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'Fatalismus' und 'Nihilismus' in Büchners "Dantons Tod"

Title: 'Fatalismus' und 'Nihilismus' in Büchners "Dantons Tod"

Term Paper , 2004 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Renata Greguric (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Georg Büchner entfaltet in seinem literarischen Erstlingswerk „Dantons Tod“ eine existenzielle Problematik, die an den Begriff des `Fatalismus´ gekoppelt ist.
Wenngleich er selbige auch in den folgenden Werken thematisiert, ist sie in diesem Drama von konstitutiver Bedeutung, da sie als strukturbildendes Element auftritt.
Es wird daher die Aufgabe des zweiten Kapitels sein, darzulegen, was genau Büchner unter diesem Begriff versteht. Ferner soll die Tragweite seiner Einsichten für die Auffassung von menschlicher Existenz schlechthin vorgestellt werden.
Vor diesem Hintergrund wird im folgenden Kapitel auf die Gestaltung, bzw. Darstellung des `Fatalismus´ im Drama selbst einzugehen sein. Untersuchungen des Dramenkonzepts, der Gestaltung und Funktion der Danton-Figur, sowie einzel-ner Szenen werden verdeutlichen, welcher allgegenwärtige und absolute Charakter der Einsicht in den `Fatalismus´ zugeschrieben wird. Es ist daher noch von besonderem Interesse, welche Reaktionsmuster auf diese Tatsachen Büchner aufzeigt.
Da hier der Aspekt des Nihilismus Bedeutung erlangt, soll dem vierten Kapitel dieser Begriff zum Gegenstand gemacht werden. Nach einer Begriffsklärung wird die Verwendung nihilistischer Motive und Inhalte im Drama zu erörtern sein. Auf dieser Grundlage wird schließlich festgestellt, daß auch der Nihilismus nicht kritiklos als letzte Konsequenz menschlicher Determination angenommen wird.

Die abschließenden zusammenfassenden Überlegungen greifen den Aspekt der Desillusion noch einmal auf und befassen sich mit der Frage, ob diese noch Raum läßt für das Bestehen positiver Werte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Fatalismusbegriff Büchners

2.1. Zum `Fatalismusbrief´

2.2. Wesentliches zum menschlichen`Sein´

2.3. Relativierung und Desillusion

3. Der Problemhorizont als Strukturelement und Grundmotiv

3.1. Determination und Dramenkonzept

3.2. Problematisierung durch Reflexion

3.3. Szenen der Fatalität und Verhaltensvarianten

4. Der Nihilismus

4.1. Begriffsbestimmung

4.2. Nihilistische Motive in „Dantons Tod“

4.3. Auseinandersetzung mit dem Nihilismus

5. Zusammenfassende Überlegungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die existenzielle Problematik in Georg Büchners „Dantons Tod“ durch die Analyse der zentralen Konzepte Fatalismus und Nihilismus. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Büchner menschliche Determination darstellt, ob diese Begriffe als absolute Leere zu verstehen sind und welcher Raum innerhalb dieser deterministischen Welt für positive menschliche Werte oder moralisches Handeln verbleibt.

  • Konstitutive Bedeutung des Fatalismusbegriffs für das dramatische Werk
  • Strukturelle Analyse des Dramenkonzepts unter dem Aspekt der Determination
  • Untersuchung nihilistischer Motive und deren Wirkung auf die Identitätsbildung der Figuren
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Sinnlosigkeit menschlichen Handelns
  • Bewertung von Desillusion und Möglichkeiten solidarischen Mitleids

Auszug aus dem Buch

3.1. Determination und Dramenkonzept

Der Fatalismus wird in „Dantons Tod“ nicht nur inhaltlich thematisiert, sondern kommt auch als Strukturprinzip zum tragen. Am deutlichsten zeigt sich das, wenn man Büchners Drama mit dem klassischen Dramenbau kontrastiert. Dieser weist zunächst die Aufteilung in drei oder fünf Akte auf, mit denen das Verlaufsschema von Exposition, Peripetie und Katastrophe konform geht. Der klassischen Tragödie liegt damit ein teleologisches Prinzip zugrunde; sie stellt eine in sich geschlossene und konsistent erwachsende Handlung dar, deren Grundbestandteil die Kräftepolarität ist. Die Aktführung in Büchners Drama verläuft nicht linear auf ein Ende zu, denn dieses wird bereits mit dem Abschluß des ersten Aktes vorweggenommen.

Der Schluß ist aber allein schon wegen der Faktentreue des Autors vorbestimmt. Büchner liegt daran, das vergangene Geschehen so real als möglich zu vergegenwärtigen, weshalb er sich, abgesehen von einigen notwendigen Modifikationen zur zeitlichen Dichte der Ereignisse, an die historischen Daten hält. Hinter diesem Wahrheitsanspruch verbirgt sich die Auffassung, daß der Dichter -ebenso wie der Historiker- die Aufgabe hat, die Wirklichkeit zu rekonstruieren. Dabei bleibt es dem Dichter vorbehalten, das Geschehen beleben zu können, indem er es am Einzelfall konkretisiert darstellt. Das Geschehen soll unreflektiert durch das Wissen der Zukunft auf den Rezipienten wirken, um unter dem Eindruck der Unmittelbarkeit Einsicht in den „...Zwangscharakter der gegebenen Situation...“ zu vermitteln. So wird der Fatalismus an Danton und seinen Anhängern demonstriert, zudem aber auch mit dem Dramenverlauf ein Gesamtbild des existenziellen Dilemmas geliefert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die existenzielle Problematik von Büchners „Dantons Tod“ und Verknüpfung der Begriffe Fatalismus und Nihilismus mit der Struktur des Dramas.

2. Der Fatalismusbegriff Büchners: Erörterung von Büchners Verständnis von Fatalismus basierend auf dem sogenannten „Fatalismusbrief“ und die Bestimmung des menschlichen „Seins“ als fremdbestimmte Existenz.

3. Der Problemhorizont als Strukturelement und Grundmotiv: Analyse, wie Fatalismus als Strukturprinzip das Dramenkonzept bestimmt und die Reflexion der Charaktere sowie ihr Handeln in der Geschichte beeinflusst.

4. Der Nihilismus: Untersuchung des Nihilismusbegriffs und seiner Entfaltung in Büchners Drama, insbesondere hinsichtlich Identitätsverlust und der Sinnlosigkeit tradierter Normen.

5. Zusammenfassende Überlegungen: Synthese der Ergebnisse mit der Feststellung, dass Büchner zwar ein deterministisches Gesellschaftsbild zeichnet, aber dennoch Raum für moralische Überzeugungen und zwischenmenschliche Solidarität lässt.

Schlüsselwörter

Georg Büchner, Dantons Tod, Fatalismus, Nihilismus, Determination, Geschichtsverständnis, existenzielle Problematik, Fremdbestimmung, menschliche Existenz, Drama, Identitätsverlust, Desillusion, Moral, Mitleid, Solidarität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die philosophischen und existenziellen Grundkonzepte Fatalismus und Nihilismus in Georg Büchners „Dantons Tod“ und deren Auswirkungen auf die Struktur des Dramas und das Verhalten der Figuren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Unfreiheit des Menschen innerhalb historischer Abläufe, die Relativierung moralischer Ideale, die Sinnlosigkeit des Daseins sowie die Möglichkeiten der persönlichen Sinnfindung angesichts dieser Determinierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Tragweite von Büchners Einsichten in die menschliche Existenz zu ergründen und aufzuzeigen, wie das Drama die Unvermeidbarkeit des Leids und der Sinnlosigkeit mit der Suche nach positiven Werten verbindet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primär textimmanente Interpretationen der Szenen mit philosophischen Begriffsbestimmungen und fachwissenschaftlicher Sekundärliteratur verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der Fatalismusbegriff, die strukturelle Umsetzung im Dramenverlauf, die Reflexionen der Figuren (insbesondere Dantons) sowie die nihilistischen Motive und die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit diesen Gegebenheiten tiefgehend analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Fatalismus, Nihilismus, Determination, Büchner, Dantons Tod, Geschichte, Sinnlosigkeit, Fremdbestimmung und existenzielle Krise charakterisieren.

Warum spielt der „Fatalismusbrief“ für die Analyse eine solch zentrale Rolle?

Der Brief dient als philosophische Basis, da er Büchners eigene Einsicht in die „unabwendbare Gewalt“ der Geschichte und die „entsetzliche Gleichheit“ der Menschennatur direkt formuliert und somit das theoretische Fundament für das Verständnis des Dramas bildet.

Wie unterscheidet sich Büchners Verständnis von Fatalismus vom klassischen Drama?

Während die klassische Tragödie teleologisch auf ein Ende hinarbeitet, ist Büchners Werk durch eine Zirkularbewegung geprägt, in der keine Peripetie stattfindet, da die Determination von Anfang an feststeht und keine Freiheit zur Wende lässt.

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Details

Title
'Fatalismus' und 'Nihilismus' in Büchners "Dantons Tod"
College
University of Hagen  (Neuere deutsche und europäische Literatur)
Grade
2,0
Author
Renata Greguric (Author)
Publication Year
2004
Pages
23
Catalog Number
V81265
ISBN (eBook)
9783638858151
Language
German
Tags
Fatalismus Nihilismus Büchners Dantons
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Renata Greguric (Author), 2004, 'Fatalismus' und 'Nihilismus' in Büchners "Dantons Tod", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81265
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