In den Sozialwissenschaften unterscheidet man zwischen drei Datenerhebungstechniken: Befragung, Beobachtung und Inhaltsanalyse .
In dieser Arbeit werde ich die drei Techniken in ihren Grundzügen vorstellen um sie anschließend miteinander zu vergleichen.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Die Befragung
1.1 Kommunikationsformen
1.1.1 Das wenig strukturierte Interview
1.1.2 Das teilstrukturierte Interview
1.1.3 Das stark strukturierte Interview
1.2 Kommunikationsarten
1.2.1 Das standardisierte Interview
1.2.2 Die schriftliche Befragung
1.2.3 Das Telefoninterview
1.2.4 Die Internetbefragung
2. Die Beobachtung
2.1 Strukturierte vs. unstrukturierte Beobachtung
2.2 Verdeckte vs. offene Beobachtung
2.3 Passive vs. aktiv teilnehmende Beobachtung
2.4 Feld- vs. Laborbeobachtung
3. Die Inhaltsanalyse
3.1 Die Quantitative Inhaltsanalyse
3.1.1. Frequenzanalyse
3.1.2 Dokumentenanalyse
3.1.3. Valenz- und Intensitätsanalyse
3.1.4 Kontingenz- und Bedeutungsfeldanalyse
3.2 Die Qualitative Inhaltsanalyse
3.2.1 Die Zusammenfassung
3.2.2 Die Explikation
3.2.3 Die Strukturierung
4. Vergleich der Datenerhebungstechniken Inhaltsanalyse, Befragung und Beobachtung
4.1 Besonderheiten und Ähnlichkeiten
4.2 Befragung, Beobachtung und Inhaltsanalyse auf dem Prüfstein der Gütekriterien Zuverlässigkeit, Repräsentativität und Gültigkeit
4.2.1 Befragung
4.2.2. Beobachtung
4.2.3 Inhaltsanalyse
5. Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die drei grundlegenden Datenerhebungstechniken der empirischen Sozialforschung – Befragung, Beobachtung und Inhaltsanalyse – in ihren theoretischen Grundlagen darzustellen und systematisch miteinander zu vergleichen, um ihre jeweilige Eignung und methodischen Anforderungen zu beleuchten.
- Strukturiertheit und Kommunikationsformen von Befragungen
- Methodische Differenzierungen bei Beobachtungsformen
- Quantitative vs. qualitative Verfahren der Inhaltsanalyse
- Vergleich der Techniken hinsichtlich Besonderheiten und Ähnlichkeiten
- Bewertung der Verfahren anhand der Gütekriterien
Auszug aus dem Buch
1.1 Kommunikationsformen
Das wenig strukturierte Interview stellt für den Interviewer eine anspruchsvolle Aufgabe dar, da er ohne Vorlage, das heißt ohne Fragebogen arbeitet. Dieser „hohe[…] Freiheitsspielraum“8 bietet dem Interviewer die Möglichkeit, das Gespräch selbst zu lenken. Mit einem gewissen Maß an Sensibilität sollte es dem Interviewer gelingen, die Reihenfolge und die Formulierung seiner Fragen dem Befragten individuell anzupassen. Erscheinen ihm gewisse Aspekte besonders interessant, besitzt er die Freiheit, das Gespräch in die gewünschte Richtung lenken zu können. Atteslander beschreibt das Ziel des Gespräches wie folgt:
„Das Gespräch folgt nicht den Fragen des Interviewers, sondern die jeweils nächste Frage ergibt sich aus den Aussagen des Befragten.“9 Das bedeutet also, dass die zentrale Rolle des Interviewers die des Zuhörers ist, der auch Hinweise des Befragten aufnimmt. Des weiteren muss er das Gespräch aufrechterhalten und sinnvolle Zusammenhänge zwischen zuletzt gegebenen Antworten und neuen Fragestellungen herstellen.“ Das Ziel wenig strukturierter Befragungen ist, Sinnzusammenhänge, also die Meinungsstruktur des Befragten zu erfassen.“10
Zur Durchführung eines wenig strukturierten Interviews bedarf es einer sorgfältigen Schulung des Interviewers, damit dieser den hohen Anforderungen dieser Kommunikationsform gerecht werden kann. Der Interviewer muss sowohl die gesamte Umgebung der Interviewsituation beobachten als auch Hinweise auf der Sprachebene erkennen , Bedeutungszusammenhänge erkennen und natürlich genau zuhören können.11
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über die drei zentralen Datenerhebungstechniken und erläutert den Aufbau der vergleichenden Untersuchung.
1. Die Befragung: Dieses Kapitel erläutert verschiedene Kommunikationsformen und -arten von Befragungen, wobei der Fokus insbesondere auf dem Grad der Strukturierung liegt.
2. Die Beobachtung: Es werden die verschiedenen Faktoren der wissenschaftlichen Beobachtung wie Strukturierung, Offenheit und Teilnahmegrad dargestellt.
3. Die Inhaltsanalyse: Dieses Kapitel differenziert zwischen quantitativen und qualitativen Inhaltsanalysen und stellt deren jeweilige spezifische Auswertungsmethoden vor.
4. Vergleich der Datenerhebungstechniken Inhaltsanalyse, Befragung und Beobachtung: Hier werden die Techniken einander gegenübergestellt, Gemeinsamkeiten diskutiert und die Gütekriterien Zuverlässigkeit, Repräsentativität und Gültigkeit kritisch geprüft.
5. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit der Sorgfalt bei der Kategorienbildung für alle vorgestellten Verfahren.
Schlüsselwörter
Befragung, Beobachtung, Inhaltsanalyse, Empirische Sozialforschung, Datenerhebung, Interview, Kommunikationsformen, Gütekriterien, Repräsentativität, Validität, Reliabilität, Kategoriensystem, Quantitative Analyse, Qualitative Analyse, Soziale Situation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die drei zentralen Techniken der Datenerhebung in der empirischen Sozialforschung: Befragung, Beobachtung und Inhaltsanalyse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die methodischen Grundlagen, die Differenzierung der Durchführungsformen sowie die kritische Prüfung der Verfahren anhand wissenschaftlicher Gütekriterien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine grundlegende Vorstellung der Techniken sowie deren anschließender systematischer Vergleich hinsichtlich ihrer Eigenschaften und Anwendbarkeit.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Vergleichsarbeit, die auf der Analyse existierender Fachliteratur zur empirischen Sozialforschung basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung von Kommunikationsformen bei Befragungen, verschiedenen Beobachtungsmodi sowie die Unterteilung der Inhaltsanalyse in quantitative und qualitative Ansätze.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Datenerhebung, Gütekriterien (Reliabilität, Validität), Kategoriensystem, Kommunikationsarten und Reaktivität.
Was unterscheidet das wenig strukturierte vom stark strukturierten Interview?
Beim wenig strukturierten Interview hat der Interviewer hohe Freiheitsgrade, während beim stark strukturierten Interview ein festes Regelwerk in Form eines Fragebogens die Situation bestimmt.
Warum stellt die Beobachtung im Vergleich zur Inhaltsanalyse eine größere methodische Herausforderung hinsichtlich der Objektivität dar?
Die Beobachtung ist durch die Selektivität der menschlichen Wahrnehmung und die Einmaligkeit von Situationen weniger leicht intersubjektiv nachprüfbar als die Inhaltsanalyse von Dokumenten.
- Quote paper
- Valentin Marquardt (Author), 2007, Datenerhebungstechniken im Vergleich - Befragung, Beobachtung, Inhaltsanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81426