderschönen weißen Elefanten in Maya eindringen zu lassen. Dieser erschien ihr dann im Traum und drang in ihre rechte Seite ein. Sie verspürte dabei keinerlei Schmerzen. Kurz vor der Geburt Buddhas kündigen zweiunddreißig Zeichen sein Kommen an. Während der gesamten Schwangerschaft fühlte Maya keine Schmerzen, wurde aber mit einer großen Leichtigkeit erfüllt und besaß die Kraft, zu Heilen. In der Stunde der Geburt ging sie in den Hain zu Lumbini, gefolgt von einem riesigem Geleit, welches Menschen wie Götter enthielt. Der Buddha dringt nun aus der rechten Seite seiner Mutter unter einem Plakscha- (meist: Sala-) Baum und wird unbefleckt von Tausenden von Göttern gebadet. Eine der am meisten in den Quellen verbreiteten Überlieferungen ist, obwohl es für den nicht-buddhistischen Leser eher eine Legende scheint, der Gang des Buddhas in alle vier Himmelsrichtungen mit jeweils sieben Schritten, bei denen er zum Schluss verkündet, in dieser letzten Geburt die Welt zu erlösen von allem Leiden. Wiederum geschahen viele Wunder, bei denen alle (Lebe-)Wesen von voller Glückseligkeit erfüllt wurden. Obwohl Maya nach der Geburt völlig unversehrt geblieben ist, starb sie doch sieben Tage danach. Auch dies zählt zu einem der immer wiederkehrenden Ereignisse eines Buddhalebens.[8]

2.2 Die historischen Fakten

Dieser historische Einschub soll verdeutlichen, dass die Überlieferungen zum Teil nicht als bloße Legenden zu deklarieren sind, sondern die Forschung auf sichere Daten zurückgreift, auch wenn das Leben des Buddha nicht vollständig abgebildet werden kann. Denn obwohl uns zahlreiche Quellen über das Leben des Erleuchteten vorliegen, so ist doch wenig über tatsächliche Fakten bekannt. Man kann hier nur von einer Rekonstruktion der Lebensdaten ausgehen, die mit den historischen Ereignissen und sozialen, beziehungsweise politischen Gegebenheiten dieser Zeit zusammenfallen. Nachfolgend werden die wichtigsten und als historisch deklarierten Fakten vorgestellt.

Ist der Buddhismus auch heute aus Indien fast verschwunden, so spielte sich der Lebensweg Buddhas weitestgehend dort ab. Als fast sicher galten lange Zeit die Jahre 563 bis 483 vor Christi Geburt als Wirkungszeit. Wissenschaftler berechneten dies mithilfe der Über- lieferungen. Jedoch bestreitet man das Datum in der neueren Forschung. Vor allem H. Bechert hält das Datum der Geburt vor 327 vor Christi Geburt, also einige Jahre vor dem großen Alexanderfeldzug, für wahrscheinlich.[9]

Der Geburtsort Lumbini, welcher heute an der Grenze zu Nepal liegt, gilt als historisch sicher, zumal dort eine Statue von Maya, ein Denkmal Buddhas, sowie die Stelle des Bassins, in dem er gebadet wurde, für den Ort kennzeichnend sind. Lumbini wurde 1986 entdeckt, während die genaue Lage der Heimatstadt Kapilavastu nicht ganz geklärt ist. Man geht von den heu-tigen Orten Tilauvakot (Nepal) und Piprahwa (Indien) aus, wobei der erstgenannte wahr-scheinlicher ist.[10]

Auch K. Meisig[11] schreibt über die Entdeckung der Reliquien Buddhas, die 1898 von W.C. Peppé gefunden wurden, folgendes: „Damit war der archäologische Beweis erbracht für die Historizität dieses Mannes [...]“. Er stellt weiterhin fest, dass der Name Siddharta Gotama, das Geschlecht der Sakya und Lumbini als Geburtsort als historisch sicher angenommen werden können. Meisig macht darauf aufmerksam, dass diese uns wenigen bekannten Fakten über seine Herkunft wieder eine Zuwendung der buddhistischen Quellentexte erfordern. Deshalb widmen wir uns in den nächsten Kapiteln den Überlieferungen und ihren wissenschaftlichen Interpretationen. Derzeit besteht also kein Zweifel für die Existenz Buddhas. Aber die genauen Lebensdaten wie Geburts- und Todesjahr konnten von der Wissenschaft noch nicht bestätigt werden.

[...]


[1] Auch wenn Siddharta Gotama Buddhas bürgerlicher Name war, so begegnen wir mehreren Namen, die ihm je nach Grad der Erleuchtung oder vorgeburtlich zuteil wurden.

[2] Snelling, J. (1991): Buddhismus. Ein Handbuch für den westlichen Leser. Aus dem Engl. Von Karl-Heinz Golzio. München:Diederichs. 96. Dort ist eine ausführlichere Darstellung des Bodhisattva-Begriffes zu finden.

[3] Vgl. dazu: Weber, U. (1999): Buddhistische Sutras. Das Leben des Buddha in Quellentexten. München:Hugendubel. 19-22.

[4] Bereits 1929 übersetzt, erschien 1991 der Band: Waldschmidt, E.(1991): Die Legende vom Leben des Buddha. Hrsg.: Tibetisches Zentrum e.V. Hamburg. Hamburg:Dharma Ed.

[5] Waldschmidt, E.: Die Legende vom Leben des Buddha, 5-20.

[6] Baatz, U. (2002): Buddhismus. Kreuzlingen; München:Hugendubel. 40f.

[7] Jedes Zeitalter besitzt seinen eigenen Buddha. Eine genaue Darstellung der bisherigen und kommenden Buddhas bietet Strong, J. S. (2002): The Buddha. A short biography. Oxford:Oneworld. 20f.

[8] Die hier aufgezeigten Legenden sind dem Pali-Kanon übernommen worden. Sie entsprechen den gängigsten Überlieferungen der Buddha-Geschichte. Detailliertere Ausführungen können bei Waldschmidt, E. (1991): Die Legende vom Leben des Buddha. 21-46. und Weber, C. (1999): Buddhistische Sutras.

[9] Bechert, H. (1986): Die Lebenszeit des Buddha – das älteste feststehende Datum der indischen Geschichte? in: Nachrichten der Akademie der Wissenschaften in Göttingen 1986 Nr.4. zit. in: Gräfe, U. (2005): Buddha. Frankfurt/Main:Suhrkamp Verlag. 19

[10] Vgl. Schumann, H. W.(1992): Auf den Spuren Buddha Gotama. Eine Pilgerfahrt zu den historischen Stätten. Freiburg/Breisgau:Walter-Verlag. 33-50

[11] Meisig, K. (1998): Der historische Buddha. Geschichte und Legende des Siddharta Gotama. in: Schmidt-Leutel, P. (Hrsg.): Wer ist Buddha? Eine Gestalt und ihr Bedeutung für die Menschheit. Sammelband. München:Eugen Diederichs Verlag. 22-27

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Das Leben des Buddha
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Theologische Fakultät)
Veranstaltung
Die Religionen Indiens
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
22
Katalognummer
V81254
ISBN (eBook)
9783638851381
ISBN (Buch)
9783638850742
Dateigröße
543 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Leben, Buddha, Religionen, Indiens, Buddhismus, Siddharta, Gautama, Gotama, Dalai Lama, Sravasti, Lumbini, Nepal, Stupa
Arbeit zitieren
Johannes Voss (Autor), 2007, Das Leben des Buddha, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81254

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